Welche Spielwarenmesse ist die größte?

Die Weltgrößte Spielwarenmesse in Nürnberg

23/08/2017

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Die Welt der Spielwaren ist dynamisch und ständig in Bewegung. Neue Trends, innovative Produkte und kreative Ideen prägen diesen Markt. Ein zentraler Treffpunkt, der all diese Aspekte bündelt und die globale Branche zusammenführt, ist die Spielwarenmesse in Nürnberg. Sie gilt unbestritten als die weltgrößte Fachmesse ihrer Art und nimmt eine herausragende Stellung im Kalender der Spielwarenindustrie ein.

Welche Spielwarenmesse ist die größte?
Nürnberger Spielwarenmesse. Die Spielwarenmesse ist die weltgrößte Fachmesse der Spielwarenbranche. Sie findet jährlich in Nürnberg statt und ist nur für Fachbesucher der Spielwarenbranche, Pressevertreter und geladene Gäste zugänglich.

Diese bedeutende Veranstaltung findet jährlich in der traditionsreichen Spielzeugstadt Nürnberg statt. Ihre Exklusivität ist ein charakteristisches Merkmal: Die Messe ist ausschließlich Fachbesuchern der Spielwarenbranche, Vertretern der Presse und speziell geladenen Gästen zugänglich. Dies stellt sicher, dass die Gespräche, Präsentationen und Geschäftsabschlüsse auf höchstem professionellem Niveau stattfinden.

Übersicht

Was macht die Spielwarenmesse zur größten der Welt?

Die schiere Größe und internationale Reichweite der Nürnberger Spielwarenmesse untermauern ihren Anspruch, die größte der Welt zu sein. Jedes Jahr präsentieren rund 2.800 Aussteller aus mehr als 60 Ländern ihre neuesten Produkte und Innovationen. Diese beeindruckende Vielfalt zieht Fachhändler und Einkäufer aus aller Welt an.

Die Zahlen sprechen für sich. Im Jahr 2014 beispielsweise besuchten rund 76.000 Fachhändler und Einkäufer die Messe. Bemerkenswert ist der hohe Anteil internationaler Besucher: 56 Prozent kamen aus dem Ausland. Dies unterstreicht die globale Bedeutung der Messe als Marktplatz und Trendbarometer für die gesamte Branche.

Die Historie: Von Leipzig nach Nürnberg

Bevor Nürnberg zum Zentrum der Spielwarenbranche wurde, spielte die Leipziger Messe eine wichtige Rolle als Treffpunkt. Die politische Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg machte diesen Standort jedoch zunehmend unattraktiv für viele Akteure der westdeutschen Industrie.

In dieser Umbruchphase erkannten visionäre Persönlichkeiten die Notwendigkeit einer neuen, zentralen deutschen Fachmesse für Spielwaren. Im Jahr 1949 beschlossen vier einflussreiche Vertreter der Branche – Carl Ehmann von Märklin, Arno Drottboom von der Vereinigung Deutscher Spielwarenhändler, Hans Mangold von Gama und Ernst Th. Horn von der Arbeitsgemeinschaft Spielzeugindustrie – die Gründung einer solchen Messe. Ihre Wahl des Standortes fiel auf Nürnberg. Diese Entscheidung war nicht zufällig, sondern basierte auf Nürnbergs langer und reicher Tradition als Stadt des Spielzeugs.

Die Anfänge: Die erste Messe 1950

Die erste Deutsche Spielwarenfachmesse öffnete ihre Tore vom 12. bis 18. März 1950. Trotz bescheidener Anfänge war sie ein voller Erfolg. Es beteiligten sich 351 Aussteller, die ihre Produkte präsentierten, und 4.321 Facheinkäufer nutzten die Gelegenheit, sich über Neuheiten zu informieren und Geschäfte zu tätigen.

Das Messegelände war in den ersten Jahren noch weitläufig über die Stadt verteilt. Es umfasste das Wieselerhaus, das Gemeindehaus Maxfeld, das Gewerbemuseum, das Rot-Kreuz-Gebäude Maxfeld sowie zwei Zelthallen. Die gesamte Ausstellungsfläche betrug zu dieser Zeit 3.000 m². Dieser dezentrale Aufbau zeigte den provisorischen Charakter der ersten Veranstaltung, verdeutlichte aber auch den dringenden Bedarf und das Potenzial einer solchen Messe.

Gründung der Genossenschaft

Der außerordentliche Erfolg der ersten Messe bestärkte die Initiatoren und Teilnehmer in ihrem Vorhaben. Bereits wenige Monate später, am 11. Juli 1950, gründeten 46 Spielwarenhersteller eine eingetragene Genossenschaft. Ziel dieser Genossenschaft war und ist bis heute die Organisation und Durchführung der Messe. Diese Struktur, die Spielwarenmesse eG mit Sitz in Nürnberg, sichert die Kontinuität und Branchennähe der Veranstaltung. Seit ihrer Gründung findet die Messe ununterbrochen jährlich statt.

Entwicklung und Wachstum im Laufe der Jahrzehnte

Die Spielwarenmesse hat sich seit ihren Anfängen stetig weiterentwickelt und an Bedeutung gewonnen.

  • Logo-Entwicklung: Im Jahr 1951 erhielt die Spielwarenmesse ein neues Logo. Das erste Logo von 1950 zeigte in Anlehnung an die Nürnberger Stadtmauer einen einzelnen Turm. Das neue, bis heute in Variationen verwendete Logo zeigt einen Turm auf einem Schaukelpferd – ein Symbol, das die Verbindung von Tradition (Turm) und Spiel (Schaukelpferd) aufgreift.
  • Internationale Ausrichtung: Ein bedeutender Schritt erfolgte 1958 mit der Erweiterung des Angebots um internationale Aussteller. Dieser Schritt trug der wachsenden globalen Vernetzung der Spielwarenindustrie Rechnung. Im Zuge dessen wurde der Name der Messe angepasst und lautete fortan „Internationale Spielwarenmesse Nürnberg“.
  • Umzug ins Messezentrum: Im Jahr 1973 erfolgte ein weiterer Meilenstein mit dem Umzug der Spielwarenmesse in das neu erbaute Nürnberger Messezentrum. Dieser Umzug war entscheidend für das weitere Wachstum der Messe. Die verfügbare Ausstellungsfläche vergrößerte sich signifikant von 35.000 auf 52.000 m². Ein modernes, zentrales Gelände ermöglichte eine effizientere Präsentation und einen besseren Besucherfluss.
  • Weitere Namensänderungen: 1997 wurde der Name erneut geändert, diesmal in „Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg“, um die internationale Ausrichtung auch im englischen Namen zu betonen.
  • Jubiläen und Rekordflächen: Im Jahr 2009 feierte die Spielwarenmesse ihr 60. Jubiläum. Ein besonderes Highlight war die Tatsache, dass 44 Aussteller seit der ersten Messe 1950 ununterbrochen mit einem Stand vertreten waren – ein Beleg für die langjährige Treue und Bedeutung der Messe für viele Unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Ausstellungsfläche bereits auf beeindruckende 160.000 m² vergrößert.
  • Markenschutz und Rückbesinnung: Seit 2013 ist der Begriff „Spielwarenmesse“ eine geschützte Marke in Deutschland. Gleichzeitig erfolgte eine erneute Umbenennung. Der Name wurde auf das Wesentliche reduziert und lautet seither wieder schlicht „Spielwarenmesse“. Dies unterstreicht die etablierte Position und den hohen Bekanntheitsgrad der Marke.

Die Messe in Zahlen: Ein Überblick

Die Entwicklung der Spielwarenmesse lässt sich auch eindrucksvoll anhand von Zahlen darstellen:

JahrEreignis / StatistikAusstellungsfläche (ca.)
1950Erste Messe3.000 m²
1950 (Juli)Gründung Spielwarenmesse eG-
1958Erste internationale Aussteller-
1973Umzug ins neue Messezentrum52.000 m² (von 35.000 m²)
200960. Jubiläum160.000 m²
2014Besucherzahl (Fachhändler/Einkäufer)76.000 (davon 56% aus Ausland)
JährlichAusstellerzahl~2.800 aus >60 Ländern

Diese Tabelle zeigt das enorme Wachstum der Veranstaltung von ihren bescheidenen Anfängen bis zur heutigen globalen Leitmesse.

Herausforderungen und digitale Alternativen

Wie viele Großveranstaltungen sah sich auch die Spielwarenmesse in den letzten Jahren mit unvorhergesehenen Herausforderungen konfrontiert. Insbesondere die globale COVID-19-Pandemie hatte Auswirkungen auf die Durchführung der Präsenzmesse.

In den Jahren 2021 und 2022 konnte die stationäre Spielwarenmesse in Nürnberg aufgrund der Pandemie nicht stattfinden. Um dennoch eine Plattform für den Austausch und die Vernetzung der Branche zu bieten, wurde in diesen Jahren die „Spielwarenmesse Digital“ ins Leben gerufen. Dieses digitale Format ermöglichte es Teilnehmern, sich virtuell zu treffen und zu vernetzen, auch wenn das Erlebnis einer physischen Messe nicht vollständig ersetzt werden konnte.

Häufig gestellte Fragen zur Spielwarenmesse

Viele Interessierte haben Fragen zu dieser bedeutenden Veranstaltung. Hier beantworten wir einige, basierend auf den verfügbaren Informationen:

  • Wann findet die Spielwarenmesse statt?
    Die Spielwarenmesse findet jährlich Anfang Februar statt und dauert sechs Tage.
  • Wer darf die Messe besuchen?
    Die Messe ist eine reine Fachmesse. Sie ist nur für Fachbesucher der Spielwarenbranche, Pressevertreter und geladene Gäste zugänglich.
  • Wo genau findet die Messe statt?
    Die Spielwarenmesse findet im Nürnberger Messezentrum statt.
  • Seit wann gibt es die Spielwarenmesse?
    Die erste Deutsche Spielwarenfachmesse fand im März 1950 statt. Seitdem wird sie jährlich abgehalten.
  • Wie groß ist die Ausstellungsfläche?
    Die Ausstellungsfläche hat sich im Laufe der Zeit stark vergrößert. Im Jahr 2009 umfasste sie bereits 160.000 m².
  • Wer organisiert die Messe?
    Veranstalter ist die „Spielwarenmesse eG“ mit Sitz in Nürnberg.

Fazit

Die Spielwarenmesse in Nürnberg ist weit mehr als nur eine Handelsplattform. Sie ist das Herzstück der globalen Spielwarenindustrie, ein Ort, an dem Trends gesetzt, Innovationen vorgestellt und internationale Geschäftsbeziehungen geknüpft werden. Ihre Geschichte spiegelt die Entwicklung der Branche wider, von den Anfängen nach dem Krieg bis zur heutigen digitalen Vernetzung.

Als weltgrößte Fachmesse für Spielwaren bietet sie einen einzigartigen und umfassenden Einblick in die Vielfalt und Kreativität dieses Sektors. Die Exklusivität für Fachbesucher gewährleistet eine professionelle Atmosphäre, die den speziellen Bedürfnissen der Branche gerecht wird. Trotz temporärer Herausforderungen, wie der Pandemie, hat die Messe ihre Bedeutung behauptet und gezeigt, dass sie sich anpassen kann.

Für jeden, der in der Spielwarenbranche tätig ist, ist die Spielwarenmesse in Nürnberg ein unverzichtbarer Termin im Kalender. Sie ist der Ort, an dem die Zukunft des Spiels gestaltet wird.

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