17/02/2013
Wenn Sie einen Stift von Faber-Castell in die Hand nehmen, halten Sie mehr als nur ein Schreib- oder Zeichengerät. Sie halten das Ergebnis eines sorgfältigen Prozesses, der bei der Auswahl des Rohstoffs beginnt: dem Holz. Die Frage, welches Holz genau verwendet wird, führt uns tief in die Unternehmensphilosophie von Faber-Castell, die stark auf Nachhaltigkeit und Umweltverantwortung ausgerichtet ist.

Faber-Castell hat sich schon früh, bereits Mitte der 1980er Jahre, als Pionier in umweltfreundlichen industriellen Produktionsmethoden positioniert. Ein langfristiger und gesicherter Bezug von Holz war dabei von Anfang an von zentraler Bedeutung. Dies führte zu einer wegweisenden Entscheidung, die bis heute die Holzversorgung des Unternehmens prägt.
Nachhaltigkeit als Kernwert: Eigene Wälder in Brasilien
Um die Herkunft und Qualität des Holzes kontrollieren und gleichzeitig einen nachhaltigen Holzkreislauf gewährleisten zu können, betreibt Faber-Castell eigene bewirtschaftete Wälder in Brasilien. Dies ist keine zufällige Wahl des Standorts. Die Wälder liegen Tausende Kilometer entfernt von den gefährdeten Amazonas-Regenwäldern und umfassen eine Gesamtfläche von rund 10.000 Hektar, was 100 Quadratkilometern entspricht. Diese ausgedehnte Fläche dient ausschließlich dem Anbau von Holz für die Stifteproduktion.
Das Konzept der eigenen Wälder ist ein Schlüsselelement der Nachhaltigkeitsstrategie von Faber-Castell. Es ermöglicht dem Unternehmen, den gesamten Prozess von der Pflanzung bis zur Ernte zu steuern und sicherzustellen, dass kein Holz aus Raubbau oder nicht nachhaltigen Quellen bezogen wird. Stattdessen wird ein ökologisch nachhaltiger Kreislauf geschaffen.
Welche Holzart wird verwendet?
Für die Herstellung der Holzstifte verwendet Faber-Castell schnell wachsendes Nadelholz aus diesen eigenen Plantagen in Brasilien. Die spezifische Holzart, die angebaut wird, ist Pinus caribaea. Diese Kiefernart zeichnet sich durch ihr schnelles Wachstum aus, was sie zu einer idealen Wahl für Plantagenwirtschaft macht, die auf schnelle Erneuerung und Nachhaltigkeit abzielt.
Die Entscheidung für Pinus caribaea und schnell wachsendes Nadelholz im Allgemeinen hat mehrere Vorteile. Neben dem raschen Wachstum ist Nadelholz oft auch leichter zu verarbeiten und zu spitzen als viele Harthölzer, was für die Produktion von Bleistiften und Buntstiften von Bedeutung ist. Die Wahl einer bestimmten, auf den Plantagen angebauten Art stellt zudem eine homogene Holzqualität sicher.
Der Kreislauf: Vom Setzling zum Stift
Der nachhaltige Holzkreislauf bei Faber-Castell beginnt in den eigenen Baumschulen. Hier werden Setzlinge der Pinus caribaea aufgezogen. Kontinuierlich werden junge Bäume gepflanzt, um jede geerntete Baumreihe zu ersetzen. Dieser Prozess gewährleistet, dass der Wald erhalten bleibt und kontinuierlich Holz nachwächst. Jährlich werden rund 300.000 junge Bäume gepflanzt und aufgezogen.
Nach der Pflanzung benötigen die Bäume etwa 20 bis 23 Jahre, um die notwendige Größe zu erreichen, bevor sie geerntet werden können. Diese Wachstumsphase ermöglicht es dem Holz, die notwendige Dichte und Struktur zu entwickeln, die für die Stifteproduktion erforderlich ist. Nach der Ernte werden die Bäume zu umweltverträglichem Rohmaterial verarbeitet, das dann in den Faber-Castell-Werken zur Herstellung von Blei- und Buntstiften verwendet wird. Durch das sofortige Nachpflanzen schließt sich der Kreislauf, und es entsteht ein stabiles, sich selbst erneuerndes System.
Warum eigene Wälder in Brasilien und nicht anderswo?
Die Wahl Brasiliens als Standort für die eigenen Wälder ist strategisch. Das Klima und die Bodenbedingungen in den ausgewählten Regionen sind offenbar gut geeignet für das schnelle Wachstum von Pinus caribaea. Gleichzeitig ist die Entscheidung, die Wälder weit entfernt vom Amazonas-Regenwald anzulegen, ein klares Bekenntnis zum Schutz dieser einzigartigen und gefährdeten Ökosysteme. Faber-Castell stellt damit sicher, dass seine Holzgewinnung in keiner Weise zur Zerstörung des Regenwaldes beiträgt.
Die Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette, beginnend beim Rohstoff, ermöglicht Faber-Castell eine Transparenz und Sicherheit, die bei der Nutzung von Holz aus externen Quellen oft schwieriger zu erreichen ist. Dies stärkt das Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Produkte.
Umweltfreundliche Produktion über das Holz hinaus
Die Umweltverantwortung von Faber-Castell beschränkt sich nicht nur auf die Holzversorgung. Auch andere Aspekte der Produktion werden kritisch analysiert und optimiert. Entwicklung, Produktionsmethoden und die Entsorgung von Abfällen aller Art unterliegen strengen Kriterien.
Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung von umweltfreundlicher Farbe auf Wasserbasis für die Beschichtung der Holzstifte. Auch hier war Faber-Castell ein Vorreiter in der Branche. Farben auf Wasserbasis enthalten im Gegensatz zu lösungsmittelbasierten Farben deutlich weniger flüchtige organische Verbindungen (VOCs), die schädlich für Mensch und Umwelt sein können. Die Umstellung auf wasserbasierte Lacke reduziert Emissionen und verbessert die Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Dies zeigt, dass Faber-Castell Umweltfreundlichkeit ganzheitlich betrachtet und in verschiedenen Produktionsschritten umsetzt.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Das Holz für Faber-Castell Stifte stammt aus eigenen, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Brasilien. Es handelt sich um schnell wachsendes Nadelholz der Art Pinus caribaea. Durch kontinuierliche Pflanzung und einen wohlüberlegten Anbauzyklus wird sichergestellt, dass die Holzversorgung langfristig gesichert ist und die Umwelt geschont wird. Dies ist Teil eines umfassenden Ansatzes zur umweltfreundlichen Produktion, der auch die Verwendung von wasserbasierten Farben und die Analyse weiterer Produktionsschritte einschließt.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Woher bezieht Faber-Castell sein Holz?
Faber-Castell bezieht das Holz hauptsächlich aus eigenen, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Brasilien.
Welche Holzart wird genau verwendet?
Es wird schnell wachsendes Nadelholz der Art Pinus caribaea verwendet.
Sind die Wälder von Faber-Castell zertifiziert?
Obwohl der bereitgestellte Text keine spezifische Zertifizierung (wie FSC oder PEFC) erwähnt, beschreibt er einen Prozess der eigenen nachhaltigen Bewirtschaftung, Pflanzung und Erneuerung, der die Prinzipien der Nachhaltigkeit verfolgt. Das Unternehmen betont den umweltfreundlichen Kreislauf und die Herkunft aus eigenen kontrollierten Quellen.
Trägt die Holzgewinnung zum Problem der Regenwaldabholzung bei?
Nein, die Wälder von Faber-Castell in Brasilien liegen Tausende Kilometer entfernt von den gefährdeten Amazonas-Regenwäldern und sind speziell für die Plantagenwirtschaft angelegt.
Wie lange dauert es, bis ein Baum geerntet werden kann?
Nach der Pflanzung dauert es etwa 20 bis 23 Jahre, bis die Pinus caribaea Bäume die erntereife Größe erreichen.
Pflanzt Faber-Castell neue Bäume nach?
Ja, für jede geerntete Baumreihe werden kontinuierlich neue Setzlinge gepflanzt, um einen nachhaltigen Kreislauf zu gewährleisten.
Wie viele Bäume werden jährlich gepflanzt?
Jährlich werden rund 300.000 junge Bäume gepflanzt und aufgezogen.
Ist nur das Holz nachhaltig bei Faber-Castell?
Nein, Faber-Castell betrachtet Umweltfreundlichkeit ganzheitlich. Auch Produktionsmethoden, die Verwendung von Farben (z.B. wasserbasierte Lacke) und die Entsorgung von Abfällen werden unter Umweltaspekten optimiert.
Seit wann engagiert sich Faber-Castell für Umweltschutz?
Faber-Castell ist bereits seit Mitte der 1980er Jahre ein Pionier in umweltfreundlichen industriellen Produktionsmethoden.
Warum ist die Verwendung von wasserbasierten Farben wichtig?
Wasserbasierte Farben sind umweltfreundlicher als lösungsmittelbasierte Farben, da sie weniger schädliche flüchtige organische Verbindungen (VOCs) enthalten. Dies reduziert Emissionen und verbessert die Arbeitsbedingungen.
Durch diese bewussten Entscheidungen bei der Holzauswahl und -beschaffung sowie in weiteren Produktionsbereichen unterstreicht Faber-Castell sein Engagement für Umwelt und Nachhaltigkeit. So wird der einfache Bleistift zu einem Produkt, das eine Geschichte von Verantwortung erzählt.
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