Warum heißt Rietberg Rietberg?

Rietberg: Fachwerk, Geschichte und Natur

09/02/2016

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Rietberg, gelegen im Süden des Kreises Gütersloh am Oberlauf der Ems, ist eine Stadt, die Besucher mit ihrem historischen Charme und ihrer naturnahen Umgebung verzaubert. Wer durch die Gassen des historischen Stadtkerns schlendert, fühlt sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Geprägt durch malerisches Fachwerk, erzählt jeder Winkel eine Geschichte aus vergangenen Tagen, als Rietberg noch eine eigenständige Grafschaftsresidenz und Landeshauptstadt war.

Wann ist Markt in Rietberg?
Herzlich Willkommen auf dem Wochenmarkt im historischen Stadtkern in Rietberg. Die Anbieter sind jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr für Sie da.

Die Geschichte Rietbergs ist eng mit mächtigen Persönlichkeiten verbunden. Hier regierte einst Fürst Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg, eine Schlüsselfigur der europäischen Politik als Staatskanzler der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. Zeugen dieser glanzvollen Epoche sind bis heute erhalten geblieben und prägen das Stadtbild. Das herrschaftliche Haus Münte zeugt vom einstigen Reichtum, während das ehemalige Franziskanerkloster mit seiner beeindruckenden Klosterkirche und der Grafenkrypta die religiöse und herrschaftliche Bedeutung der Grafschaft unterstreicht.

Das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist das historische Rathaus. Es ist nicht nur ein architektonisches Juwel aus dem Jahr 1805, sondern symbolisiert auch die besondere bürgerliche Freiheit, die den Einwohnern der Stadt Rietberg in der Vergangenheit zuteilwurde. Während die Stadt als Landeshauptstadt eine gewisse Eigenständigkeit und Selbstverwaltung genoss, waren die Menschen in den umliegenden Bauerschaften, die heute den Stadtteilen entsprechen, als Eigenbehörige dem Grafen unterstellt. Die „freimachende Stadtluft“ war also wörtlich zu nehmen und machte Rietberg zu einem besonderen Ort innerhalb der Grafschaft.

Übersicht

Von der Grafschaft zum modernen Rietberg: Eine reiche Geschichte

Die Grafschaft Rietberg war im Mittelalter zwar ein kleines Land, aber keineswegs unbedeutend. Sie verfügte über eigene Institutionen, die normalerweise größeren Staaten vorbehalten waren: ein eigenes Militär, eine eigene Währung und eine eigene Gesetzgebung. Sogar eine eigenständige Außenpolitik wurde im gewissen Rahmen betrieben. Die Rietberger Münzen wurden bis ins 17. Jahrhundert in der nach ihnen benannten Müntestraße geprägt – ein klares Zeichen der wirtschaftlichen Souveränität.

Das Zentrum der gräflichen Macht war das Schloss Rietberg. Es wurde etwa Mitte des 14. Jahrhunderts in einem morastigen Sumpfgebiet rund einen Kilometer südlich der Stadt Richtung Delbrück errichtet. Hier hatte die Landesregierung bis zum 18. Jahrhundert ihren Sitz. Bedauerlicherweise wurde das Schloss, nachdem es zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht mehr benötigt wurde, im Jahr 1803 abgerissen. Heute erinnern nur noch Reste der alten Wallanlagen an die einstige gräfliche Residenz. Innerhalb dieser historischen Mauern befindet sich heute das Gut Rietberg.

Ist Rietberg eine schöne Stadt?
Rietberg ist geprägt durch seine geschichtliche Vergangenheit. Der gesamte historische Stadtkern innerhalb der Wallanlagen ist denkmalgeschützt und die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser geben Rietberg den Beinamen „Stadt der schönen Giebel“.

Ein bedeutendes Baudenkmal, das erhalten geblieben ist, ist die gräflich gestiftete Johanneskapelle. Sie wurde im Jahre 1748 geweiht und steht an der ehemaligen Schlossauffahrt an der Delbrücker Straße. Als einer der bedeutendsten spätbarocken Zentralbauten in Westfalen stellt sie zweifellos das herausragendste Baudenkmal auf dem heutigen Stadtgebiet von Rietberg dar. Die Kapelle ist dem heiligen Johannes von Nepomuk geweiht, dem böhmischen Brückenheiligen, der seit dem 18. Jahrhundert als Patron der Grafschaft Rietberg verehrt wurde.

Die Stadt Rietberg selbst war nicht nur Landeshauptstadt, sondern auch die einzige Stadt innerhalb der gesamten Grafschaft. Dies verlieh ihr eine besondere Stellung als Bereich relativer bürgerlicher Freiheit und städtischer Selbstverwaltung. Das historische Rathaus von 1805, das als eines der schönsten Rathäuser in Westfalen gilt, ist bis heute ein starkes Symbol für diese Freiheit.

Der Historische Stadtkern von Rietberg ist bemerkenswert gut erhalten geblieben. Vermutlich gab es nie eine massive Stadtmauer im klassischen Sinne. Stattdessen schützten die Ems und ein von ihr umflossener Umflutgraben die Stadt, ergänzt durch einen aufgeschütteten Erdwall mit einer aufgesetzten Planken- und Palisadenbefestigung. Der inzwischen denkmalgeschützte Grundriss des Stadtkerns ist bemerkenswert geschlossen, und ein großer Teil der historischen Fachwerkhäuser ist erhalten. Der Stadtkern wird durch die Rathausstraße (die vom ehemaligen Nord- zum Südtor führt), die Rügenstraße und die Müntestraße in vier etwa gleich große Viertel geteilt. Diese Viertel bildeten bis zur Neuzeit die Grundlage für wichtige städtische Funktionen wie Einwohnerzählungen, Steuererhebungen und Ratswahlen und dienten als unterste Verwaltungs- und Gerichtsebene.

Auch die städtische Verwaltung hat sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt. Im Mittelalter standen den städtischen Räten zwei anfangs gleichberechtigte Bürgermeister gegenüber. Der Lohnherr war für die Stadtfinanzen verantwortlich, und vier Deputierte repräsentierten die einzelnen Stadtviertel. Heute hat Rietberg einen hauptamtlichen Bürgermeister und zwei ehrenamtliche Stellvertreter. Die städtischen Finanzen obliegen dem Kämmerer, und die mittelalterlichen Deputierten der vier Stadtviertel lassen sich grob mit den heutigen Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern der sieben Stadtteile vergleichen.

Natur und Erholung: Der Gartenschaupark und die Ems

Neben seiner reichen Geschichte bietet Rietberg auch viel Raum für Naturerlebnisse und Erholung. Der Gartenschaupark Rietberg ist ein herausragendes Beispiel dafür. Als Nachfolgegelände der erfolgreichen NRW Landesgartenschau 2008 bietet der Park weitläufige Grünflächen, Themengärten und Spielbereiche, die zum Verweilen und Aktivsein einladen. Er ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher gleichermaßen.

Was kann man heute in der Nähe von Rietberg machen?
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Die Lage Rietbergs am Oberlauf der Ems prägt ebenfalls das Landschaftsbild. Die Ems selbst, zahlreiche Bachläufe, kleine Seen und angrenzende Naturschutzgebiete bieten eine vielfältige Flora und Fauna und laden zu Spaziergängen, Radtouren oder einfach nur zum Genießen der Ruhe ein. Die Natur grenzt oft direkt an den historischen Stadtkern an und schafft so eine einzigartige Verbindung von Urbanität und ländlicher Idylle.

Veranstaltungen, Markt und mehr

Rietberg ist nicht nur historisch und landschaftlich reizvoll, sondern auch eine Stadt mit einem lebendigen Gemeinschaftsleben, das sich in verschiedenen Veranstaltungen widerspiegelt. Besondere Anlässe für einen Besuch sind zum Beispiel das Kneipenfestival Hänky Pänky, das im historischen Stadtkern stattfindet und für gute Stimmung sorgt, oder das romantische Mondschein-Picknick im Gartenschaupark Rietberg.

Ein fester Bestandteil des Wochenrhythmus ist der Wochenmarkt im historischen Stadtkern. Er findet jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr auf der Multifunktionsfläche neben der Alten Südtorschule, gegenüber dem Rossmann, statt. Hier bieten regionale Händler ihre Waren an – eine schöne Gelegenheit, frische Produkte einzukaufen und das Markttreiben zu genießen. Sollte der Freitag auf einen Feiertag fallen, wird der Markttag auf den davor liegenden Wochentag verschoben. Parkmöglichkeiten für Marktbesucher gibt es an der Rathausstraße oder an der Heinrich-Kuper-Straße.

Häufig gestellte Fragen zu Rietberg

Ist Rietberg eine schöne Stadt?

Ja, Rietberg gilt als eine sehr schöne Stadt. Ihr Hauptanziehungspunkt ist der historische Stadtkern mit seinen malerischen Fachwerkhäusern und dem beeindruckenden historischen Rathaus. Die Geschichte als ehemalige Grafschaftsresidenz ist überall spürbar. Zudem tragen der weitläufige Gartenschaupark, die Nähe zur Ems und den umliegenden Naturgebieten sowie die verschiedenen Veranstaltungen zur Attraktivität der Stadt bei.

Ist Rietberg eine schöne Stadt?
Rietberg ist geprägt durch seine geschichtliche Vergangenheit. Der gesamte historische Stadtkern innerhalb der Wallanlagen ist denkmalgeschützt und die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser geben Rietberg den Beinamen „Stadt der schönen Giebel“.

Was kann man heute in der Nähe von Rietberg machen?

Basierend auf den bereitgestellten Informationen gibt es in der Nähe von Rietberg verschiedene Spielorte und Termine in NRW, die kulturelle Veranstaltungen anbieten. Konkret wird ein Theaterstück über 'Der kleine Drache Kokosnuss' als Beispiel genannt. Darüber hinaus bieten die Natur rund um Rietberg, wie der Gartenschaupark, die Ems und die Naturschutzgebiete, Möglichkeiten für Aktivitäten im Freien wie Spaziergänge und Radtouren. Der historische Stadtkern selbst lädt zum Bummeln und Entdecken ein.

Wann ist Markt in Rietberg?

Der Wochenmarkt in Rietberg findet jeden Freitag statt. Die Marktzeiten sind von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Der Markt wird im historischen Stadtkern auf der Multifunktionsfläche neben der Alten Südtorschule (gegenüber Rossmann) abgehalten. Fällt der reguläre Markttag auf einen Feiertag, wird der Markt auf den vorhergehenden Wochentag vorverlegt.

Warum heißt Rietberg Rietberg?

Der Name Rietberg ist eng mit der Geschichte der ehemaligen Grafschaft und ihrem ursprünglichen Herrschaftssitz verbunden. Das Schloss Rietberg, das Mitte des 14. Jahrhunderts in einem sumpfigen (niederdeutsch: Riet) Gebiet erbaut wurde, gab der Grafschaft ihren Namen. Die Stadt Rietberg war die Hauptstadt dieser Grafschaft. Obwohl das Schloss selbst nicht mehr existiert, lebt der Name in der Stadt, der ehemaligen Grafschaft und dem heutigen Gut Rietberg weiter und erinnert an die historische Bedeutung des Ortes.

Zeitleiste wichtiger Ereignisse in der Geschichte Rietbergs

Zeitraum / JahrEreignis
Mitte 14. JahrhundertBau des Schlosses Rietberg
Bis ins 17. JahrhundertPrägung eigener Münzen in der Müntestraße
1748Weihung der Johanneskapelle
Seit 18. JahrhundertVerehrung des Hl. Johannes von Nepomuk als Patron der Grafschaft
Bis 18. JahrhundertSitz der Landesregierung auf Schloss Rietberg
1803Abriss des Schlosses Rietberg
1805Errichtung des Historischen Rathauses
2008NRW Landesgartenschau in Rietberg (Vorgänger des heutigen Gartenschauparks)

Fazit

Rietberg ist weit mehr als nur eine Stadt auf der Landkarte. Sie ist ein lebendiges Geschichtsbuch, dessen Seiten man bei einem Spaziergang durch den historischen Stadtkern aufschlagen kann. Von der einstigen Grafschaft und ihren Herrschern über die Entwicklung städtischer Freiheiten bis hin zu den erhaltenen Baudenkmälern – die Vergangenheit ist allgegenwärtig. Verbunden mit der reizvollen Natur des Gartenschauparks und der Ems sowie einem attraktiven Veranstaltungskalender bietet Rietberg seinen Bewohnern und Besuchern eine hohe Lebensqualität und vielseitige Erlebnismöglichkeiten. Ein Besuch in Rietberg lohnt sich für alle, die Geschichte, Architektur, Natur und lebendige Traditionen schätzen.

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