26/12/2014
Gibt es tatsächlich einen Stift, der unter den extremen Bedingungen des Weltraums funktioniert? Normale Kugelschreiber versagen im Vakuum und bei Schwerelosigkeit, da die Tinte auf die Schwerkraft angewiesen ist, um zur Spitze zu fließen. Doch die Antwort lautet ja, und der bekannteste Vertreter dieser besonderen Art von Schreibgerät ist zweifellos der Fisher Space Pen. Dieser Stift hat eine faszinierende Geschichte und wird seit Jahrzehnten von Astronauten genutzt. Aber wie schlägt er sich im Alltag und was macht ihn so besonders?
Meine persönliche Reise zu diesem Stift begann aus mehreren Gründen, die ihn von gewöhnlichen Schreibgeräten abheben. Zum einen ist es seine Konstruktion: Es handelt sich um einen reinen Metallstift. Ich habe einfach eine Vorliebe für Schreibgeräte aus Metall, die sich robust und wertig anfühlen. Zum anderen sind da die beeindruckenden Eigenschaften, die ihm zugeschrieben werden: Er soll unter Wasser, kopfüber und eben auch im Weltraum schreiben können. Auch wenn ich nicht täglich in diesen extremen Situationen schreibe, ist es doch beruhigend zu wissen, dass der Stift dazu in der Lage wäre.

Der dritte und für mich ausschlaggebendste Grund für den Kauf war jedoch die Geschichte. Der Fisher Space Pen ist der Originalstift, der von der NASA auf den Apollo-Missionen, den Shuttle-Missionen und auf der Internationalen Raumstation (ISS) verwendet wurde und wird. Diese Verbindung zur Raumfahrtgeschichte hat mich wirklich fasziniert und zum Kauf bewogen. Zuvor war ich mit meinem Zebra F-701 als Standardstift durchaus zufrieden, aber meine Liebe zur Geschichte hat mich dazu gebracht, den Fisher Space Pen auszuprobieren.
Erste Eindrücke und Handhabung
Nachdem ich den Stift einige Tage benutzt habe, bin ich wirklich sehr zufrieden damit. Ich war zunächst etwas besorgt, da einige bestehende Bewertungen sich über den Balancepunkt, die starke Verjüngung zur Spitze hin und den mangelnden Grip beschwerten. Meiner Meinung nach sind diese Punkte jedoch keine echten Probleme. Der Stift ist zwar leicht kopflastig, aber wenn man ihn korrekt hält (ich weiß, darüber gibt es einige Diskussionen...), ruht das obere Ende des Stifts im Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger und bleibt dort sicher liegen.
Die Verjüngung zur Spitze hin bemerke ich beim Schreiben kaum, und der Grip scheint für mich völlig ausreichend zu sein. Die Rändelung ist zwar nicht so ausgeprägt und 'griffig' wie beim Zebra F-701, aber ich hatte bisher keinerlei Probleme, den Stift sicher zu halten. Das Schreibgefühl ist angenehm und kontrolliert, auch wenn die Rändelung dezenter ist als bei manch anderem Metallstift.
Größe und Durchmesser
Eine Sache, die für manche Menschen möglicherweise ein Problem darstellen könnte, ist, dass dies ein eher dünner Stift ist. Ich war deswegen auch zunächst etwas besorgt. Ich persönlich mag dünne Stifte, und auf einigen Bildern im Internet sah er etwas dicker aus, als er tatsächlich ist. Ich habe zwar keinen Messschieber benutzt, um es genau zu überprüfen, aber der Durchmesser fühlt sich in etwa so an wie der eines durchschnittlichen BIC-Kugelschreibers. Für Nutzer, die dickere Griffe bevorzugen, könnte dies eine Umstellung bedeuten, aber für mich, als Liebhaber dünner Stifte, war es letztlich kein Nachteil, sondern entsprach meinen Vorlieben, auch wenn die Online-Bilder eine leicht andere Erwartung geweckt hatten.
Schreibleistung und Tintenfluss
Der Stift scheint sehr gleichmäßig zu schreiben, und ich habe keinerlei Klumpenbildung bemerkt, die in einigen anderen Bewertungen erwähnt wurde. Es sollte vielleicht erwähnt werden, dass, falls der Stift tatsächlich Klumpen bildet, der Grund, warum ich es nicht bemerkt habe, darin liegt, dass meine Hauptquelle für Kugelschreiber bisher billige Werbekugelschreiber waren, die von Firmen mit ihrem Logo verteilt werden. (Mein bevorzugter Stift, bevor ich meinen Zebra F-701 bekam, war der BIC Clik Stick.) Im Vergleich zu diesen billigen Alternativen, bei denen Klumpen und Aussetzer an der Tagesordnung sind, ist das Schreiberlebnis mit dem Fisher Space Pen um Welten besser. Die Tinte fließt konstant und ohne Unterbrechungen, was ein flüssiges und sauberes Schriftbild ermöglicht.
Tests unter extremen Bedingungen
Ich habe den Stift nur kurz kopfüber benutzt, da dies auf Dauer ziemlich unbequem ist, aber er funktioniert dabei einwandfrei. Die Tinte fließt auch gegen die Schwerkraft zuverlässig. Ein weiterer Test, den ich durchgeführt habe, war das Schreiben Unterwasser. Ich riss ein Blatt aus einem meiner Rite in the Rain Notizbücher heraus und schrieb darauf, während der Wasserhahn mit vollem Strahl auf das Papier lief. Kein Problem. Als Nächstes tränkte ich das Blatt in Wasser, und der Stift schrieb immer noch gut. Die Tinte neigt zwar dazu, ein wenig zu verlaufen, wenn man das Papier über Nacht im Wasser liegen lässt, aber sie bleibt immer noch lesbar. (Und seltsamerweise wird die schwarze Tinte nach einem langen Bad bläulich...) Es gab keinerlei Probleme, wenn man im Wasser schreibt (oder auf trockenem Papier schreibt und es dann nass macht) und das Papier dann aus dem Wasser nimmt und abschüttelt. Das Verlaufen der Tinte scheint nur aufzutreten, wenn man das Papier über einen längeren Zeitraum durchnässt. (Ich sehe dies für die meisten von uns nicht als ein Problem an, da man selten ein Notizbuch über Nacht im Wasser liegen lässt.) Diese Tests bestätigen eindrucksvoll die Fähigkeit des Stiftes, unter Bedingungen zu schreiben, die für die meisten anderen Stifte unmöglich wären.
Warum funktioniert der Fisher Space Pen im Weltraum?
Das Geheimnis des Fisher Space Pen liegt nicht nur in seiner robusten Metallhülle, sondern vor allem in seiner speziellen Mine. Diese Mine ist nicht wie bei herkömmlichen Kugelschreibern offen, sondern versiegelt und steht unter Druck. Eine Stickstofffüllung drückt die Tinte konstant zur Schreibspitze, unabhängig von der Schwerkraft oder dem Umgebungsdruck. Die thixotrope Tinte, die speziell für diesen Stift entwickelt wurde, ist im Ruhezustand fast fest und verflüssigt sich erst durch die Scherkräfte beim Schreiben. Diese Kombination aus Druckmine und spezieller Tinte ermöglicht das Schreiben:
- Im Vakuum des Weltraums
- Bei extremen Temperaturen (von ca. -35°C bis über 120°C)
- Unter Wasser
- Kopfüber
- Auf feuchtem oder fettigem Papier
Diese technologischen Merkmale machen ihn zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Astronauten, die unter Bedingungen arbeiten müssen, bei denen herkömmliche Schreibgeräte versagen würden. Die Tatsache, dass NASA sich für diesen Stift entschieden hat, unterstreicht seine Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit unter extremen Bedingungen.
Vergleich mit anderen Stiften
Um die Besonderheiten des Fisher Space Pen hervorzuheben, lohnt sich ein Vergleich mit einigen anderen Schreibgeräten, die in der Diskussion erwähnt wurden oder als Standard gelten:
| Eigenschaft | Fisher Space Pen (Basierend auf Erfahrung) | Zebra F-701 (Basierend auf Erwähnung) | Standard BIC Kugelschreiber (Vergleichsbasis) |
|---|---|---|---|
| Material | Komplett Metall | Metall (Griffbereich) | Kunststoff |
| Schreibt im Weltraum/Unter Wasser/Kopfüber | Ja (Entwickelt dafür, getestet Unterwasser/Kopfüber) | Nein | Nein |
| Grip/Rändelung | Ausreichend, dezenter als Zebra F-701 | Starke, griffige Rändelung | Glatter Kunststoff |
| Durchmesser | Dünn (ca. wie BIC) | Etwas dicker als Fisher Space Pen (gefühlte Erfahrung) | Standard (ca. wie Fisher Space Pen) |
| Klumpenbildung | Nicht beobachtet (im Vergleich zu billigen Stiften) | Nicht im Text erwähnt | Häufig bei billigen Modellen |
| Balance | Leicht kopflastig (bei korrektem Halten kein Problem) | Nicht im Text erwähnt | Oft leicht und ausgewogen |
| Historische Bedeutung (NASA) | Ja (Apollo, Shuttle, ISS) | Nein | Nein |
Dieser Vergleich zeigt deutlich, dass der Fisher Space Pen in puncto Vielseitigkeit unter extremen Bedingungen und historischer Bedeutung in einer eigenen Liga spielt, während Stifte wie der Zebra F-701 oder ein Standard BIC eher für den alltäglichen Gebrauch konzipiert sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Frage: Funktioniert der Fisher Space Pen wirklich im Weltraum?
Antwort: Ja, er wurde speziell dafür entwickelt und wird seit den Apollo-Missionen von der NASA verwendet.
Frage: Kann ich mit dem Stift unter Wasser schreiben?
Antwort: Basierend auf den durchgeführten Tests funktioniert er auch unter Wasser und auf nassem Papier gut. Nur bei sehr langem Einweichen kann die Tinte leicht verlaufen.
Frage: Ist der Stift angenehm zu halten?
Antwort: Obwohl er dünn ist und leicht kopflastig sein kann, empfand der Tester die Handhabung als gut, insbesondere wenn der Stift korrekt gehalten wird. Die Rändelung bietet ausreichend Grip.
Frage: Ist der Stift sehr dick oder dünn?
Antwort: Der Stift ist eher dünn, ähnlich im Durchmesser wie ein durchschnittlicher BIC-Kugelschreiber.
Frage: Bildet die Tinte Klumpen?
Antwort: Im Vergleich zu billigen Kugelschreibern wurde bei diesem Stift keine Klumpenbildung festgestellt, die Tinte schreibt sehr gleichmäßig.
Frage: Warum ist der Stift so besonders?
Antwort: Seine Besonderheit liegt in der Fähigkeit, unter extremen Bedingungen zu schreiben (Weltraum, unter Wasser, kopfüber, extreme Temperaturen) dank seiner speziellen Druckmine und Tinte, sowie in seiner Verbindung zur Raumfahrtgeschichte.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Fisher Space Pen weit mehr ist als nur ein Stift. Er ist ein Stück Technologiegeschichte und ein zuverlässiges Schreibgerät, das für Situationen konzipiert wurde, die weit über den Schreibtisch hinausgehen. Die Kombination aus robuster Metallkonstruktion, der einzigartigen Fähigkeit, unter extremen Bedingungen zu schreiben, und seiner unbestreitbaren Verbindung zur NASA machen ihn zu einem faszinierenden und lohnenswerten Kauf, insbesondere für alle, die Wert auf Geschichte, Technik und Vielseitigkeit legen. Auch wenn man die extremen Funktionen vielleicht nie benötigt, das Wissen darum und die Freude an einem so legendären Werkzeug sind für mich persönlich sehr befriedigend. Er schreibt sanft, liegt gut in der Hand (sofern man dünne Stifte mag) und hat eine Geschichte zu erzählen, die nur wenige andere Stifte vorweisen können.
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