Hat TEDi keinen Onlineshop mehr?

TEDi: Vom Ein-Euro-Konzept zur Filialmacht

24/01/2013

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TEDi hat sich über die Jahre als feste Größe im deutschen und europäischen Einzelhandel etabliert. Ursprünglich mit der Vision gestartet, das erfolgreiche Konzept der amerikanischen Ein-Dollar-Läden nach Deutschland zu bringen, hat sich das Unternehmen zu einem umfangreichen Nonfood-Discounter entwickelt. Viele Kunden schätzen das breite und ständig wechselnde Sortiment an Ge- und Verbrauchsartikeln des täglichen Bedarfs zu attraktiven Preisen. Doch eine Frage, die immer wieder auftaucht, betrifft die digitale Präsenz des Händlers: Verfügt TEDi noch über einen Online-Shop?

Die Welt des Handels wandelt sich rasant, und die Möglichkeit, Produkte online zu erwerben, ist für viele Konsumenten selbstverständlich geworden. Auch TEDi hat in der Vergangenheit Schritte in diese Richtung unternommen, ist aber letztlich zu seinem Kerngeschäft zurückgekehrt: dem stationären Einzelhandel.

Sind KiK und TEDi das Gleiche?
23.12.2020, 16:36 Lesezeit: 1 Min. Tengelmann übernimmt den Textildiscounter Kik vollständig und trennt sich im Gegenzug von Anteilen an Tedi.
Übersicht

Der TEDi Online-Shop: Ein Kapitel ist beendet

Die Geschichte von TEDis Online-Aktivitäten ist vergleichsweise kurz und von Veränderungen geprägt. Von 2013 bis März 2019 betrieb das Unternehmen bereits einen ersten eigenen Online-Shop. Dieser wurde jedoch wieder eingestellt. Die Begründung damals wie heute verweist auf die Stärke des Unternehmens im physischen Geschäft.

Mit dem Aufkommen der Covid-19-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen für den stationären Handel wagte TEDi im Sommer 2020 einen erneuten Vorstoß ins Online-Geschäft. Zunächst wurde ein eBay-Shop eröffnet, und zum Jahresende folgte dann wieder ein regulärer, eigener TEDi Online-Shop. Diese Phase der digitalen Präsenz währte jedoch nicht lange. Zum 30. April 2022 wurde der eigene Online-Shop erneut und diesmal scheinbar endgültig geschlossen.

Als Hauptgrund für diese Entscheidung gab das Unternehmen an, dass die wahre Stärke und das erfolgreiche Geschäftsmodell von TEDi im stationären Einzelhandel liegen. Das Erlebnis des Stöberns, die unmittelbare Verfügbarkeit der Produkte und die persönliche Interaktion mit den Kunden in den Filialen stehen im Fokus. Dieses Bekenntnis zum Laden vor Ort prägt die Strategie von TEDi maßgeblich.

Von Hagen nach Europa: Die beeindruckende Expansion von TEDi

Die Geschichte von TEDi begann im August 2003 mit der Eröffnung der allerersten Filiale in Hagen. Die offizielle Eintragung als TEDi GmbH & Co. KG ins Handelsregister erfolgte am 25. September 2004. Das Wachstum des Unternehmens war von Anfang an dynamisch. Bereits im Mai 2007 konnte die 500. Filiale eröffnet werden, und im Mai 2010 folgte die 1000. Filiale in Moordorf.

TEDi beschränkte sich jedoch nicht lange auf den deutschen Markt. Die internationale Expansion begann im Mai 2011 mit der Eröffnung einer Filiale in Graz, Österreich. Es folgten weitere Schritte in andere europäische Länder: Slowenien (2012), Slowakei (2013), Spanien (2015), Kroatien (2017), Italien (2018), Polen (2018), Portugal, Ungarn und Frankreich. Im Jahr 2022 expandierte TEDi auch nach Rumänien und betrieb dort 32 Filialen.

Bis Oktober 2023 hatte TEDi bereits mehr als 3000 Filialen in elf europäischen Ländern. Dies zeigt das enorme Wachstum und die erfolgreiche Umsetzung des Geschäftsmodells über Ländergrenzen hinweg.

Die Standortwahl für neue Filialen folgt dabei einer klaren Strategie. TEDi-Niederlassungen werden bevorzugt in Nachbarschaft zu anderen Geschäften der Tengelmann-Gruppe (historisch bedingt) sowie großer Einzelhandelsketten eröffnet. Eine wichtige Zielgruppe ist die Laufkundschaft. Daher sind viele Filialen in gut frequentierten Lagen wie Einkaufs- und Kleinstadtzentren zu finden. Von 2013 bis 2018 investierte TEDi zudem massiv in den Umbau und die Modernisierung seines gesamten Filialnetzes, um das Einkaufserlebnis für die Kunden weiter zu verbessern.

Auch durch Übernahmen hat TEDi seine Präsenz gestärkt. Im Dezember 2017 kündigte das Unternehmen die Übernahme von 63 Filialen der niederländischen Einzelhandelskette Xenos in Deutschland an, die Anfang 2018 wirksam wurde. Alle bestehenden Arbeitsverträge wurden übernommen. Im Dezember 2024 wurde zudem die Übernahme von 84 Geschäften der Kette Pfennigpfeiffer inklusive aller Angestellten angekündigt.

Ein besonderes Highlight in der jüngeren Geschichte ist die Eröffnung der nach eigenen Angaben weltgrößten Filiale am 15. April 2025 in Flensburg mit rund 3.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Solche Großprojekte unterstreichen das Vertrauen von TEDi in das stationäre Geschäft.

Mehr als nur Ramsch: Das vielfältige Sortiment bei TEDi

TEDi positioniert sich als Nonfood-Händler für Ge- und Verbrauchsartikel des täglichen Bedarfs. Das Sortiment ist bewusst breit gefächert, um möglichst viele Kundenbedürfnisse abzudecken. Es umfasst eine Vielzahl von Kategorien, die weit über das hinausgehen, was man ursprünglich von einem "Ein-Euro-Laden" erwarten würde.

Kunden finden bei TEDi Artikel aus den Bereichen Haushalt, Partybedarf, Heimwerkerbedarf und Elektroartikel. Darüber hinaus gehören auch Schreibwaren und Spielwaren zum festen Angebot. Abgerundet wird das Sortiment durch Drogerie- und Kosmetikprodukte. Zusätzlich zu diesem Kernangebot gibt es regelmäßig saisonale Artikel, die das Einkaufserlebnis abwechslungsreich gestalten, sowie ausgewählte Markenware.

Die Strategie ist es, Artikel für den täglichen Bedarf zu besonders günstigen Preisen anzubieten. Dies spricht sowohl preisbewusste Kunden als auch Schnäppchenjäger an. Die ständige Verfügbarkeit neuer und wechselnder Artikel ermutigt Kunden zudem, die Filialen regelmäßig zu besuchen.

Schreibwaren bei TEDi: Alles für Büro und Schule

Eine besonders relevante Kategorie, insbesondere im Kontext von Bürobedarf und Papeterie, sind die Schreibwaren bei TEDi. Das Unternehmen widmet diesem Bereich große Aufmerksamkeit und bietet eine breite Palette von Produkten an, die sowohl für Schüler als auch für Büroangestellte oder einfach für den persönlichen Gebrauch zu Hause geeignet sind.

Die Schreibwaren-Kategorie bei TEDi ist darauf ausgerichtet, alle grundlegenden Schreibbedürfnisse zu erfüllen. Kunden können eine Vielfalt an Stiften entdecken, darunter Kugelschreiber, Bleistifte, Filzstifte und mehr. Auch Notizbücher in verschiedenen Größen und Ausführungen gehören zum Sortiment, ideal für Mitschriften, Gedanken oder To-Do-Listen.

Woher bekommt TEDi seine Ware?
In der Regel beziehen Ein-Euro-Läden ihre Waren vom Großhändler. „Tedi hingegen ordert direkt beim Hersteller“, erklärt Professor Roeb, „das verkürzt den Vertriebsweg. “ Der Großteil der Waren komme aus Asien.

Darüber hinaus bietet TEDi Kalender und organisatorische Hilfsmittel an, die dabei helfen, den Alltag, das Büro oder die Schulzeit zu strukturieren und produktiv zu bleiben. Von einfachen Heften über Blöcke bis hin zu speziellen Stiften und Organisationshelfern – die Auswahl ist groß und deckt viele Bedürfnisse ab. Dieser Bereich unterstreicht, dass TEDi nicht nur impulsive Kaufartikel anbietet, sondern auch praktische und nützliche Produkte für den täglichen Gebrauch.

Woher kommt die Ware? Die Beschaffung bei TEDi

Der Erfolg des TEDi-Modells basiert maßgeblich auf seiner Niedrigpreisorientierung. Um diese dauerhaft gewährleisten zu können, ist eine effiziente und kostengünstige Beschaffung der Waren entscheidend. Während viele kleinere Ein-Euro-Läden ihre Produkte oft über Großhändler beziehen, verfolgt TEDi einen anderen Ansatz.

TEDi ordert seine Waren in der Regel direkt beim Hersteller. Dieser verkürzte Vertriebsweg ermöglicht es dem Unternehmen, Zwischenhandelsmargen zu umgehen und die Einkaufspreise niedrig zu halten. Der Großteil der bei TEDi verkauften Waren stammt aus Asien. Insbesondere in der Küstenregion Chinas gibt es eine hohe Konzentration von Produzenten, die sich auf die Herstellung von günstigen Massenartikeln spezialisiert haben, darunter auch Spielzeug und Schreibwaren, die speziell für Discounter wie TEDi gefertigt werden.

Neben den Direktimporten vom Hersteller bezieht TEDi auch Sonder- und Restposten, Saisonartikel, übrig gebliebene Versteigerungsware sowie Produktionsüberhänge und Auslaufserien von Herstellern. Diese Mischung aus regulärer Produktion und Postenankäufen trägt zur Vielfalt und den günstigen Preisen im Sortiment bei.

Das Geschäftsmodell erfordert eine hohe Marge pro verkauftem Artikel, da die durchschnittlichen Ausgaben pro Kunde oft nur zwischen zwei und vier Euro liegen. Experten schätzen, dass die Betreiber von Ein-Euro-Shops eine Spanne von mindestens 50 Prozent auf den Umsatz benötigen, um profitabel zu sein. TEDi scheint dieses Ziel durch seine effiziente Beschaffung und sein Volumen zu erreichen.

Die Kundenbasis von TEDi ist breit gefächert und umfasst sowohl einkommensschwächere Haushalte als auch sogenannte Schnäppchenjäger aus allen Bevölkerungsschichten. Für viele Konsumenten ist der niedrige Preis nach wie vor ein entscheidender Anreiz und ein wichtiger Faktor beim Einkauf, besonders in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

TEDi und KiK: Verwandt, aber verschieden

Aufgrund ihrer gemeinsamen Wurzeln bei der Tengelmann-Gruppe werden TEDi und KiK manchmal verwechselt oder als dasselbe Unternehmen betrachtet. Tatsächlich waren sie lange Zeit eng miteinander verbunden, sind aber eigenständige Unternehmen.

TEDi wurde als Ableger der Tengelmann-Textiltochter KiK gegründet. Die Tengelmann-Gruppe war nicht nur Eigentümerin von KiK, sondern hielt bis zum 30. April 2021 auch eine Minderheitsbeteiligung von 30 Prozent an TEDi. An diesem Datum fand jedoch eine strategische Neuordnung statt: Die Tengelmann-Gruppe verkaufte ihre Anteile an TEDi und übernahm im Gegenzug die Anteile an KiK, die zuvor im Besitz des langjährigen Geschäftspartners Stefan Heinig und seiner H. H. Unternehmensgruppe waren. Seitdem gehört KiK vollständig zur Tengelmann-Gruppe, während TEDi mehrheitlich zur H. H. Unternehmensgruppe gehört. Auch wenn die Unternehmen angekündigt haben, freundschaftlich verbunden zu bleiben, sind sie nun in Bezug auf die Eigentümerstruktur getrennt.

Häufig gestellte Fragen zu TEDi

Hat TEDi noch einen Online-Shop?

Nein, TEDi hat seinen eigenen regulären Online-Shop zum 30. April 2022 geschlossen. Das Unternehmen konzentriert sich stattdessen auf sein starkes Filialnetz im stationären Einzelhandel. Es gab zwar kurzzeitig einen eBay-Shop und einen eigenen Online-Shop während der Pandemie, diese wurden aber wieder eingestellt.

Gehört TEDi zu Tengelmann?

Nicht mehr. TEDi wurde zwar ursprünglich als Ableger der Tengelmann-Tochter KiK gegründet und Tengelmann hielt lange Zeit 30 Prozent der Anteile. Im April 2021 verkaufte Tengelmann diese Anteile im Tausch gegen Anteile an KiK an die H. H. Unternehmensgruppe von Stefan Heinig. Seitdem ist TEDi nicht mehr Teil der Tengelmann-Gruppe.

Kann man bei TEDi Schreibwaren kaufen?

Ja, Schreibwaren sind ein fester und wichtiger Bestandteil des Sortiments bei TEDi. Die Kategorie umfasst eine große Auswahl an Stiften, Notizbüchern, Kalendern und weiteren Artikeln für Büro, Schule und den persönlichen Gebrauch.

Woher bezieht TEDi seine Produkte?

TEDi bezieht seine Produkte hauptsächlich direkt beim Hersteller, insbesondere aus Asien, um Kosten zu sparen. Zudem werden Sonder- und Restposten sowie Saisonartikel und Auslaufmodelle angekauft. Diese Mischung ermöglicht die günstigen Verkaufspreise.

Was bedeutet der Name T€Di / TEDi?

Der ursprüngliche Name T€Di war eine Abkürzung für "Top Euro Discount". Auch wenn das Euro-Zeichen im Namen nicht mehr verwendet wird, steht TEDi weiterhin für dieses Konzept des attraktiven Discounts.

Fazit

TEDi hat sich seit seiner Gründung von einem Ein-Euro-Konzept zu einem bedeutenden Nonfood-Discounter mit über 3000 Filialen in ganz Europa entwickelt. Das Unternehmen setzt konsequent auf die Stärke des stationären Einzelhandels und hat seinen eigenen Online-Shop wieder geschlossen, um sich auf das Erlebnis und die Verfügbarkeit in den Läden zu konzentrieren. Mit einem breiten Sortiment von Haushaltswaren über Schreibwaren bis hin zu saisonalen Artikeln und einer effizienten Beschaffungsstrategie direkt beim Hersteller bietet TEDi seinen Kunden weiterhin Ge- und Verbrauchsartikel zu attraktiven Preisen an. Trotz der Trennung von der Tengelmann-Gruppe und der Konzentration auf das Filialgeschäft bleibt TEDi ein dynamischer Akteur im Discount-Markt, der seine Präsenz durch Expansion und Übernahmen kontinuierlich ausbaut.

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