Was heißt WMF auf Deutsch?

WMF: Was bedeutet der bekannte Name?

24/08/2025

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Die Marke WMF ist aus vielen deutschen und internationalen Küchen nicht wegzudenken. Sie steht für Qualität, Design und Funktionalität bei Kochgeschirr, Besteck und Haushaltsgeräten. Doch während Millionen Menschen weltweit Produkte mit dem WMF-Logo nutzen, wissen nur wenige, was die Abkürzung WMF eigentlich bedeutet und welche reiche und bewegte Geschichte sich dahinter verbirgt. Es ist eine Geschichte, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt und das Unternehmen durch verschiedene Epochen und Herausforderungen geführt hat.

Was heißt WMF auf Deutsch?
WMF (früher bekannt als Württembergische Metallwarenfabrik ) ist ein deutscher Geschirrhersteller, gegründet 1853 in Geislingen an der Steige.

Die Wurzeln des heutigen Unternehmens reichen zurück bis ins Jahr 1853. Damals taten sich der Mühlenbesitzer Daniel Straub und die Brüder Schweizer in Geislingen an der Steige zusammen, um die Metallwarenfabrik Straub & Schweizer zu gründen. Anfänglich war dies eine bescheidene Metallreparaturwerkstatt mit lediglich 16 Mitarbeitern. Der Grundstein für eine außergewöhnliche Entwicklung war jedoch gelegt. Schon bald zeigte sich das Talent des Unternehmens für die Herstellung hochwertiger Produkte. Bereits 1862, nur wenige Jahre nach der Gründung, wurden die silberplattierten Tafel- und Serviergeräte von Straub & Schweizer auf der Weltausstellung in London mit Medaillen ausgezeichnet. Dies war ein frühes Zeichen für die Qualität und das Potenzial der Fabrik. Um die Produkte auch im Norden Deutschlands besser vertreiben zu können, wurde 1868 in Berlin die erste Verkaufsfiliale eröffnet. Dies markierte den Beginn des später weit verzweigten Filialnetzes von WMF.

Übersicht

Die Entstehung der Württembergischen Metallwarenfabrik

Ein entscheidendes Jahr in der Unternehmensgeschichte ist 1880. In diesem Jahr schloss sich die Metallwarenfabrik Straub & Schweizer mit einem anderen bedeutenden deutschen Unternehmen, der Metallwarenfabrik Ritter & Co aus Esslingen, zusammen. Dieser Zusammenschluss erfolgte in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Der neu entstandene Firmenname lautete: Württembergische Metallwarenfabrik. Der Sitz des Unternehmens war und blieb Geislingen an der Steige. Die Abkürzung WMF leitet sich direkt von diesem Namen ab. WMF steht also für Württembergische Metallwarenfabrik.

Expansion, Jugendstil und strategische Übernahmen

Unter dem Namen Württembergische Metallwarenfabrik erlebte das Unternehmen eine Phase des rasanten Wachstums und der Expansion. Um 1900 hatte sich WMF zum weltweit größten Produzenten und Exporteur von Haushaltsmetallwaren entwickelt. Diese Ära war stark vom Jugendstil geprägt, auch Art Nouveau genannt, und WMF war ein führender Vertreter dieses Stils. Viele der kunstvollen und bis heute bewunderten Designs entstanden im WMF Art Studio. Dieses Studio wurde von 1884 bis 1914 von Albert Mayer geleitet, einem begabten Bildhauer und Designer, der maßgeblich das Erscheinungsbild der WMF-Produkte in dieser Zeit prägte.

Das Wachstum wurde nicht nur organisch erzielt, sondern auch durch eine Reihe strategischer Übernahmen vorangetrieben. WMF erwarb andere Metallwarenfabriken, um sein Portfolio zu erweitern und neue Märkte zu erschließen. Zu den bedeutenden Übernahmen gehörten:

  • 1886 die polnische Metallwarenfabrik Plewkiewicz in Warschau, die später, um 1900, zu einer Tochtergesellschaft wurde.
  • 1890 die Kunstanstalt für Galvanoplastik München. Diese Abteilung spezialisierte sich auf die Herstellung von Statuen und Figuren mittels Elektrotypisierung und Elektroformung für Gebäude, Brunnen, Grabmäler und Gärten. In den 1920er Jahren fertigte diese Abteilung sogar Reproduktionen großformatiger italienischer Renaissance-Bronzeobjekte für amerikanische Kunden an. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Reproduktion von Ghibertis „Paradiestür“ aus Florenz, für die WMF 1910 das exklusive Recht zur Abnahme eines scharfen Abgusses vom Original erhalten hatte.
  • 1900 das berühmte österreichische Metallwarenunternehmen AK & CIE von Albert Köhler.
  • 1905 die Orivit AG, ein Unternehmen, das für seine Jugendstil-Zinnwaren bekannt war.
  • 1906 die Orion Kunstgewerbliche Metallwarenfabrik, ebenfalls ein deutsches Metallwarenunternehmen.

Interessanterweise nutzte WMF nicht nur die Produkte der übernommenen Unternehmen auf seinen eigenen Märkten, sondern produzierte und vertrieb auch eigene Artikel unter den Markennamen der akquirierten Firmen. Eine weitere erworbene Marke war Radivon in Bukarest. In dieser Blütezeit, um 1900, beschäftigte die Württembergische Metallwarenfabrik über 3500 Menschen.

Herausforderungen und dunkle Kapitel

Die Geschichte von WMF ist, wie die vieler großer deutscher Unternehmen, auch von den Turbulenzen des 20. Jahrhunderts geprägt. Während des Ersten Weltkriegs war WMF in die Produktion von Rüstungsgütern für das deutsche Militär eingebunden. Nach dem Krieg versicherte das Unternehmen der Alliierten Kontrollkommission, dass die für die Waffenproduktion verwendeten Werkzeuge zerstört worden seien. Mit dem Aufruf zur Wiederaufrüstung durch Hitler nahm das Unternehmen unter der Kontrolle von Hugo Debach jedoch sofort wieder die Waffenproduktion auf. Debach verstarb kurz darauf.

Ein besonders dunkles Kapitel stellt die Rolle des Unternehmens während des Zweiten Weltkriegs dar. Ab 1940 setzte WMF zunehmend Zwangsarbeiter ein, darunter sowjetische Kriegsgefangene aus umliegenden Lagern. Diese Zwangsarbeiter machten schließlich bis zu einem Drittel der gesamten Belegschaft aus. Tragischerweise errichtete WMF 1944 sogar ein eigenes Konzentrationslager, um über 900 ungarisch-jüdische Frauen zur Zwangsarbeit zu internieren.

Neuanfang und neue Geschäftsfelder nach dem Krieg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen und Zerstörungen konzentrierte sich WMF auf den Wiederaufbau und die Weiterentwicklung. Ein bedeutender Schritt zur Diversifizierung des Produktportfolios war die Aufnahme der Produktion von professionellen Kaffeemaschinen im Jahr 1955. Diese Maschinen wurden speziell für den Einsatz in Restaurants, militärischen Kantinen, auf Kreuzfahrtschiffen und in anderen gewerblichen Bereichen entwickelt und sind bis heute ein wichtiges Standbein des Unternehmens.

Was bedeutet WMF ausgeschrieben?
1880 schloss sich das Unternehmen mit der Metallwarenfabrik Ritter & Co aus Esslingen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft zur Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) mit Sitz in Geislingen zusammen.

Eigentümerwechsel und WMF heute

In den letzten Jahrzehnten hat WMF mehrere Eigentümerwechsel erlebt. Im Jahr 2012 wurde das Unternehmen von der Finanzinvestorengruppe Kohlberg Kravis Roberts (KKR) übernommen. Nur vier Jahre später, im Jahr 2016, erfolgte der Verkauf an die französische Groupe SEB. Dieser Wechsel in der Eigentümerstruktur führte auch zu einer Anpassung der Unternehmensbezeichnung. Seit dem 1. Juli 2012 firmiert das Unternehmen als WMF GmbH und nicht mehr als WMF Group GmbH. Diese Namensänderung sollte die Integration in die Struktur der Groupe SEB vereinfachen. Das neue Firmenlogo, das sich stärker auf das WMF-Markenlogo konzentriert und eine visuelle Verbindung zur Groupe SEB herstellt, spiegelt diese Zugehörigkeit wider. Im Zuge der Umfirmierung nutzte WMF auch die Gelegenheit, die Adresse des Hauptsitzes in Geislingen zu ändern: Die bisherige Eberhardstraße 35 wurde zu WMF Platz 1.

Heute ist WMF ein bedeutender Teil der Groupe SEB. Die Gruppe bündelt sechs Marken, darunter WMF selbst sowie Silit, Kaiser, Schaerer, Hepp und Curtis. Sie ist global an über 40 Standorten präsent und verfügt allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz über fast 200 eigene Filialen. Das Produktangebot der WMF Group ist breit gefächert und deckt sowohl den Haushalts- als auch den Hotelbereich ab. Es umfasst Kochgeschirr, Küchengeräte, Besteck, Trinkgläser und die weiterhin wichtigen professionellen Kaffeemaschinen. WMF hat sich als Premiumhersteller innerhalb der Groupe SEB etabliert und behält trotz der Integration seine starke Markenidentität und seine Wurzeln in Geislingen.

Häufig gestellte Fragen zu WMF

Wofür steht die Abkürzung WMF?

WMF steht für Württembergische Metallwarenfabrik. Dies war der Name des Unternehmens nach dem Zusammenschluss im Jahr 1880.

Wann wurde WMF gegründet?

Die Ursprünge reichen bis zur Gründung der Metallwarenfabrik Straub & Schweizer im Jahr 1853 zurück. Die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) AG entstand dann 1880.

Wo hat WMF seinen Hauptsitz?

Der Hauptsitz von WMF befindet sich seit jeher in Geislingen an der Steige. Die aktuelle Adresse lautet WMF Platz 1.

Welche Art von Produkten stellt WMF her?

WMF stellt eine breite Palette von Haushalts- und Hotelwaren her, darunter Kochgeschirr, Küchengeräte, Besteck, Trinkgläser und professionelle Kaffeemaschinen.

Gehört WMF heute zu einem anderen Unternehmen?

Ja, seit 2016 gehört WMF zur französischen Groupe SEB.

WMF Geschichte: Wichtige Meilensteine im Überblick

JahrEreignis
1853Gründung der Metallwarenfabrik Straub & Schweizer in Geislingen.
1862Auszeichnung auf der Weltausstellung in London.
1868Eröffnung der ersten Verkaufsfiliale in Berlin.
1880Zusammenschluss zur Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) AG.
Um 1900WMF ist weltgrößter Produzent von Haushaltsmetallwaren; Blütezeit des Jugendstils.
1944Einrichtung eines eigenen Konzentrationslagers für Zwangsarbeiterinnen.
1955Start der Produktion professioneller Kaffeemaschinen.
2012Übernahme durch KKR; Umfirmierung in WMF GmbH.
2016Verkauf an die französische Groupe SEB.

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