27/04/2013
Casio ist seit Jahrzehnten ein führender Hersteller im Bereich der Taschenrechner und bietet eine beeindruckende Vielfalt an Modellen für unterschiedlichste Bedürfnisse. Eine besonders leistungsfähige Kategorie, die oft von Schülern, Studenten und Fachleuten in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Ingenieurwesen nachgefragt wird, sind die programmierbaren Taschenrechner. Doch was genau bedeutet programmierbar, und welche Modelle bietet Casio in diesem Segment an?
Ein Taschenrechner als 'programmierbar' zu bezeichnen, bedeutet, dass der Benutzer nicht nur vordefinierte Funktionen nutzen kann, sondern auch eigene Berechnungsabläufe oder Formeln eingeben und zur späteren Verwendung speichern kann. Diese gespeicherten Abläufe, Programme genannt, können dann bei Bedarf ausgeführt werden, um komplexe oder wiederkehrende Berechnungen schnell und effizient durchzuführen. Dies ist besonders nützlich, wenn man oft die gleiche Formel mit unterschiedlichen Werten berechnen muss oder wenn eine Berechnung aus vielen Einzelschritten besteht, die automatisiert werden sollen. Die Möglichkeit, eigene Programme zu schreiben, macht den Taschenrechner zu einem wesentlich flexibleren Werkzeug.

Casios Angebot an programmierbaren Modellen
Casio hat die Bedeutung der Programmierbarkeit früh erkannt und bietet eine breite Palette von Modellen an, die diese Fähigkeit in unterschiedlichem Umfang besitzen. Diese reichen von einfacheren Modellen, die grundlegende Programmfunktionen bieten, bis hin zu hochleistungsfähigen Rechnern mit umfangreichen Programmiersprachen und Speicheroptionen. Die Auswahl des richtigen Modells hängt stark vom geplanten Einsatzbereich ab.
Bekannte programmierbare Modelle im Überblick
Unter den programmierbaren Taschenrechnern von Casio haben sich einige Modelle besonders etabliert:
Der fx-3650PII
Der fx-3650PII ist ein häufig anzutreffendes Modell, insbesondere in Schulen und Universitäten. Er bietet eine solide Grundlage an wissenschaftlichen Funktionen kombiniert mit der Möglichkeit zur Programmierung. Seine Stärken liegen in seiner Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit. Die Programmierfunktion erlaubt es Schülern und Studenten, einfache Programme für spezifische Aufgaben zu erstellen und zu speichern, was das Verständnis von Algorithmen fördern und die Bearbeitung komplexerer Übungsaufgaben erleichtern kann. Er gilt oft als ein guter Einstieg in die Welt der programmierbaren Taschenrechner.
Der fx-5800P
Der fx-5800P ist ein weiteres prominentes Modell von Casio, das sich durch seine erweiterte Programmierbarkeit auszeichnet. Im Vergleich zu einfacheren Modellen bietet er einen größeren Funktionsumfang und oft auch mehr Speicherplatz für Programme. Dieser Rechner ist für anspruchsvollere mathematische, naturwissenschaftliche und technische Anwendungen konzipiert. Fachleute und Studenten in fortgeschrittenen Kursen profitieren von der Fähigkeit, komplexere Programme zu schreiben, die längere Berechnungsabläufe oder spezifische Algorithmen abbilden. Seine Robustheit und seine vielfältigen Funktionen machen ihn zu einem verlässlichen Werkzeug.
Neben diesen beiden Beispielen bietet Casio weitere Modelle mit Programmierfunktionen an, bis hin zu grafikfähigen Taschenrechnern, die oft auch sehr umfangreiche Programmiermöglichkeiten bieten. Die genauen Fähigkeiten und der Grad der Programmierbarkeit variieren dabei stark.
Umfangreiche Funktionen programmierbarer Taschenrechner
Programmierbare Taschenrechner von Casio sind in der Regel mit einer Fülle von Funktionen ausgestattet, die weit über die Grundrechenarten hinausgehen. Diese Funktionen machen sie zu leistungsstarken Werkzeugen für akademische und professionelle Anwendungen. Basierend auf den Möglichkeiten, die solche Rechner bieten können, umfassen sie oft Bereiche wie:
- Elementare und wissenschaftliche Mathematik: Standardfunktionen wie Trigonometrie (sin, cos, tan und ihre Inversen), Logarithmen (natürlicher und dekadischer), Exponentialfunktionen, Wurzeln, Potenzen, Bruchrechnung und wissenschaftliche Notation. Auch Umwandlungen zwischen verschiedenen Winkeleinheiten (Altgrad, Bogenmaß, Neugrad) und Koordinatensystemen (polar, rechtwinklig) sind üblich.
- Zahlenbasen und Logik: Berechnungen in verschiedenen Zahlensystemen (Basis n, z.B. binär, oktal, hexadezimal) sowie logische Operatoren (AND, OR, XOR, NOT), die für die Programmierung und digitale Logik nützlich sind.
- Komplexe Zahlen: Die Fähigkeit, Berechnungen mit komplexen Zahlen durchzuführen, was in der Elektrotechnik, Physik und höheren Mathematik unerlässlich ist.
- Lineare Algebra: Funktionen für Matrizen- und Vektorrechnung, einschließlich Operationen wie Addition, Subtraktion, Multiplikation, Transposition, Inversion und oft auch fortgeschrittene Funktionen wie die Reduktion auf Zeilenstufenform (REF/RREF). Das Lösen linearer Gleichungssysteme gehört ebenfalls oft dazu.
- Gleichungen und Polynome: Interaktive Gleichungslöser und die Fähigkeit, Nullstellen von Polynomgleichungen höheren Grades zu finden.
- Differential- und Integralrechnung: Numerische Differentiation und Integration sind häufige Funktionen. Bei höherwertigen Modellen können auch symbolische Berechnungen oder interaktive Werkzeuge zur Verfügung stehen (wobei letztere oft prüfungsrelevant sind).
- Statistik: Umfassende deskriptive Statistik (Mittelwert, Standardabweichung, Median, Quartile), Regressionsmodelle (linear, quadratisch, etc.), Kombinatorik und Permutation. Fortgeschrittene Modelle können auch Funktionen für beurteilende Statistik, Wahrscheinlichkeitsverteilungen oder Hypothesentests (Chi-Quadrat, T-Tests etc.) bieten – diese sind jedoch oft in Prüfungen nicht erlaubt.
- Programmierung: Der Kern der programmierbaren Rechner. Dazu gehören der Formelspeicher, die Möglichkeit, benutzerdefinierte Programme zu schreiben und zu speichern, die Verwendung von Variablen, bedingten Anweisungen (IF/THEN), Schleifen (FOR/WHILE) und manchmal auch String-Funktionen.
- Finanzmathematik: Funktionen für die Zinsrechnung (einfach und Zinseszins), Annuitäten (N, %, I, PMT, PV, FV), Amortisation, Umwandlung von Zinssätzen, Tages-/Datumsberechnungen und Investitionsbewertung. Diese Funktionen sind besonders nützlich in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen oder Berufen.
- Weitere Funktionen: Einige Modelle bieten zusätzliche Tools wie Einheitenumrechnungen, physikalische Konstanten, periodische Tabellen, Tabellenkalkulationsfunktionen oder sogar die Möglichkeit zur Erstellung von Wertetabellen für Funktionen.
Die genaue Ausstattung hängt stark vom jeweiligen Modell und seiner Preisklasse ab. Einsteiger-Modelle fokussieren sich oft auf die Kernfunktionen der Programmierung und grundlegende wissenschaftliche Berechnungen, während High-End-Modelle eine breitere Palette an fortgeschrittenen mathematischen und statistischen Werkzeugen bieten.

Eignung für Prüfungen und Klausuren
Die Frage, welche Taschenrechner in Prüfungen zugelassen sind, ist für Schüler und Studenten von entscheidender Bedeutung. Die Regeln hierfür sind nicht einheitlich und variieren stark zwischen Schulen, Universitäten, Fakultäten und sogar einzelnen Kursen. Programmierbare Taschenrechner sind hier oft ein kritischer Punkt.
Typische Prüfungsbeschränkungen
Viele Prüfungen zielen darauf ab, das Verständnis grundlegender mathematischer und statistischer Konzepte zu prüfen. Daher sind Rechner mit Funktionen, die ganze Aufgaben auf Knopfdruck lösen könnten, häufig nicht erlaubt. Dazu gehören typischerweise:
- Graphische Darstellung von Funktionen.
- Symbolische oder numerische Integration und Differentiation.
- Berechnung von Extrema.
- Lösen allgemeiner algebraischer Gleichungen oder Finden von Nullstellen von Polynomen (über einfache Fälle hinaus).
- Berechnung von spezifischen Wahrscheinlichkeitsverteilungsfunktionen (wie Normal-, Poisson-, Binomialverteilung etc.).
- Multiple Regression.
Die Programmierbarkeit selbst kann ebenfalls ein Ausschlusskriterium sein, entweder weil die erweiterte Funktionalität nicht gewünscht ist oder weil Bedenken bestehen, dass Programme als "Spickzettel" missbraucht werden könnten.
Beispiele für zugelassene und nicht zugelassene Modelle (basierend auf der bereitgestellten Information)
Basierend auf den Informationen für bestimmte Klausuren (z.B. Statistik I und II) werden oft Listen mit zugelassenen und nicht zugelassenen Modelle veröffentlicht. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Listen spezifisch für die jeweilige Prüfung gelten und nicht allgemeingültig sind.
Beispiele für Modelle, die in solchen spezifischen Prüfungen oft zugelassen sind (da sie die verbotenen Funktionen nicht oder nur sehr eingeschränkt besitzen):
- Casio FX-82 MS, ES, ES Plus, DE, DE Plus, GT, GT Plus, SX Plus, Solar II
- Casio FX-220 PLUS
- Casio FX-300 MS
- Casio FX-85/86 MS, ES, ES Plus, DE, DE Plus, GT, GT Plus, WA
- Casio FX-350 MS, ES
- Casio FX-82/85 DE X
- Casio FX-82/85/86/87 DE PLUS (wobei hier explizit auf die 2nd Edition des FX-87 DE PLUS als nicht zugelassen hingewiesen wird)
- Modelle anderer Hersteller wie TI-30/34 Serien oder bestimmte Sharp EL Modelle.
Beispiele für Modelle, die in solchen spezifischen Prüfungen oft NICHT zugelassen sind (oft wegen der Fähigkeit, Verteilungsfunktionen oder andere fortgeschrittene Dinge zu berechnen):
- Casio FX-991 DE Plus
- Casio FX-991 DE X
- Casio FX-87 DE PLUS (2nd edition)
- Modelle anderer Hersteller wie TI-30X Pro, TI-30X Plus.
Diese Beispiele verdeutlichen, dass selbst innerhalb ähnlicher Modellreihen kleine Unterschiede in den Funktionen (z.B. die Fähigkeit, Verteilungsfunktionen zu berechnen) dazu führen können, dass ein Rechner nicht zugelassen wird. Die Programmierbarkeit ist dabei oft ein Indikator für das Vorhandensein solcher fortgeschrittenen Funktionen, aber nicht immer das alleinige Kriterium.
Wichtig: Die einzige verlässliche Informationsquelle bezüglich der zugelassenen Taschenrechner für eine spezifische Prüfung sind die offiziellen Prüfungsbestimmungen oder die Auskunft des zuständigen Dozenten bzw. Prüfungsamtes. Kaufen Sie niemals einen Rechner für eine Prüfung, ohne vorher die Zulassung geprüft zu haben!
Den richtigen Casio Taschenrechner auswählen
Bei der Wahl eines Casio Taschenrechners, insbesondere eines programmierbaren Modells, sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen:
- Anwendungsbereich: Für welche Zwecke benötigen Sie den Rechner? Schule, Studium (welches Fachgebiet?), Beruf? Die benötigten Funktionen variieren stark.
- Benötigte Funktionen: Erstellen Sie eine Liste der mathematischen, statistischen oder finanzmathematischen Funktionen, die Sie regelmäßig benötigen. Brauchen Sie Matrizen? Komplexe Zahlen? Statistikverteilungen? Finanzfunktionen?
- Grad der Programmierbarkeit: Reicht eine einfache Formelspeicherfunktion oder benötigen Sie die Möglichkeit, komplexe Algorithmen mit Schleifen und Bedingungen zu implementieren?
- Prüfungszulassung: Wenn der Rechner in Prüfungen verwendet werden soll, prüfen Sie unbedingt die spezifischen Bestimmungen Ihrer Bildungseinrichtung. Dies ist oft der wichtigste Faktor.
- Budget: Programmierbare und grafikfähige Rechner sind in der Regel teurer als einfache wissenschaftliche Rechner.
- Benutzerfreundlichkeit und Display: Ein Natural Display, das Ausdrücke wie im Schulbuch darstellt, kann das Arbeiten erleichtern. Die Größe und Auflösung des Displays sowie die allgemeine Bedienbarkeit sind ebenfalls wichtige Kriterien.
Ein Vergleich verschiedener Modelle anhand ihrer Spezifikationen und Funktionen ist ratsam, um die optimale Lösung für Ihre Bedürfnisse zu finden.
Häufig gestellte Fragen
Ist jeder Casio Taschenrechner programmierbar?
Nein. Casio stellt eine große Bandbreite an Taschenrechnern her, von sehr einfachen Modellen für Grundrechenarten bis hin zu hochentwickelten wissenschaftlichen und grafikfähigen Rechnern. Nur ein Teil dieser Modelle verfügt über die Fähigkeit, Benutzerprogramme zu speichern und auszuführen.

Welches ist der "beste" Casio Taschenrechner?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Der "beste" Rechner ist derjenige, der Ihre spezifischen Anforderungen am besten erfüllt. Dies hängt von Faktoren wie dem Verwendungszweck (Schule, Uni, Beruf), den benötigten Funktionen, Ihrem Budget und vor allem eventuellen Einschränkungen in Prüfungen ab.
Sind programmierbare Taschenrechner in Prüfungen erlaubt?
Das hängt stark von der jeweiligen Prüfung und Institution ab. Viele Prüfungen verbieten Rechner mit bestimmten fortgeschrittenen Funktionen oder der Möglichkeit, Programme zu speichern. Es ist absolut notwendig, die spezifischen Regeln für Ihre Prüfung zu prüfen, da allgemeine Aussagen oft nicht zutreffen.
Wie unterscheidet sich ein programmierbarer Rechner von einem wissenschaftlichen Rechner?
Ein wissenschaftlicher Rechner bietet erweiterte Funktionen über die Grundrechenarten hinaus (z.B. Sinus, Cosinus, Logarithmus, Statistik). Ein programmierbarer Rechner bietet zusätzlich die Möglichkeit, eigene Berechnungsabläufe (Programme) zu erstellen und zu speichern. Viele programmierbare Rechner sind gleichzeitig auch wissenschaftliche Rechner, bieten also beides.
Bieten programmierbare Casio Rechner auch Grafikfunktionen?
Einige höherwertige programmierbare Modelle von Casio sind auch grafikfähig, d.h., sie können Graphen von Funktionen darstellen. Allerdings sind nicht alle programmierbaren Casio Rechner grafikfähig, und grafikfähige Rechner sind oft in Prüfungen nicht zugelassen.
Fazit
Casio bietet eine beeindruckende Auswahl an programmierbaren Taschenrechnern, die sich als äußerst nützliche Werkzeuge für eine Vielzahl von Anwendungen erweisen können. Die Möglichkeit, eigene Programme zu schreiben und komplexe Berechnungen zu automatisieren, spart Zeit und Aufwand. Modelle wie der fx-3650PII und der fx-5800P sind beliebte Beispiele für Casios Engagement in diesem Bereich. Bei der Auswahl des richtigen Modells ist es jedoch entscheidend, den genauen Bedarf, die benötigten Funktionen und insbesondere die Zulassungsbestimmungen für eventuelle Prüfungen sorgfältig zu prüfen. Mit der richtigen Wahl wird ein programmierbarer Casio Taschenrechner zu einem unverzichtbaren Begleiter durch Ausbildung und Beruf.
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