15/11/2021
Die Marke Dell ist weltweit ein Synonym für selbstkonfigurierbare Computersysteme und moderne Technologie. Seit der Gründung im Jahr 1984 hat sich Dell zu einem der führenden Hersteller von PCs, Notebooks und Speichersystemen entwickelt. Über lange Zeit hinweg gehörten auch Drucker zum Produktsortiment des amerikanischen Unternehmens. Doch wie steht es heute um das Druckergeschäft von Dell?
Die Anfänge: Dell und das Druckergeschäft
Dell stieg im Jahr 2002 in das Druckergeschäft ein. Interessanterweise begann diese Reise nicht sofort mit komplett eigenständigen Entwicklungen. Dell ging eine Kooperation mit dem bekannten amerikanischen Druckerhersteller Lexmark ein. Diese Partnerschaft war der Grundstein für das frühe Druckerangebot von Dell.

Die Dell Tintenstrahldrucker – eigentlich Lexmark
In den ersten Jahren der Druckeraktivitäten von Dell stammten die angebotenen Tintenstrahldrucker und Multifunktionsgeräte, die auf Tintenstrahltechnologie basierten, ausschließlich vom Kooperationspartner Lexmark. Diese Geräte wurden oft als preiswerte Beigabe oder im Bundle mit den von Dell online bestellten Computersystemen angeboten, was sie bei Heimanwendern und kleineren Büros sehr beliebt machte.
Die Tintenstrahldrucker, die unter dem Label Dell vertrieben wurden, entsprachen im Wesentlichen den Modellen, die Lexmark auch unter seinem eigenen Namen verkaufte. Sie boten in der Regel eine solide Druckleistung und waren oft als Multifunktionsgeräte konzipiert, die Drucken, Scannen, Kopieren und teilweise auch Faxen ermöglichten. Ein Aspekt, der bei diesen frühen Modellen oft diskutiert wurde, waren die Verbrauchsmaterialien. Ähnlich wie bei Lexmark selbst, waren die Original-Tintenpatronen verhältnismäßig teuer, und preisgünstige kompatible Alternativen waren seinerzeit kaum verfügbar.
Auch wenn Dell den Verkauf von Druckern eingestellt hat, sind viele dieser Lexmark-basierten Dell Tintenstrahldrucker noch immer in Gebrauch. Nutzer, die solche Modelle besitzen, können heute glücklicherweise auf eine größere Auswahl an Anbietern für Tintenpatronen zurückgreifen, darunter auch preisgünstige kompatible Varianten.
Die Dell Laserdrucker – Unter eigenem Label
Parallel zur Kooperation mit Lexmark begann Dell auch, Laserdrucker unter seinem eigenen Label anzubieten. Dies umfasste sowohl Monochrom- (Schwarz-Weiß) als auch Farb-Laserdrucker sowie entsprechende Multifunktionsgeräte. Im Gegensatz zu den Tintenstrahlern, die im Kern Lexmark-Geräte waren, trugen die Laserdrucker das Dell Logo von Anfang an.
Das Sortiment an Laserdruckern unter dem Dell-Label war vielfältig. Es umfasste reine Drucker für Schwarz-Weiß-Drucke sowie Farb-Laserdrucker für farbige Dokumente und Grafiken. Darüber hinaus bot Dell auch Multifunktions-Laserdrucker an, die Druck-, Scan-, Kopier- und Faxfunktionen in einem Gerät vereinten.

Reine Monochrom-Laserdrucker von Dell:
- Dell 1700 Serie
- Dell 1710 Serie
- Dell 2230 Serie
- Dell 2300 Serie
- Dell 2330 Serie
- Dell 2350 Serie
- Dell B-Serie
Diese Schwarz-Weiß-Laserdrucker waren primär für Textdokumente konzipiert und boten sich für typische Büroaufgaben an, bei denen es auf schnelle und kostengünstige Schwarz-Weiß-Drucke ankam.
Reine Farb-Laserdrucker von Dell:
- Dell 1320 Serie
- Dell 2130 Serie
- Dell 2135 Serie
- Dell 2145 Serie
- Dell 2150 Serie
- Dell 2155 Serie
- Dell 3130 Serie
- Dell C-Serie
- Dell E-Serie
Die Farb-Laserdrucker von Dell zeichneten sich oft durch kompakte Abmessungen aus und lieferten eine gute Druckqualität für Farbdokumente. Die Auflösung variierte je nach Modell zwischen 600 dpi und 1.200 dpi. Viele dieser Modelle waren LED-Drucker und boten neben einem USB-Anschluss auch WLAN-Konnektivität. Allerdings waren nicht alle Modelle netzwerkfähig.
Monochrom-Multifunktions-Laserdrucker von Dell:
- die Dell 1133 Serie
- die Dell 1135 Serie
- die Dell 1815 Serie
- die Dell B-Serie
- die Dell E-Serie
- die Dell H-Serie
- die Dell S-Serie
Diese Multifunktionsgeräte für Schwarz-Weiß-Drucke waren sehr praktisch für Büros. Sie verfügten oft über ein integriertes Bedienfeld mit LCD-Display zur Steuerung der verschiedenen Funktionen, einschließlich Fax. Eine Duplexfunktion (automatischer beidseitiger Druck) war bei nahezu allen Monochrom-Multifunktionsdruckern von Dell Standard. Die Druckgeschwindigkeit lag bei diesen Modellen typischerweise bei rund 28 Seiten pro Minute. Die Anbindung erfolgte meist über Standard-USB und oft auch über WLAN.
Farb-Multifunktions-Laserdrucker von Dell:
- die Dell 1355 Serie
- die Dell C-Serie
- die Dell E-Serie
Die Farb-Multifunktions-Laserdrucker von Dell waren für vielfältige Aufgaben im Bereich Dokumenten- und Bilddruck konzipiert. Ihre Geschwindigkeit lag im Durchschnitt bei bis zu 18 Seiten pro Minute. Neuere Serien boten Netzwerkfähigkeit und WLAN-Anbindung. Einige der späteren Modelle unterstützten auch mobile Druckfunktionen wie AirPrint, Google Cloud Print und Mopria, was das Drucken vom Smartphone oder Tablet vereinfachte.
Einige Dell Multifunktionssysteme boten nützliche Zusatzfunktionen wie die ID-Copy-Funktion, mit der Ausweise und ID-Karten einfach auf eine Seite kopiert werden konnten, ohne umständliches manuelles Positionieren.

Worin unterschieden sich Dell Drucker von anderen Herstellern?
Dell Drucker, insbesondere die Lasermodelle unter eigenem Namen, zeichneten sich durch ein ansprechendes Design und eine gute Verarbeitungsqualität aus. Die Produktpalette war, gemessen an der Anzahl der verschiedenen Serienbezeichnungen, recht umfangreich.
Im Vergleich zu den Angeboten anderer etablierter Druckerhersteller gab es jedoch auch Unterschiede. Oftmals waren die Druckgeschwindigkeiten bei Dell Laserdruckern etwas geringer als bei vergleichbaren Modellen der Konkurrenz. Auch bei der Bedienung und den Displays zeigten sich Unterschiede; während viele Konkurrenten bereits Farb-Touchscreen-Displays anboten, setzte Dell oft auf einfachere Bedienfelder mit LCD-Displays. Dies führte dazu, dass die Dell Laserdrucker technologisch nicht immer auf dem allerneuesten Stand waren, boten aber für viele Home-Office- oder kleinere Büroanwendungen dennoch eine ausreichende Leistung.
Hat Dell keine Drucker mehr? Das Ende einer Produktlinie
Die zentrale Frage vieler Nutzer ist: Warum findet man heute kaum noch neue Dell Drucker im Handel? Die Antwort ist klar: Dell hat den Verkauf von Druckern eingestellt. Bereits Ende 2016 wurden nur noch stark vergünstigte Restbestände verkauft. Seit Anfang 2017 wurde das Angebot an Druckern komplett aus dem Sortiment genommen.
Der Grund für diese Entscheidung war wohl ein stark zurückgegangener Absatz. Der Markt für Drucker ist sehr wettbewerbsintensiv, und Dell sah sich offenbar nicht mehr in der Lage, profitabel mit den etablierten Druckerherstellern zu konkurrieren, insbesondere da die eigenen Modelle technologisch ins Hintertreffen gerieten.
Es ist auch interessant zu wissen, dass Dell selbst die Laserdrucker unter eigenem Label nicht komplett inhouse produzierte. Stattdessen bezog Dell Komponenten von anderen bekannten Druckerherstellern wie Samsung und Xerox, baute die Geräte aber unter eigenem Namen zusammen und vertrieb sie.

Obwohl Dell den Verkauf eingestellt hat, sind noch viele Dell Drucker bei Anwendern in Gebrauch. Mit etwas Glück findet man im Onlinehandel oder auf dem Gebrauchtmarkt noch das eine oder andere Modell.
Verbrauchsmaterialien für Dell Drucker
Auch wenn keine neuen Dell Drucker mehr verkauft werden, benötigen die noch in Betrieb befindlichen Geräte weiterhin Verbrauchsmaterialien. Für die ehemaligen Tintenstrahldrucker, die auf Lexmark-Technologie basieren, sowie für die Laserdrucker und Multifunktionsgeräte unter dem Dell-Label sind nach wie vor Tintenpatronen und Tonerkartuschen erhältlich. Anbieter wie TonerPartner führen eine große Auswahl an Original- und kompatiblen Verbrauchsmaterialien für eine Vielzahl von Dell Druckermodellen, sodass Nutzer ihre Geräte weiterhin nutzen können.
Häufig gestellte Fragen zu Dell Druckern
Welche App für Dell Drucker?
Für das drahtlose Drucken von mobilen Geräten auf kompatible Dell Drucker gab es die App Dell Mobile Print. Diese App ermöglichte es, Druckaufträge von Android-Geräten direkt an Dell Drucker und Multifunktionsgeräte zu senden, die über WiFi oder Ethernet mit demselben Netzwerk verbunden waren.
Fazit
Die Geschichte der Dell Drucker ist ein Beispiel für den Einstieg eines Computerherstellers in den hart umkämpften Druckermarkt. Von der anfänglichen Partnerschaft mit Lexmark für Tintenstrahlmodelle bis hin zu den eigenen Laserdruckern unter dem Dell-Label bot das Unternehmen eine Zeit lang eine breite Palette an Drucklösungen an. Trotz ansprechender Designs und solider Verarbeitung konnten die Dell Drucker technologisch nicht immer mit den schnelllebigen Entwicklungen anderer Hersteller mithalten, was letztlich zur Einstellung des Verkaufs im Jahr 2017 führte. Für Besitzer bestehender Dell Drucker sind aber weiterhin Verbrauchsmaterialien verfügbar, sodass die Geräte noch lange genutzt werden können.
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