29/11/2013
Lübeck ist eine Stadt von unvergleichlichem Charme und tiefer historischer Bedeutung. Bereits 1987 wurde ein ganzer Stadtbereich als erstes deutsches Flächenmonument von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt: die Lübecker Altstadt. Diese historische Altstadt, oft liebevoll als „Altstadtinsel“ bezeichnet, liegt auf einer etwa 100 Hektar großen Halbinsel, die vollständig von Wasser umgeben ist. Trave, Wakenitz und der Elbe-Lübeck-Kanal umschließen diesen einzigartigen Stadtkern.

Die vielen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten auf der Altstadtinsel sind lebendige Zeugen verschiedener Epochen und bieten einen faszinierenden Einblick in die spannende Geschichte dieser traditionsreichen Hansestadt. Hier finden Besucher etwa 1.800 denkmalgeschützte Gebäude, die von vergangenen Zeiten erzählen. Ein Spaziergang durch die urigen Gänge, Gassen und Hinterhöfe ist wie eine Reise in die Vergangenheit und lädt zum Verweilen und Entdecken ein. Die eindrucksvollen Kirchtürme von St. Marien, St. Petri, St. Aegidien und dem Lübecker Dom ragen markant in den Himmel und sind von fast überall auf der Altstadtinsel sichtbar – Wahrzeichen, die man bei einem Besuch kaum übersehen kann.
- Die bewegte Geschichte Lübecks
- Die Altstadtinsel – Ein lebendiges Denkmal
- Lübecks berühmte Söhne und ihre Museen
- Die Bedeutung des Wassers
- Travemünde – Lübecks schöne Tochter am Meer
- Kultur, Genuss und Innovation
- Wirtschaft und Wissenschaft
- Die Zukunft Lübecks – Lübeck:überMorgen
- Warum heißt Lübeck Lübeck?
- Häufig gestellte Fragen zu Lübeck
- Fazit
Die bewegte Geschichte Lübecks
Die Wurzeln Lübecks reichen weit zurück. Bereits 1143 gründete Graf Adolf von Schauenburg an dieser strategisch günstigen Stelle eine Stadt. Nur wenige Jahre später, 1157, belebte Herzog Heinrich der Löwe die Siedlung neu, nachdem sie abgebrannt war. Seine Weitsicht und die Verleihung zahlreicher Rechte und Freiheiten legten den Grundstein für den Aufstieg. Schon 1226 wurde Lübeck von Kaiser Friedrich II. zur reichsunmittelbaren Stadt erklärt, was ihre Unabhängigkeit unterstrich.
Mächtig und wohlhabend wurde Lübeck vor allem als zentraler Knotenpunkt der mittelalterlichen Städtehanse. Diese prägende Allianz dominierte den Handel im Ost- und Nordseeraum. In ihrer Blütezeit war Lübeck nach Köln die zweitgrößte Stadt Deutschlands – ein Ausdruck ihrer enormen wirtschaftlichen Bedeutung. Als freie Reichsstadt konnte Lübeck bis 1937 seine Selbstständigkeit und Unabhängigkeit weitgehend bewahren.
Der Zweite Weltkrieg hinterließ tiefe Spuren und fügte der Stadt schwere Wunden zu. Doch dank des sprichwörtlichen hanseatischen Bürgersinns und eines starken Gemeinschaftsgefühls gelang es, die berühmten sieben goldenen Türme, zahlreiche historische Bürgerhäuser, die charakteristischen Gänge und Höfe sowie Klöster wiederaufzubauen und der Stadt ihr altes Gesicht zurückzugeben.
Die Altstadtinsel – Ein lebendiges Denkmal
Die „Altstadtinsel“ ist mehr als nur ein historisches Relikt; sie ist der pulsierende Kern einer modernen Großstadt mit rund 220.000 Einwohnern. Das geschlossene, harmonische Stadtbild war der Hauptgrund für die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe im Jahr 1987. Die wasserumflossene Altstadt besticht durch ihre rund 1800 denkmalgeschützten Gebäude, die von Kaufmannshäusern über Kirchen bis hin zu öffentlichen Bauten reichen. Die historischen Gassen und verwinkelten Gänge sind nicht nur schön anzuschauen, sondern laden dazu ein, verborgene Winkel und idyllische Hinterhöfe zu entdecken, die oft eine Oase der Ruhe inmitten des städtischen Lebens darstellen.
Lübecks berühmte Söhne und ihre Museen
Lübeck ist stolz auf seine drei Nobelpreisträger, die eine enge Verbindung zur Stadt hatten und haben: Thomas Mann (Literaturnobelpreis 1929), Willy Brandt (Friedensnobelpreis 1971) und Günter Grass (Literaturnobelpreis 1999). Obwohl Günter Grass nicht in Lübeck geboren wurde, betrachteten alle drei die Hansestadt als ihre Heimat.
Der weltbekannte Schriftsteller Thomas Mann wurde in Lübeck geboren und verbrachte hier seine ersten 18 Lebensjahre. Das Literaturmuseum „Buddenbrookhaus“ im ehemaligen Wohnhaus der Familie Mann ist heute ein wichtiger Anziehungspunkt für Literaturinteressierte und Mann-Experten aus aller Welt und widmet sich dem Leben und Werk der Brüder Thomas und Heinrich Mann.

Willy Brandt, der spätere Bundeskanzler, verlebte ebenfalls prägende Jugendjahre in Lübeck, wo er geboren wurde. Das Willy-Brandt-Haus, das Ende 2007 eröffnet wurde, dokumentiert sein beeindruckendes Leben und Wirken als Politiker und Staatsmann.
Günter Grass zog im Alter von 68 Jahren nach Lübeck, unter anderem, um, wie er sagte, Thomas Mann und Willy Brandt „nahe“ zu sein. Das Günter Grass-Haus versteht sich als Ausstellungs- und Forschungsstätte und zeigt sein vielseitiges Schaffen als Schriftsteller, bildender Künstler und Grafiker.
Die Bedeutung des Wassers
Lübeck ist untrennbar mit dem Wasser verbunden. Die Lage der Altstadtinsel, umflossen von Trave, Wakenitz und dem Elbe-Lübeck-Kanal, prägt bis heute den Charakter der Stadt und vermittelt den Charme und die Weltoffenheit einer Hafenstadt. Die Verbindung zum Meer und zu den internationalen Handelswegen ist auch heute noch von großer Bedeutung.
Der Port of Lübeck gehört zu den größten RoRo- und Fährhäfen Europas. Von hier aus gibt es wichtige Schiffsverbindungen hauptsächlich nach Schweden und Finnland sowie ins Baltikum und nach Russland. Mit seinen effizienten Schiffs- und Zugverbindungen ist Lübeck ein Kernhafen des Transeuropäischen Transportnetzes (TEN-T) und nimmt damit eine Schlüsselrolle von europäischer Bedeutung ein. Der Hafen ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Hansestadt, die Region und das Land und sichert über 6.000 direkt hafenabhängige Arbeitsplätze.
Travemünde – Lübecks schöne Tochter am Meer
Zum Stadtgebiet Lübecks gehört auch das weltbekannte Ostseebad Travemünde, das seit 1329 zu Lübeck gehört und seit 1913 ein Ortsteil der Hansestadt ist. Hier findet man eine der eindrucksvollsten Strandpromenaden an der deutschen Ostseeküste. Der breite Sandstrand in der geschützten Lübecker Bucht ist ein wahres Paradies für Segler und Badegäste.
Die Altstadt von Travemünde sowie die Vorderreihe und Kaiserallee mit ihrer historischen Bäderarchitektur der Jahrhundertwende zeugen von alten Traditionen und der Geschichte als mondänes Seebad. Im Kontrast dazu steht die moderne Bebauung in unmittelbarer Nähe zur Viermastbark Passat auf dem Priwall. Die Beach Bay Travemünde ist ein beispielhaftes Ferienprojekt mit einzigartiger Wasserlage, Restaurants, Geschäften und einer neuen Promenade, die zum Flanieren und Entspannen einlädt.
Die Travemünder Woche
Ein jährliches Highlight ist die Travemünder Woche, die zweitgrößte Segelsportveranstaltung der Welt. Jedes Jahr im Juli lockt sie rund 3000 Segler in 800 Booten an den Start der Regattafelder in der Lübecker Bucht. Dieses Sportereignis wird von einem großen Landfest begleitet, zu dem Hunderttausende Besucher nach Travemünde strömen. Die Segelwoche mit Weltruf wurde erstmals bereits 1889 veranstaltet und zog schon Persönlichkeiten wie den Deutschen Kaiser an. Heute stehen Meisterschaften in wechselnden Bootsklassen im Vordergrund, bei denen zahlreiche Welt-, Europa- und Deutsche Meister ihre Titel erkämpfen.
Kultur, Genuss und Innovation
Lübeck bietet eine reiche Museumslandschaft mit mehr als 20 verschiedenen Häusern, die Ausstellungen zu ganz unterschiedlichen Themen präsentieren. Die thematische Vielfalt reicht von der Hansegeschichte über die Literatur der drei Nobelpreisträger bis hin zu Kunst, Naturgeschichte und sogar Marionetten. Fast alle Museen sind fußläufig bei einem Spaziergang durch die Altstädte von Lübeck oder Travemünde erreichbar.

Ein Genuss besonderer Art, der untrennbar mit Lübeck verbunden ist, ist natürlich das Marzipan. Lübecks Ruf als „Marzipanstadt“ etablierte sich nach 1800. Das „Lübecker Marzipan“ unterliegt strengen Qualitätsanforderungen und wird von mehreren Firmen in alle Welt exportiert. Es ist ein Muss für jeden Besucher.
Zum edlen Marzipan reicht man in Lübeck gerne ein Gläschen „Rotspon“. Dieser in Lübeck veredelte Bordeauxwein genießt einen hervorragenden Ruf und soll manchem Kenner zufolge sogar besser munden als das in Frankreich abgefüllte Original. Marzipan und Rotspon – eine vollendete Kombination, die typisch für den Lübecker Genuss ist.
Wirtschaft und Wissenschaft
Lübeck ist traditionell ein innovativer Wirtschaftsstandort mit einer dynamischen Struktur seit über 875 Jahren. Standen zur Hansezeit Handel und Logistik im Mittelpunkt, prägten später traditionelle Industrie und Schiffbau die Wirtschaft. Heute zeichnet sich die Lübecker Wirtschaft durch eine Mischung agiler Unternehmen aus zukunftsweisenden Branchen aus. Schwerpunkte sind die Gesundheitswirtschaft, Ernährungswirtschaft, Logistik, Maschinenbau sowie unternehmensnahe Dienstleistungen.
Hier sind Firmen von Weltruf sowie einige sogenannte „Hidden Champions“ ansässig, wie beispielsweise Dräger, die Reederei Oldendorff, Coherent Niederegger, Brüggen, Baader, SLM-Solutions, Possehl oder die Hypoport AG. Diese Unternehmen beschäftigen fast 50 Prozent der rund 100.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Standort und erwirtschaften jährlich über acht Milliarden Euro Umsatz.
Für zusätzliche Dynamik sorgen die vier leistungsfähigen Hochschulen Lübecks, von denen einige zur europäischen Spitzenklasse gehören, sowie verschiedene Forschungseinrichtungen. Auf dem gemeinsamen Wissenschaftscampus von Universität und Technischer Hochschule befinden sich unter anderem die Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik, das Technikzentrum Lübeck und der GründerCube, die Technologietransfer und Firmenausgründungen unterstützen. Studiengänge wie Computional Life-Science oder Medical Technology belegen die Bedeutung des Bereichs Life-Science für den Standort. Lübeck kooperiert auch im EnergieCluster Digitales Lübeck, um eine Modellregion für eine intelligent vernetzte, nachhaltige Stadt mit hoher Lebensqualität zu werden – die „Smart City Lübeck“.
Die Zukunft Lübecks – Lübeck:überMorgen
Lübeck befindet sich in einem stetigen Entwicklungsprozess, der bereits an vielen Stellen sichtbar wird. Die Stadt prüft sorgfältig, wie urbanes Leben mit hoher Aufenthaltsqualität und Mobilität bei gleichzeitigem Erhalt der Natur und dem Gedanken der Nachhaltigkeit vereint werden kann. Bürgerinnen und Bürger werden aktiv in Planungsverfahren eingebunden, um Ziele und Projekte für ein Zukunftsbild im Dialog gemeinsam zu definieren. Neue Technologien sollen in den Dienst der Menschen gestellt werden, um die Hansestadt partizipativer, inklusiver, ressourceneffizienter und wettbewerbsfähiger zu gestalten.
Warum heißt Lübeck Lübeck?
Der Name „Lübeck“ hat eine interessante Geschichte, die eng mit der slawischen Besiedlung der Region verbunden ist. Als Gründungsjahr des heutigen Lübecks wird 1143 genannt. In diesem Jahr verlieh Graf Adolf von Schauenburg einer bereits bestehenden Kaufmannssiedlung auf dem Hügel „Buku“ das Stadtrecht. Auf diesen Ort wurde der Name der alten slawischen Siedlung „Liubice“ übertragen.

Das ursprüngliche „Liubice“ erschien erstmals 1072 in der Geschichtsschreibung. Es handelte sich dabei um eine slawische Siedlung aus dem 9. Jahrhundert (mit Spuren bis 819), die einige Kilometer flussabwärts lag, wo die Schwartau in die Trave mündet. Dieses „Alt Lübeck“ war eine bedeutende Frühstadt mit Burg, Handelsbeziehungen und einer Kirche. Machtkämpfe führten 1138 zur Zerstörung von „Liubice“ durch Brand.
Das Ende der alten Siedlung war die Geburtsstunde des heutigen Lübecks. Graf Adolf von Schauenburg erkannte die strategische Lage der provisorischen Siedlung auf der Halbinsel Buku. Er ließ 1143 nach deutschem Recht eine Stadt errichten, sicherte sie mit einer Burg und siedelte Kolonisten an. Dem neuen Ort gab er den Namen der alten Siedlung: Lübeck war geboren. Die Stadt blühte schnell auf. Nachdem die Stadt 1157 erneut abbrannte, trat Graf Adolf die Halbinsel an Herzog Heinrich den Löwen ab, der die Stadt an gleicher Stelle wieder aufbauen ließ und ihr das später berühmte Lübisches Recht verlieh. Der Grundriss der heutigen Altstadt, geformt wie ein Schildkrötenpanzer, mit der Hauptachse vom Burgtor zum Mühlentor und den davon abzweigenden Straßen zu den Wasserläufen, wurde maßgeblich in dieser Zeit festgelegt. Straßen, die auf aufgeschüttetem Land liegen, werden bis heute „Gruben“ genannt.
Häufig gestellte Fragen zu Lübeck
Was ist typisch für Lübeck?
Typisch für Lübeck ist seine historische Altstadt, die als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt ist und auf einer von Wasser umgebenen Insel liegt. Charakteristisch sind die vielen denkmalgeschützten Gebäude, die verwinkelten Gänge und Gassen sowie die markanten Kirchtürme. Ebenso typisch sind die Verbindung zum Wasser und zum Hafen, das Ostseebad Travemünde, die berühmten Nobelpreisträger (Thomas Mann, Willy Brandt, Günter Grass) und natürlich das weltbekannte Lübecker Marzipan und der Rotspon.
Für was ist Lübeck berühmt?
Lübeck ist berühmt für seine einzigartige und gut erhaltene Altstadt, die den Status als UNESCO-Weltkulturerbe trägt. Die Stadt ist auch bekannt als „Königin der Hanse“ aufgrund ihrer historischen Bedeutung im mittelalterlichen Handel. Darüber hinaus ist Lübeck weltberühmt für sein Marzipan und hat drei Nobelpreisträger, die eng mit der Stadt verbunden sind.
Warum heißt Lübeck Lübeck?
Der Name Lübeck leitet sich von der alten slawischen Siedlung „Liubice“ ab, die flussabwärts des heutigen Stadtkerns lag. Nach der Zerstörung von „Alt Lübeck“ im Jahr 1138 wurde eine neue Siedlung auf der Halbinsel Buku gegründet. Graf Adolf von Schauenburg übertrug bei der Neugründung im Jahr 1143 den Namen der alten Siedlung auf den neuen Ort. Später wurde die Stadt von Herzog Heinrich dem Löwen wiederaufgebaut und weiterentwickelt.
Welcher Schriftsteller lebte in Lübeck?
Der berühmteste in Lübeck geborene Schriftsteller, der hier lebte, ist Thomas Mann. Er verbrachte seine Jugendjahre in der Stadt. Auch Günter Grass zog später nach Lübeck. Darüber hinaus besuchten und schätzten viele andere Schriftsteller und Künstler Travemünde und Lübeck, wie zum Beispiel Joseph Freiherr von Eichendorff, Franz Kafka oder der Maler Edvard Munch, auch wenn sie nicht dauerhaft in der Stadt lebten.
Fazit
Lübeck ist eine Stadt voller Kontraste, in der Geschichte und Moderne, Tradition und Fortschritt Hand in Hand gehen. Von der beeindruckenden Architektur der Altstadtinsel über die maritime Atmosphäre des Hafens und Travemündes bis hin zu kulturellen Highlights und kulinarischen Genüssen – Lübeck bietet ein facettenreiches Erlebnis, das seine Besucher immer wieder aufs Neue begeistert. Die Mischung aus hanseatischer Vergangenheit, lebendiger Kultur, starker Wirtschaft und zukunftsweisender Wissenschaft macht Lübeck zu einem einzigartigen Ort im Norden Deutschlands.
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