01/03/2025
Nach zwei Jahrzehnten Fernsehgeschichte hieß es im Jahr 2016 Abschied nehmen von einer der ungewöhnlichsten und beliebtesten Unterhaltungsshows im deutschen Fernsehen: „Zimmer frei!“. Die Gerüchte kursierten schon länger, doch dann wurde es offiziell bestätigt. Die WDR-Produktion, die von dem charismatischen Duo Götz Alsmann und Christine Westermann moderiert wurde, stellte ihren Betrieb ein. Diese Nachricht sorgte bei vielen treuen Zuschauern für Bedauern, war die Sendung doch über lange Zeit ein fester und oft überraschender Bestandteil des Sonntagabendprogramms.

Die Moderatoren selbst waren es, die das Ende zuerst verkündeten. Götz Alsmann, der die Show zusammen mit Christine Westermann prägte, äußerte sich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zur Zukunft des Formats. Er erklärte schlicht: „Wir hören mit 20 Jahren - also 2016 - auf.“ Diese klare Aussage beendete die Spekulationen und lieferte gleichzeitig den Anlass für die Einstellung, der eng mit dem Moderatorenteam verknüpft ist.

Die Gründe für das Aus nach 20 Jahren
Der Hauptgrund für das Ende der erfolgreichen Show, so Götz Alsmann, liege im Alter der Gastgeber. Seine langjährige Kollegin Christine Westermann war zum Zeitpunkt der Entscheidung 66 Jahre alt. Alsmann, selbst 57, betonte, dass er sich eine Moderation mit einer jüngeren Partnerin nicht vorstellen könne. Er befürchtete, in wenigen Jahren selbst der Ältere zu sein, der dann möglicherweise abgelöst werden müsste. Eine Fortsetzung des Formats ohne Christine Westermann, die wohl zwischenzeitlich vom Sender angedacht worden war, lehnte Götz Alsmann aus moralischen Gründen entschieden ab. Für ihn wäre dies „moralisch überhaupt nicht vertretbar“ gewesen. Das Ende der Sendung war dem Musiker Alsmann, der „Zimmer frei!“ als „erfolgreichstes Projekt meines beruflichen Lebens“ bezeichnete, kein leichter Schritt. Er betonte die große Zuneigung der beiden Moderatoren zu ihrem Format: „Wir lieben Zimmer frei!, machen das schrecklich gern.“ Dennoch stand die Entscheidung fest, die Sendung sollte „definitiv weiter - auch noch im Jahr 2016 - und dann werden wir aufhören“. Alsmann spielte auf den einzigartigen, oft anarchischen Charakter der Show an, die er liebevoll als „TV-Kindergeburtstag“ bezeichnete, bei dem prominente Gäste ein Zuhause in der fiktiven WG der Moderatoren suchten. Er fügte hinzu, dass sie bis zum Schluss wahrscheinlich „auch alle Sahnetorten dieser Welt im Gesicht gehabt“ hätten, eine Anspielung auf die humorvollen und oft chaotischen Elemente der Sendung.
Auch der WDR äußerte sich zum Ende von „Zimmer frei!“. Zunächst wollte der Sender die Information gegenüber der Süddeutschen Zeitung nicht direkt bestätigen, erklärte dann aber das Aus. Der WDR bezeichnete „Zimmer frei!“ als „eine herausragende Innovation im Programm des WDR Fernsehens gewesen - und ein Glücksfall“ zum Zeitpunkt seines Starts vor 20 Jahren. Die Begründung des Senders für die Einstellung war, dass „jetzt die Zeit für Neues“ sei. Als würdigen Abschluss kündigte der WDR eine große Jubiläumsshow zum Finale im Sommer 2016 an, um die langjährige Erfolgsgeschichte gebührend zu feiern.
Eine Erfolgsgeschichte geht zu Ende
Das Ende von „Zimmer frei!“ kündigte sich für aufmerksame Beobachter bereits an. Im Jahr vor der offiziellen Einstellung war die Anzahl der produzierten Sendungen bereits von 30 auf 20 reduziert worden. Zudem gab es eine ungewöhnlich lange Winterpause seit Anfang November, was ebenfalls zu Spekulationen über die Zukunft des Formats führte. Die Show hatte ihren Ursprung im Juli 1996. Sie startete damals eher unspektakulär als „Lückenfüller“ im Sommerprogramm des WDR Fernsehens. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass aus diesem Sommerformat eine der langlebigsten und profiliertesten Unterhaltungssendungen des Senders werden würde. Der Erfolg stellte sich jedoch schnell ein und wuchs über die Jahre. Ein Höhepunkt in der Geschichte der Sendung war die Auszeichnung mit dem renommierten Grimme-Preis im Jahr 2000. Dieser Preis würdigte die innovative Konzeption und die hohe Qualität der Show. Das Format, bei dem prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in die fiktive Wohngemeinschaft von Götz Alsmann und Christine Westermann einzogen, um sich einem „WG-Test“ zu unterziehen und sich somit um ein freies Zimmer zu bewerben, war einzigartig und bot viel Raum für spontane und unterhaltsame Momente. Die Mischung aus Gespräch, Spielen, musikalischen Einlagen von Götz Alsmann und dem unberechenbaren Humor des Moderatorenduos machte jede Sendung zu einem besonderen Erlebnis. Es war dieser anarchische Charakter, der „Zimmer frei!“ so besonders machte.
Unvergessene Gäste und Momente
Über die vielen Jahre hinweg gaben sich unzählige prominente Persönlichkeiten in der WG die Klinke in die Hand. Schauspieler, Musiker, Politiker, Sportler und viele andere stellten sich dem liebevollen, aber auch fordernden WG-Test von Alsmann und Westermann. Die erste Gästin im Jahr 2015, nach der erwähnten langen Winterpause, war die bekannte Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis. Ihr Auftritt markierte die Rückkehr der Sendung nach der Unterbrechung, wenn auch nur für eine begrenzte Anzahl von Episoden.

Besonders in Erinnerung geblieben ist vielen Fans auch die Kabarettistin Gerburg Jahnke. Sie war in den frühen Jahren der Show häufig als Nachbarin Frau Noelle mit Überraschungsauftritten zu Gast in der WG. Später kehrte sie auch als Kandidatin zurück, um sich selbst um ein freies Zimmer zu bewerben – die erste Bewerberin nach einer Sommerpause. Der Text beleuchtet kurz Gerburg Jahnkes Hintergrund und ihre Karriere. Bekannt wurde sie an der Seite von Stephanie Überall als Kabarett-Duo „Missfits“. Mit Programmen wie „Eine Frau ist eigentlich ein Mann, nur eben ein weiblicher“ sorgten sie Ende der 1980er Jahre für Aufsehen und waren Pioniere im Frauenkabarett, das damals noch eine Seltenheit war. Die „Missfits“ tourten später mit „Die Frau in den besten Jahren“, wobei die Figuren Matta und Lissbett Kultstatus erlangten. Sie erhielten eigene Fernsehformate im WDR („Missfits und Verwandtschaft“) und in der ARD („Der Tod ist kein Beinbruch“). 2005 gingen die „Missfits“ auf Abschiedstournee. Gerburg Jahnke hat sich auch als Regisseurin einen Namen gemacht und war weiterhin im Fernsehen präsent, unter anderem in ihrer eigenen Show „Ladies Night“. Ihre Rückkehr zu „Zimmer frei!“ als Kandidatin war ein Wiedersehen mit Christine und Götz und ein Beweis für die enge Verbindung, die viele Künstler zur Show hatten. Ihr „WG-Test“ wurde mit Spannung erwartet und zeigte einmal mehr die Vielseitigkeit des Formats.
Was bleibt?
Das Ende von „Zimmer frei!“ markiert das Ende einer Ära im WDR Fernsehen. Die Show war über 20 Jahre hinweg ein fester Bestandteil des Sonntagabends und bot eine einzigartige Mischung aus Talk, Unterhaltung und Improvisation. Der WDR selbst bezeichnete die Sendung als „Glücksfall“, und dieser Einschätzung werden viele Zuschauer zustimmen. Die Fähigkeit der Moderatoren, eine lockere und gleichzeitig fesselnde Atmosphäre zu schaffen, in der prominente Gäste sich öffnen und ungewohnte Seiten von sich zeigen konnten, war außergewöhnlich. Die Einzigartigkeit des Formats lag nicht zuletzt an der Chemie zwischen Götz Alsmann und Christine Westermann, die perfekt harmonierten und die WG-Situation glaubwürdig und unterhaltsam gestalteten. Auch wenn die Sendung nun Geschichte ist, lebt die Erinnerung an viele lustige, berührende und überraschende Momente fort. Die angekündigte Jubiläumsshow im Sommer 2016 bot den Fans eine letzte Gelegenheit, gemeinsam mit den Moderatoren und Gästen auf zwei Jahrzehnte „Zimmer frei!“ zurückzublicken und Abschied zu nehmen von dieser besonderen TV-WG.
Häufig gestellte Fragen zum Ende von „Zimmer frei!“
Q: Warum wurde die Sendung „Zimmer frei!“ eingestellt?
A: Die Hauptgründe für die Einstellung waren das Alter der Moderatoren Götz Alsmann und Christine Westermann sowie der Wunsch des Senders WDR, Raum für neue Formate zu schaffen. Götz Alsmann erklärte, er könne sich eine Moderation ohne Christine Westermann nicht vorstellen.
Q: Wie lange lief „Zimmer frei!“ im Fernsehen?
A: Die Show lief genau 20 Jahre lang, von ihrem Start im Juli 1996 bis zum Ende im Jahr 2016.

Q: Wer waren die Moderatoren von „Zimmer frei!“?
A: Die Sendung wurde über den gesamten Zeitraum von Götz Alsmann und Christine Westermann moderiert.
Q: Hat „Zimmer frei!“ Auszeichnungen erhalten?
A: Ja, die Sendung wurde im Jahr 2000 mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet.
Q: Welche Rolle spielte Gerburg Jahnke in der Sendung?
A: Gerburg Jahnke trat in den Anfangsjahren häufig als Nachbarin Frau Noelle auf und bewarb sich später auch selbst als Kandidatin um ein freies Zimmer in der WG.
Q: Gab es Anzeichen für das Ende der Sendung?
A: Ja, im Jahr vor der Einstellung wurde die Anzahl der Sendungen von 30 auf 20 reduziert und es gab eine ungewöhnlich lange Winterpause, was zu Gerüchten führte.
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