Für welches Produkt ist Bad Schwartau bekannt?

Bad Schwartau: Geschichte, Kur und Leben

03/02/2014

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Bad Schwartau, gelegen im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein, ist eine Stadt mit einer reichen Geschichte und einer besonderen Identität als staatlich anerkanntes Jodsole- und Moorheilbad. Unmittelbar nördlich an Lübeck angrenzend, bildet sie eine gemeinsame Agglomeration mit der Hansestadt und liegt idyllisch am Fluss Schwartau.

Die Wurzeln Bad Schwartaus reichen weit zurück. Bereits im Jahr 1177 findet der heutige Ortsteil Rensefeld erste urkundliche Erwähnung. Einige Jahrzehnte später, im Jahr 1215, wird die bischöfliche Mühle Schwartau, das „Molendinium szwartowe“, erstmals dokumentiert. Ein bedeutendes Ereignis im 13. Jahrhundert war die Einrichtung eines Siechenhauses, des Schwartauer Siechenhauses, für Leprakranke in der Nähe der heutigen Georgskapelle durch den Lübecker Bischof im Jahr 1258. Dieses Siechenhaus wurde im 15. Jahrhundert, nachdem die Lepra zurückgegangen war, in ein Alten- und später Armenhaus umgewandelt. Im Jahr 1280 gründete Bischof Burkhard von Serkem den Wirtschaftshof Kaltenhof außerhalb der Stadt Lübeck an der Schwartau.

Im 17. Jahrhundert, um 1640, wurde das dort entstandene bischöfliche Amt Kaltenhof nach Schwartau verlegt. Dieser Schritt trug maßgeblich zur Entwicklung des Ortes bei und Schwartau begann, sich zu einem Marktflecken zu entwickeln.

Das 18. Jahrhundert brachte kriegerische Zeiten und neue Privilegien. Während des Großen Nordischen Krieges richtete der schwedische Befehlshaber Magnus Stenbock vom 20. bis 31. Dezember 1712 sein Hauptquartier in Schwartau ein. Ein wichtiges wirtschaftliches Fundament wurde 1742 gelegt, als Fürstbischof Adolf Friedrich von Schwartau das erste Marktprivileg für den Montag und Dienstag vor Johanni (24. Juni) erteilte. Dieses Privileg wurde 1763 auf zwei Tage vor Michaeli (29. September) erweitert, was die Bedeutung Schwartaus als Handelsplatz unterstrich.

Das 19. Jahrhundert war geprägt von militärischen Durchzügen und administrativen Veränderungen. Nach der Schlacht bei Lübeck zogen die preußischen Truppen unter Blücher am 6. November 1806 auf dem Weg nach Ratekau durch Schwartau, gefolgt von französischen Truppen, die plünderten. Im Jahr 1842 wurden die Ämter Kaltenhof und Großvogtei zum Amt Schwartau im Fürstentum Lübeck/Großherzogtum Oldenburg vereinigt. Ein wichtiger Schritt zur Selbstverwaltung war die Verleihung des Status einer Fleckengemeinde am 1. November 1859 durch die neue Oldenburger Gemeindeordnung. Im Vorfeld des Deutsch-Dänischen Krieges im Jahr 1864 kam es zur „Erstürmung des Schwartauer Schlagbaumes“, bei der preußische Truppen den Schlagbaum zerstörten und damit die Neutralität des Großherzogtums Oldenburg verletzten.

Eine für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung prägende Gründung fand 1899 statt: Die Schwartauer Werke wurden durch die Brüder Paul und Otto Fromm eröffnet. Dieses Unternehmen ist bis heute eng mit dem Namen Bad Schwartau verbunden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Schwartau zu einem beliebten Luftkurort, einer „Sommerfrische“, in der sich Menschen von der Luftverschmutzung der Großstädte erholten. Parallel dazu wurde Schwartau ein attraktiver Wohn- und Ruhesitz, was zur Entstehung von Villenkolonien in Schwartau, Cleverbrück und Kaltenhof führte. Die Entdeckung einer Solequelle mit hohem Jodgehalt im Jahr 1895 war ein Wendepunkt. 1901 eröffnete Anton Baumann das „Elisabeth-Sol- und Moorbad“, womit die Entwicklung des Kur- und Badewesens in Schwartau begann. Diese Entwicklung führte dazu, dass Schwartau 1912 das Stadtrecht erhielt und ein Jahr später offiziell den Titel „Bad“ tragen durfte, als staatlich anerkanntes Jodsole- und Moorheilbad.

Die Zeit des Nationalsozialismus hinterließ auch in Bad Schwartau Spuren. Am 26. Oktober 1932 fand auf dem Sportplatz des Riesebuschs ein Wahlkampfauftritt Hitlers statt. Während dieser dunklen Periode wurden auch in Bad Schwartau Menschen verfolgt, woran heute Stolpersteine im Stadtgebiet erinnern. Im Jahr 1934 wurden die Dörfer Rensefeld, Groß Parin und Cleverbrück eingemeindet. 1937 ging Schwartau im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes als Teil des Kreises Eutin an die preußische Provinz Schleswig-Holstein über.

Im Zweiten Weltkrieg blieb Bad Schwartau weitgehend von Luftangriffen verschont. Gegen Kriegsende, insbesondere im April 1945, wurde die Region nördlich von Bad Schwartau zum Sammelpunkt für Teile der Reichsregierung und des Sicherheitsapparates, die aus Berlin evakuiert wurden. Sogar der kurz zuvor ernannte Präsident des Volksgerichtshofs, Harry Haffner, flüchtete nach Bad Schwartau mit der Absicht, den Volksgerichtshof hier neu zu etablieren. Diese Pläne wurden jedoch durch die Besetzung Bad Schwartaus durch englische Truppen am 2. Mai 1945 verhindert. Der Krieg endete kurz darauf mit der bedingungslosen Kapitulation. Relikte dieser Zeit, wie Sprengschächte aus dem Kalten Krieg, die zur Verteidigung gegen ein Vordringen feindlicher Kräfte konzipiert waren, sind heute noch sichtbar oder dokumentiert, beispielsweise ein Sprengschachtdeckel im Schwartauer Museum.

Nach dem Krieg erwarb die Stadt Bad Schwartau 1957 den Kurbetrieb von den Schwartauer Werken, verkaufte ihn aber 1994 in private Trägerschaft.

Heute präsentiert sich Bad Schwartau als eine lebendige Stadt, die ihre Tradition als Kurort pflegt. Die Therme Bad Schwartau ist ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende. Mit Innen- und Außenbecken, angenehmen Wassertemperaturen (drinnen 32°, außen 28°) und Angeboten wie Sprudeln und Düsen bietet sie Raum zum Entspannen. Besonders attraktiv kann ein Besuch während der Woche sein, wenn das Besucheraufkommen gering ist. Ein kleiner Wermutstropfen für manche mag der Ein-/Ausstieg bei den Sprudelbecken sein, der als etwas schwierig empfunden wird. Für viele Ostsee-Reisende ist die Therme ein idealer Zwischenstopp.

Doch Bad Schwartau ist mehr als nur ein Kurort. Die Stadt lädt zum Verweilen und Wohlfühlen ein. In der neugestalteten Fußgängerzone kann man entspannt shoppen. Auf dem Markt locken Eis, Kaffee oder eine preisgekrönte Pizza. Für Naturliebhaber und Erholungssuchende bieten der Kurpark, der Riesebusch und die nahen Wälder wunderbare Möglichkeiten zum Wandern und zur Ruhefindung. Jeder dieser Orte strahlt eine einladende Atmosphäre aus.

Die Herkunft des Namens „Schwartau“ ist interessant. Er geht auf den wendischen Namen des Flusses Schwartau zurück und wird als „die Schlängelnde“ gedeutet. Dies bezieht sich auf den ursprünglich sehr gewundenen Unterlauf des Flusses, bevor dieser später begradigt wurde. Der Zusatz „Bad“ wurde der Stadt aufgrund ihrer Bedeutung als Jodsole- und Moorheilbad im Jahr 1913 verliehen.

Die Einwohnerentwicklung der Stadt spiegelt ihre Geschichte wider. Im Jahr der Stadterhebung 1912 zählte Bad Schwartau rund 4.000 Einwohner. Nach den Eingemeindungen im Jahr 1934 stieg die Zahl auf etwa 7.000. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verdoppelte sich die Einwohnerzahl durch Zuzug. Nach einem leichten Rückgang seit 1998 verzeichnet die Stadt seit 2010 wieder ein Wachstum ihrer Bevölkerung.

Die Verbundenheit der Unternehmen mit der Stadt ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt des Lebens in Bad Schwartau. Ein Unternehmen, das seit seiner Gründung 1899 hier ansässig ist, sieht sich nicht nur als Arbeitgeber, sondern als Teil der Gemeinschaft. Es engagiert sich in den Bereichen Soziales, Bildung, Sport und Kultur und arbeitet eng mit der Stadt zusammen, um die Entwicklung der Region zu fördern. Langjährige Partnerschaften, wie die mit dem Ronald McDonald Haus in Lübeck, und die Unterstützung des Breitensports in der Region, beispielsweise des VfL Bad Schwartau, sind Ausdruck dieses Engagements.

Häufig gestellte Fragen zu Bad Schwartau:

F: Für welches Produkt ist Bad Schwartau bekannt?

A: Die Stadt ist bekannt als Jodsole- und Moorheilbad und für die Ansiedlung der Schwartauer Werke seit 1899. Der Text nennt kein spezifisches Produkt der Werke.

F: Was gibt es Besonderes in Bad Schwartau?

A: Besonders erwähnenswert ist die Therme Bad Schwartau, die mit ihrer entspannenden Atmosphäre und den Badeangeboten ein beliebter Zwischenstopp ist. Auch der Kurpark, der Riesebusch und die nahen Wälder bieten besondere Erholungsmöglichkeiten.

F: Ist Bad Schwartau eine schöne Stadt?

A: Der Text beschreibt Bad Schwartau als einen Ort, der zum Verweilen und Wohlfühlen einlädt, mit einer neugestalteten Fußgängerzone, einem attraktiven Markt und weitläufigen Grünflächen wie dem Kurpark und dem Riesebusch, was auf eine hohe Lebensqualität und Schönheit hindeutet.

F: Warum heißt es Bad Schwartau?

A: Der Name „Schwartau“ leitet sich vom wendischen Namen des Flusses Schwartau ab, der „die Schlängelnde“ bedeutet. Der Zusatz „Bad“ wurde der Stadt 1913 verliehen, da sie als staatlich anerkanntes Jodsole- und Moorheilbad bedeutend wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bad Schwartau eine Stadt ist, die stolz auf ihre Geschichte und ihre Entwicklung vom Marktflecken zum anerkannten Heilbad ist. Sie bietet Einwohnern und Besuchern gleichermaßen Erholung in ihrer Therme und Natur sowie ein aktives Gemeindeleben, das durch lokale Unternehmen mitgestaltet wird.

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