17/05/2012
Outdoor-Tarps sind weit mehr als nur eine einfache Plane. Sie sind unverzichtbare Begleiter für alle, die Zeit in der Natur verbringen. Ob beim Camping unter freiem Himmel, auf ausgedehnten Wanderungen, bei einem gemütlichen Picknick im Park oder als Wetterschutz bei Outdoor-Veranstaltungen – ein Tarp bietet zuverlässigen Schutz vor den Elementen und erweist sich als äußerst vielseitiges Werkzeug. Doch woher stammt dieser praktische Begriff und was macht ein gutes Tarp aus?
Der Begriff „Tarp“ ist eine verkürzte Form des englischen Wortes „tarpaulin“. Dieses Wort hat eine interessante Geschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht und seine Wurzeln im Niederländischen („zeildoek“) und Französischen („toile bâchée“) hat. Ursprünglich bezeichnete es wohl grobes Tuch, das mit Teer beschichtet wurde, um es wasserdicht zu machen – eine frühe Form des Wetterschutzes, die sich über Jahrhunderte weiterentwickelt hat.

- Die Vielseitigkeit von Tarps
- Formen und Größen: Für jeden Zweck das Richtige
- Materialien: Qualität, die schützt
- Vorteile und Nachteile von Outdoor-Tarps
- Tarp-Aufbauvarianten: Kreativität im Outdoor
- Knotentechniken: Die Basis für Stabilität
- Tipps und Tricks für Tarp-Nutzer
- Die Wahl des Untergrunds
- Tarp vs. Zelt: Ein Vergleich
- Häufig gestellte Fragen
- Fazit
Die Vielseitigkeit von Tarps
Ein wesentlicher Vorteil von Tarps ist ihre Vielseitigkeit. Im Gegensatz zu einem Zelt, das eine feste Form hat, kann ein Tarp auf unzählige Arten aufgebaut werden. Dies ermöglicht es Ihnen, den Schutz und Unterstand genau an die jeweiligen Bedingungen anzupassen, sei es Wind, Regen, Sonne oder einfach nur der Wunsch nach einem schattigen Bereich zum Entspannen. Diese Anpassungsfähigkeit macht Tarps zu einem Favoriten unter erfahrenen Outdoor-Enthusiasten.
Formen und Größen: Für jeden Zweck das Richtige
Outdoor-Tarps sind in einer beeindruckenden Vielfalt an Formen und Größen erhältlich, um den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht zu werden. Die gängigsten Formen sind:
- Quadratisch: Bieten symmetrische Aufbauoptionen und sind oft vielseitig einsetzbar.
- Rechteckig: Ideal für A-Frame-Setups oder als Vordach, da sie eine klare Längsachse haben.
- Sechseckig (Hex-Tarp): Oft verwendet über Hängematten, da die Form eine gute Abdeckung bei reduziertem Gewicht bietet.
- Maßgefertigte Varianten: Spezielle Formen wie Diamant (Rhombus) oder Wing-Formen, die für bestimmte Aufbauarten optimiert sind.
Die Größen reichen von kompakten Einzeltarps, die gerade genug Schutz für eine Person und minimale Ausrüstung bieten, bis hin zu sehr großflächigen Tarps, unter denen ganze Gruppen Platz finden oder die als Gemeinschaftsbereich dienen können. Die Wahl der Größe hängt stark vom geplanten Einsatzzweck ab: Solo-Trip, Gruppenreise, minimalistisches Biwak oder Basislager.
Materialien: Qualität, die schützt
Die Auswahl des richtigen Materials ist entscheidend für die Leistung, Langlebigkeit und das Gewicht eines Outdoor-Tarps. Hochwertige Tarps bestehen aus robusten und wetterfesten Materialien. Die gebräuchlichsten sind:
- Nylon: Ein leichtes und strapazierfähiges Material, das für seine hohe Reiß- und Abriebfestigkeit bekannt ist. Nylon-Tarps sind in der Regel wasserabweisend behandelt und bieten guten Schutz vor Regen. Sie sind kostengünstiger als SilNylon und eignen sich gut für Rucksacktouren, bei denen Gewicht und Packmaß eine Rolle spielen.
- SilNylon (Silikon-beschichtetes Nylon): Eine Weiterentwicklung von Nylon, bei der eine Silikonbeschichtung aufgetragen wird. Dies macht SilNylon-Tarps extrem wasserdicht und verbessert die UV-Beständigkeit. Sie sind sehr leicht und kompakt, bieten aber einen überlegenen Wetterschutz, insbesondere bei starkem oder anhaltendem Regen.
- PolyCotton (Mischgewebe aus Polyester und Baumwolle): Bietet eine ausgezeichnete Balance zwischen Haltbarkeit und Atmungsaktivität. Das Gewebe ist robust und widerstandsfähig gegen Sonne, Regen und Wind. Der Polyesteranteil sorgt für Wasserabweisung, während die Baumwolle Feuchtigkeit ableitet und Kondensation reduziert. Diese Tarps sind oft schwerer und haben ein größeres Packmaß, bieten aber ein angenehmeres Klima darunter.
- Polyethylen (PE): Oft für einfache, kostengünstige Planen verwendet, die für temporäre Anwendungen gedacht sind. Sie sind leicht und strapazierfähig, aber oft nicht so reißfest oder langlebig wie Nylon oder SilNylon für anspruchsvolle Outdoor-Einsätze.
- Polyvinylchlorid (PVC): Sehr robust und langlebig, bietet hervorragenden Schutz vor den Elementen. PVC-Tarps sind in der Regel schwer und steif und werden eher für stationäre oder langfristige Abdeckungen verwendet, weniger für den mobilen Outdoor-Einsatz, bei dem Gewicht und Packmaß wichtig sind.
Um die Unterschiede zu verdeutlichen, kann eine Tabelle hilfreich sein:
| Material | Gewicht | Wasserdichtigkeit | Haltbarkeit | Atmungsaktivität | Packmaß | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nylon | Leicht | Gut (behandelt) | Gut | Gering | Klein | Mittel |
| SilNylon | Sehr Leicht | Sehr Gut | Sehr Gut | Gering | Sehr Klein | Hoch |
| PolyCotton | Schwer | Gut | Sehr Gut | Gut | Groß | Mittel bis Hoch |
| PE | Mittel | Gut | Mittel | Gering | Mittel | Niedrig |
| PVC | Sehr Schwer | Sehr Gut | Sehr Gut | Gering | Sehr Groß | Mittel |
Vorteile und Nachteile von Outdoor-Tarps
Wie jedes Ausrüstungsstück haben auch Tarps ihre spezifischen Vor- und Nachteile:
Vorteile:
- Leicht und Tragbar: Oft deutlich leichter und mit kleinerem Packmaß als vergleichbare Zelte.
- Kostengünstig: In der Regel preiswerter als Zelte.
- Schneller Aufbau: Bieten schnellen Schutz und Unterstand bei Wetterwechseln.
- Vielseitigkeit: Zahlreiche Aufbauvarianten für unterschiedliche Bedingungen.
- Gute Belüftung: Offene Aufbauten ermöglichen exzellente Luftzirkulation und reduzieren Kondensation.
- Nähe zur Natur: Ermöglichen ein intensiveres Naturerlebnis, da man weniger abgeschottet ist.
Nachteile:
- Begrenzte Isolierung: Bieten keinen Schutz vor Kälte von unten oder den Seiten.
- Windempfindlichkeit: Können bei starkem Wind flattern oder instabil werden, wenn sie nicht richtig gesichert sind.
- Kein Insektenschutz: Bieten keinen geschlossenen Raum, daher ist ein zusätzliches Moskitonetz oft notwendig.
- Weniger Privatsphäre: Offene Aufbauten bieten wenig Sichtschutz.
- Aufbau erfordert Übung: Das Beherrschen verschiedener Aufbauten und Knoten braucht Zeit und Übung.
Die Nachteile lassen sich oft durch die richtige Planung, zusätzliche Ausrüstung (wie Isomatte, Schlafsack, Moskitonetz) und das Erlernen von Aufbau- und Knotentechniken minimieren.

Tarp-Aufbauvarianten: Kreativität im Outdoor
Die Stärke des Tarps liegt in seinen vielfältigen Aufbauoptionen. Hier sind einige gängige Varianten, die je nach Bedarf und Umgebung angepasst werden können:
- A-Frame-Aufbau: Ein klassischer Aufbau, der einem Satteldach ähnelt. Das Tarp wird über eine Firstleine gespannt, die zwischen zwei Bäumen oder Stöcken befestigt ist. Die Seiten werden mit Heringen am Boden verankert. Bietet guten Schutz bei Regen und Wind aus bestimmten Richtungen.
- Schrägdach-Aufbau (Lean-To): Eine Seite des Tarps ist hoch an Bäumen oder Stöcken befestigt, die andere Seite niedrig am Boden. Schafft einen offenen Unterstand, der Schutz vor Regen oder Sonne bietet, während eine Seite offen bleibt. Ideal für trockene Bedingungen oder als Kochbereich.
- Zeltaufbau (Low-Profile): Das Tarp wird sehr flach über Trekkingstöcke oder Äste gespannt und nah am Boden verankert. Bietet maximalen Wind- und Wetterschutz, reduziert aber den Raum im Inneren. Gut für stürmisches Wetter.
- Pyramidenaufbau (Pyramid oder Cone): Eine zentrale Stütze (Stock, Ast) hält die Mitte des Tarps hoch, die Ecken werden nach außen gespannt. Schafft einen geräumigen, windstabilen Unterstand, besonders gut für quadratische Tarps.
- Hängemattenaufbau: Das Tarp wird über einer Hängematte gespannt, meist in einer Diamant- oder Hex-Form. Schützt den Schlafenden in der Hängematte vor Regen und bietet gleichzeitig gute Belüftung.
- Tarp-Zeltkombination: Ein Tarp wird als Vordach oder zusätzlicher Schutz über oder vor einem Zelt aufgebaut. Erweitert den geschützten Bereich für Ausrüstung oder als überdachter Eingang.
Jede Variante hat ihre spezifischen Vorzüge. Es lohnt sich, verschiedene Aufbauten zu üben, um für jede Situation gerüstet zu sein.
Knotentechniken: Die Basis für Stabilität
Ein sicherer Tarp-Aufbau steht und fällt mit den verwendeten Knoten. Das Beherrschen einiger grundlegender Knoten ist unerlässlich:
- Prusik-Knoten: Ein Reibungsknoten, der sich unter Last festzieht, aber im unbelasteten Zustand verschoben werden kann. Ideal, um Abspannleinen auf einer Firstleine zu positionieren oder Spannung anzupassen.
- Sibirischer Knoten (auch: Schlaufenknoten mit Zugentlastung): Ein einfacher, schnell zu bindender Knoten, um eine Schlaufe an einem Baum oder Pfosten zu befestigen. Lässt sich auch unter Last leicht wieder lösen.
- Rutschknoten (z.B. Palstek): Bildet eine feste Schlaufe am Ende einer Leine, die sich nicht zuzieht. Nützlich zum Befestigen an Abspannpunkten oder Heringen.
- Topsegelschotstek (Bowline on a Bight): Bildet eine feste Doppelschlaufe in der Mitte einer Leine. Vielseitig einsetzbar.
- Mastwurf (Clove Hitch): Ein schneller Knoten, um eine Leine an einem Mast, Ast oder Pfosten zu befestigen. Hält gut unter Spannung.
- Kreuzknoten (Reef Knot): Wird verwendet, um zwei Leinen ähnlicher Stärke miteinander zu verbinden. Wichtig: Nicht für tragende Verbindungen verwenden, da er sich unter bestimmten Bedingungen lösen kann. Besser für das Zusammenbinden von Rollen oder ähnlichem. Für dauerhafte oder belastete Verbindungen sind andere Knoten wie der Schotstek oder der Achterknoten besser geeignet.
Das Üben dieser Knoten vor der Tour ist ratsam, damit sie im Ernstfall schnell und korrekt angewendet werden können.
Tipps und Tricks für Tarp-Nutzer
Einige praktische Tipps können die Nutzung Ihres Tarps optimieren:
- Abspannseile nutzen: Verwenden Sie immer Abspannseile an allen vorgesehenen Punkten, um maximale Stabilität zu gewährleisten, besonders bei Wind.
- Nachspannen: Manche Materialien lockern sich bei Nässe. Spannen Sie Ihr Tarp bei Regen und vor dem Schlafengehen nach, um Durchhang und Flattern zu vermeiden.
- Eigenes Abspannsystem: Richten Sie Ihre Abspannleinen mit einfachen Spannern oder Prusikknoten ein, um das Nachspannen zu erleichtern.
- Ausrichtung: Neigen Sie das Tarp ausreichend, damit Regen oder Schnee ablaufen kann und sich keine Wassersäcke bilden. Richten Sie die windzugewandte Seite flacher und näher am Boden aus.
- Regelmäßige Wartung: Überprüfen Sie Ihr Tarp auf kleine Löcher oder Risse und reparieren Sie diese sofort, um größere Schäden zu verhindern. Reinigen Sie das Tarp nach der Nutzung von Schmutz und Laub, bevor Sie es lagern.
- Verankerung im schwierigen Untergrund: Im Schnee, Eis oder Sand können Sie Heringe quer eingraben oder als „Totmannanker“ verwenden, indem Sie Äste oder Steine eingraben und die Leine daran befestigen.
- Moskitoschutz: Kombinieren Sie Ihr Tarp im Sommer oder in Mückengebieten mit einem leichten Moskitonetz oder einer Biwaksack mit integriertem Netz.
Die Wahl des Untergrunds
Der richtige Standort ist entscheidend für einen stabilen Tarp-Aufbau:
- Wählen Sie einen möglichst ebenen Untergrund, um ungleichmäßige Spannung auf den Abspannleinen zu vermeiden.
- Achten Sie darauf, dass der Platz nicht anfällig für Wasseransammlungen ist. Meiden Sie Senken oder Bereiche, in denen sich bei Regen Wasser sammelt.
- Entfernen Sie scharfkantige Gegenstände wie Steine oder Äste, die das Material beschädigen könnten.
- Bei hartem oder steinigem Boden zahlen sich hochwertige und stabile Heringe aus, eventuell auch unterschiedliche Typen für verschiedene Bodenbeschaffenheiten.
Tarp vs. Zelt: Ein Vergleich
Oft stellt sich die Frage, ob ein Tarp ein Zelt ersetzen kann oder soll. Beide haben ihre Berechtigung. Bei einem Zelt, insbesondere Tunnelzelten, baut man oft zuerst das Außenzelt auf, was bei Regen das Innenzelt trocken hält. Die Form ist vorgegeben, der Aufbau meist standardisiert. Das Zelt bietet einen geschlossenen Raum, Schutz vor Insekten und mehr Privatsphäre.
Beim Tarp ist der Aufbau kreativer. Es gibt keine vorgegebene Form; man experimentiert mit Leinen, Stöcken und Heringen. Der Aufbau erfordert mehr Wissen über Knoten und Anpassung an den Wind. Bei stürmischem Wetter sollte das Tarp flacher aufgebaut werden, um weniger Angriffsfläche zu bieten. Ein Tarp bietet ein offeneres Erlebnis und ist oft leichter und kompakter als ein vergleichbares Zelt.

Letztlich hängt die Wahl von den persönlichen Vorlieben, den zu erwartenden Bedingungen und dem gewünschten Erlebnis ab. Viele erfahrene Outdoorer schätzen die Flexibilität und das geringe Gewicht eines Tarps.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter einem Tarp?
Ein Tarp ist eine wasserdichte oder wasserabweisende Plane, die im Outdoor-Bereich als vielseitiger Wetterschutz eingesetzt wird. Es kann auf verschiedene Arten aufgebaut werden, um Schutz vor Regen, Sonne oder Wind zu bieten, und dient als Unterstand oder Vordach.
Was heißt Tarp?
Das Wort „Tarp“ ist eine Verkürzung des englischen Begriffs „tarpaulin“, der historisch auf das 17. Jahrhundert zurückgeht und sich von niederländischen und französischen Begriffen für teerbeschichtetes Tuch ableitet.

Ist ein Tarp wasserdicht?
Die Wasserdichtigkeit eines Tarps hängt stark vom Material und dessen Beschichtung ab. Materialien wie SilNylon oder gut beschichtetes Polyester/Nylon sind sehr wasserdicht. PE- und PVC-Planen sind ebenfalls wasserdicht, während PolyCotton wasserabweisend ist und durch seine Atmungsaktivität punktet.
Wie baue ich ein Tarp richtig auf?
Das hängt von der gewünschten Aufbauvariante und den Bedingungen ab. Grundsätzlich benötigt man Befestigungspunkte (Bäume, Stöcke), Abspannleinen und Heringe. Wichtig sind das Spannen des Materials, die richtige Neigung für Wasserablauf und eine sichere Verankerung im Boden.
Welche Knoten brauche ich für ein Tarp?
Grundlegende Knoten wie der Prusik-Knoten zum Spannen, der Sibirische Knoten oder Mastwurf zum Befestigen an Objekten und ein Palstek für Schlaufen sind sehr nützlich. Das Erlernen und Üben dieser Knoten ist empfehlenswert.
Fazit
Outdoor-Tarps sind unglaublich flexible und nützliche Ausrüstungsgegenstände für Abenteuer in der Natur. Ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Bedingungen, das geringe Gewicht und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten machen sie zu einer attraktiven Alternative oder Ergänzung zum klassischen Zelt. Mit dem richtigen Material, dem Wissen um verschiedene Aufbauvarianten und dem Beherrschen wichtiger Knotentechniken steht Ihrem nächsten Trip mit zuverlässigem Wetterschutz nichts im Wege. Viel Spaß bei Ihren Outdoor-Erlebnissen!
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