24/06/2016
Wolken zu malen ist eine wunderbare Herausforderung. Sie sind Diven – voller Emotion und Drama! Man muss sich regelrecht ins Wolken malen stürzen, beherzt und mutig. Zögerlich oder schüchtern kann man sie nicht einfangen. Doch wie gelingt es, diese flüchtigen Gebilde auf Papier zu bannen?

Die Kumuluswolke ist für viele der Inbegriff der Wolke. Sie besteht aus Wasserdampf, der vor dem blauen Himmel hängt. Dies macht die Sache knifflig, denn Wolken haben nicht überall scharfe Kanten. An manchen Stellen sind sie klar begrenzt, an anderen lösen sie sich auf und sind ganz weich und ausgefranst.
Malt man Wolken einfach nur aus, sehen sie oft aus, als wären sie aus Papier ausgeschnitten und aufgeklebt. Die wahre Kunst liegt darin, die Ränder der Wolke und auch die Schatten innerhalb der Wolke aufzulösen. Das erfordert spezielle Techniken und ein Verständnis dafür, wie Wasser und Farbe auf dem Papier interagieren.

- Die Rolle der Farbe beim Wolken malen
- Techniken für weiche Wolkenübergänge (Feuchtes Papier)
- Schnelle Wolken auf trockenem Papier
- Häufige Fehler beim Wolken malen
- Die Bedeutung des richtigen Papiers
- Papiervergleich für Wolkenmalerei
- Tipps für beeindruckende Wolkenbilder
- Häufig gestellte Fragen zum Wolken malen
Die Rolle der Farbe beim Wolken malen
Interessanterweise malt man beim Wolken malen oft nicht die Wolke selbst, sondern das Blau des Himmels dazwischen. Die Wolke entsteht oft durch die Bereiche, die man weiß lässt – also das unbemalte Papier. Schatten innerhalb der Wolke werden gesetzt, aber die Hauptarbeit liegt darin, den Himmel so zu malen, dass die Wolkenformen hervortreten.
Die Herausforderung besteht darin, die Struktur der Wolke selber zu modellieren. Dies geschieht durch das Spiel mit Licht und Schatten sowie durch die Art und Weise, wie die Farbe (das Blau des Himmels oder die Farbe für die Schatten) auf das Papier aufgetragen und verwischt wird.
Techniken für weiche Wolkenübergänge (Feuchtes Papier)
Eine effektive Methode, weiche und wolkige Übergänge zu erzielen, ist das Arbeiten auf feuchtem Papier. Besonders gut eignet sich hierfür Baumwollpapier, da es die Feuchtigkeit sehr lange hält und somit mehr Zeit zum Modellieren der Wolkenformen bietet. Durch die Feuchtigkeit wird alles weich und wolkig, fast automatisch.
Der Trick dabei ist, die Bereiche der Wolke, die weiß bleiben und eine scharfe Kante haben sollen, trocken zu halten. Man kann dies mit einem trockenen Taschentuch tun. Denken Sie daran: Je trockener das Papier, desto schärfer die Kante.
Das Papier sollte feucht sein, aber es dürfen keine Pfützen darauf stehen. Halten Sie Lappen und Papiertücher bereit, um weiße Flächen herauszutupfen. Es ist wichtig, nicht mit einem klatschnassen Pinsel in die Lasuren zu gehen, da sonst alles unkontrolliert verläuft.
Arbeiten Sie schnell und großzügig, idealerweise mit großen Lasur- oder Flachpinseln. Sobald das Bild zu trocknen beginnt, sollten Sie aufhören zu arbeiten, da es sonst zu Dreck, Schmierspuren und harten Pinselstrichen kommen kann. Wenn man das Wasser für sich arbeiten lässt, können dabei opulente und gewaltige Bilder entstehen.
Schnelle Wolken auf trockenem Papier
Nicht immer hat man die Zeit oder das passende Papier (wie z.B. in vielen Skizzenbüchern), um auf feuchtem Untergrund zu arbeiten. Auf trockenem Papier muss die mangelnde Wasseraufnahmefähigkeit oft durch eine rasante Arbeit des Pinsels ausgeglichen werden.
Wilde Strukturen der Wolken können durch einen ganz trockener Strich angedeutet werden. Ein weiterer Trick ist, den Pinsel am Rand der Wolke sehr lebhaft zu bewegen, beispielsweise indem man ihn beim Malen zwischen den Fingern hin und her rollt. Dadurch entsteht eine ausgefranste Kante.
Ist eine Kante zu hart geworden, kann man einen zweiten, trockenen Pinsel zur Hand nehmen, um die Kante auszufransen und weich zu machen. An anderen Stellen, besonders innerhalb der Wolke, kann man gezielt Feuchtigkeit einsetzen. Man macht den Pinsel ein wenig feucht und lässt damit die Himmelsfarbe ein wenig in die Wolke auslaufen.
Beim Setzen von Schatten innerhalb der Wolke kann ebenfalls mit Feuchtigkeit gearbeitet werden. Wichtig ist dabei, die Wolke nicht akkurat auszumalen. Weiße Bereiche sollten stehen gelassen werden, und an anderen Stellen kann die Farbe des Himmels ein wenig in die Wolke "ausbrechen".
Wolken sind natürliche Strukturen und brauchen ein bisschen Chaos, um gut auszusehen. Mit einem leicht feuchten Pinsel oder einem tupfenden Taschentuch lassen sich chaotische Strukturen erzeugen. Dabei gilt jedoch: Viel hilft nicht viel! Sobald ein wenig Chaos entstanden ist, sollte man aufhören. Denn je mehr man in der Farbe reibt, desto dreckiger wird es.
Häufige Fehler beim Wolken malen
Beim Wolken malen gibt es zwei große Fehlerquellen: das Arbeiten mit sehr nassen Pinseln in bereits aufgetragene Farbe und Ungeduld. Wenn man mit einem nassen Pinsel in halbgetrocknete Farbe geht oder zu lange reibt, entstehen schnell unschöne Flecken und Schmierspuren.
Geduld ist beim Aquarellmalen, insbesondere beim Wolken malen, entscheidend. Ein Aquarell benötigt Trockenphasen. Farbe sollte nicht wie Kuchenteig immer weiter bearbeitet werden. Die Versuchung ist groß, immer weiterzumachen, aber das führt oft zu einem dreckigen Ergebnis.
Wer bestimmte Techniken immer wieder ausprobiert und dabei scheitert, sollte auch das Material in Betracht ziehen. Oft liegt das Problem am Papier.
Die Bedeutung des richtigen Papiers
Unterschiedliche Papiere erlauben unterschiedliche Techniken. Es geht dabei nicht unbedingt um "gutes" oder "schlechtes" Papier, sondern um das für die jeweilige Technik passende Papier. Preiswerte heiß gepresste Papiere ohne Baumwollanteil weigern sich oft, Wasser aufzunehmen. Viele Skizzenbücher enthalten leider solche Papiere aus Zellulose, was das Gelingen von Techniken, die weiche Übergänge erfordern, erschweren kann.
Damit weiche Übergänge entstehen und keine Flecken, muss das Papier etwas saugfähig sein. Es ist logisch, dass sich keine sanften Übergänge bilden, wenn sich auf dem Papier nur eine Pfütze befindet, die nicht einzieht. Flecken beim Wolken malen liegen oft am Papier.
Wer Baumwollpapiere in großen Bögen kauft und diese zurechtschneidet, kann sich sogar Skizzenbücher mit sehr gutem Papier selbst herstellen, die oft nicht teurer sind als gekaufte mit weniger geeignetem Papier.
Papiervergleich für Wolkenmalerei
| Papierart | Eigenschaften | Geeignete Wolken-Techniken | Herausforderungen |
|---|---|---|---|
| Baumwollpapier | Hält Feuchtigkeit lange, sehr saugfähig | Weiche Übergänge, Nass-in-Nass, Modellieren über längere Zeit | Kann viel Wasser benötigen, längere Trocknungszeit |
| Heiß gepresstes Zellulosepapier (wenig/keine Baumwolle) | Weniger saugfähig, Wasser bleibt auf der Oberfläche | Schnelle Arbeit, trockener Strich, lebhafte Pinselbewegungen, gezielte Feuchtigkeit | Schwieriger für weiche Übergänge, erhöhtes Risiko für Flecken |
Tipps für beeindruckende Wolkenbilder
- Das Papier befeuchten, aber Pfützen vermeiden.
- Baumwollpapier nutzen, da es saugfähig ist und Zeit gibt.
- Lappen und Papiertücher bereit halten, um weiße Flächen herauszutupfen.
- Nicht mit klatschnassem Pinsel in Lasuren arbeiten, um Auslaufen zu verhindern.
- Schnell und großzügig mit großen Pinseln arbeiten.
- Sobald das Bild trocknet, die Arbeit einstellen, um Schmierspuren zu vermeiden.
- Das Wasser für sich arbeiten lassen, um opulente Effekte zu erzielen.
- Üben Sie die verschiedenen Techniken getrennt von vollständigen Bildern, um Frust zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen zum Wolken malen
In welcher Farbe malt man Wolken?
Oft malt man beim Wolken malen nicht die Wolke selbst, sondern das Blau des Himmels dazwischen. Die Wolkenformen entstehen durch das unbemalte Papier (weiß) und das Setzen von Schatten innerhalb der Wolke. Es geht mehr um das Spiel mit Licht, Schatten und den Kontrast zum Himmel als um eine spezifische "Wolkenfarbe".
Wie erzeugt man weiche Wolkenränder?
Weiche Ränder entstehen oft durch das Arbeiten auf feuchtem Papier, insbesondere Baumwollpapier. Man lässt die Farbe des Himmels oder der Schatten in die feuchten Bereiche der Wolke verlaufen. Auf trockenem Papier kann man Ränder durch schnelles Arbeiten, Rollen des Pinsels oder Verwischen mit einem zweiten trockenen Pinsel weich machen.
Warum bekomme ich Flecken beim Wolken malen?
Flecken entstehen oft durch das Arbeiten mit zu nassen Pinseln in halbgetrocknete Farbe oder durch ungeeignetes Papier, das Wasser nicht gut aufnimmt. Heiß gepresste Papiere ohne Baumwollanteil neigen dazu, dass Wasser und Farbe auf der Oberfläche stehen bleiben und unkontrollierte Flecken bilden. Auch Ungeduld und zu langes Bearbeiten der Farbe kann zu Flecken und Schmierspuren führen.
Welches Papier ist am besten für Wolken?
Für Techniken, die weiche Übergänge erfordern (Nass-in-Nass), ist saugfähiges Baumwollpapier sehr gut geeignet, da es mehr Zeit zum Arbeiten gibt. Für schnellere Techniken auf trockenem Papier kann auch anderes Papier funktionieren, erfordert aber oft schnellere und präzisere Pinselarbeit.
Soll ich Wolken üben?
Ja, es ist sehr hilfreich, die verschiedenen Techniken zum Wolken malen getrennt von kompletten Bildern zu üben. Wolkenmalen besteht aus mehreren Techniken (wie Nass-in-Nass, trockener Strich, Farbe aufsaugen, Farbe tropfen lassen) und die Kombination und das "Zerstören" von ordentlichen Strukturen erfordert Übung. Das Üben spart Frust beim Malen vollständiger Bilder.
Wolken malen gehört zu den Dingen, die man üben sollte, bevor man sie in vollständige Bilder integriert. Es erfordert Mut, Schnelligkeit und ein bisschen Chaos. Wenn Sie die verschiedenen Techniken meistern und das richtige Gefühl für Wasser und Papier entwickeln, können Sie beeindruckende Himmel erschaffen, die die Emotion und Dramatik dieser himmlischen Gebilde einfangen.
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