Wie alt ist Oftersheim?

Oftersheims reiche Geschichte entdecken

17/02/2017

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Die Frage „Wie alt ist Oftersheim?“ lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten, denn die Geschichte des Ortes reicht weit über das hinaus, was offizielle Dokumente belegen können. Während eine Schenkungsurkunde im Kloster Lorsch eine beachtliche, über 1250-jährige belegte Geschichte nachweist, zeigen archäologische Funde, dass Menschen auf der Gemarkung Oftersheim schon weitaus früher siedelten und ihre Spuren hinterließen. Darunter waren auch die Römer, deren Präsenz besonders eindrucksvoll durch Ausgrabungen belegt wurde.

Woher kommt Carl Thoma?
Er wuchs auf einer Rinderfarm im Panhandle von Oklahoma auf und lernte schon früh die Landwirtschaft kennen. Er führt die Familienranch im Nordosten von New Mexico weiter, die er seit über 100 Jahren betreibt.

In den 1960er Jahren führten archäologische Ausgrabungen im Gewann Hornungsäcker zu einer bedeutenden Entdeckung: den Resten einer römischen Villa, einer sogenannten „villa rustica“. Diese Entdeckung war ein klares Zeichen dafür, dass Oftersheim in römischer Zeit besiedelt war, und zwar nicht nur von einfachen Menschen. Die Fachleute, die die Grabungen durchführten, stießen auf eine Vielzahl von Fundstücken, die Aufschluss über das Leben in dieser römischen Gutshofanlage gaben. Zu den geborgenen Artefakten gehörten Teile von Hypokausten, dem hochentwickelten römischen Heizsystem, tiefe Brunnen, die die Wasserversorgung sicherten, Fragmente von Wandverputz, die einst die Wände der Gebäude schmückten, sowie Dachziegel, die Einblicke in die Bauweise ermöglichten. Darüber hinaus fanden sich alltägliche Gegenstände wie Nägel, Fibeln (Gewandspangen) und Schüsseln.

Übersicht

Die Bedeutung der Funde und die vermutete Wohlstand

Die Art und der Umfang der Funde deuten darauf hin, dass es sich bei der Oftersheimer „villa rustica“ nicht um eine einfache ländliche Siedlung handelte. Dr. Mathilde Grünewald, eine Archäologin, die sich intensiv mit den Funden beschäftigt hat, ist davon überzeugt, dass diese römische Anlage prominent gewesen sein muss. Sie schließt daraus, dass sich hier einst ein wohlhabender Römer niedergelassen hatte. Diese Annahme basiert auf mehreren Faktoren: den Fundstücken selbst, die auf einen gewissen Lebensstandard hindeuten (wie das Vorhandensein einer Hypokaustenheizung), sowie auf der Größe des Areals, auf dem das Herrenhaus der Villa einst gestanden hatte. Ein großes Anwesen dieser Art war typisch für reiche Gutsbesitzer im römischen Reich.

Aufbewahrung und Präsentation der historischen Zeugnisse

Viele der bei den Ausgrabungen in den Hornungsäckern gefundenen Artefakte lagern seit ihrer Entdeckung in den Archiven der Reiss-Engelhorn-Museen (REM) in Mannheim. Diese Museen sind bedeutende Institutionen für die regionale Geschichte und Archäologie. Ein Teil der Fundstücke, oft in Form von Kopien, hat jedoch seinen Weg zurück nach Oftersheim gefunden und ist im örtlichen Gemeindemuseum ausgestellt. So bleibt ein Stück der lokalen Geschichte auch direkt im Ort zugänglich.

Ein besonderes Highlight für die Präsentation der römischen Geschichte Oftersheims war eine Sonderausstellung, die im Jahr 2016 in den REM in Mannheim gezeigt wurde. Diese Ausstellung beleuchtete die Funde aus Oftersheim und machte sie einem breiteren Publikum zugänglich. Hier wurden auch Wandflächen aus den gefundenen Wandverputzfragmenten rekonstruiert. Diese Rekonstruktionen gaben eine Vorstellung davon, wie die Wände in der römischen Villa einst ausgesehen haben könnten, und ließen die Vergangenheit visuell greifbar werden.

Das Römermuseum in Oftersheim: Geschichte lebendig machen

Die Konzeption der Sonderausstellung in Mannheim wurde federführend von der Archäologin Dr. Mathilde Grünewald gestaltet. Ihr Engagement für die römische Geschichte Oftersheims führte zu einem weiteren wichtigen Projekt: Gemeinsam mit dem Heimat- und Kulturkreis Oftersheim (HuKO) wollte sie die Römer noch einmal ganz bewusst nach Oftersheim holen und die lokale Präsentation der Funde verbessern. Mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung, die dem Projekt offen gegenüberstand, wurde ein Teil des hiesigen Museums, das in einem ehemaligen fränkischen Anwesen in der Mannheimer Straße 59/61 untergebracht ist und die Dauerausstellung zur Dorfgeschichte beherbergt, umgestaltet und erweitert.

Zwischen 2016 und 2019 wurde dieser Museumsteil gezielt in eine Art Römermuseum umgewandelt und durch eine eigene Römerausstellung erweitert. Das Ziel dieser Umgestaltung war es, die römische Geschichte Oftersheims nicht nur zu zeigen, sondern sie für Besucher aller Altersgruppen erlebbar zu machen. Insbesondere Familien und Schulklassen sollen durch die Ausstellung in ihren Bann gezogen werden. Dabei geht es nicht nur um das bloße Anschauen der Exponate, sondern darum, Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes „zum Anfassen“ zu gestalten, auch wenn der Text nicht explizit beschreibt, wie dies umgesetzt wird, so ist doch die Absicht klar formuliert.

Ein Buch zur Vertiefung der römischen Geschichte

Parallel zur Umgestaltung des Museums hat Frau Dr. Grünewald gemeinsam mit weiteren Autoren ein spannendes Buch verfasst. Dieses Buch lässt die Geschichte der Oftersheimer Römer und ihrer „villa rustica“ wieder aufleben und bietet detaillierte Einblicke und Informationen für alle Geschichtsinteressierten. Es dient als wertvolle Ergänzung zur Museumsausstellung und ermöglicht eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Buch kann direkt im Rathaus, genauer gesagt im Bürgerbüro, käuflich erworben werden und stellt somit eine weitere Möglichkeit dar, sich mit der reichen römischen Vergangenheit Oftersheims zu beschäftigen.

Fundstücke der römischen Villa in Oftersheim

Art des FundstücksBeschreibung / Hinweis
HypokaustenTeile des römischen Heizsystems
BrunnenTiefe Brunnen zur Wasserversorgung
WandverputzfragmenteReste von verputzten Wänden
DachziegelMaterialien der Dacheindeckung
NägelEisenwaren, Baumaterial
FibelnRömische Gewandspangen
SchüsselnKeramik oder andere Gefäße

Häufig gestellte Fragen zur Geschichte Oftersheims und den Römern

Wie alt ist Oftersheim laut belegten Dokumenten?
Eine Schenkungsurkunde im Kloster Lorsch belegt eine mehr als 1250-jährige Geschichte.
Wurden auch vor dieser Zeit Menschen in Oftersheim gesiedelt?
Ja, archäologische Funde zeigen, dass Menschen auf der Gemarkung schon weitaus früher siedelten.
Wann wurden die Reste der römischen Villa in Oftersheim gefunden?
Die Ausgrabungen, die die Reste zutage förderten, fanden in den 1960er Jahren statt.
Wo genau auf der Gemarkung Oftersheim wurde die römische Villa gefunden?
Die Fundstelle liegt im Gewann Hornungsäcker.
Welche Art von römischer Anlage wurde gefunden?
Es handelt sich um eine „villa rustica“, einen römischen Gutshof.
Wer war maßgeblich an der Konzeption der Sonderausstellung in Mannheim beteiligt?
Die Archäologin Dr. Mathilde Grünewald hat die Ausstellung federführend konzipiert.
Warum wird vermutet, dass der Besitzer der römischen Villa wohlhabend war?
Dies wird aus der Art der Fundstücke (z.B. Hypokausten) und der Größe des Areals geschlossen.
Wo werden die Fundstücke der römischen Villa aufbewahrt?
Viele lagern in den Archiven der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, manches (oft Kopien) im Oftersheimer Gemeindemuseum.
Gibt es in Oftersheim ein Museum, das sich mit der römischen Geschichte beschäftigt?
Ja, ein Teil des Oftersheimer Ortsmuseums wurde in eine Art Römermuseum umgewandelt und erweitert.
Wann wurde der Teil des Ortsmuseums in Oftersheim umgestaltet?
Die Umgestaltung bzw. Erweiterung fand zwischen 2016 und 2019 statt.
Wo befindet sich das Oftersheimer Ortsmuseum?
Es ist in einem ehemaligen fränkischen Anwesen in der Mannheimer Straße 59/61 untergebracht.
Wer hat an der Umgestaltung des Museums mitgewirkt?
Dr. Mathilde Grünewald und der Heimat- und Kulturkreis Oftersheim (HuKO) waren maßgeblich beteiligt.
Gibt es ein Buch über die römische Geschichte Oftersheims?
Ja, Dr. Mathilde Grünewald und weitere Autoren haben ein Buch über die Oftersheimer Römer und ihre „villa rustica“ verfasst.
Wo kann man das Buch über die römische Geschichte Oftersheims kaufen?
Das Buch kann im Rathaus, genauer gesagt im Bürgerbüro, erworben werden.

Fazit

Die Geschichte Oftersheims ist tief und vielschichtig, reichend von den frühesten Siedlungsspuren über die beeindruckende römische Vergangenheit bis hin zur heute belegten Geschichte von über 1250 Jahren. Die Entdeckung der villa rustica und die engagierte Arbeit von Archäologen und lokalen Initiativen wie dem HuKO haben dazu beigetragen, dieses faszinierende Kapitel der Ortsgeschichte wieder ins Bewusstsein zu rufen. Das umgestaltete Römermuseum und das begleitende Buch sind wichtige Bausteine, um die Spuren der Römer in Oftersheim für zukünftige Generationen zugänglich und erlebbar zu machen und die reiche Geschichte des Ortes lebendig zu halten.

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