Ist Bielefeld eine Elite-Uni?

Uni Bielefeld: Mehr als nur kurze Wege?

20/02/2017

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Die Frage, ob die Universität Bielefeld den Status einer „Elite-Uni“ beanspruchen kann, ist vielschichtig. Der Begriff „Elite-Universität“ wird in Deutschland oft im Zusammenhang mit der Exzellenzinitiative diskutiert, bei der ausgewählte Hochschulen zusätzliche Forschungsgelder erhalten. Die Universität Bielefeld hat in der Vergangenheit Fördergelder im Rahmen einer Exzellenzinitiative erhalten, speziell für einen Exzellenzcluster im Bereich Mensch-Maschine-Kommunikation und eine Graduiertenschule. Dies deutet auf eine hohe Forschungsqualität in bestimmten Bereichen hin. Betrachtet man die Universität anhand verschiedener Kennzahlen und ihrer Entwicklung, zeigt sich ein differenziertes Bild einer modernen, reformorientierten Hochschule mit spezifischen Stärken.

Übersicht

Allgemeine Informationen und Überblick

Die Universität Bielefeld ist ein zentraler Akteur in der Hochschullandschaft Nordrhein-Westfalens und die größte Forschungseinrichtung in der Region Ostwestfalen-Lippe. Mit knapp 25.000 Studierenden im Wintersemester 2022/23 zählt sie zu den größeren Universitäten in Deutschland. Sie ist eine von sechs Hochschulen in Bielefeld. Ein oft hervorgehobenes Merkmal ist ihre Konzeption als „Universität der kurzen Wege“, da fast alle Fakultäten und zentralen Einrichtungen unter einem Dach im Hauptgebäude vereint sind. Dies fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit, ein erklärtes Ziel seit ihrer Gründung.

Kann ich an der Universität Bielefeld kostenlos drucken?
Kostenloser Druckservice für Studierende An allen öffentlichen PC- Arbeitsplätzen in der Bibliothek können Studierende der Universität Bielefeld Druckaufträge anlegen und in der Bibliothek kostenlos ausdrucken. Der Ausdruck ist ausschließlich in schwarz- weiß auf DIN- A4-Papier möglich.

Forschung und Lehre

In der Forschung zeigt die Universität Bielefeld Stärken. Im Vergleich der staatlichen Universitäten in Westfalen belegte sie in Bezug auf Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) pro Professor den zweiten Platz. Dies ist ein Indikator für erfolgreiche Einwerbung wettbewerblich vergebener Forschungsgelder, was auf eine hohe Forschungsaktivität und -qualität hinweist. Wie bereits erwähnt, konnte die Universität auch im Rahmen einer Exzellenzinitiative Fördergelder für spezifische Projekte gewinnen.

Im Bereich Studium und Lehre gilt die Universität Bielefeld als Vorreiter. Sie gehörte zu den ersten beiden Universitäten in Deutschland, die bereits im Jahr 2002 das Bachelor- und Master-System im Zuge des Bologna-Prozesses einführten. Bis 2010 wurde dieses System für nahezu alle Studienfächer umgesetzt. Das Bielefelder Studienmodell bildet den Rahmen für das Studienangebot und zeichnet sich durch ein einheitliches Grundverständnis und eine einheitliche Struktur bei der Modularisierung, Prüfungsverfahren und Leistungspunktvergabe aus. Es gibt gemeinsame prüfungsrechtliche Rahmenregelungen für Bachelor- und Masterstudiengänge sowie für das Staatsexamen Medizin, die durch fächerspezifische Bestimmungen ergänzt werden.

Besondere Vorteile des Bielefelder Studienmodells im Bachelorbereich sind die Integration der Lehrerinnenausbildung, zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten der Fächer (über 1.000 Studienoptionen mit mehr als 600 Kombinationsmöglichkeiten), die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Studiengangstypen durch einheitliche Modulgrößen und deren polyvalente Verwendung sowie die Möglichkeit zur individuellen Profilierung. Der sogenannte „Bachelor-Baukasten“ erlaubt Studierenden, ihr individuelles Studium aus verschiedenen Studienfächern zu konfigurieren.

Die Universität bekennt sich zu einem umfassenden Leitbild für die Lehre, das über die fachwissenschaftliche und didaktische Qualität hinausgeht. Es umfasst Aspekte wie Forschungs- und Berufsfeldorientierung, Digitalisierung, persönliche Profilbildung und Persönlichkeitsentwicklung, Nachhaltigkeit, die Würdigung von Vielfalt, Internationalisierung, Geschlechtergerechtigkeit und den Leitgedanken der Interdisziplinarität. Dieses Leitbild wird durch ein Living Document ergänzt, das gemeinsam von Lehrenden und Studierenden entwickelt und regelmäßig aktualisiert wird.

Die digitale Lehre hat an der Universität Bielefeld durch die COVID-19-Pandemie eine starke Beschleunigung erfahren. Bereits 2018 begann ein Strategieprozess zum digitalen Wandel in Studium und Lehre. Im Wintersemester 2020/21 wurde die Lehre fast vollständig digital durchgeführt. Dabei wurden neue Lehrkonzepte mit synchronen und asynchronen Methoden sowie hybriden Formaten entwickelt. Auch nach dem Auslaufen der Schutzmaßnahmen wird die Präsenzlehre weiterhin durch digitale Lehranteile angereichert.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Systemakkreditierung, die die Universität Bielefeld seit November 2021 besitzt. Das Qualitätssiegel der Stiftung Akkreditierungsrat bestätigt, dass das Qualitätsmanagementsystem Studium und Lehre der Universität geeignet ist, die Qualifikationsziele und Qualitätsstandards der Studiengänge zu gewährleisten. Die Systemakkreditierung ist bis September 2029 gültig.

Wie viele Bücher kann man bei der Uni Bielefeld ausleihen?
Sie bekommen in der Regel zum Monatsanfang eine E- Mail vom Ausleihsystem der Universitätsbibliothek zugeschickt, die Sie über Ihre aktuellen Ausleihen (maximal 100 Medien darstellbar), eventuell überfällige Medien und/oder Gebühren informiert.

Rankings und Bewertung

Verschiedene Rankings geben Einblicke in die Positionierung der Universität Bielefeld. Im internationalen THE-Ranking belegte sie 2019 den 166. Platz von 1400 Universitäten weltweit. Zudem wurde sie unter den Top 20 der jungen Universitäten weltweit geführt. In einem älteren Uni-Ranking des Magazins Focus aus dem September 2005 erreichte die Universität Bielefeld den 10. von insgesamt 86 Plätzen. Besonders hervorzuheben sind hier die Fachbereiche Erziehungswissenschaft und Soziologie, in denen sie den ersten Platz belegte.

Diese Platzierungen zeigen, dass die Universität Bielefeld sowohl national als auch international eine anerkannte Position einnimmt, insbesondere in bestimmten Fachbereichen und im Vergleich zu jungen Universitäten. Der Erfolg bei der Einwerbung von DFG-Mitteln unterstreicht ebenfalls die Forschungsstärke.

Geschichte und Architektur: Eine Reformuniversität

Die Universität Bielefeld wurde 1969 als sogenannte „Reformuniversität“ gegründet. Die Konzeption durch den Soziologen Helmut Schelsky zielte von Anfang an auf interdisziplinäres Arbeiten ab. Der Lehrbetrieb begann im November 1969 mit den Fakultäten Mathematik, Rechtswissenschaft und Soziologie. Die Architektur des Hauptgebäudes spiegelt diesen Gründungsgedanken wider. Der Entwurf der Berliner Architektengemeinschaft Herzog, Köpke, Kulka, Siepmann und Töpper setzte sich durch, da er die konzeptionellen Vorgaben wie interfakultative Zusammenarbeit, Funktionalität, Flexibilität und Erweiterbarkeit am besten umsetzte.

Das 1976 fertiggestellte Hauptgebäude ist ein prägnantes Beispiel für den Brutalismus und zeichnet sich durch die konzentrierte Zusammenfassung aller Fakultäten und Einrichtungen in einem baulichen Kontinuum entlang einer zentralen, glasüberdachten Halle aus. Diese Halle dient als Haupterschließungsweg, Kommunikationsachse, Forum und Marktplatz. Sie wurde 1979 mit dem BDA-Preis Nordrhein-Westfalen im Bereich „Soziale Kommunikation“ ausgezeichnet. Das Gebäude, ursprünglich für 10.000 Studierende geplant, wurde später von über 20.000 Studierenden genutzt. Seine Größe, Funktionalität und der Einsatz von Sichtbeton haben ihm auch immer wieder Kritik eingebracht. Das ZIF (Zentrum für interdisziplinäre Forschung) ist ein weiteres Gebäude, das dem Brutalismus zugeordnet wird.

Ein besonderes kulturelles Element im Hauptgebäude ist das chilenische Wandgemälde im Audimax, das nach dem Militärputsch in Chile 1973 als Solidaritätsbekundung entstand. Die Entstehung und der Verbleib des Bildes sind ein Beispiel für die damalige politische Kultur und Kommunikationskultur an der jungen Universität. Das Mural wurde 2015 in die Denkmalliste der Stadt Bielefeld eingetragen und während der Sanierung zum Schutz abgedeckt.

Campusentwicklung und Sanierung

Das in den 1970er-Jahren erbaute Hauptgebäude weist einen hohen Modernisierungsbedarf auf. Seit 2014 läuft eine umfassende Sanierung durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW), die in sechs Bauabschnitte unterteilt ist. Die Sanierung umfasst Entkernung, Schadstoffentfernung sowie anschließende Anbau- und Sanierungsarbeiten. Der erste Bauabschnitt soll 2024 fertiggestellt werden, der zweite 2025 beginnen.

Während der Sanierungsphase wurden und werden mehrere neue Gebäude auf dem Campus errichtet. Als Ausgleichsfläche wurde 2013 zunächst das Gebäude X nördlich des Hauptgebäudes eröffnet, das Mensa, Cafeteria, Hörsäle, Seminarräume, Büros und Bibliotheken beherbergt. Die neue Mensa zog 2014 ins Gebäude X. Der Campus Süd wurde ausgebaut, unter anderem für die 2018 neu gegründete Medizinische Fakultät OWL (R-Gebäude). Weitere fertiggestellte Neubauten sind Gebäude R2, das Hörsaal-Gebäude Y und das Bürogebäude Z. Gebäude R1 wurde von der BGW gekauft und ebenfalls von der Medizinischen Fakultät OWL genutzt. Weitere Gebäude wie R4, R5, R6 und R7 sind in Planung oder im Bau, darunter auch Ersatzneubauten und Umbauten für Biologie und Medizin. Ein Interimsgebäude für die Bibliothek wird ebenfalls errichtet. Seit 2023 nutzt die Universität zudem sechs Etagen eines Hochhauses in der Innenstadt (H1) für Ambulanzen und Lehre.

Ist Bielefeld eine Elite-Uni?
Laut internationalem Times-Higher-Education-Ranking 2021 belegt die Bielefelder Universität den 158. Rang der weltbesten Universitäten.

Kultur und Veranstaltungen

Neben dem akademischen Betrieb gibt es an der Universität Bielefeld eine Reihe von regelmäßigen Kultur- und Sportveranstaltungen. Dazu gehörten das Finnbahn-Meeting (bis 2017), ein Staffellaufwettbewerb auf einer eigens angelegten Bahn. Seit 2004 findet regelmäßig die Nacht der Klänge statt, bei der musikalische Gruppen im gesamten Unigebäude auftreten. Der Hörsaal-Slam zieht überregionale Slam-Poeten und ein großes Publikum an. Seit 2015 gab es jährlich das Campus Festival, ein gemeinsames Projekt mit externen Partnern. Die English Drama Group führt seit 1976 englischsprachige Theaterstücke auf. Diese Veranstaltungen tragen zum studentischen Leben und zur Öffnung der Universität bei.

Förderung und Netzwerke

Die Universität wird durch verschiedene Organisationen unterstützt. Die Universitätsgesellschaft Bielefeld (UGBI), 1965 gegründet, baut Brücken zwischen Universität, Bevölkerung und Wirtschaft. Sie fördert Lehre, Forschung, Dialogveranstaltungen und lobt Preise für gute Lehre, Dissertationen und Erfindungen aus. Das Absolventen-Netzwerk, gegründet 1996, pflegt die Bindung zu den Ehemaligen und fördert den Austausch über berufliche Erfahrungen. Es unterstützt auch Studierende bei der beruflichen Orientierung und vergibt seit 2022 den Preis „Engagiert Studiert“ für studentisches ehrenamtliches Engagement.

Verkehrsanbindung

Die Universität Bielefeld ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Seit 2000 ist sie direkt mit der Stadtbahnlinie 4 erreichbar, die die Innenstadt mit dem Campus verbindet. Es gibt zwei Stadtbahn-Haltestellen auf dem gemeinsamen Campus mit der Hochschule Bielefeld. Zusätzlich verbinden Stadt- und Regionalbuslinien die Universität mit verschiedenen Stadtteilen und dem Umland.

Fazit

Die Universität Bielefeld ist eine große, moderne und reformorientierte Universität mit einem starken Fokus auf Interdisziplinarität, innovativer Lehre (Bielefelder Studienmodell, digitale Lehre, Systemakkreditierung) und spezifischen Forschungsstärken, die sich in Rankings und DFG-Mitteln widerspiegeln. Sie hat eine reiche Geschichte als Reformuniversität mit prägnanter Architektur und durchläuft derzeit eine umfangreiche Sanierung und Campusentwicklung. Obwohl der Begriff „Elite-Universität“ in Deutschland spezifisch im Rahmen der Exzellenzinitiative verwendet wird und die Universität Bielefeld nicht durchgängig in allen Initiativen gefördert wurde, zeigen ihre Platzierungen in verschiedenen Rankings, ihre DFG-Erfolge, die Systemakkreditierung und die Pionierrolle bei der Einführung von Bachelor/Master, dass sie eine qualitativ hochwertige und national sowie international anerkannte Hochschule ist. Die Frage, ob sie eine „Elite-Uni“ ist, hängt stark von der Definition ab, aber ihre Leistungen in Forschung, Lehre und Entwicklung positionieren sie zweifellos im oberen Bereich der deutschen Universitätslandschaft, insbesondere in ihren Kernbereichen und als moderne Reformuniversität.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Bücher kann man bei der Uni Bielefeld ausleihen?

Die Anzahl der Bücher, die Sie ausleihen können, ist nicht explizit in der bereitgestellten Information genannt. Die Information beschreibt jedoch, wie Sie Ihre ausgeliehenen Medien in Ihrem Ausleihkonto einsehen und verlängern können. Dort finden Sie auch Hinweise, warum eine Verlängerung nicht möglich ist, zum Beispiel wenn die Gesamtleihfrist erreicht wurde oder Vormerkungen vorliegen. Die maximale Ausleihfrist ist für jedes Medium vermerkt, sodass Sie selbst berechnen können, wann sie abläuft.

Kann ich an der Universität Bielefeld kostenlos drucken?

Die bereitgestellte Information spricht nicht von kostenlosem Drucken. Sie beschreibt die Möglichkeiten, an den PC-Arbeitsplätzen in der Bibliothek auf lizenzierte E-Medien und ausgewählte wissenschaftliche Webseiten zuzugreifen und Inhalte auf USB-Sticks zu speichern. Es wird erklärt, wie man Webseiten, PDF-Dateien oder Screenshots speichert. Druckmöglichkeiten und eventuelle Kosten werden in diesem Textabschnitt nicht erwähnt.

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