Ist Burberry eine Luxusmarke?

Warum Burberry mehr kostet

20/06/2016

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Burberry ist weltweit bekannt als eine der führenden Luxusmarken, synonym für britischen Stil und zeitlose Eleganz. Doch wer sich für die Produkte des Hauses interessiert, stellt schnell fest: Sie haben ihren Preis. Die Frage „Warum ist Burberry so teuer?“ beschäftigt viele. Um dies zu verstehen, muss man tief in die Geschichte, die Handwerkskunst und die Markenstrategie des Unternehmens eintauchen.

In welchem Land produziert Burberry?
Burberry erwirbt offiziell die Produktionsstätte in Castleford, der Heimat des Burberry-Trenchcoats und Basis unserer Fertigung innerhalb Großbritanniens, die auch heute noch existiert.
Übersicht

Die Anfänge: Innovation und Gabardine

Die Geschichte von Burberry beginnt im Jahr 1856 in Basingstoke, Hampshire, als der damals 21-jährige Textilkaufmann Thomas Burberry sein erstes Geschäft eröffnete. Schon früh hatte er eine Vision: Er wollte bequeme und funktionale Outdoor-Bekleidung schaffen, die dem unberechenbaren britischen Wetter standhält. Die damalige Regenbekleidung war oft schwer und unbequem.

Sein Durchbruch gelang ihm 1879 mit der Erfindung des Gabardine-Stoffs. Dieses innovative Material war eine echte Revolution. Es handelte sich um eine sehr robuste Baumwollware in Köperbindung, bei der das Garn vor dem Weben imprägniert wurde. Das Ergebnis war ein Stoff, der nicht nur wasserdicht, sondern gleichzeitig auch atmungsaktiv war – Eigenschaften, die bei Regenbekleidung zu dieser Zeit beispiellos waren. Thomas Burberry ließ den Gabardine-Stoff 1888 patentieren und legte damit den Grundstein für den Erfolg seines Unternehmens. Dieses Material ist bis heute ein zentraler Bestandteil vieler Burberry-Produkte und ein wichtiger Faktor für deren Qualität und Langlebigkeit.

Der ikonische Trenchcoat

Eng verbunden mit der Geschichte des Gabardine ist die Entwicklung des Burberry Trenchcoats. Ursprünglich wurde dieser Mantel auf Anfrage der britischen Militärverwaltung entworfen und erfreute sich im Ersten Weltkrieg als Offiziersbekleidung großer Beliebtheit. Aus einem früheren Modell, dem Tielocken-Mantel von 1895, entwickelte Burberry 1909 den heute bekannten Trenchcoat mit charakteristischen Elementen wie Schulterklappen, Gürtel und D-Ringen. Über eine halbe Million dieser Mäntel wurden an die britische Armee verkauft, was ihre Funktionalität und Haltbarkeit unter Beweis stellte.

Die Verbindung zur Erkundung und zum Abenteuer trug ebenfalls zur Reputation der Marke bei. Burberry-Jacken wurden bei den berühmten Antarktis-Expeditionen von Robert Falcon Scott, Ernest Shackleton und Roald Amundsen in den 1910er Jahren eingesetzt. Diese historischen Verbindungen unterstreichen die Qualität und Zuverlässigkeit der Produkte und sind Teil des Markenerbes, das heute zum hohen Preis beiträgt. Der Trenchcoat wurde über die militärische Nutzung hinaus zu einem Modeklassiker, getragen von Stilikonen in Filmen wie Audrey Hepburn in „Frühstück bei Tiffany“ oder Peter Sellers in „Der rosarote Panther“. Seine zeitlose Silhouette und die Verbindung zu Geschichte und Popkultur machen ihn zu einem begehrten Stück.

Das berühmte Karomuster: Ein Markenzeichen

Ein weiteres unverwechselbares Merkmal von Burberry ist das berühmte Karomuster, der Burberry Check. Interessanterweise wurde dieses Muster, bestehend aus weißen, roten und schwarzen Streifen auf beigem Hintergrund, erst in den 1920er Jahren zum ersten Mal verwendet. Zunächst diente es lediglich als Futterstoff für die Mäntel. Seine Popularität wuchs jedoch schnell, und es wurde schließlich als Markenzeichen eingetragen.

Was ist das besondere an Burberry?
Burberry ist eines der weltweit bekanntesten Modehäuser. Die charakteristischen Stilelemente, welche an den berühmten Trenchcoat erinnern, kennzeichnen die Brillen von Burberry.

Der Check ist heute untrennbar mit der Marke Burberry verbunden und findet sich auf einer Vielzahl von Produkten – von Kleidung und Accessoires bis hin zu Kosmetik. Dieses Muster ist sofort erkennbar und signalisiert Zugehörigkeit zur Marke und zum Luxussegment. Die Allgegenwart dieses Musters auf den Produkten, gepaart mit seiner Geschichte als dezenter Innenstoff, der zum prominenten Symbol wurde, trägt maßgeblich zur Markenidentität bei. Die Nutzung des Checks auf allen Artikeln, von Handtaschen bis zu Brillen, stärkt die Markenpräsenz und den Wiedererkennungswert, was im Luxussegment von entscheidender Bedeutung ist.

Markenentwicklung und globale Präsenz

Im Laufe des 20. Jahrhunderts expandierte Burberry international und erweiterte sein Produktportfolio. Nach der Notierung an der Londoner Börse im Jahr 1920 wurden Geschäfte in Paris eröffnet und Artikel nach Japan verschifft. Ab den 1960er Jahren kamen neben Mänteln und Oberbekleidung zahlreiche Accessoires hinzu, später auch Parfüm (ab 1981) und Kinderkollektionen (ab 1988).

In den späten 1980er Jahren galt die Marke in Europa teilweise als etwas „angestaubt“. Unter der Führung von Rose Marie Bravo ab 1997 und Kreativchef Roberto Menichetti ab 1998 erlebte Burberry eine bemerkenswerte Renaissance. Die Marke wurde gezielt im Luxus-Segment neu positioniert, Produktion und Vertrieb wurden gestrafft, Lizenzen zurückgekauft und die Damenkollektion ausgebaut. Die Einführung der Laufstegkollektion Prorsum und die Zusammenarbeit mit prominenten Persönlichkeiten wie David Beckham, Liam Gallagher oder Kate Moss halfen, das Image zu verjüngen und die Marke wieder an die Spitze des Luxusmarktes zu bringen. In dieser Zeit wurde auch der Name von „Burberrys“ in „Burberry“ geändert.

Die globale Expansion war ein wichtiger Schritt. Burberry baute Geschäfte in den USA auf und passte sich an verschiedene Märkte an, teilweise durch Lizenzvergaben für spezifische Produktlinien und Regionen, wie zum Beispiel in Deutschland oder Spanien. Später kaufte das Unternehmen viele dieser Lizenzen zurück, um die Kontrolle über Design, Produktion und Vertrieb zu zentralisieren und das Luxusimage konsequent zu wahren. Diese Strategie der Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette ist typisch für Luxusmarken und trägt zu den höheren Preisen bei.

Qualität, Handwerkskunst und Produktionsstandorte

Ein wesentlicher Faktor für den Preis von Burberry-Produkten ist die Qualität der verwendeten Materialien und die Handwerkskunst. Der Gabardine-Stoff ist ein Beispiel dafür – seine Herstellung ist komplex und teuer. Auch die Verarbeitung, insbesondere bei den klassischen Trenchcoats, erfordert präzises Handwerk und Liebe zum Detail. Diese Qualität sichert die Langlebigkeit der Produkte, was im Luxussegment erwartet wird.

Hinsichtlich der Produktionsstandorte unterhält Burberry auch heute noch Produktionsstätten in Großbritannien, wo ein Teil der berühmten Mäntel gefertigt wird. Allerdings hat das Unternehmen in der Vergangenheit auch Produktionsstätten geschlossen und Teile der Fertigung in Länder wie China verlagert, was zu öffentlichen Debatten führte. Die Verlagerung von Produktion kann zwar Kosten senken, aber Luxusmarken bemühen sich oft, zumindest einen Teil ihrer Fertigung in Ländern mit hohem Qualitätsanspruch und handwerklicher Tradition zu belassen, um das Image von Qualität und Authentizität zu wahren. Bei Burberry werden beispielsweise die Brillenkollektionen im Londoner Atelier entworfen und in Italien gefertigt, einem Land, das für seine exzellente Handwerkskunst in der Modeindustrie bekannt ist.

Warum ist Burberry so teuer?
Die Stückzahlen sind limitiert, die Kleidung gibt es nur an wenigen Verkaufspunkten weltweit. Je mehr Leute die Sachen tragen, je gewöhnlicher die Entwürfe werden oder je namenloser die Designer, desto wahrscheinlicher wird der Abstieg aus dem Luxussegment.

Warum Burberry so teuer ist: Die Faktoren

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mehrere Faktoren den hohen Preis von Burberry-Produkten begründen:

  • Markenpositionierung: Burberry ist eine etablierte Luxusmarke mit einer langen Geschichte und einem starken Erbe. Die Platzierung im Luxussegment ermöglicht es, höhere Preise zu verlangen, die von der Zielgruppe als angemessen für Exklusivität und Prestige angesehen werden.
  • Qualität und Material: Die Verwendung hochwertiger, oft eigens entwickelter Materialien wie Gabardine sowie die sorgfältige Verarbeitung und Handwerkskunst rechtfertigen höhere Produktionskosten.
  • Exklusivität und Verfügbarkeit: Wie im Text erwähnt, sind die Stückzahlen oft limitiert und die Produkte nur an wenigen, ausgewählten Verkaufspunkten weltweit erhältlich. Diese begrenzte Verfügbarkeit steigert die Begehrlichkeit und ermöglicht höhere Preise. Die Strategie, die Entwürfe nicht zu „gewöhnlich“ werden zu lassen, ist entscheidend, um den Status im Luxussegment zu halten.
  • Design und Innovation: Die Marke investiert kontinuierlich in Design, Entwicklung und Innovation, um relevante und begehrenswerte Kollektionen zu schaffen. Der Einsatz bekannter Designer und die Schaffung neuer, aber dennoch markentypischer Produkte sind kostspielig.
  • Marketing und Branding: Umfangreiche Marketingkampagnen mit bekannten Models und Prominenten, die Präsenz auf internationalen Modenschauen und der Betrieb von Flagship-Stores in besten Lagen sind teuer, aber entscheidend für die Aufrechterhaltung des Luxusimages.
  • Geschichte und Erbe: Die reiche Geschichte, die Verbindung zu wichtigen historischen Ereignissen (Erster Weltkrieg, Polarexpeditionen) und Personen sowie das britische Erbe sind immaterielle Werte, die in den Preis einfließen. Man kauft nicht nur ein Produkt, sondern auch ein Stück Geschichte und Tradition.

Der Preis ist somit ein Spiegelbild der Markenidentität, der Qualität, der Exklusivität und des umfassenden Erlebnisses, das die Marke Burberry bietet.

Was macht Burberry besonders?

Die Besonderheit von Burberry liegt in der einzigartigen Kombination aus Tradition und Moderne. Die Marke hat es geschafft, ihre Wurzeln – den innovativen Gabardine, den funktionalen Trenchcoat und das ikonische Check-Muster – zu bewahren und gleichzeitig relevant und begehrenswert zu bleiben. Der Trenchcoat ist mehr als nur ein Mantel; er ist ein Symbol für Stil, Geschichte und Abenteuer. Der Check ist sofort erkennbar und steht für die Marke wie kaum ein anderes Muster in der Mode. Burberry hat seine Identität über Jahrzehnte hinweg gepflegt und weiterentwickelt.

Die Fähigkeit, klassische Elemente immer wieder neu zu interpretieren, ohne die Kernidentität zu verlieren, ist ein Zeichen für die Stärke der Marke. Die Investition in Qualität und Handwerkskunst, auch wenn Teile der Produktion verlagert wurden, bleibt ein wichtiges Versprechen an den Kunden. Burberry verkauft nicht einfach Kleidung oder Accessoires, sondern ein Gefühl von Luxus, Beständigkeit und britischem Erbe.

Die Burberry Brillenkollektion

Ein gutes Beispiel für die Designphilosophie von Burberry jenseits der Kernprodukte ist die Brillenkollektion. Das Unternehmen setzt auch hier auf klassische, zeitlose Designs, die den charakteristischen Stil des Hauses widerspiegeln. Liebe zum Detail ist entscheidend. Designelemente, die auf die Marke hinweisen, wie Schnallendetails vom Trenchcoat oder die Maserung des Gabardine-Stoffs, werden subtil in die Bügel oder Gestelle integriert. Auch das berühmte Karomuster findet sich bei den Brillen wieder, sowohl in der klassischen Farbkombination als auch in grafischen Interpretationen. Die Brillen werden in London entworfen und in Italien gefertigt, was den Anspruch an Design und Qualität unterstreicht. Das Angebot umfasst Korrektur- und Sonnenbrillen für Damen und Herren, die vielseitig kombinierbar sind und sowohl zu formellen als auch zu legeren Outfits passen.

Häufig gestellte Fragen zu Burberry

Ist Burberry eine Luxusmarke?
Ja, Burberry ist eine etablierte Modemarke im Luxussegment. Sie wurde 1856 gegründet und hat sich über die Jahrzehnte als eine der führenden Luxusmarken der Welt positioniert, besonders bekannt für ihren Trenchcoat und das markenrechtlich geschützte Karomuster.

Warum ist Burberry so teuer?
Die Stückzahlen sind limitiert, die Kleidung gibt es nur an wenigen Verkaufspunkten weltweit. Je mehr Leute die Sachen tragen, je gewöhnlicher die Entwürfe werden oder je namenloser die Designer, desto wahrscheinlicher wird der Abstieg aus dem Luxussegment.

Warum sind Burberry-Produkte so teuer?
Der hohe Preis resultiert aus einer Kombination von Faktoren: der Positionierung im Luxussegment, der Verwendung hochwertiger Materialien (wie Gabardine) und sorgfältiger Handwerkskunst, der Exklusivität durch limitierte Stückzahlen und ausgewählte Vertriebspunkte, Investitionen in Design und Marketing sowie dem Wert des reichen Markenerbes und der Geschichte.

Was macht Burberry besonders?
Besonders macht Burberry die Kombination aus historischer Innovation (Gabardine, Trenchcoat) und zeitlosem Design mit einem starken, weltweit wiedererkennbaren Markenzeichen, dem Burberry Check. Das Erbe, die Verbindung zu britischer Geschichte und Abenteuer sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung des klassischen Stils tragen zur Einzigartigkeit bei.

Wo produziert Burberry seine Produkte?
Burberry unterhält Produktionsstätten in Großbritannien, insbesondere für traditionelle Produkte wie einige Trenchcoats. Teile der Produktion wurden jedoch auch in andere Länder, wie zum Beispiel China, verlagert. Für spezifische Produktkategorien wie Brillen nutzt Burberry die Expertise anderer Länder, beispielsweise die Fertigung in Italien.

Wann wurde das berühmte Burberry-Karomuster eingeführt?
Das Burberry Check-Muster wurde erstmals in den 1920er Jahren verwendet, zunächst als Futterstoff. Aufgrund seiner Popularität wurde es später als Markenzeichen eingetragen und ist heute ein zentrales Element des Markendesigns.

Die Investition in ein Burberry-Produkt ist für viele Kunden nicht nur der Kauf eines Kleidungsstücks oder Accessoires, sondern der Erwerb eines Stücks britischer Mode-Geschichte, das für Qualität, Stil und Beständigkeit steht. Diesen Wert lässt sich die Marke entsprechend bezahlen.

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