27/07/2013
Briefe zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen, Hochzeiten oder Feiertagen in einem farbigen Umschlag zu versenden, ist eine wunderbare Möglichkeit, dem Empfänger schon vor dem Öffnen eine Freude zu bereiten. Während der klassische weiße Umschlag seinen Zweck erfüllt und in Deutschland standardmäßig für 85 Cent (Stand der Information) als Standardbrief versendet werden kann, stellt sich oft die Frage: Was passiert, wenn der Umschlag rot, blau, grün oder gar gemustert ist? Kosten bunte Umschläge wirklich mehr Porto?
Ja, in vielen Fällen können farbige Umschläge tatsächlich zu höheren Portokosten führen. Der Grund dafür ist nicht etwa das Gewicht des Umschlags oder seine Größe, sondern die Art und Weise, wie die Deutsche Post ihre Briefe sortiert. Ein Standardbrief, der maschinell verarbeitet werden kann, kostet weniger, weil der Aufwand geringer ist. Farbige Umschläge können diesen automatisierten Prozess jedoch stören.

Warum farbige Umschläge mehr Porto kosten können
Das Herzstück der maschinellen Briefsortierung bei der Deutschen Post ist der sogenannte Zielcode. Dieser Code, der die Empfängeradresse in verschlüsselter Form enthält, wird in der Regel mit roter Tinte auf den unteren rechten Bereich des Umschlags gedruckt – die sogenannte Codierzone. Moderne Sortiermaschinen lesen diesen Code blitzschnell aus und leiten den Brief automatisch an die richtige Zustellbasis weiter.
Auf einem farbigen Hintergrund, insbesondere auf Rottönen, aber auch auf dunkleren oder stark gemusterten Umschlägen, kann die rote Tinte des Zielcodes von den Lesegeräten der Maschinen schlecht oder gar nicht erkannt werden. Wenn die Maschine den Code nicht lesen kann, muss der Brief manuell sortiert werden. Dieser manuelle Prozess ist zeitaufwendiger und damit teurer für die Post. Diese zusätzlichen Kosten gibt die Post in Form von höherem Porto an den Absender weiter.
So kann ein farbiger Umschlag, selbst wenn er das gleiche Gewicht und die gleiche Größe wie ein Standardbrief hat, als Kompaktbrief bewertet werden. Das bedeutet, das Porto erhöht sich von 85 Cent auf 1,00 Euro (Stand der Information) – ein Aufpreis von 15 Cent.
So sparen Sie Porto bei bunten Umschlägen
Die gute Nachricht ist: Sie müssen nicht komplett auf farbige Umschläge verzichten, nur um Porto zu sparen. Es gibt einen einfachen und von der Post selbst empfohlenen Trick, um sicherzustellen, dass Ihr Brief trotzdem maschinell sortiert werden kann und somit als Standardbrief zum günstigeren Preis versendet wird.
Der Schlüssel liegt darin, der Maschine eine gut lesbare Oberfläche für den Zielcode und die Empfängeradresse zu bieten. Das erreichen Sie, indem Sie die Empfängeradresse auf einen weißen oder sehr hellen Aufkleber schreiben oder drucken und diesen auf den farbigen Umschlag kleben. Die Schrift auf dem Aufkleber sollte idealerweise schwarz oder eine andere dunkle Farbe sein, um einen starken Kontrast zu gewährleisten.
Wichtig dabei ist, dass dieser Aufkleber groß genug ist, um die gesamte Adresse aufzunehmen und gleichzeitig die Codierzone am unteren rechten Rand des Umschlags freizuhalten. Die Codierzone misst etwa 150 x 15 mm. Dieser Bereich muss unbedruckt und frei von Aufklebern, Mustern oder anderen Hindernissen sein, damit die Maschine den Zielcode, den sie dort selbst aufdruckt, problemlos lesen kann.

Wenn Sie diesen Trick anwenden – dunkle Schrift auf hellem Etikett, Codierzone frei lassen – dann kann Ihr bunter Brief in der Regel maschinell verarbeitet werden und Sie zahlen nur das Standardporto für einen Brief seiner Größe und seines Gewichts (z.B. 85 Cent für einen Standardbrief bis 20g).
Pastellfarbene Umschläge: Oft unproblematisch
Es gibt auch gute Nachrichten für Freunde sanfter Töne. Bei Briefumschlägen in hellen Pastellfarben (wie zartrosa, hellblau, mintgrün oder cremeweiß) ist der Kontrast zur roten Tinte des Zielcodes oft ausreichend, damit die Sortiermaschinen ihn erkennen können. In solchen Fällen fallen in der Regel keine höheren Portokosten an. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht immer, da die Lesbarkeit auch von der genauen Farbnuance und der Qualität des Papiers abhängen kann. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein pastellfarbener Umschlag zum Standardporto durchgeht, ist deutlich höher als bei leuchtend roten oder dunkelblauen Umschlägen.
Mögliche Verzögerungen und Nachzahlungen
Nicht ausreichend frankierte Briefe oder solche, die aufgrund unlesbarer Adressen oder fehlender Codierbarkeit manuell bearbeitet werden müssen, können nicht nur zu höheren Kosten führen, sondern auch Verzögerungen bei der Zustellung verursachen. Im schlimmsten Fall kann ein Brief mit falschem Porto oder unlesbarer Adresse an den Absender zurückgeschickt werden oder der Empfänger muss das fehlende Porto nachzahlen.
Achten Sie daher immer darauf, dass die Empfängeradresse klar und deutlich lesbar ist und die Codierzone frei bleibt. Wenn Sie sichergehen wollen, bei einem farbigen Umschlag das Standardporto zu zahlen, ist der Trick mit dem weißen Adressetikett die sicherste Methode.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
- Standardbriefe in weißen Umschlägen kosten in Deutschland 85 Cent Porto (Stand der Information).
- Farbige oder gemusterte Umschläge können 1,00 Euro Porto kosten (wie ein Kompaktbrief), ein Aufpreis von 15 Cent.
- Der Grund ist die maschinelle Sortierung: Der rote Zielcode ist auf farbigem Hintergrund schwer lesbar.
- Um Porto zu sparen, nutzen Sie ein weißes Adressetikett mit dunkler Schrift auf dem farbigen Umschlag.
- Die Codierzone (unterer rechter Rand, 150 x 15 mm) muss frei bleiben.
- Pastellfarbene Umschläge sind oft unproblematisch.
- Nicht korrekte Umschläge können zu Verzögerungen oder Nachzahlungen führen.
Häufig gestellte Fragen zu farbigen Umschlägen & Porto
1. Kosten farbige Briefumschläge immer mehr Porto?
Nicht immer, aber oft. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein farbiger Umschlag als Kompaktbrief (1,00 € Porto) statt als Standardbrief (0,85 € Porto) bewertet wird, ist höher, insbesondere bei dunklen oder stark gemusterten Farben. Mit dem Trick des weißen Adressetiketts können Sie meist das Standardporto sichern.
2. Warum kosten farbige Umschläge mehr Porto?
Der Hauptgrund ist die maschinelle Sortierung. Die Sortiermaschinen der Deutschen Post drucken einen roten Zielcode auf den Umschlag. Auf farbigem Hintergrund kann dieser Code schlecht gelesen werden, was eine teurere manuelle Sortierung erforderlich macht.

3. Was kostet ein Brief mit buntem Umschlag genau?
Wenn der bunte Umschlag nicht maschinell sortierbar ist, wird er in der Regel als Kompaktbrief abgerechnet. Das Porto beträgt dann 1,00 Euro (Stand der Information), anstatt 0,85 Euro für einen maschinell sortierbaren Standardbrief.
4. Muss ich bei einem roten Umschlag mehr Porto zahlen?
Rote Umschläge sind für die Lesegeräte der Post besonders schwierig, da der Zielcode ebenfalls rot ist. Daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ein roter Umschlag manuell sortiert wird und das höhere Porto von 1,00 Euro anfällt, es sei denn, Sie verwenden ein weißes Adressetikett.
5. Gilt das höhere Porto auch für gemusterte Umschläge?
Ja, auch gemusterte Umschläge können die Lesbarkeit des Zielcodes beeinträchtigen, insbesondere wenn das Muster dunkel oder komplex ist, oder die Codierzone betrifft. Hier gilt ebenfalls: Ein weißes Adressetikett auf der Vorderseite hilft, das Standardporto zu sichern.
6. Was passiert, wenn ich zu wenig Porto auf einen farbigen Umschlag klebe?
Wenn das Porto nicht ausreicht, kann der Brief an den Absender zurückgeschickt werden oder der Empfänger muss das fehlende Porto plus eine Nachgebühr bezahlen. Um dies zu vermeiden, sollten Sie im Zweifel das höhere Porto wählen oder den Trick mit dem weißen Etikett anwenden.
7. Können farbige Umschläge die Zustellung verzögern?
Ja, da Briefe, die manuell sortiert werden müssen, länger brauchen können als maschinell sortierte Briefe, können farbige Umschläge zu Verzögerungen bei der Zustellung führen.
Fazit
Farbige Umschläge sind eine tolle Idee, um Ihrer Post eine persönliche Note zu verleihen. Mit dem Wissen um die Porto-Regeln und dem einfachen Trick mit dem weißen Adressetikett können Sie jedoch sicherstellen, dass Ihre bunte Post schnell und zum günstigsten Tarif beim Empfänger ankommt. Achten Sie auf die Codierzone und wählen Sie bei Unsicherheit lieber den Weg über das helle Etikett, um Überraschungen beim Porto zu vermeiden.
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