12/09/2025
Herma ist ein traditionsreiches deutsches Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Haftmaterial, Etiketten und Etikettiermaschinen spezialisiert hat. Wenn es um die Herkunft und Qualität ihrer Produkte geht, stellt sich oft die Frage: Wo produziert Herma eigentlich? Die Antwort führt uns in erster Linie nach Deutschland, genauer gesagt nach Filderstadt, dem zentralen Knotenpunkt des Unternehmens.

Die Wurzeln von Herma reichen zurück bis ins Jahr 1906, als Heinrich Hermann in Stuttgart-Wangen eine kleine Druckerei gründete. Schon damals lag der Fokus auf Kleinpapierwaren und Etiketten. Die Produktion begann bescheiden, aber zielgerichtet auf Produkte wie Etiketten aus Papier. Ein wichtiger Meilenstein in der frühen Geschichte war die Erfindung der Fotoecke im Jahr 1926, die über Jahrzehnte ein Hauptumsatzträger war und immer noch unter dem Namen Transparol angeboten wird. Die Produktion fand in Stuttgart-Wangen statt, wo das Unternehmen 1925 einen Neubau bezog und Ende der 1940er Jahre bereits mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigte.
Der Weg zum Hauptsitz in Filderstadt
Eine bedeutende Entwicklung war die Einführung selbstklebender Etiketten im Jahr 1951 – Herma war das erste deutsche Unternehmen, das diese produzierte. Dies legte den Grundstein für weiteres Wachstum. Im Jahr 1961 wurde ein zweites Werk in Bonlanden auf den Fildern eingeweiht. Zu dieser Zeit beschäftigte das Unternehmen, das nun unter dem Namen Herma firmierte, bereits 610 Mitarbeiter. Die Expansion setzte sich fort, unter anderem durch die Übernahme der Firma Rex 1964 und die Aufnahme der Produktion in Deizisau Mitte der 1960er Jahre. Ende der 1970er Jahre erfolgte die Umwandlung in eine GmbH & Co. KG.
Der Standort Filderstadt-Bonlanden entwickelte sich im Laufe der Zeit zum zentralen Dreh- und Angelpunkt von Herma. Aufgrund fehlender Erweiterungsmöglichkeiten am historischen Standort Stuttgart-Wangen wurde dieser im Juni 2008 aufgelöst. Der Geschäftsbereich Etiketten sowie zentrale Unternehmenseinheiten wurden komplett nach Filderstadt-Bonlanden integriert, das seitdem den Hauptsitz bildet. Der Geschäftsbereich Etikettiermaschinen zog zunächst an den Standort Deizisau.
Filderstadt: Das Herz der Herma Produktion
Heute ist Filderstadt-Bonlanden das unbestrittene Zentrum der Herma Produktion und Entwicklung. Hier befinden sich nicht nur die Unternehmenszentrale, sondern auch die modernsten Produktionsanlagen. Im Mai 2004 eröffnete Herma in Filderstadt ein Logistik-Zentrum, das die effiziente Verteilung der Produkte sicherstellt. Ein besonderes Highlight ist die im Jahr 2007 in Betrieb genommene Beschichtungsanlage, die zu den modernsten der Welt zählt. Diese Anlage repräsentiert eine bedeutende Investition und ermöglicht die Produktion von Haftmaterial mit beeindruckender Geschwindigkeit von bis zu 1.200 m/min. Herma war branchenweit führend bei der Einführung des sogenannten „Curtain-Coating“-Verfahrens für Haftmaterial auf dieser Anlage, bei dem der Kleber wie ein Vorhang auf die schnell laufende Papierbahn aufgebracht wird. Dieses Verfahren ermöglichte es auch, erstmals mehrere Haftkleberschichten gleichzeitig aufzubringen.

Die strategische Bedeutung des Standorts Filderstadt wurde durch weitere Investitionen unterstrichen. 2015 erwarb Herma das Gutperle-Areal, um die Fachkenntnisse im Bereich der Kennzeichnungstechnologie an einem Standort zu bündeln und Platz für zukünftiges Wachstum zu schaffen. In den folgenden Jahren wurden über 100 Millionen Euro in Filderstadt-Bonlanden investiert. Es entstand eine neue Fertigung für Etikettiermaschinen, deren Inbetriebnahme Anfang 2019 zur Auflösung des Standorts Deizisau führte. Zusätzlich wurde auf dem neu erworbenen Gelände ein weiteres, eigenständiges Haftmaterialwerk errichtet, das ab Mai 2020 den Betrieb aufnahm. Diese Investitionen festigen die Rolle von Filderstadt als zentralen und hochmodernen Produktionsstandort.
Internationale Präsenz und Vertrieb
Neben dem Hauptsitz in Deutschland unterhält Herma auch eine internationale Präsenz. Das Unternehmen verfügt über sechs Niederlassungen: fünf in Europa und eine in den USA. Die internationale Expansion begann früh mit der Gründung der ersten Tochtergesellschaft in Frankreich im Jahr 1971, gefolgt von Österreich und Belgien im Jahr 1978. Im Vereinigten Königreich wurden Anfang der 1990er Jahre (Haverhill 1991) und im Jahr 2000 (Newbury) Tochtergesellschaften gegründet, die später in Herma UK zusammengefasst wurden. Diese Niederlassungen spielen eine wichtige Rolle im Vertrieb und Service, um Kunden weltweit zu bedienen und die in Deutschland hergestellten Produkte international verfügbar zu machen.
Was produziert Herma? Das Produktspektrum
Herma ist bekannt für ein breites Spektrum an Produkten, die in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen. Der Kern des Geschäfts liegt im Haftmaterial, das als Basis für viele Etiketten dient. Darauf aufbauend bietet Herma eine Vielzahl von Etiketten für Büro, Handel und Logistik. Dazu gehören beispielsweise Etiketten für Aktenordner, Adressetiketten für den Versand, Siegel- und Sicherheitsetiketten sowie vorgedruckte Etiketten, die auch im Außenbereich eingesetzt werden können.
Der Bereich „Office & Home“ umfasst zudem ein breites Sortiment an Produkten für den Büro- und Schulbedarf sowie zum Basteln. Hierzu zählen Ordner, Buchschoner, Sticker und verschiedene Montage- und Archivierungssysteme, wie beispielsweise Fotoalben und -ecken. Herma unterstützt Kunden bei der Gestaltung ihrer Etiketten mit kostenloser Software wie dem Label Assistant Online oder Word-Vorlagen, um ein einfaches und professionelles Bedrucken mit Laser- und Tintenstrahldruckern zu ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Geschäftsbereich sind die Etikettiermaschinen. Diese Maschinen kommen in Industrie und Logistik zum Einsatz und sind essenziell für das präzise Anbringen von Etiketten auf Produkten oder Verpackungen. Die Entwicklung und Fertigung dieser Maschinen ist ebenfalls am Hauptsitz in Filderstadt zentralisiert.
Zusammenfassung der Standorte und Funktionen
Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Herma Standorte basierend auf den verfügbaren Informationen:
- Filderstadt-Bonlanden, Deutschland: Hauptsitz des Unternehmens. Zentraler Standort für Verwaltung, Entwicklung, Logistik-Zentrum, hochmoderne Haftmaterialproduktion (Beschichtungsanlage, neues Haftmaterialwerk) und Produktion von Etikettiermaschinen.
- Stuttgart-Wangen, Deutschland: Historischer Gründungsort und früherer Produktionsstandort, heute aufgelöst.
- Bonlanden, Deutschland: Früherer separater Standort, heute Teil des erweiterten Hauptsitzes in Filderstadt-Bonlanden.
- Deizisau, Deutschland: Früherer Produktionsstandort (Etikettiermaschinen), heute aufgelöst und nach Filderstadt verlegt.
- Internationale Niederlassungen (Europa: Frankreich, Österreich, Belgien, UK; USA): Fokus auf Vertrieb, Service und lokale Marktbetreuung für die in Deutschland produzierten Produkte.
Häufig gestellte Fragen zur Herma Produktion
Wo ist der Hauptsitz von Herma?
Der Hauptsitz der Herma Holding GmbH + Co. KG befindet sich in Filderstadt (Ortsteil Bonlanden), Deutschland. Dort sind die zentralen Unternehmensfunktionen sowie die Hauptproduktion angesiedelt.
Produziert Herma nur in Deutschland?
Die Kernproduktion von Haftmaterial, Etiketten und Etikettiermaschinen findet hauptsächlich am hochmodernen Standort in Filderstadt, Deutschland, statt. Herma unterhält jedoch internationale Niederlassungen, die für Vertrieb und Kundenservice zuständig sind.
Welche Produkte stellt Herma her?
Herma stellt eine breite Palette von Produkten her, darunter Haftmaterial, selbstklebende Etiketten für verschiedene Anwendungen (Büro, Logistik, Zuhause), Produkte für Büro und Schule (Ordner, Buchschoner, Sticker, Archivierungssysteme) sowie Etikettiermaschinen.

Seit wann gibt es Herma?
Herma wurde im Jahr 1906 von Heinrich Hermann in Stuttgart-Wangen gegründet.
Was ist das Besondere an der Produktionstechnologie von Herma?
Herma investiert kontinuierlich in moderne Technologien. Besonders hervorzuheben ist die hochmoderne Beschichtungsanlage in Filderstadt, die das Curtain-Coating-Verfahren nutzt und eine sehr schnelle und präzise Aufbringung von Haftklebern ermöglicht, teilweise auch in mehreren Schichten gleichzeitig.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Produktion von Herma fest in Deutschland verankert ist, mit dem Hauptstandort und dem Herzstück der Fertigung in Filderstadt. Hier investiert das Unternehmen kontinuierlich in modernste Anlagen und bündelt seine Kernkompetenzen in den Bereichen Haftmaterial, Etiketten und Etikettiermaschinen. Die internationalen Niederlassungen ergänzen diese Struktur, indem sie den weltweiten Vertrieb und Service sicherstellen. Wenn Sie ein Herma Produkt in den Händen halten, können Sie sicher sein, dass es seinen Ursprung in den hochmodernen Produktionsstätten in Deutschland hat.
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