Was ist besser als ein Kugelschreiber?

Parker vs Waterman: Welcher Stift ist besser?

15/02/2018

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Parker und Waterman – zwei Namen, die in der Welt der Schreibgeräte für Tradition und Eleganz stehen. Beide Marken bieten Füllfederhalter an, die sich preislich, optisch und von ihrer Zielgruppe her ähneln. Oftmals werden sie für den Einsatz im Büro oder in Geschäftsumgebungen konzipiert. Doch welcher der beiden ist der richtige für Sie? Wir nehmen zwei typische Modelle unter die Lupe, um die Unterschiede herauszuarbeiten und Ihnen bei Ihrer Entscheidung zu helfen.

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Übersicht

Der erste Eindruck: Design und Haptik

Das Design ist oft das Erste, was ins Auge sticht. Die getesteten Modelle, die in gebürstetem Stahl gehalten sind, verfolgen leicht unterschiedliche Ansätze. Der Parker-Füller präsentiert sich durchgehend in Stahl, selbst Zierteile und die Kappe sind aus poliertem Stahl gefertigt. Seine Form erinnert am ehesten an einen Torpedo, wobei die Kappe ein flacheres Ende aufweist. Das Griffstück ist ein leicht gebogenes, sich verjüngendes Kunststoffteil. Es ist bedauerlich, dass gerade dieses Teil bei einem ansonsten hochwertig anmutenden Stift einen etwas günstigen Eindruck hinterlassen kann, insbesondere wenn Gussgrate spürbar sind.

Der Waterman-Füller hingegen tendiert eher zur Zigarrenform. Er kombiniert Stahl mit schwarzen Kunststoffdetails und polierten Stahlakzenten. Die Enden des Stiftes sind aus schwarzem Kunststoff gefertigt und können sich etwas scharf anfühlen. Das Griffstück verjüngt sich ebenfalls, weitet sich aber zum Ende hin zur Feder hin aus. Beide Stifte wirken neutral und passen gut in ein geschäftliches Umfeld. Während der Parker schlanker ist, verleihen die schwarzen Kunststoffelemente dem Waterman eine etwas auffälligere Optik.

Funktionalität im Detail: Kappen und Clips

Beide Füller verfügen über Steckkappen, was für schnelle Notizen oder Unterschriften im Büro praktisch ist. Der Waterman rastet beim Aufsetzen der Kappe mit einem deutlichen 'Klick' ein, was ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Die Kappe des Parker sitzt etwas weniger straff und das Geräusch beim Schließen ist gedämpfter.

Das Posten, also das Aufstecken der Kappe auf das Schaftende während des Schreibens, ist bei beiden Modellen möglich. Auch hier bietet der Waterman mit einem klaren Einrasten ein sehr sicheres Gefühl. Der Clip ist federnd, breit und fächert sich wie eine Krawatte aus. Der Parker wird durch Reibung gepostet, wobei Kunststoff im Inneren der Kappe Kratzer am Schaft verhindern soll. Beide Kappen sitzen beim Posten gut auf dem Schaft. Der Clip des Parker ist ebenfalls federnd und im klassischen Parker-Pfeil-Design gehalten. Er funktioniert gut. Ein klarer Vorteil für den Parker: Er wurde mit einem Konverter geliefert, während dieser beim Waterman separat erworben werden musste.

Der entscheidende Punkt: Das Schreibgefühl

Hier trennt sich oft die Spreu vom Weizen. Das initiale Schreiberlebnis mit dem Parker-Füller (mit einer Medium-Feder) war von einem sogenannten 'Sweet Spot' geprägt, was bedeutet, dass die Feder nur in einem bestimmten Winkel optimal schreibt. Zudem war die Feder sehr trocken, was zu Aussetzern führte. Im direkten Vergleich dazu präsentierte sich der Waterman als Füller mit einer saftigen und sehr glatten Feder. Die Linie war etwas breiter, aber der Tintenfluss sorgte für ein geschmeidiges Erlebnis.

Die kürzere, gedrungene Feder des Parker ließ das Gefühl aufkommen, sehr nah am Papier zu sein, was weniger Spielraum für unkontrollierte Bewegungen ließ. Das Ansetzen der Feder auf das Papier erforderte mehr Präzision als beim Waterman. Nach einer leichten Anpassung der Parker-Feder (Justierung des Tintenflusses) verbesserte sich das Schreibgefühl, auch wenn die Feder trockener blieb als die des Waterman. Der 'Sweet Spot' war mit etwas Gewöhnung und einer festeren Haltung des Stiftes weniger problematisch. Die Parker-Feder bot ein Gefühl von mehr Kontrolle und eignete sich gut für geradlinige, kursive Schrift. Für lange, fließende Linien war der Tintenfluss des Waterman besser, aber das fehlende Feedback war für kleine, gerade Notizen nicht von Vorteil.

Beide Stifte wurden mit einer Medium-Feder getestet. Die Waterman-Feder ist eher am großzügigen Ende des Medium-Spektrums angesiedelt, während die Parker-Feder einem gängigeren Medium entspricht. Die Linie des Parker ist dünner und verwendet weniger Tinte. In einer Büroumgebung mit Kopierpapier oder ähnlichen, weniger hochwertigen Papieren kann die dünnere Linie und der geringere Tintenauftrag des Parker tatsächlich von Vorteil sein, da die Tinte weniger leicht durchschlägt oder verläuft.

Konverter und Tintenfluss

Ein wichtiger Aspekt ist der Konverter, der das Befüllen des Füllers aus Tintenflaschen ermöglicht. Der Parker Konverter mit seinem Schiebemechanismus zum Aufsaugen der Tinte erwies sich als sehr einfach zu bedienen. Allerdings kann das Tintenvolumen etwas geringer sein als bei anderen Konvertern. Der Waterman Konverter, der im Test verwendet wurde, bereitete zunächst Probleme und funktionierte nicht einwandfrei, was auf ein defektes Exemplar zurückzuführen war. Ein einfacher internationaler Konverter funktionierte hingegen problemlos. Dies unterstreicht, dass die Zuverlässigkeit des Konverters entscheidend ist, und in diesem spezifischen Vergleichspunkt startete Parker mit einem Vorteil.

Die verwendete Tinte, Pelikan 4001 Königsblau, gilt als eher trockene Tinte. Sie lässt eine Feder nicht unbedingt besonders glatt erscheinen. Mit dieser Tinte fühlte sich der Waterman dennoch saftiger an. Bei Verwendung anderer, nasserer Tinten kann der großzügige Tintenfluss des Waterman dazu führen, dass die Tinte etwas 'ausläuft', besonders auf saugfähigem Papier. Der Parker verhält sich hier unauffälliger und ist ein solider Allrounder.

Spezifikationen im Vergleich

Hier die gemessenen Daten der beiden getesteten Füller:

MerkmalParker (ca. Sonnet)Waterman (ca. Expert)
Gesamtlänge (geschlossen)132 mm141 mm
Länge (ohne Kappe)123 mm126 mm
Länge (gepostet)141 mm152 mm
Gewicht (mit Tinte/Konverter)25,22 g29 g
Gewicht (ohne Kappe)15,38 g18,62 g
Umfang Griffstück (Mitte)9,08 mm10,43 mm

Wie die Tabelle zeigt, ist der Waterman länger, schwerer und hat ein breiteres Griffstück. Dies lässt den Parker im direkten Vergleich etwas kompakter und robuster wirken, während das breitere Griffstück des Waterman von vielen als komfortabler empfunden werden könnte, insbesondere da es sich zum Ende hin verbreitert und einen guten Halt bietet. Das Griffstück des Parker ist schmaler und verjüngt sich, was für manche Nutzer dazu führen könnte, den Stift näher an der Feder zu halten, was weniger komfortabel sein kann.

Preis und Alternativen

Preislich liegen die hier verglichenen Modelle (etwa Parker Sonnet und Waterman Expert) grob zwischen 80€ und 100€, je nach Ausführung und Händler. Beide Marken bieten eine breite Palette an Modellen in verschiedenen Preisklassen. Betrachtet man den reinen Nutzen als Schreibgerät, mag dieser Preis für manche hoch erscheinen, da es in dieser Preisklasse oder sogar günstiger sehr leistungsfähige Alternativen gibt, die primär auf das Schreibgefühl ausgerichtet sind.

Wenn der Hauptzweck das Schreiben ist und weniger das Repräsentieren im Büro, könnten andere Marken oder Modelle eine Überlegung wert sein. Im mittleren Preissegment gibt es beispielsweise Füller von Diplomat, die oft für ihre robuste Bauweise, ihr klassisches Aussehen und ihre hervorragenden, sehr gleichmäßigen Federn gelobt werden. Auch Marken wie TWSBI oder OPUS 88 bieten Füller mit großer Tintenkapazität und oft sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis für das Schreiben. In dieser Preisklasse öffnet sich auch die Tür zu Einstiegsmodellen renommierter japanischer Hersteller wie Sailor, Platinum und Pilot, die für ihre feinen Federn bekannt sind.

Fazit: Welcher Füller für wen?

Sowohl Parker als auch Waterman sind etablierte Marken mit langer Geschichte. Die hier verglichenen Modelle eignen sich hervorragend für den Einsatz im Büro – sei es für schnelle Notizen, das Unterschreiben von Dokumenten oder einfach als stilvolles Accessoire. Ihre Steckkappen sind dafür ideal. Keiner der beiden Füller ist per se 'schlecht', aber sie haben unterschiedliche Charakteristiken, die sie für verschiedene Nutzerpräferenzen besser geeignet machen.

Der Waterman überzeugte im Test mit seiner geschmeidigen, saftigen Feder und dem komfortableren, breiteren Griffstück. Er bietet ein sehr angenehmes, flüssiges Schreiberlebnis, das besonders bei längerem Schreiben geschätzt werden könnte. Der Parker hingegen bot ein etwas trockeneres Schreibgefühl mit mehr Feedback, was für präzise, gerade Schrift vorteilhaft sein kann. Sein Konverter ist einfacher zu bedienen, und die dünnere Linie kann auf einfacherem Papier besser sein. Das Griffstück ist schmaler und könnte nicht jedem liegen.

Letztendlich ist die Wahl zwischen Parker und Waterman eine sehr persönliche Entscheidung, die stark von individuellen Vorlieben bezüglich Haptik, Design und dem gewünschten Schreibgefühl abhängt. Beide sind solide, repräsentative Füller für den Business-Alltag, aber sie fühlen sich beim Schreiben und in der Handhabung unterschiedlich an. Es lohnt sich, wenn möglich, beide Stifte selbst auszuprobieren, um herauszufinden, welcher am besten zu Ihnen passt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Ist Parker besser als Waterman für Anfänger?
    Beide Marken bieten Modelle für Anfänger an. Die Wahl hängt von den individuellen Vorlieben ab. Der einfach zu bedienende Konverter des Parker könnte für manche Anfänger ein Pluspunkt sein, während die geschmeidigere Feder des Waterman das Schreiben erleichtern kann.
  • Welcher Stift ist langlebiger?
    Beide Marken sind für die Herstellung robuster Schreibgeräte bekannt. Die Langlebigkeit hängt stark vom spezifischen Modell und der Pflege ab. Bei den hier verglichenen Modellen aus Metall sind beide solide gebaut.
  • Schreiben Parker-Federn immer trocken?
    Nicht unbedingt. Dies kann je nach Modell, Federbreite und sogar individueller Feder variieren. Die im Test erfahrene Trockenheit war bei diesem spezifischen Modell und dieser Feder der Fall. Mit einer Justierung kann der Fluss oft verbessert werden.
  • Lohnt sich der höhere Preis des Parker Sonnet im Vergleich zum Waterman Expert?
    Der Preisunterschied ist relativ gering. Der 'Mehrwert' liegt in den unterschiedlichen Eigenschaften (Design, Haptik, Schreibgefühl, Konverter). Ob sich der Preis lohnt, hängt davon ab, welche dieser Eigenschaften Ihnen wichtiger sind.
  • Sind die Konverter von Parker und Waterman austauschbar?
    Nein, Parker verwendet proprietäre Konverter/Patronen. Waterman verwendet Standard International (aber in diesem Fall war der eigene Konverter problematisch, während ein generischer Standard International funktionierte).

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