Welche Krankheit hat Volker Struth?

Volker Struth: Der Berater von Toni Kroos

24/05/2022

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In der Welt des Profifußballs agieren im Hintergrund oft entscheidende Figuren, die Karrieren formen und wegweisende Transfers einfädeln. Eine dieser Schlüsselfiguren in Deutschland ist Volker Struth. Er ist nicht nur der Berater von Weltstars wie Toni Kroos, sondern gilt auch als einer der profiliertesten Spieleragenten der Branche. Doch sein Weg in dieses glamouröse und oft umstrittene Geschäft war alles andere als geradlinig.

Bevor Volker Struth im Alter von 41 Jahren die Welt des Spielerberatergeschäfts betrat, sammelte er vielfältige Erfahrungen in unterschiedlichsten Bereichen. Seine berufliche Laufbahn begann mit einer Ausbildung zum Zimmermann. Später sattelte er um und wurde Industriekaufmann. Doch auch das war nicht das Ende seiner beruflichen Entdeckungsreise. Er war als Unternehmer tätig und organisierte Events. Diese breite Palette an Erfahrungen mag auf den ersten Blick wenig mit Fußball zu tun haben, doch sie schulte zweifellos sein Verhandlungsgeschick, sein unternehmerisches Denken und sein Netzwerk.

Wer ist der Manager von Toni Kroos?
Kroos habe sich mit den Geschäftsführern Volker Struth und Sascha Breese darauf verständigt, als Gesellschafter bei der Agentur einzusteigen.

Der entscheidende Impuls, in die Welt der Fußballprofis einzusteigen, kam von einer echten Manager-Legende: Reiner „Calli“ Calmund. Als Calmund ihm nahelegte, es doch einmal als Berater von Fußballprofis zu versuchen, griff Struth diese Idee auf. Ein Schritt, der sein Leben und die Karrieren vieler Fußballer nachhaltig verändern sollte. Innerhalb weniger Jahre nach diesem Quereinstieg etablierte sich Volker Struth überraschend schnell in der Branche.

Übersicht

Der schnelle Aufstieg und die ersten Mandanten

Volker Struth selbst beschreibt seinen schnellen Erfolg als etwas, das heute nur noch schwer zu wiederholen sei. Er hatte das Glück, zu einer Zeit in das Geschäft einzusteigen, als es noch viele hochtalentierte junge Spieler gab, die noch keinen festen Berater hatten. Viele 17- und 18-jährige Jungs, die das Potenzial hatten, spätere Stars zu werden, waren damals noch ungebunden. Einer dieser jungen Spieler war Benedikt Höwedes. Der spätere langjährige Profi des FC Schalke 04 und Weltmeister von 2014 arbeitete mit Struth zusammen, seit er 18 Jahre alt war. Eine solche Konstellation, bei der ein Berater einen Spieler in einem so „hohen“ Alter noch für sich gewinnen kann, ist heute kaum noch denkbar. Die Branche hat sich stark verändert; talentierte Jungs werden oft schon im Alter von 13 oder 14 Jahren von Beratern angesprochen. Struths Agentur Sports360 hat darauf reagiert und ein Mindestalter von 16 Jahren für die Aufnahme von Mandanten festgelegt. Dies zeigt, wie intensiv und frühzeitig das Ringen um Talente in der modernen Fußballwelt geworden ist.

Ein beeindruckendes Portfolio: Von Kroos bis Nagelsmann

Über die rund 14 Jahre seiner Karriere als Spielerberater hat Volker Struth sein Portfolio stetig erweitert und betreut heute einige der prominentesten Namen im deutschen und internationalen Fußball. Der wohl bekannteste und langjährigste Mandant ist Toni Kroos. Struth betreute 2014 den wegweisenden Transfer von Kroos vom FC Bayern München zu Real Madrid. Dieser Wechsel gilt als einer der wichtigsten Schritte in Kroos' Karriere, die ihn zu einem der erfolgreichsten Vereinsspieler der Geschichte gemacht hat. Toni Kroos ist auch heute noch ein Mandant von Volker Struth, was die Beständigkeit und das Vertrauensverhältnis zwischen den beiden unterstreicht.

Ein weiterer prominenter Klient war Mario Götze. Struth fädelte 2013 Götzes vielbeachteten Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern München ein. Götze, der Siegtorschütze im Finale der Weltmeisterschaft 2014, war nach einem zwischenzeitlichen Wechsel nicht mehr bei Struth, kehrte aber später in die Beratung durch Sports360 zurück. Dies zeigt die Dynamik und manchmal auch die Rückkehrpfade im Beratergeschäft.

Zum aktuellen Portfolio von Volker Struth und seiner Agentur Sports360 zählen neben diesen prominenten Namen auch weitere Top-Spieler wie Niklas Süle und Dayot Upamecano, die beide beim FC Bayern München unter Vertrag stehen. Interessanterweise betreut Struth nicht nur Spieler, sondern auch Trainer. Julian Nagelsmann, ebenfalls Trainer beim FC Bayern München, gehört ebenfalls zu den Klienten von Sports360. Dieses breitere Spektrum, das auch Trainer umfasst, zeigt die Vielseitigkeit der Agentur.

Das Geschäftsmodell und hohe Einnahmen

Heute greifen insgesamt rund 80 Spieler auf die Dienste, das weitreichende Netzwerk und die Expertise von Volker Struth und seiner Agentur Sports360 zurück. Sports360 ist längst keine Ein-Mann-Show mehr. Das Unternehmen beschäftigt etwa zwei Dutzend Mitarbeiter, die sich um die Belange der Klienten kümmern, Verträge verhandeln, sich um Marketingaktivitäten kümmern und vieles mehr.

Die Einnahmen im Spielerberatergeschäft speisen sich hauptsächlich aus Provisionen. Volker Struth erklärt das gängige Modell: In der Regel verdienen sie zehn Prozent vom Jahresgehalt eines Spielers. Diese Provision wird üblicherweise nicht vom Spieler, sondern vom Verein bezahlt – als zusätzliche Zahlung, „on top“ zum Gehalt des Spielers. Angesichts der hohen Gehälter im Spitzenfußball ergeben sich daraus beträchtliche Summen. Toni Kroos beispielsweise gilt mit einem angeblichen Jahresgehalt von 12,6 Millionen Euro als einer der Top-Verdiener in Struths Portfolio. Allein aus Kroos' Gehalt würde die Agentur also jährlich rund 1,26 Millionen Euro verdienen. Zusätzlich zu diesen laufenden Provisionen aus den Gehältern gibt es auch Einnahmen aus Transferbeteiligungen, die oft als Signing Fees bezeichnet werden. Diese fallen an, wenn ein Spieler den Verein wechselt oder einen neuen Vertrag unterschreibt.

Dank dieser Einnahmequellen erwirtschaftet Sports360 jährliche Umsätze im zweistelligen Millionenbereich. Struth bestätigte, dass es auch Jahre gab, in denen der Umsatz bei etwa 20 Millionen Euro lag. Solche Jahre bezeichnet er als „fette Jahre“. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass ein Unternehmen dieser Größe auch erhebliche Kosten verursacht. Sports360 hat jedes Jahr mehrere Millionen Euro an fixen Kosten, die gedeckt werden müssen, bevor Gewinne erzielt werden können.

Das Image der Spielerberater

Die hohen Summen, die im Spielerberatergeschäft umgesetzt werden, insbesondere die Provisionen in Millionenhöhe, haben dazu geführt, dass das Image der Spielerberater in der Öffentlichkeit oft kritisch gesehen wird und nicht immer positiv ist. Spielerberatern wird manchmal vorgeworfen, nur auf ihren eigenen Profit bedacht zu sein und die Interessen der Spieler oder Vereine zu vernachlässigen.

Volker Struth sieht das differenziert. Er erklärt, dass ein Spielerberater im Grunde dafür bezahlt wird, ein Geschäft zu begleiten und eine Vermittlung durchzuführen. Dies sei in vielen anderen Branchen ebenfalls eine gängige Praxis. Der Unterschied liege darin, dass es im Fußball geschieht, einem Bereich, der von sehr vielen Emotionen geprägt ist. Dadurch werden die finanziellen Aspekte und die Rolle der Berater besonders stark und oft emotional diskutiert. Struth selbst hat nach eigenen Angaben aufgegeben, sich gegen diese öffentliche Wahrnehmung und die damit verbundenen Diskussionen zu wehren.

Digitalisierung und Wandel der Branche

Wie der Profifußball selbst, so befindet sich auch das Geschäft der Spielerberater in einem stetigen Wandel. Zwei Haupttrends werden von Volker Struth hervorgehoben. Erstens gibt es heute deutlich mehr Berater als noch vor einigen Jahren. Dies führt zu einem intensiveren Wettbewerb und dazu, dass Berater immer früher versuchen, Talente an sich zu binden. Struth beschreibt anschaulich, wie sich die Zuschauer bei Jugendspielen verändert haben: Früher saßen bei einem B-Jugendspiel von Bayer Leverkusen oder Schalke 04 vielleicht 20 Berater oder Scouts unter den 200 Zuschauern. Heute können es leicht 100 sein. Dies illustriert die gestiegene Dichte an Beratern und die Intensivierung der Talentsuche.

Zweitens hat die Digitalisierung einen enormen Einfluss auf die Branche. Nie zuvor standen so viele detaillierte Daten über Spieler zur Verfügung wie heute. Früher basierte die Einschätzung eines Spielers oft auf subjektiven Eindrücken oder einfachen Messwerten wie „Der Spieler ist schnell“. Heute liefern digitale Tools und Datenanalysen präzise Informationen. Man hat Daten für die ersten drei oder zehn Meter Sprintgeschwindigkeit, weiß direkt nach dem Spiel, wie viele Kilometer ein Spieler gelaufen ist, wie viele Sprints er absolviert hat, seine Passquoten, seine Zweikampfwerte und vieles mehr. Diese Fülle an Informationen macht die Bewertung und das Scouting von Spielern deutlich informativer und datengesteuerter als früher.

Einblicke über das Kerngeschäft hinaus

In einem Podcast gab Volker Struth auch Einblicke in weitere Aspekte der Fußballwelt. Er sprach über die möglichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bundesliga und die Profis, ein Thema, das die gesamte Branche stark beschäftigte. Wie in vielen anderen Branchen auch, gibt es laut Struth auch im Spielerberatergeschäft „schwarze Schafe“, also Akteure, die unethisch oder unseriös agieren. Er äußerte sich auch darüber, welcher Fußball-Funktionär ihn in seiner Karriere besonders beeindruckt hat. Zudem nahm er Stellung zu der Aussage von Uli Hoeneß, dass der HSV mit gutem Management ein Top-Verein sein könnte, was zeigt, dass Struth auch eine Meinung zu allgemeinen Entwicklungen im deutschen Fußball hat.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist der aktuelle Berater von Toni Kroos?

Toni Kroos wird aktuell von Volker Struth und seiner Agentur Sports360 beraten. Volker Struth betreute bereits 2014 seinen Transfer zu Real Madrid.

Seit wann ist Volker Struth als Spielerberater tätig?

Volker Struth begann seine Karriere als Spielerberater im Alter von 41 Jahren. Dies war vor etwa 14 Jahren, basierend auf den Zeitangaben im bereitgestellten Text.

Welche anderen bekannten Spieler gehören zum Portfolio von Volker Struth?

Neben Toni Kroos berät Volker Struth unter anderem auch Mario Götze, Niklas Süle und Dayot Upamecano. Auch Trainer wie Julian Nagelsmann gehören zu seinen Klienten.

Wie verdient ein Spielerberater wie Volker Struth Geld?

Spielerberater verdienen typischerweise eine Provision, die oft zehn Prozent des Jahresgehalts des Spielers beträgt und vom Verein gezahlt wird. Hinzu kommen Einnahmen aus Transferbeteiligungen, sogenannten Signing Fees.

Wie groß ist die Agentur Sports360 von Volker Struth?

Die Agentur Sports360 beschäftigt etwa zwei Dutzend Mitarbeiter.

Wie hat die Digitalisierung das Spielerberatergeschäft beeinflusst?

Die Digitalisierung hat zu einer deutlich größeren Verfügbarkeit detaillierter Spielerdaten geführt, was das Scouting und die Bewertung von Spielern informativer macht.

Wie hoch sind die Umsätze von Sports360?

Die Agentur erwirtschaftet jährliche Umsätze im zweistelligen Millionenbereich, wobei es in guten Jahren auch bis zu 20 Millionen Euro sein können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Volker Struth eine außergewöhnliche Karriere hingelegt hat. Vom branchenfremden Quereinsteiger hat er sich zu einem der mächtigsten Agenten im Weltfußball entwickelt, der die Geschicke von Stars wie Toni Kroos maßgeblich mitgestaltet. Sein Erfolg basiert auf einem klaren Geschäftsmodell, einem starken Netzwerk und der Fähigkeit, sich an die sich wandelnden Bedingungen der Branche anzupassen, auch wenn die öffentliche Wahrnehmung seines Berufs nicht immer einfach ist.

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