01/06/2014
Wäschetrockner sind praktische Helfer im Haushalt, die uns weiche Handtücher und flauschige Bettwäsche bescheren können. Doch die hohe Temperatur in der Trommel ist nicht für jedes Kleidungsstück geeignet. Viele Textilien dürfen keinesfalls in den Trockner, da sie sonst Schaden nehmen oder sogar eine Gefahr darstellen können. Es ist wichtig zu wissen, welche Materialien empfindlich auf Hitze reagieren und wie Sie Ihre Lieblingsstücke schützen können.

Die gute Nachricht zuerst: Textilien aus reiner Baumwolle, wie zum Beispiel viele Handtücher, Bettwäsche oder Unterwäsche aus 100 Prozent Baumwolle, sind in der Regel trocknergeeignet. Doch bei vielen anderen Stoffen und Kleidungsstücken ist Vorsicht geboten oder der Trockner gänzlich tabu.
Diese Textilien gehören nicht in den Trockner
Die Liste der Kleidungsstücke und Materialien, die Sie besser an der Luft trocknen sollten, ist länger, als man vielleicht denkt. Besonders empfindlich sind Naturfasern wie reine Seide, reine Wolle oder Kaschmir. Diese feinen Materialien können durch die Hitze im Trockner stark einlaufen und ihre Form sowie ihre Weichheit verlieren. Auch Stoffe wie Viskose, Modal und Lyocell, die aus regenerierter Zellulose hergestellt werden, sind oft hitzeempfindlich und sollten nicht in den Trockner.
Synthetische Fasern wie Polyamid oder Polyacryl können bei zu hohen Temperaturen schmelzen oder sich verformen. Daher sind viele Kleidungsstücke aus diesen Materialien nicht für den Trockner geeignet. Feine Dessous und jeder BH, insbesondere solche mit Bügeln oder geformten Cups, können im Trockner ihre Form verlieren und die Materialien (Spitze, Elasthan, Schaumstoff) beschädigt werden. Auch Bademode, die oft Elasthan enthält, leiert bei Hitze schnell aus.
Feinstrumpfhosen sind ebenfalls sehr empfindlich und reißen oder verziehen sich leicht im Trockner. Viele Trikots und Oberbekleidung mit Aufdrucken, Applikationen, Pailletten oder Nieten dürfen nicht in den Trockner, da diese Elemente schmelzen, abfallen oder das umliegende Material beschädigen können. Kunststoffaufdrucke werden spröde und reißen.
Vorsicht ist auch bei Haushaltstextilien geboten, die eine Gummierung haben. Dazu gehören zum Beispiel viele Badezimmermatten oder Teppiche mit einer rutschfesten Unterseite. Das Gummi kann durch die Hitze spröde werden, schmelzen oder sogar eine Brandgefahr darstellen. Kleidungsstücke aus Leder oder Kunstleder, Fell oder Kunstfell gehören ebenfalls nicht in den Trockner, da sie hart werden, schrumpfen oder beschädigt werden können. Wasserdichte Textilien, wie zum Beispiel Funktionskleidung mit Membranen, können ihre wasserabweisende Eigenschaft verlieren oder beschädigt werden.
Warum diese Textilien nicht in den Trockner dürfen
Der Hauptgrund für das Trockner-Verbot bei den genannten Textilien ist die hohe Temperatur, die im Trockner erreicht wird. Je nach Trocknerart können die Temperaturen in der Trommel zwischen 50 und über 100 Grad Celsius liegen. Diese Hitze hat verschiedene Auswirkungen auf unterschiedliche Materialien:
- Einlaufen und Schrumpfen: Besonders Naturfasern wie Wolle oder Seide reagieren empfindlich auf Hitze und Feuchtigkeit. Die Fasern ziehen sich zusammen, und das Kleidungsstück läuft ein oder verfilzt.
- Ausleiern und Verformen: Synthetische Fasern wie Elasthan, die in Bademode, Dessous oder eng anliegender Kleidung vorkommen, verlieren bei Hitze ihre Elastizität. Die Kleidung leiert aus und verliert ihre Passform.
- Beschädigung von Aufdrucken und Applikationen: Kunststoffbasierte Aufdrucke können schmelzen oder spröde werden. Applikationen, Pailletten oder Nieten können sich lösen oder das umliegende Gewebe beschädigen.
- Schmelzen von Synthetikfasern: Einige Kunstfasern, insbesondere bei hohen Temperaturen, können schmelzen und das Kleidungsstück unbrauchbar machen.
- Brandgefahr: Textilien mit Gummi oder Schaumgummi stellen ein besonderes Risiko dar. Die Hitze kann diese Materialien entzünden, was zu einem Brand im Trockner führen kann. Auch lose Füllungen, die sich aus Kissen oder Jacken lösen, können sich entzünden.
Moderne Trockner, insbesondere Wärmepumpentrockner, arbeiten oft mit niedrigeren Temperaturen und verfügen über spezielle Schonprogramme für empfindliche Textilien. Dennoch ist es immer ratsam, das Pflegesymbol auf dem Etikett zu überprüfen, bevor Sie ein empfindliches Teil in den Trockner geben.
Die Bedeutung der Trockner-Symbole
Wenn Sie unsicher sind, ob ein Kleidungsstück in den Trockner darf, hilft Ihnen ein Blick auf das eingenähte Etikett mit den Textilpflegesymbolen. Das Symbol für den Wäschetrockner ist ein Quadrat mit einem Kreis darin.
- Quadrat mit Kreis (leer): Dieses Symbol bedeutet, dass die Textilie grundsätzlich für den Trockner geeignet ist.
- Quadrat mit Kreis und einem Punkt darin: Die Textilie darf im Schongang bei niedriger Temperatur getrocknet werden. Dies ist oft das Symbol für empfindlichere, aber dennoch trocknergeeignete Wäsche.
- Quadrat mit Kreis und zwei Punkten darin: Die Textilie darf bei normaler Temperatur im Standardprogramm getrocknet werden. Dies gilt oft für robustere Materialien wie Baumwolle.
- Quadrat mit Kreis, durchgestrichen mit einem Kreuz: Dieses Symbol bedeutet, dass die Textilie auf keinen Fall in den Trockner darf. Sie muss an der Luft trocknen.
Diese Symbole sind Ihr wichtigster Ratgeber, um Ihre Wäsche richtig zu behandeln und Schäden zu vermeiden.
Allgemeine Regeln und Ausnahmen
Eine Faustregel besagt: Fast alles, was sich bei 60 Grad Celsius waschen lässt, darf auch im Wäschetrockner getrocknet werden. Dies gilt insbesondere für robuste Baumwolltextilien. Doch wie bei jeder Regel gibt es auch hier Ausnahmen.
Manche Handtücher, obwohl aus Baumwolle, können Zierborten oder Stickereien enthalten. Diese Verzierungen bestehen manchmal aus Kunstfasern, die bei Hitze schrumpfen oder sich verziehen können. In solchen Fällen ist es besser, auch diese Baumwollhandtücher an der Luft zu trocknen oder zumindest nur im Schongang mit niedriger Temperatur zu trocknen und das Ergebnis genau zu beobachten.
Auch bei Unterwäsche aus reiner Baumwolle sollten Sie vor dem ersten Trocknergang das Pflegesymbol überprüfen. Obwohl Baumwolle hitzebeständig ist, können Gummibänder oder Zierdetails aus anderen Materialien bestehen, die nicht trocknergeeignet sind.
Tipps für den sicheren und effizienten Wäschetrockner-Gebrauch
Wenn Sie Ihre trocknergeeignete Wäsche trocknen, gibt es einige Tipps, um das Ergebnis zu optimieren und Energie zu sparen:
- Gut schleudern: Schleudern Sie die Wäsche in der Waschmaschine mit der höchstmöglichen Drehzahl, die für die Textilie zugelassen ist. Je trockener die Wäsche bereits ist, desto weniger Energie benötigt der Trockner.
- Flusensieb reinigen: Reinigen Sie das Flusensieb nach jedem Gebrauch. Ein sauberes Sieb sorgt für eine bessere Luftzirkulation, effizienteres Trocknen und reduziert das Risiko von Überhitzung oder Brandgefahr.
- Wärmepumpensiebe kontrollieren: Bei Wärmepumpentrocknern gibt es oft zusätzliche Siebe oder Wärmetauscher, die regelmäßig gereinigt werden müssen, um die Effizienz zu erhalten.
- Kondenswasserbehälter leeren: Bei Kondensationstrocknern muss der Wasserbehälter nach jedem Trockengang geleert werden. Lassen Sie den Behälter gut trocknen, bevor Sie ihn wieder einsetzen.
- Dunkle und helle Wäsche trennen: Auch im Trockner können dunkle, neue Textilien noch Farbe abgeben und hellere Wäsche verfärben. Trocknen Sie neue dunkle Wäsche daher separat.
- Trocknertür schließen: Schließen Sie die Tür des Trockners nach dem Gebrauch. Dies verhindert nicht nur, dass sich Schmutz ansammelt, sondern schützt auch Kinder oder Haustiere davor, in die Trommel zu krabbeln.
Häufig gestellte Fragen zum Wäschetrocknen
Viele Fragen tauchen auf, wenn es um das richtige Trocknen von Wäsche geht. Hier beantworten wir einige davon:
Darf Seide in den Trockner?
Nein, reine Seide gehört keinesfalls in den Trockner. Seide ist eine sehr empfindliche Naturfaser, die bei Hitze stark einlaufen und beschädigt werden kann. Seidentextilien sollten immer an der Luft, am besten liegend, getrocknet werden.
Kann ich Wolle im Trockner trocknen?
Reine Wolle, insbesondere Strickwaren, sollte nicht in den Trockner. Wolle neigt bei Hitze und Bewegung zum Verfilzen und Einlaufen. Manche moderne Trockner haben spezielle Wollprogramme mit sehr niedrigen Temperaturen und wenig Bewegung, aber im Zweifelsfall ist Lufttrocknung die sicherste Methode.
Was bedeutet das Trockner-Symbol mit einem Punkt?
Das Symbol mit einem Punkt im Kreis innerhalb des Quadrats bedeutet, dass die Textilie im Schongang bei niedriger Temperatur getrocknet werden darf. Es ist für empfindlichere, aber dennoch trocknergeeignete Materialien gedacht.
Dürfen Badesachen in den Trockner?
Bademode, die oft Elasthan enthält, sollte nicht in den Trockner. Die Hitze kann die elastischen Fasern beschädigen, wodurch die Badesachen ausleiern und ihre Form verlieren.
Kann ich Kleidung mit Aufdrucken im Trockner trocknen?
In den meisten Fällen ist davon abzuraten, Kleidung mit Kunststoffaufdrucken oder Applikationen im Trockner zu trocknen. Die Hitze kann die Aufdrucke beschädigen (schmelzen, spröde werden) oder die Applikationen lösen.
Indem Sie die Pflegesymbole beachten und wissen, welche Materialien hitzeempfindlich sind, können Sie Ihre Wäsche optimal pflegen und ihre Lebensdauer verlängern. Lufttrocknung ist oft die sanfteste Methode für empfindliche Textilien, während der Trockner bei robuster Baumwolle eine große Erleichterung sein kann.
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