09/03/2023
Die Frage, welcher Druckerhersteller „besser“ ist – sei es HP oder Lexmark – gehört zu den häufig gestellten im Bereich Bürobedarf und Technologie. Beide Marken haben eine lange Geschichte und eine bedeutende Präsenz auf dem Markt, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Entwicklungen. Eine einfache Antwort darauf, wer pauschal besser ist, gibt es selten, da die ideale Wahl stark von den individuellen Bedürfnissen, dem Einsatzbereich und den Prioritäten abhängt. Um diese Frage besser beleuchten zu können, werfen wir einen detaillierten Blick auf Lexmark, basierend auf verfügbaren Informationen, und betrachten, wie sich die Marke positioniert hat und welche Besonderheiten sie auszeichnen.

HP (Hewlett-Packard) ist weithin bekannt für ein sehr breites Sortiment an Druckern, das vom einfachen Heimdrucker über Fotodrucker bis hin zu komplexen Multifunktionsgeräten und Hochleistungs-Laserdruckern für Unternehmen reicht. Die Marke ist stark im Verbrauchersegment verankert und bietet eine Vielzahl von Technologien an, einschließlich Tintenstrahl- und Lasertechnologie.

Lexmark hingegen hat sich in der Vergangenheit oft stärker auf das Unternehmenssegment konzentriert, insbesondere im Bereich der Laserdrucker und Multifunktionssysteme für mittlere bis große Arbeitsgruppen. Auch wenn sie Konsumentenmodelle anbieten, liegt ein Kern ihrer Stärke historisch im Business-to-Business-Bereich mit robusten, leistungsfähigen Geräten.
Die Besonderheiten des Lexmark Geschäftsmodells
Ein prägendes Merkmal von Lexmark, das in der Branche oft diskutiert wurde, ist ihr Ansatz beim Tinten- und Tonergeschäft. Lexmark war ein Pionier bei der Strategie, Drucker zu relativ günstigen Preisen anzubieten und einen erheblichen Teil des Gewinns über den Verkauf von Verbrauchsmaterialien – also Tinte und Toner – zu erzielen. Dieses Modell führte zu verschiedenen rechtlichen Auseinandersetzungen, insbesondere im Hinblick auf die Nutzung von Patronen von Drittanbietern oder das Wiederbefüllen gebrauchter Originalpatronen.
Ein prominenter Fall war Arizona Cartridge Remanufacturers Ass'n Inc. v. Lexmark International Inc. (ACRA v. Lexmark) im Jahr 2005. Hierbei ging es um Lexmarks Bemühungen, die „Nur zur einmaligen Verwendung“-Politik für bestimmte Patronen durchzusetzen, die zu einem reduzierten Preis verkauft wurden, unter der Bedingung, dass sie nach Gebrauch an Lexmark zurückgegeben werden. Der US Court of Appeals for the Ninth Circuit entschied damals, dass eine Endbenutzer-Lizenzvereinbarung auf der Produktverpackung für Verbraucher bindend sein kann, wenn sie das Produkt öffnen.
Eine noch bedeutendere Entscheidung war der Fall Impression Products, Inc. v. Lexmark International, Inc., der im Jahr 2017 vor dem Obersten Gerichtshof der USA verhandelt wurde. In diesem Urteil, das teilweise die ACRA-Entscheidung aufhob, wurde festgelegt, dass Lexmark Drittanbieterhersteller oder Wiederverkäufer nicht wegen Patentverletzung verklagen kann, sobald ein patentiertes Produkt (wie eine Druckerpatrone) einmal verkauft wurde. Der Verkauf erschöpft die Patentrechte bezüglich der Nutzung oder Weitergabe des Produkts. Das Urteil stellte klar, dass ein Patentinhaber zwar den Preis festlegen und Verträge aushandeln kann, aber nicht durch sein Patent die Nutzung oder Verfügung über das Produkt kontrollieren darf, nachdem das Eigentum auf den Käufer übergegangen ist.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dieses Urteil Lexmark nicht daran hindert, Firmware in ihren Druckern zu verwenden, um Drittanbieterpatronen zu erkennen, abzulehnen oder sogar zu deaktivieren. Laut Berichten aus dem Jahr 2024 setzt das Unternehmen diese Praxis weiterhin fort. Dies bedeutet für Verbraucher und Unternehmen, die Lexmark-Drucker nutzen, dass die Wahl der Verbrauchsmaterialien eingeschränkt sein kann und die Nutzung günstigerer Alternativen von Drittanbietern durch technische Maßnahmen erschwert wird, was sich auf die Gesamtbetriebskosten auswirken kann.
Lexmarks bewegte Eigentümergeschichte
Die Unternehmensstruktur von Lexmark hat in den letzten Jahren ebenfalls signifikante Eigentümerwechsel erfahren. Im April 2016 wurde bekannt gegeben, dass Lexmark von einem Konsortium unter der Führung von Apex Technology und PAG Asia Capital für 3,6 Milliarden USD übernommen und privatisiert werden sollte. Diese Übernahme wurde am 29. November 2016 abgeschlossen. Im Rahmen dieser Transaktion wurde der Unternehmenssitz in Lexington beibehalten. Ein Teil des Geschäfts mit Unternehmenssoftware wurde jedoch ausgegliedert und unter der Marke Kofax neu positioniert. Andere Bereiche der Enterprise Software Services wurden an die Hyland Corporation verkauft.
Jüngere Entwicklungen zeigen weitere Veränderungen. Im Jahr 2023 wurde bekannt, dass Ninestar, ein Mehrheitseigentümer von Lexmark, von Importen in die USA unter dem Uyghur Forced Labor Prevention Act ausgeschlossen wurde. Lexmark gab an, dass seine Investoren keine operative Kontrolle über Ninestar hätten, äußerte sich jedoch nicht dazu, ob Lexmark Produkte von Ninestar bezieht.
Der neueste und vielleicht bedeutendste Schritt ist die angekündigte Übernahme von Lexmark durch Xerox. Am 23. Dezember 2024 gab Lexmark bekannt, dass Xerox das Unternehmen für 1,5 Milliarden Dollar übernehmen wird. Der Abschluss dieser Transaktion wird für die zweite Hälfte des Jahres 2025 erwartet.
Diese Abfolge von Eigentümerwechseln – von einem börsennotierten Unternehmen zur Privatisierung durch ein Konsortium mit Beteiligung von Apex und PAG, der Verbindung zu Ninestar und nun die Übernahme durch Xerox – zeigt, dass sich Lexmark in einer Phase des Wandels befindet. Während der Hauptsitz in Lexington, Kentucky, und weltweite Forschungs- und Entwicklungszentren (z. B. in Deutschland, Schweden, Indien, den USA) erhalten bleiben und das Unternehmen Stand Juli 2018 rund 9.000 Mitarbeiter weltweit hatte, können solche strukturellen Veränderungen Einfluss auf die Produktentwicklung, den Support und die Marktstrategie haben.

Wichtige Eigentümerwechsel bei Lexmark
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| November 2016 | Übernahme durch Apex Technology & PAG Asia Capital (für 3,6 Mrd. USD) |
| 2023 | Ninestar (Mehrheitseigentümer) von US-Importen ausgeschlossen (UFLPA) |
| Dezember 2024 | Ankündigung der Übernahme durch Xerox (für 1,5 Mrd. USD) |
| Erwartet H2 2025 | Abschluss der Übernahme durch Xerox |
Lexmarks Produktportfolio
Basierend auf den uns vorliegenden Informationen konzentriert sich Lexmark unter anderem auf Mono-Multifunktionsdrucker mit Geschwindigkeiten von bis zu 55 Seiten pro Minute. Diese Geräte unterstützen Formate bis SRA3 und 12"x18" und bieten optionale Endverarbeitungsoptionen. Dies bestätigt, dass Lexmark im Bereich der Laserdrucker, insbesondere für den professionellen Einsatz, aktiv ist und leistungsfähige Schwarz-Weiß-Systeme anbietet.
HP im Vergleich: Was wir wissen
Über HP liefert der vorliegende Text keine spezifischen Details oder Vergleiche zu Lexmark. Wir wissen, dass HP ein globaler Marktführer im Druckbereich ist und eine enorme Bandbreite an Produkten anbietet, die sowohl auf den privaten als auch auf den geschäftlichen Markt zugeschnitten sind. Eine direkte Gegenüberstellung von Leistung, Zuverlässigkeit, Preis oder spezifischen Funktionen der aktuellen Modellreihen beider Hersteller ist auf Basis der verfügbaren Informationen nicht möglich.
Die Wahl treffen: HP oder Lexmark?
Da eine direkte technische Gegenüberstellung auf Basis des bereitgestellten Textes nicht leistbar ist, können wir stattdessen Kriterien betrachten, die Ihnen bei der Entscheidung helfen, welcher Hersteller – oder genauer gesagt, welches spezifische Modell eines Herstellers – besser für Ihre Bedürfnisse geeignet ist:
- Einsatzbereich: Benötigen Sie einen Drucker für den Heimgebrauch, ein kleines Büro oder eine große Abteilung? Für einfache Heimanwendungen bietet HP wahrscheinlich eine größere Auswahl. Für leistungsstarke Schwarz-Weiß-Drucksysteme im Business-Umfeld ist Lexmark eine ernsthafte Option.
- Druckvolumen: Wie viele Seiten drucken Sie voraussichtlich pro Monat? High-End-Geräte von Lexmark sind oft für hohe Druckvolumen ausgelegt, was sich in der Robustheit und der Kapazität der Verbrauchsmaterialien widerspiegeln kann.
- Farb- oder Schwarz-Weiß-Druck: Benötigen Sie Farbdruck? Lexmark ist bekannt für seine starken Mono-Drucker. Wenn Farbe unverzichtbar ist, müssen Sie sicherstellen, dass Sie ein entsprechendes Modell finden – hier hat HP traditionell ein sehr breites Farbdrucker-Portfolio.
- Funktionen: Benötigen Sie Multifunktionsfähigkeiten (Scannen, Kopieren, Faxen)? Bestimmte Papierformate (wie SRA3)? Spezielle Endverarbeitungsoptionen? Prüfen Sie die Spezifikationen der einzelnen Modelle.
- Gesamtbetriebskosten (TCO): Dieser Punkt ist entscheidend. Der Kaufpreis des Druckers ist nur ein Teil der Kosten. Die Preise und die Reichweite von Tinten- und Tonerpatronen sowie die Möglichkeit, alternative Verbrauchsmaterialien zu verwenden, beeinflussen die laufenden Kosten erheblich. Lexmarks Geschichte mit dem Tinten- und Tonergeschäft und der technischen Blockade von Drittanbietern ist hier ein wichtiger Faktor, den Sie bei der Kalkulation berücksichtigen müssen. Vergleichen Sie die Kosten pro Seite für Original- und verfügbare (und funktionierende) Drittanbieter-Verbrauchsmaterialien.
- Zuverlässigkeit und Support: Lesen Sie Testberichte und Nutzerbewertungen zur Zuverlässigkeit der spezifischen Modelle, die Sie in Betracht ziehen. Informieren Sie sich über den Kundenservice und die Garantiebedingungen beider Hersteller in Ihrer Region.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es die Firma Lexmark noch?
Ja, die Firma Lexmark existiert noch und ist aktiv im Geschäft. Sie hat jedoch in den letzten Jahren mehrfache Eigentümerwechsel durchlaufen und wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 von Xerox übernommen.
Wer hat Lexmark aufgekauft?
Im Jahr 2016 wurde Lexmark von einem Konsortium unter der Führung von Apex Technology und PAG Asia Capital übernommen. Anfang 2023 war Ninestar Mehrheitseigentümer. Im Dezember 2024 wurde die Übernahme durch Xerox angekündigt, die voraussichtlich 2025 abgeschlossen wird.
Ist Lexmark ein Laserdrucker?
Ja, Lexmark stellt unter anderem Laserdrucker her, darunter Mono-Multifunktionsdrucker für den professionellen Einsatz.

Kann ich alternative (Drittanbieter-)Patronen bei Lexmark nutzen?
Rechtlich darf Lexmark Drittanbieter nicht wegen Patentverletzung verklagen, nachdem Originalpatronen verkauft wurden (Urteil Impression Products, 2017). Lexmark setzt jedoch weiterhin technische Maßnahmen (Firmware) ein, die versuchen können, Drittanbieterpatronen zu erkennen, abzulehnen oder zu deaktivieren.
Was bedeutet die angekündigte Übernahme durch Xerox für Lexmark-Kunden?
Die langfristigen Auswirkungen sind noch nicht vollständig absehbar. Übernahmen können zu Veränderungen in der Produktstrategie, beim Serviceangebot und bei der Verfügbarkeit von Verbrauchsmaterialien führen. Es ist ratsam, die Entwicklungen nach Abschluss der Übernahme zu beobachten.
Fazit
Die Frage, ob HP oder Lexmark besser ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. HP bietet eine breite Palette für diverse Anwendungsbereiche, während Lexmark historisch starke Wurzeln im Unternehmenssegment und bei leistungsstarken Schwarz-Weiß-Laserdruckern hat. Lexmarks Geschäftsmodell, insbesondere im Hinblick auf Verbrauchsmaterialien und die damit verbundenen rechtlichen Herausforderungen sowie die jüngsten und bevorstehenden Eigentümerwechsel, sind wichtige Faktoren, die bei der Bewertung der Marke berücksichtigt werden müssen.
Um die beste Wahl für Ihre spezifischen Bedürfnisse zu treffen, sollten Sie die Anforderungen an Geschwindigkeit, Funktionen, Druckqualität, erwartetes Druckvolumen und insbesondere die Gesamtbetriebskosten genau analysieren. Vergleichen Sie konkrete Modelle beider Hersteller basierend auf diesen Kriterien, lesen Sie aktuelle Testberichte und berücksichtigen Sie die Verfügbarkeit und Kosten von Verbrauchsmaterialien, auch im Lichte von Lexmarks Politik bezüglich Drittanbieterpatronen und der anstehenden Integration in Xerox.
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