Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag bei den Hells Angels?

Hells Angels: Codes, Patches und harte Regeln

20/04/2018

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Die Welt der Motorradclubs übt auf viele eine besondere Faszination aus. Insbesondere die Hells Angels, oft im Licht der Öffentlichkeit, aber gleichzeitig von Geheimnissen umgeben, wecken großes Interesse. Basierend auf verfügbaren Informationen werfen wir einen Blick hinter die Kulissen dieser legendären Bruderschaft, ihre Geschichte, Struktur, Regeln und die kontroverse Beziehung zur Kriminalität.

Der Hells Angels Motorcycle Club (MC) wurde ursprünglich 1948 in Fontana, Kalifornien, USA, gegründet. Seine Präsenz in Deutschland begann 1973 in Hamburg. Aus einer lokalen Rockergruppe namens Bloody Devils entstanden, wuchs der Club im Laufe der Jahre und etablierte weitere Charter in Städten wie Stuttgart (1981), Berlin (1990) und Kiel (1994). Heute ist der Hells Angels MC Germany eine der prominentesten und polizeilich bedeutsamsten Gruppen in der deutschen Rockerszene.

Wer darf Hells Angels tragen?
Da das Tragen des Schriftzuges HELLS ANGELS und des DEATHHEAD nur den Mitgliedern des HAMC erlaubt ist gibt es für die Supporter Synonyme wie BIG RED MACHINE, SUPPORT 81 oder RED & WHITE. Diese Synonyme findet ihr weltweit auf T-Shirts und auf Accessoires.
Übersicht

Struktur und Organisation

Die Hells Angels sind weltweit in sogenannten Chartern organisiert. In Deutschland gibt es zahlreiche dieser lokalen Ableger, die jeweils über eine eigene hierarchische Struktur verfügen. An der Spitze eines jeden Charters steht ein Präsident, unterstützt von einem Vize-Präsidenten, einem Schatzmeister und weiteren Funktionsträgern. Sogar Pressesprecher sind in der Struktur vorgesehen.

Die deutschen Charter tragen auf dem unteren Teil ihres Rückenaufnähers, dem sogenannten „bottom rocker“, nicht den Schriftzug „Germany“, sondern den Namen ihrer Stadt oder Region, wie zum Beispiel „Black Forest“, „West Side“, „Frankfurt“ oder „Stuttgart“. Diese Maßnahme wurde bewusst gewählt, um zu verhindern, dass ein Verbot eines einzelnen Charters, wie es in Hamburg geschah, automatisch auf alle deutschen Charter ausgeweitet wird. Diese Vorgehensweise wurde eigens mit der Mutterorganisation in den USA abgestimmt und genehmigt.

Eine wichtige Rolle im Netzwerk der Hells Angels spielen sogenannte Supporter Clubs. Diese Clubs sind keine Vollmitglieder der Hells Angels, unterstützen aber aktiv die jeweiligen Charter. Ein prominentes Beispiel ist der Red Devils MC, der ausschließlich Unterstützungsaufgaben für die Hells Angels wahrnimmt. Das Charter Hannover, das als eines der größten weltweit gilt, verfügt über ein weitreichendes Netzwerk an Red Devils Support Clubs in zahlreichen Städten Niedersachsens und darüber hinaus. Auch andere regionale Clubs sind in Unterstützernetzwerken wie der „North Association“ organisiert, die vom Hells Angels Charter Hannover angeführt wird und über 20 weitere Clubs umfasst. Über dieses Netzwerk kann eine beträchtliche Anzahl von Unterstützern mobilisiert werden.

Der Weg zum Mitglied und die Regeln

Eine Vollmitgliedschaft bei den Hells Angels zu erreichen, ist ein langer und strenger Prozess. Ein Bewerber durchläuft zunächst die Phase des „Hangaround“. Danach folgt der Status des „Prospect“, des Anwärters. Diese Probezeit dauert mindestens ein Jahr. Während dieser Zeit haben Prospects untergeordnete Aufgaben zu erfüllen: Sie fahren bei Ausfahrten am Ende der Gruppe, schleppen Bierkisten bei Festen und kümmern sich um die Reinigung der Motorräder der Vollmitglieder. Erst nach erfolgreichem Abschluss aller Tests und positiver Bewertung wird der Anwärter in den Weltverband der Hells Angels aufgenommen. Als sichtbares Zeichen der Mitgliedschaft dürfen sie dann den vollständigen Rückenaufnäher, auch „Kutte“ genannt, tragen.

Die Kutte mit dem geflügelten Totenkopf, dem sogenannten Deathhead, ist das zentrale Symbol der Hells Angels. Der Totenkopf, die Schriftzüge, die Schriftart sowie die Farben Rot auf Weiß sind markenrechtlich geschützt, ebenso diverse Umschreibungen und Kürzel wie AFFA (Angels Forever Forever Angels) oder Big Red Machine.

Was bedeutet 666 bei den Hells Angels?
► 666 ist eigentlich die Zahl des Teufels und weit verbreitetet, ohne feste Bedeutung. Rocker sehen sich als „Teufelskerle“. Ermittler mutmaßen jedoch auch, dass es sich um die alphabetische Analogie zu „Filthy Few Forever“ handeln könnte.

Auch wenn die Hells Angels nach Aussage des ehemaligen Präsidenten Sonny Barger mit möglichst wenigen Regeln auskommen wollen, gibt es doch feste Vorschriften, die bis heute gelten. Dazu gehören:

  • Wöchentliche Meetings sind für alle Mitglieder verpflichtend. Unentschuldigtes Fehlen wird mit Geldstrafen geahndet.
  • Frauen sind bei diesen Meetings nicht zugelassen.
  • Drogenkonsum ist während der Meetings verboten.
  • Jedes Clubmitglied muss ein eigenes Motorrad besitzen. Die Quelle gibt an, dass eine Harley-Davidson nicht zwingend vorgeschrieben ist, obwohl Hinweise auf die Anforderungen für Bewerber eine Harley-Davidson ab 750 Kubikzentimetern nennen.
  • Die Ehefrau oder Freundin eines anderen Clubmitglieds ist absolut unantastbar.
  • Schlägereien zwischen Clubmitgliedern sind verboten.

Die Anforderungen für die Aufnahme sind nicht offiziell festgelegt, aber es gibt Hinweise darauf, dass ein Bewerber männlich, weiß und älter als 21 Jahre sein sollte. Der Besitz einer Harley-Davidson (ab 750 ccm), die Unterstützung durch ein bestehendes Mitglied, Vertrauenswürdigkeit und nützliche Spezialkenntnisse werden als vorteilhaft betrachtet. Interessanterweise wird auch erwähnt, dass Vorstrafen dienlich sein können.

Symbole, Patches und ihre Bedeutung

Neben dem zentralen Deathhead-Patch tragen Hells Angels verschiedene andere Aufnäher, die bestimmte Zugehörigkeiten, Status oder auch Taten signalisieren können. Einige dieser Patches sind besonders aussagekräftig und werden nur unter bestimmten Voraussetzungen verliehen.

Zwei bekannte Beispiele für solche speziellen Patches sind:

  • Das Dequiallo-Patch: Dieses Patch wird angeblich verliehen, wenn ein Mitglied einen Polizisten oder eine ähnliche Autoritätsperson niedergeschlagen oder verletzt hat.
  • Das Filthy Few-Patch: Dieses Patch soll von Mitgliedern getragen werden dürfen, die einen Feind des Clubs getötet haben.

Diese Patches unterstreichen die Bedeutung von Tattoos und Symbolen innerhalb der Rocker-Szene, die Insidern und manchmal auch Ermittlern Hinweise auf die Vergangenheit oder Taten eines Mitglieds geben können, wie in einer der bereitgestellten Informationen angedeutet wird. Allerdings muss klar gesagt werden, dass die uns vorliegenden Informationen keine spezifische Bedeutung für die Zahlen 666 oder 13 im Kontext der Hells Angels liefern. Die Symbolik des Clubs ist komplex und oft nur Eingeweihten vollständig zugänglich.

Hells Angels und Kriminalität

Die Nähe der Hells Angels zur organisierten Kriminalität ist ein wiederkehrendes und stark diskutiertes Thema. Gegen einzelne Mitglieder und Charter gibt es zahlreiche Vorwürfe und polizeiliche Ermittlungen. Die Bandbreite der mutmaßlichen Straftaten reicht von Körperverletzung, Raub und Prostitution über Waffenbesitz und Schutzgelderpressung bis hin zu Drogenhandel und Mord. Laut Angaben aus dem Jahr 2010 waren zu diesem Zeitpunkt 18 Hells Angels in Deutschland inhaftiert. Im selben Jahr richteten sich 20 Verfahren wegen Organisierter Kriminalität (OK) gegen Mitglieder des Clubs.

Auch ehemalige Mitglieder haben über eine kriminelle Ausrichtung berichtet, wobei Ex-Hells-Angel Ulrich Detrois angab, dies betreffe hauptsächlich die deutschen Charter. Gerichtsurteile gegen führende Mitglieder stützen diese Vorwürfe. Zudem sind die Hells Angels immer wieder in gewaltsame Auseinandersetzungen mit anderen Rockerclubs verwickelt, insbesondere mit den Bandidos, Outlaws MC und Gremium MC. Der sogenannte „Rockerkrieg“ zwischen den Hells Angels und den Bandidos um Gebietsansprüche und Marktanteile sorgte ab 2009 für große Schlagzeilen. Ein im Mai 2010 geschlossener Friedensvertrag zwischen den Anführern Frank Hanebuth (Hells Angels) und Peter Maczollek (Bandidos) hielt nur kurze Zeit.

Neben den kriminellen Aktivitäten sind Hells Angels auch in legalen Geschäftsbereichen tätig. Typische Felder sind Wach- und Sicherheitsdienste, Gastronomiebetriebe sowie Tattoo-Studios, die offiziell gewerblich angemeldet sind. Es gibt Berichte über ein Kooperationsschema, bei dem der Club Mitgliedern Geld für den Kauf ihrer Harley-Davidson leiht. Dieses Darlehen sollen die Mitglieder dann durch Arbeit als Türsteher oder in Bordellen abarbeiten.

Was bedeutet 666 bei den Hells Angels?
► 666 ist eigentlich die Zahl des Teufels und weit verbreitetet, ohne feste Bedeutung. Rocker sehen sich als „Teufelskerle“. Ermittler mutmaßen jedoch auch, dass es sich um die alphabetische Analogie zu „Filthy Few Forever“ handeln könnte.

Die finanzielle Belastung einer Mitgliedschaft scheint ebenfalls nicht unerheblich zu sein. Einem Aussteiger zufolge betragen die monatlichen Clubbeiträge für ein Vollmitglied 400 Euro. Die Anschaffung der Kutte soll einmalig rund 2500 Euro kosten.

Rechtliche Auseinandersetzungen und Verbote

Die Hells Angels sehen sich in Deutschland zunehmend rechtlichem Druck ausgesetzt. Seit 2010 prüfen die Innenminister von Bund und Ländern ein generelles Verbot von Rockerclubs wie den Hells Angels. Obwohl ein bundesweites Verbot bislang nicht erfolgt ist, wurden bereits einzelne Charter verboten. Eine weitere rechtliche Entwicklung betrifft das Verbot des Tragens der Rockerkutten in der Öffentlichkeit. Nach einem Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg im April 2014 sprachen zahlreiche Bundesländer (mit wenigen Ausnahmen wie Hessen und Sachsen-Anhalt im August 2014) eigene Kuttenverbote aus. Dies bedeutet, dass das öffentliche Zeigen der Symbole des Clubs in vielen Regionen Deutschlands untersagt ist.

Selbstbild und öffentliche Wahrnehmung

Das Selbstbild der Hells Angels unterscheidet sich stark von der öffentlichen und polizeilichen Wahrnehmung. Sie verstehen sich als „Motorradclub und internationale Brüderschaft“, die auf Grundwerten wie Ehre, Respekt, Treue und Freiheit basiert – Werte, die ihrer Meinung nach in der modernen Gesellschaft oft fehlen. Sie betonen, dass Verrat, Kindesmissbrauch und harter Drogenkonsum Ausschlusskriterien seien und die Kameradschaft trotz Vorwürfen Drogen- und Waffenhandel ablehne. Sie beklagen eine einseitige und kriminalisierende Berichterstattung in den Medien.

Kriminologen wie Klaus Boers beschreiben die Rockerclubs hingegen als „Machokultur par excellence“ und sehen ihre Rituale als Erscheinungsform der Vergangenheit. Kritiker weisen auch auf das Paradoxon hin, dass die angestrebte Freiheit durch eine strenge Club-Satzung reglementiert wird und die individuelle Freiheit den Interessen des Clubs untergeordnet ist.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die Hells Angels?

Die Hells Angels sind ein internationaler Motorradclub, der auch als Outlaw Motorcycle Gang (OMCG) eingestuft wird. Sie sind in lokalen Gruppen, sogenannten Chartern, organisiert und haben eine hierarchische Struktur.

Wie wird man Mitglied bei den Hells Angels?

Der Weg zur Mitgliedschaft ist ein mehrstufiger Prozess, der in der Regel mit dem Status des „Hangaround“ beginnt, gefolgt von einer mindestens einjährigen Probezeit als „Prospect“. Während dieser Zeit müssen Anwärter verschiedene Aufgaben erfüllen, bevor sie als Vollmitglied aufgenommen werden können.

Was bedeutet die 13 bei Hell’s Angels?
Dies ist die richtige Aussage. Und zum weiteren Kontext: Damals wurde 13 auch als Code für Gras verwendet, weil der 13. Buchstabe des Alphabets M war. Wenn ich mich recht erinnere, war dies einer der Gründe, warum die Hells Angels in den 60er Jahren in vielen ihrer Bilder die 13 verwendeten.

Was bedeuten die Patches der Hells Angels?

Das bekannteste Patch ist der geflügelte Totenkopf, der Deathhead. Der untere Schriftzug (bottom rocker) nennt die Stadt oder Region des Charters. Spezielle Patches wie Dequiallo oder Filthy Few signalisieren bestimmte Taten des Trägers. Die genaue Bedeutung aller Symbole ist komplex und nicht immer öffentlich bekannt. Die Bedeutung der Zahlen 666 oder 13 wird in den uns vorliegenden Informationen nicht erklärt.

Sind die Hells Angels eine kriminelle Vereinigung?

Die Hells Angels selbst bezeichnen sich als Motorradclub und Bruderschaft. Polizei und Justiz stufen sie jedoch in Deutschland als Outlaw Motorcycle Gang ein, und einzelne Charter wurden als kriminelle Vereinigungen verboten. Es gibt zahlreiche Vorwürfe und Verurteilungen wegen verschiedenster Straftaten gegen Mitglieder.

Was kostet eine Mitgliedschaft bei den Hells Angels?

Laut Aussagen eines ehemaligen Mitglieds betragen die monatlichen Clubbeiträge 400 Euro. Die Anschaffung der Kutte soll einmalig 2500 Euro kosten.

Warum tragen die deutschen Hells Angels nicht „Germany“ auf ihren Kutten?

Um die Auswirkungen von Clubverboten einzudämmen, tragen die deutschen Charter auf dem unteren Rückenaufnäher stattdessen die Namen ihrer Stadt oder Region. Diese Strategie soll verhindern, dass ein Verbot eines einzelnen Charters automatisch für alle deutschen Charter gilt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Welt der Hells Angels eine komplexe Mischung aus strengen Regeln, tief verwurzelter Symbolik, Bruderschaftsidealen und erheblichen Herausforderungen durch Vorwürfe und rechtliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Kriminalität darstellt. Es ist eine Welt, die von außen oft nur schwer zu durchdringen ist und deren volle Bedeutung und Dynamik wohl nur den Mitgliedern selbst bekannt ist.

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