Wann wird die Galeria in Essen geschlossen?

Was wurde aus Karstadt Leipzig & Galeria?

10/03/2025

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Das ehemalige Karstadt-Warenhaus in Leipzig, ein historisches Gebäude am Neumarkt, hat eine bemerkenswerte Wandlung erfahren. Anstatt als klassisches Kaufhaus zu bestehen, wurde es in ein modernes, multifunktionales Zentrum namens NEO umgewandelt. Diese Transformation ist Teil eines größeren Trends und spiegelt die Herausforderungen wider, mit denen traditionelle Warenhäuser in Deutschland konfrontiert sind, illustriert durch die turbulente Geschichte des Galeria Karstadt Kaufhof Konzerns.

Was ist aus Karstadt Leipzig geworden?
Das ehemalige Leipziger Karstadt heißt jetzt NEO und soll zukünftig Büros sowie Shopping- und Gastronomie-Erlebnisse mit Lifestyle- und Mobilitätskonzepten vereinen. Aktuell werden im Gebäude ein neuer REWE und das Parkhaus Neumarkt dem Publikumsverkehr zugänglich gemacht.
Übersicht

Das NEO Leipzig: Ein neues Leben für Karstadt am Neumarkt

Seit der zweiten Jahreshälfte 2021 wird das historische Gebäude am Neumarkt 30, ehemals Karstadt, intensiv umgebaut. Unter dem Namen N30|NEO entsteht hier ein zukunftsweisendes Büro- und Geschäftshaus, das verschiedene Nutzungen unter einem Dach vereint. Das Konzept sieht flexible Büroflächen vor, die sich hauptsächlich über die oberen Etagen erstrecken und insgesamt 21.400 Quadratmeter umfassen. Im Unter- und Erdgeschoss sind rund 10.000 Quadratmeter für Einzelhandel, Gastronomie und Lebensmittelgeschäfte vorgesehen. Dieser Mix soll das Gebäude zu einem lebendigen Treffpunkt in der Leipziger Innenstadt machen.

Ein wesentlicher Bestandteil des NEO-Konzepts ist die Integration eines Parkhauses unter dem Gebäude. Das Parkhaus Neumarkt mit rund 400 Pkw-Stellplätzen wurde auf Wunsch der Stadt bereits Mitte Juli 2019 wiedereröffnet und wird um 300 Fahrradstellplätze erweitert. Zum Pre-Opening am 1. Dezember 2023 nahm im Untergeschoss ein großer REWE-Supermarkt auf rund 2.500 Quadratmetern seinen Betrieb auf. Gleichzeitig wurde das sanierte Parkhaus mit 60 Ladepunkten für E-Fahrzeuge zugänglich gemacht.

Die Umgestaltung des Gebäudes legt großen Wert auf hohe technische Standards, insbesondere bei Nachhaltigkeit und Energieverbrauch. Angestrebt werden Zertifizierungen wie der LEED-Gold-Status und WiredScore, möglicherweise sogar höher. Während der Umbauphase wurden die Schaufenster des Gebäudes von Kulturbetrieben der Stadt Leipzig für Werbung genutzt, was die Verbindung des Projekts zur Stadt unterstreicht.

Die Bauarbeiten im Inneren des NEO schreiten auch nach dem Pre-Opening weiter voran. Weitere Mieter aus Einzelhandel, Gastronomie und Büro werden voraussichtlich 2024 einziehen. Im ersten Obergeschoss ist unter anderem ein Flex-Office-Betreiber geplant, der maßgeschneiderte Büroflächen für unterschiedliche Bedürfnisse anbieten wird. Die Fertigstellung der Umgestaltungsmaßnahmen wurde ursprünglich für Anfang 2023 erwartet, die Arbeiten dauern jedoch noch an.

Die Geschichte des Warenhaussterbens: Wie Galeria Karstadt Kaufhof in die Krise geriet

Die Transformation des Leipziger Karstadt-Gebäudes ist untrennbar mit der schwierigen Entwicklung des deutschen Warenhaussektors verbunden. Die Geschichte von Galeria Karstadt Kaufhof ist eine Chronologie von Fusionen, Sanierungsversuchen und wiederholten Insolvenzen. Was in den 1880er-Jahren mit den Gründungen von Leonhard Tietz (Kaufhof) und Rudolph Karstadt (Karstadt) begann, entwickelte sich über Jahrzehnte zu zentralen Konsummagneten der Innenstädte.

Doch bereits in den 1980er-Jahren setzte ein Kundenschwund ein. Nach großen Fusionen in den 1990er-Jahren (Kaufhof schluckt Horten, Karstadt übernimmt Hertie) blieben Karstadt und Kaufhof als große Ketten übrig. Die Fusion von Karstadt mit Quelle 1999 zur KarstadtQuelle AG schuf einen Handelsgiganten, der zeitweise sogar im DAX notiert war. Doch trotz dieser Größe geriet das Unternehmen, später umbenannt in Arcandor, zunehmend in Schwierigkeiten.

Wird Karstadt in Leipzig geschlossen?
Galeria Karstadt Kaufhof schließt Filiale in Leipzig und 51 weitere Häuser bundesweit. Leipzig- Der Warenhauskonzern Galeria Kaufhof, Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern, wird bundesweit 52 Filialen schließen, darunter auch die Filiale in Leipzig.

Ein entscheidender Schritt war der Verkauf konzerneigener Warenhausimmobilien für Milliardenbeträge im Jahr 2005, um Liquidität zu schaffen. Die daraus resultierenden hohen Mietkosten wurden jedoch später zu einer erheblichen Belastung. Im Jahr 2009 musste Arcandor Insolvenz für Quelle und Karstadt beantragen – eine der größten Pleiten der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Ein erster Rettungsversuch erfolgte unter dem US-Investor Nicolas Berggruen, der Karstadt 2010 übernahm, aber trotz Stellenstreichungen hohe Verluste einfuhr.

2014 übernahm René Benko mit seiner Signa-Holding Karstadt. Benko verfolgte die Idee einer Fusion mit dem Konkurrenten Galeria Kaufhof, der damals der Metro gehörte. Diese Fusion zur „Galeria Karstadt Kaufhof“ kam 2018 zustande, wobei Signa eine knappe Mehrheit erhielt. Doch auch die fusionierte Gruppe geriet schnell in Not. Belastet durch die Corona-Pandemie und strukturelle Probleme musste Galeria Karstadt Kaufhof im April 2020, nur wenige Monate nach der Fusion, zum ersten Mal Insolvenz anmelden.

Ein Schuldenschnitt und Staatshilfen in Höhe von insgesamt 680 Millionen Euro ermöglichten einen Neustart. Alle Häuser sollten fortan einheitlich „Galeria“ heißen. Doch die Erholung war nur von kurzer Dauer. Im Oktober 2022 musste der Konzern erneut unter einen Schutzschirm flüchten. Ein Sanierungsplan sah die Schließung zahlreicher Filialen vor, um das Unternehmen zu retten.

Die dritte Insolvenz folgte schließlich am 9. Januar 2024. Als Grund wurden die massiven Insolvenzen der Signa-Gruppe genannt, die Galeria durch hohe Mieten und teure Dienstleistungen stark beeinträchtigten. Das Ziel dieser dritten Insolvenz war die Befreiung aus den durch Signa gesetzten Rahmenbedingungen und ein Eigentümerwechsel, um die Fortführung der Kaufhauskette zu ermöglichen. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. April 2024 eröffnet.

Das Schicksal der Leipziger Galeria-Filiale am Neumarkt

Neben dem ehemaligen Karstadt-Gebäude gibt es in Leipzig eine weitere große Warenhausimmobilie: die Galeria-Filiale ebenfalls am Neumarkt. Diese Filiale schrieb Berichten zufolge schwarze Zahlen und galt als umsatzstark. Dennoch fand sie sich im März 2023 überraschend auf der Liste der von Galeria Karstadt Kaufhof zur Schließung vorgesehenen Standorte wieder.

Die Nachricht sorgte für große Besorgnis in Leipzig, da die Schließung ein negatives Signal für die Innenstadtentwicklung und den Einzelhandel gewesen wäre. Die Stadt Leipzig, angeführt von Oberbürgermeister Burkhard Jung und Wirtschaftsbürgermeister Clemens Schülke, setzte sich intensiv für den Erhalt der Filiale ein. Durch zahlreiche Gespräche mit dem Galeria-Konzern und dem Eigentümer der Immobilie konnte eine glückliche Wende erreicht werden.

Am 16. März 2023 gab Galeria Karstadt Kaufhof bekannt, dass fünf Warenhäuser weniger geschlossen würden als zunächst geplant, darunter auch die Filiale in Leipzig. Dank Zugeständnissen der Vermieter konnte der Standort erhalten bleiben. Die Stadt Leipzig begrüßte die Entscheidung mit großer Erleichterung und betonte die Bedeutung der Filiale als zentralen Anziehungspunkt im Herzen der Innenstadt. Die Verhandlungen, auch im Rahmen der Immobilienmesse in Cannes, hatten sich ausgezahlt.

Wieso schließt Karstadt?
Von den Schließungen sind rund 1.400 Mitarbeiter*innen betroffen - 11.400 Jobs bleiben vorerst erhalten. Hintergrund der Schließungen seien zu hohe Mieten. Nächster Schritt im Anfang April eröffneten Insolvenzverfahren ist eine Gläubigerversammlung Ende Mai.

Was passiert mit den geschlossenen Filialen? Nachnutzungskonzepte

Während einige Filialen gerettet werden konnten, mussten zahlreiche andere geschlossen werden. Die geplanten Schließungswellen betrafen ursprünglich 52 Filialen, reduziert auf 47, dann auf 41 im Rahmen des Sanierungsplans 2023. Nach der dritten Insolvenz im Januar 2024 wurde am 27. April 2024 bekannt gegeben, dass 76 Filialen fortgeführt werden können und 16 geschlossen werden. Insgesamt wurden durch die verschiedenen Insolvenzverfahren und Sanierungsrunden Dutzende von Standorten aufgegeben.

Für die leerstehenden Warenhausimmobilien müssen nun neue Nutzungskonzepte gefunden werden. Die riesigen Flächen stellen sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Es zeigt sich, dass nicht alle Flächen wieder für klassischen Einzelhandel genutzt werden. Oft sind es Projektentwickler und Städte selbst, die Interesse am Erwerb dieser Immobilien zeigen, um Mischnutzungen zu realisieren.

Beispiele für Nachnutzungen aus dem Text:

  • Die Modekette Aachener mietete sich in mehreren ehemaligen Galeria/Karstadt-Filialen ein, z.B. in Coburg, Frankfurt (Zeil), Nürnberg-Langwasser und Cottbus, um dort Department Stores zu eröffnen.
  • Die Stadt Cottbus kaufte die ehemalige Galeria-Filiale, um Teile des Bürgerservices, die Stadt- und Regionalbibliothek sowie das Stadtarchiv dort unterzubringen. Geplant ist ein „Stadtforum K“ mit Handel und Dienstleistungen.
  • In Bremen einigten sich Galeria und der Eigentümer auf eine Reduzierung der Fläche um ein Drittel und eine Modernisierung des verbleibenden denkmalgeschützten Teils. Die freiwerdenden Flächen werden anders genutzt.
  • In Bamberg wird die Galeria-Fläche ebenfalls reduziert und konzentriert, der freiwerdende Gebäudeteil soll neu positioniert werden.
  • Das Becken-Unternehmen kaufte das Galeria-Standort im Berliner RingCenter III.
  • In Saarbrücken übernahm die Modekette Aachener das Galeria-Gebäude.
  • Die Stadt Dortmund zeigte Interesse, mit eigenen Einrichtungen in das Karstadt-Haus zu ziehen, um die Mietkosten für Galeria zu senken und eine Mischnutzung zu schaffen.

Die Schließungen von Galeria-Standorten spülen laut einer Schätzung von Mai 2024 gut 500.000 Quadratmeter Fläche auf den Vermietungsmarkt. Dies beeinflusst die Dynamik in den Innenstadtlagen erheblich und erfordert kreative Lösungen für die zukünftige Nutzung dieser großflächigen Immobilien.

Die Zukunft von Galeria: Neustart mit neuem Eigentümer?

Trotz der wiederholten Krisen und Insolvenzen strebt der Galeria-Konzern eine Fortführung an. Nach der dritten Insolvenzanmeldung im Januar 2024 wurde ein Bieterverfahren eingeleitet. Anfang April 2024 wurde bekannt, dass ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners und dem Unternehmer Bernd Beetz neuer Inhaber werden soll. Diese Entscheidung muss noch von der Gläubigerversammlung bestätigt werden, was für Ende Mai 2024 angesetzt ist.

Das Investorenkonsortium plant, mehr als 70 der verbleibenden 92 Filialen weiterzuführen. Ein wichtiger Faktor für die Fortführung ist die Erzielung der notwendigen Profitabilität an jedem Standort, wobei die Miethöhe eine zentrale Rolle spielt. Ein marktüblicher Mietkorridor von 7 bis 11 Prozent des Umsatzes wurde als Ziel definiert. Für die Filialen, bei denen trotz Verhandlungen kein wirtschaftlich vertretbares Ergebnis mit den Vermietern erzielt werden konnte, ist eine Schließung unumgänglich.

Die Strategie für die fortgeführten Filialen sieht eine umfassende Modernisierung in den kommenden drei Jahren vor. Galeria will sich stärker in den Segmenten Bekleidung, Beauty und Home positionieren. Zusätzlich sollen Gastronomie-Angebote und ergänzende Dienstleistungen wie Versicherungen, Schneidereien oder Bürger-Services die Filialen zu attraktiveren Treffpunkten machen. Eine stärkere lokale Ausrichtung und mehr Eigenständigkeit für die einzelnen Filialen bei Sortimenten und Abläufen sind ebenfalls geplant.

Von den zuletzt 12.800 Arbeitsplätzen bei Galeria sollen rund 11.400 erhalten bleiben. Für die betroffenen rund 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zu schließenden Filialen wurde eine sozialverträgliche Lösung erarbeitet, die unter anderem einen Wechsel in eine Transfergesellschaft ermöglicht.

Ist die Karstadt Kundenkarte noch gültig?
Die GALERIA Kundenkarte verfällt nicht. Die Gültigkeit der Karte ist an die Dauer Ihrer Teilnahme am GALERIA Kundenkarten-Programm gebunden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist aus dem ehemaligen Karstadt-Gebäude in Leipzig geworden?
Das Gebäude wurde in das multifunktionale Büro- und Geschäftshaus NEO umgewandelt. Es beherbergt nun Büros, Einzelhandel, Gastronomie und ein saniertes Parkhaus.

Wird die Galeria-Filiale in Leipzig geschlossen?
Nein, die Galeria-Filiale am Neumarkt in Leipzig, die ursprünglich auf der Schließungsliste stand, konnte dank Verhandlungen zwischen der Stadt, Galeria und dem Vermieter erhalten bleiben.

Warum ist Galeria Karstadt Kaufhof in Schwierigkeiten geraten?
Der Konzern litt unter strukturellen Problemen im traditionellen Einzelhandel, Konkurrenz durch Online-Handel, hohen Mietkosten nach Immobilienverkäufen und den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Zuletzt trugen auch die Insolvenzen der Muttergesellschaft Signa zur Krise bei.

Wie viele Galeria-Filialen bleiben erhalten?
Im Rahmen des Sanierungsplans nach der dritten Insolvenz sollen 76 Filialen von Galeria fortgeführt werden, während 16 geschlossen werden.

Wer wird voraussichtlich neuer Eigentümer von Galeria?
Ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners und dem Unternehmer Bernd Beetz soll voraussichtlich neuer Eigentümer werden, vorbehaltlich der Zustimmung der Gläubigerversammlung.

Fazit

Die Geschichte des ehemaligen Karstadt-Gebäudes in Leipzig zeigt, wie große Innenstadtimmobilien transformiert werden können, um neuen Nutzungen gerecht zu werden. Das NEO-Projekt steht für eine Neuausrichtung weg vom reinen Warenhaus hin zu einem gemischten Nutzungskonzept. Parallel dazu kämpft der Galeria Karstadt Kaufhof Konzern ums Überleben. Nach mehreren Insolvenzen und Sanierungsversuchen gibt es nun die Hoffnung auf einen Neustart unter neuem Eigentümer. Die Zukunft der verbleibenden Galeria-Filialen hängt von erfolgreicher Modernisierung, lokaler Anpassung und wirtschaftlich tragfähigen Mietverträgen ab. Die leerstehenden Warenhausflächen stellen gleichzeitig eine Chance für die Neugestaltung deutscher Innenstädte dar, wobei kreative Nachnutzungskonzepte gefragt sind.

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