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Neumünster: Geschichte, Leben und Wandel

19/07/2014

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Neumünster, gelegen im Herzen Schleswig-Holsteins, ist eine Stadt mit einer reichen und vielfältigen Geschichte. Heute ist sie bekannt als wichtiges Oberzentrum und Verkehrsknotenpunkt, aber ihre Anfänge reichen weit zurück. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1127, zu dieser Zeit trug die Siedlung einen ganz anderen Namen: Wippendorp im Gau Faldera. Dieser Name markiert den bescheidenen Beginn dessen, was sich über Jahrhunderte zu einer bedeutenden Stadt entwickeln sollte.

Wohin gehört Neumünster?
Neumünster liegt im Herzen von Schleswig-Holstein, mit 79.000 Einwohnern ist es die kleinste kreisfreie Stadt des Landes und die einzige, die keinen direkten Zugang zum Meer hat.

Die Entwicklung von Wippendorp zum heutigen Neumünster ist eng verbunden mit der Gründung eines Augustiner-Stifts durch den Missionar Vizelin im Jahr 1127. Das Kloster erhielt den lateinischen Namen Novum Monasterium, was wörtlich „Neues Münster“ bedeutet. Dieser Name setzte sich im Laufe der Zeit durch und gab der Stadt ihren heutigen Namen.

Übersicht

Von den Anfängen bis zur Industrialisierung

Nach der Klostergründung im 12. Jahrhundert siedelten die Augustiner um 1330 nach Bordesholm um. Neumünster gehörte verschiedenen holsteinischen Grafschaften an, bevor es 1460 unter die Herrschaft des dänischen Königs Christian I. gelangte, der auch Graf von Holstein wurde. Im Jahr 1498 wurde auf der sogenannten Klosterinsel ein Kloster von Augustiner-Nonnen gegründet, das jedoch nach der Reformation 1566 aufgelöst wurde.

Ein wichtiger wirtschaftlicher Meilenstein war die Gründung der „Privilegierten Wollzeugfabrique“ im Jahr 1760 auf der Klosterinsel. Dies war die erste Fabrik in Neumünster und läutete die große Zeit der Stadt als Tuchmacherstadt ein. Die Industrialisierung nahm Fahrt auf, insbesondere im 19. Jahrhundert. 1816 errichtete Tuchmacher Renck die erste Tuchfabrik, in der alle Produktionsschritte unter einem Dach stattfanden. Die Einführung der Dampfmaschine im Jahr 1824 revolutionierte die Produktion weiter.

Parallel zur Textilindustrie entwickelte sich Neumünster zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt. Der Bau der ersten Kunststraße Schleswig-Holsteins, der Chaussee Kiel – Altona, begann 1832 und führte durch Neumünster. Noch wichtiger wurde die Anbindung an das Eisenbahnnetz. 1844 erreichte die erste Eisenbahn die Stadt auf der Strecke Neumünster – Altona, und 1845 ging die Strecke nach Rendsburg in Betrieb. Diese hervorragende Infrastruktur, insbesondere die Eisenbahnanbindung an den Hamburger Hafen, begünstigte auch die Entwicklung einer bedeutenden Lederindustrie, da Rohhäute und Gerbstoffe leicht importiert werden konnten. Bis in die 1970er Jahre prägten zahlreiche Fabrikschornsteine das Stadtbild, ein Erbe, das noch heute im Stadtwappen sichtbar ist.

Stadtrecht und Wachstum im 19. und 20. Jahrhundert

Im Jahr 1870 erhielt Neumünster das Stadtrecht. Dies markierte einen wichtigen Schritt in der administrativen Entwicklung. Die Stadt wuchs rapide, angezogen von den florierenden Industrien. Die Einwohnerzahl, die Anfang des 19. Jahrhunderts noch bei wenigen Hundert lag, stieg bis 1900 auf über 27.000. Im Jahr 1901 wurde Neumünster kreisfreie Stadt, was ihre Bedeutung als regionales Zentrum unterstrich.

Die Eingemeindung von Brachenfeld, Wittorf sowie Teilen von Tungendorf und Gadeland im Jahr 1938 ließ die Einwohnerzahl auf 51.000 ansteigen. Der Zweite Weltkrieg brachte Zerstörung; Neumünster war Ziel von insgesamt acht Luftangriffen. Am 3. Mai 1945 wurde die Stadt kampflos an die britischen Truppen übergeben.

Wie heißt Neumünster früher?
Neumünster wird erstmalig urkundlich erwähnt. Damals unter dem Namen "Wippendorp im Gau Faldera". Gründungsjahr der Jacoby-Bürgergilde und der Bürgergilde zu Neumünster seit 1578.

Nach dem Krieg erlebte Neumünster einen starken Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten. Allein im Jahr 1947 machten diese fast ein Viertel der Bevölkerung aus. Um dem Wohnraummangel zu begegnen, wurde ab 1950 auf einem Teil des ehemaligen Militärflugplatzgeländes die Böcklersiedlung errichtet.

Eine weitere bedeutende Eingemeindungswelle fand am 26. April 1970 statt, als Einfeld, weitere Teile von Gadeland und Tungendorf nach Neumünster eingegliedert wurden. Dies führte zu einem erheblichen Wachstum sowohl der Fläche als auch der Einwohnerzahl, die mit rund 87.000 ihren bisherigen Höchststand erreichte.

Geografie, Stadtteile und Größe

Neumünster liegt am östlichen Rand der Holsteinischen Vorgeest und in der Nähe des Holsteinischen Hügel- und Seenlandes. Die Stadt wird von den Flüssen Schwale und Stör durchflossen, wobei die Schwale im Stadtgebiet in die Stör mündet. Ein prägendes Element in der Innenstadt ist der Mühlenteich, der seit dem Mittelalter durch Anstauen der Schwale entstand.

Die Stadt gliedert sich in folgende Stadtteile: Böcklersiedlung-Bugenhagen, Brachenfeld-Ruthenberg, Einfeld, Faldera, Gadeland, Gartenstadt, Stadtmitte, Tungendorf und Wittorf. Jeder dieser Stadtteile hat seine eigene Geschichte und Entwicklung.

Mit 79.461 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2023) ist Neumünster die fünftgrößte Stadt in Schleswig-Holstein, nach Kiel, Lübeck, Flensburg und Norderstedt. Sie ist eine kreisfreie Stadt und ein Oberzentrum. Obwohl sie flächenmäßig nach den Eingemeindungen der 1970er Jahre rund 71,57 km² umfasst, ist sie die kleinste der vier kreisfreien Städte Schleswig-Holsteins und die einzige, die keinen direkten Zugang zum Meer hat. Dennoch ist sie durch ihre zentrale Lage und gute Verkehrsanbindung hervorragend erreichbar.

Typisch Neumünster: Wirtschaft, Kultur und Freizeit

Was ist typisch für Neumünster? Die Stadt präsentiert sich heute als vielseitiges Zentrum. Einerseits ist sie eine wichtige Shopping-Stadt. Neben zahlreichen Geschäften in der Innenstadt und der Holsten-Galerie zieht insbesondere das Designer Outlet Neumünster Besucher aus einem weiten Umkreis an. Dieses Outlet Center ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Ist Neumünster groß?
Mit 79.461 Einwohnern (31. Dezember 2023) ist Neumünster nach Kiel, Lübeck, Flensburg und Norderstedt die fünftgrößte Stadt im nördlichsten deutschen Bundesland.

Andererseits hat Neumünster ein reichhaltiges kulturelles und freizeitliches Angebot. Dazu gehören der Tierpark Neumünster, verschiedene Messen (die Holstenhallen sind ein bedeutender Messestandort), Konzerte, Theateraufführungen (unter anderem in der Stadthalle), Kunstausstellungen und ein Erlebnisbad. Die Stadt hat sich auch den Ruf einer Pferdestadt erworben, bedingt durch bedeutende Veranstaltungen wie das internationale Reitturnier CSI Neumünster und den Trakehner Hengstmarkt.

Regelmäßige Veranstaltungen wie die jährlich im Juni stattfindende Holstenköste, eines der größten Stadtfeste Norddeutschlands, die Weinköste oder der Kunstflecken prägen das Stadtleben und ziehen zehntausende Besucher an. Das Textilmuseum Tuch + Technik erzählt die Geschichte der einst so wichtigen Tuchindustrie.

Wirtschaftlich ist Neumünster heute breit aufgestellt. Neben verbliebenen industriellen Betrieben (z.B. im Maschinenbau, Metallbau, Kunststoffindustrie) sind Transportwesen, Logistik, Groß- und Einzelhandel wichtige Sektoren. Das Eisenbahnausbesserungswerk ist weiterhin ein großer Arbeitgeber. Neuere Entwicklungen umfassen das LOG-IN Gründerzentrum und Pläne für einen Hub zur Produktion von grünem Wasserstoff, was die Transformation der Wirtschaft zeigt.

Neumünster gehört seit Mai 2012 zur Metropolregion Hamburg, was die enge Anbindung an die südliche Metropole unterstreicht und die Stadt als attraktiven Standort für Unternehmen und Pendler positioniert. Die Stadt ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge: Nordsee, Ostsee und Hamburg sind in maximal einer Stunde erreichbar.

Straßennamen im Wandel der Zeit

Die Geschichte einer Stadt spiegelt sich oft auch in ihren Straßennamen wider. Neumünster erlebte hier, insbesondere während und nach der Zeit des Nationalsozialismus, deutliche Veränderungen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über einige Straßennamen im Wandel:

193719401947 (Britische Besatzungszeit)heute
Martin-Martens-PlatzMartin-Martens-PlatzGänsemarktGänsemarkt
Adolf-Hitler-PlatzAdolf-Hitler-PlatzBurt-PlatzJugendspielplatz Kuhberg
Adolf-Hitler-StraßeCampbell-StraßeKuhbergKuhberg
GroßfleckenAdolf-Hitler-Straße [Ost], Großflecken [West]Crompton-StraßeGroßflecken
Plöner StraßePlöner StraßeCombe-StraßePlöner Straße
CarlstraßeStraße der S.A.Norton-StraßeCarlstraße
FeldstraßeDietrich-Eckart-StraßePat-Wilson-StraßeFeldstraße
RingstraßeWilhelm-Gustloff-StraßeSage-StraßeRingstraße
SchulstraßeHans-Schemm-StraßeSchulstraßeSchulstraße
163er Straße163er StraßeHewitt-StraßeWippendorfstraße
GartenalleeGartenalleeTremsletts-AlleyGartenallee

Diese Tabelle zeigt, wie Namen, die während der NS-Zeit nach nationalsozialistischen Personen benannt waren, nach Kriegsende durch Namen von britischen Militärpersonen ersetzt und später erneut geändert wurden, oft zu den heutigen Bezeichnungen. Auch die Rückbenennung des Gänsemarkts oder des Kuhbergs ist hier ersichtlich.

Häufig gestellte Fragen zu Neumünster

Wie hieß Neumünster früher?

Bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1127 hieß Neumünster Wippendorp im Gau Faldera. Der heutige Name leitet sich vom lateinischen Namen des 1127 gegründeten Klosters ab: Novum Monasterium („Neues Münster“).

Was ist typisch für Neumünster?
Typisch Neumünster Die fünftgrößte Stadt in Schleswig-Holstein präsentiert sich als Shopping-Stadt mit zahlreichen Geschäften in der City, der Holsten-Galerie und dem Designer Outlet sowie mit einem Tierpark, verschiedenen Messen, Konzerten, Kunst, Theater, Sport und einem Erlebnisbad mit Saunawelt.

Was ist typisch für Neumünster?

Typisch für Neumünster sind seine Rolle als wichtiges Oberzentrum und Verkehrsknotenpunkt in Schleswig-Holstein, seine Funktion als bedeutende Einkaufsstadt mit Innenstadt, Holsten-Galerie und Designer Outlet, sein Ruf als Pferdestadt durch internationale Reitsportveranstaltungen sowie große Feste wie die Holstenköste. Trotz fehlendem Meerzugang ist die Stadt ein Zentrum für Kultur, Wirtschaft und Bildung in der Region.

Ist Neumünster eine große Stadt?

Mit rund 79.500 Einwohnern ist Neumünster die fünftgrößte Stadt in Schleswig-Holstein und gehört zu den großen Mittelstädten in Deutschland. Sie ist eine kreisfreie Stadt und ein Oberzentrum, was ihre regionale Bedeutung unterstreicht.

Wohin gehört Neumünster?

Neumünster ist eine kreisfreie Stadt im Bundesland Schleswig-Holstein. Sie liegt geografisch sehr zentral in Schleswig-Holstein und ist seit Mai 2012 Mitglied der Metropolregion Hamburg.

Zusätzlich zu diesen Aspekten bietet Neumünster eine Vielzahl von Parks und Grünflächen, wie den Rencks Park oder das Dosenmoor, das größte und am besten erhaltene Hochmoor Schleswig-Holsteins, die Möglichkeiten zur Erholung in der Natur bieten. Die Bildungslandschaft reicht von zahlreichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen bis hin zu Studiengängen der Fachhochschule Kiel und der Steinbeis Business Academy, was die Stadt auch zu einem Bildungsstandort macht.

Insgesamt präsentiert sich Neumünster als eine Stadt mit einer reichen industriellen Vergangenheit, die sich erfolgreich zu einem modernen Dienstleistungs-, Handels- und Kulturzentrum entwickelt hat, das fest im Herzen Schleswig-Holsteins verankert ist.

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