Wird die Postbank aufgelöst?

Postbank: Weniger Service vor Ort

29/06/2019

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Die Bankenlandschaft in Deutschland befindet sich seit Jahren im Wandel. Ein besonders deutliches Signal sendet nun die Postbank, die ihr Netz an Servicepunkten und Filialen erheblich ausdünnt. Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen für Kundinnen und Kunden, da sowohl die Verfügbarkeit von Finanzdienstleistungen in der Fläche als auch das klassische Filialerlebnis stark eingeschränkt werden.

Wann schließt die Postbank in Bad Oeynhausen?
Die Postbank verabschiedet sich endgültig aus der Kurstadt. Die Filiale in der ehemaligen Hauptpost in der Dr. -Neuhäußer-Straße wird am Montag, 14. April, geschlossen.

Die Maßnahmen der Postbank sind Teil einer breiteren Strategie und spiegeln den allgemeinen Trend zur Digitalisierung im Bankwesen wider. Doch während die Banken auf Online-Angebote setzen, zeigen aktuelle Umfragen auch, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung weiterhin Wert auf persönliche Beratung und Vor-Ort-Services legt. Diese Diskrepanz führt zu Herausforderungen und notwendigen Anpassungen im Alltag vieler Menschen.

Übersicht

Das Ende der Postbank-Finanzservices in Partnerfilialen

Eine der spürbarsten Veränderungen betrifft die sogenannten Post-Partnerfilialen. Hierbei handelt es sich oft um kleine Einzelhändler wie Kioske oder Schreibwarenläden, die zusätzlich zu ihrem Kerngeschäft auch grundlegende Post- und Postbank-Dienstleistungen anbieten. Die Deutsche Bank, Muttergesellschaft der Postbank, hat nun entschieden, das Angebot von Finanzdienstleistungen in diesen rund 1.800 Partnershops schrittweise einzustellen.

Ab Ende 2025 sollen in diesen Partnerfilialen keine Bankgeschäfte der Postbank mehr möglich sein. Das betrifft vor allem die Ausgabe von Bargeld, eine Dienstleistung, die für viele Menschen, insbesondere in ländlichen Gebieten oder für weniger mobile Kundinnen und Kunden, eine wichtige Rolle spielt. Als Grund für diesen Schritt nennt die Bank die zunehmende Nutzung von Online-Banking und den steigenden Anteil bargeldloser Zahlungen. Man beobachte schon länger, dass Kundinnen und Kunden ihre Bankgeschäfte vermehrt digital durchführen.

Diese Entscheidung ist für die betroffenen Partnerläden, die oft eine zusätzliche Einnahmequelle verlieren, und für die Kunden, die auf diese wohnortnahen Services angewiesen waren, eine einschneidende Veränderung. Sie zwingt viele, sich nach Alternativen für die Bargeldversorgung und andere Bankgeschäfte umzusehen.

Das schrumpfende Netz der Postbank-eigenen Filialen

Parallel zur Einstellung der Services in den Partnerfilialen reduziert die Postbank auch die Anzahl ihrer eigenen Filialen erheblich. Erst im Oktober wurde bekannt gegeben, dass ein großer Teil des bestehenden Filialnetzes geschlossen werden soll. Konkret plant die Postbank, bis Mitte 2026 etwa 250 ihrer derzeit rund 550 Zweigstellen aufzugeben.

Die Postbank selbst spricht in diesem Zusammenhang nicht von Schließungen im negativen Sinne, sondern von einem „gestrafften Filialnetz“. Ziel sei es, sich zu einer „Mobile First“-Bank zu entwickeln, was dem veränderten Verhalten der Kunden entsprechen soll. Das bedeutet, dass der Fokus verstärkt auf digitalen Kanälen liegt und die physische Präsenz deutlich reduziert wird. Für Kunden, die weiterhin den persönlichen Kontakt oder spezielle Serviceleistungen in der Filiale benötigen, bedeutet dies oft längere Wege und eine geringere Verfügbarkeit von Ansprechpartnern vor Ort.

Ein branchenweiter Trend: Das Bankensterben in Deutschland

Die Reduzierung von Filialen und Servicepunkten ist kein Phänomen, das nur die Postbank betrifft. Vielmehr ist es ein Trend, der die gesamte deutsche Bankenlandschaft seit Jahren prägt. Angesichts von Digitalisierung, Kostendruck und verändertem Kundenverhalten bauen viele Kreditinstitute ihre physische Präsenz ab.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bei den Volksbanken und Raiffeisen Banken beispielsweise ist die Zahl der Bankstellen in Deutschland rapide gesunken. Von 13.211 im Jahr 2012 reduzierte sich die Zahl auf nur noch 7.512 im Jahr 2022. Das entspricht einem Rückgang von über 43 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts.

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Auch die Sparkassen, die traditionell eine starke regionale Verankerung haben, dünnen ihr Netz aus. In Nordrhein-Westfalen hatten die Sparkassen zum Jahreswechsel 2023/2024 nur noch 1.052 Geschäftsstellen, 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild: Ende 2022 gab es laut Deutscher Bundesbank nur noch 7.326 inländische Zweigstellen der Sparkassen, verglichen mit 12.643 im Jahr 2012. Dieses „Bankensterben“ in der Fläche verändert die Infrastruktur und den Zugang zu Finanzdienstleistungen für die gesamte Bevölkerung.

Die Diskrepanz: Bankverhalten der Kunden vs. Bankstrategie

Interessanterweise zeigt eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom ein differenzierteres Bild des Kundenverhaltens, als es die Schließungsstrategien der Banken suggerieren. Während Banken die zunehmende Digitalisierung als Hauptgrund für den Filialabbau anführen, ist der Anteil der Kunden, die überwiegend eine Filiale nutzen und nur hin und wieder Online-Banking betreiben, in den letzten Jahren sogar wieder gestiegen.

Im Jahr 2021 fiel dieser Anteil auf ein Tief von sieben Prozent, lag aber 2023 schon wieder bei 17 Prozent. Gleichzeitig war der Anteil derjenigen Kunden, die überwiegend oder ausschließlich Online-Banking nutzen, zuletzt wieder rückläufig. Dies deutet darauf hin, dass trotz des allgemeinen Trends zur Digitalisierung ein signifikanter Teil der Bevölkerung weiterhin Wert auf persönliche Interaktion und Vor-Ort-Services legt oder diese schlicht benötigt. Die Strategie der Banken, das Filialnetz massiv zu reduzieren, scheint daher nicht uneingeschränkt mit den Bedürfnissen aller Kundengruppen übereinzustimmen.

Konsequenzen für Kunden: Was sich ändert und welche Alternativen es gibt

Die Reduzierung von Postbank-Services in Partnerfilialen und die Schließung von Filialen haben direkte Auswirkungen auf den Bankalltag vieler Menschen. Die Bargeldversorgung wird schwieriger, insbesondere in Gebieten ohne nahegelegene Geldautomaten oder Supermärkte, die Bargeld an der Kasse anbieten. Für komplexere Anliegen, die eine persönliche Beratung erfordern, müssen Kunden unter Umständen weite Wege zur nächsten verbleibenden Filiale in Kauf nehmen.

Die Postbank versucht, dem mit dem Ausbau digitaler Angebote zu begegnen und bewirbt ihre Entwicklung zur „Mobile First“-Bank. Für technikaffine Kunden mag dies eine gute Alternative sein, für ältere Menschen oder Personen ohne stabilen Internetzugang oder Smartphone stellt dies jedoch eine Hürde dar.

Die Frage, wann eine spezifische Filiale, wie beispielsweise die Postbank in Bad Oeynhausen, schließt, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht exakt beantworten, da die Nachricht hinter einer Bezahlschranke liegt. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass auch diese Filiale von den angekündigten Schließungsplänen bis Mitte 2026 betroffen ist oder ihre Services in einer nahegelegenen Partnerfiliale eingestellt werden. Kunden in Bad Oeynhausen und anderen betroffenen Orten sollten sich aktiv bei der Postbank oder über lokale Ankündigungen informieren, um genaue Informationen zu den Schließungsdaten und verfügbaren Alternativen in ihrer Nähe zu erhalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich Bankkunden auf weitere Veränderungen einstellen müssen. Die Ära der flächendeckenden Bankfilialen neigt sich dem Ende zu. Während digitale Angebote an Bedeutung gewinnen, wird der Zugang zu traditionellen Bankdienstleistungen in der physischen Welt zunehmend eingeschränkt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Warum stellt die Postbank Services in Partnerfilialen ein?
    Die Postbank nennt als Hauptgrund die zunehmende Nutzung digitaler Angebote und den Rückgang von Bargeldgeschäften in diesen Filialen.
  • Welche Services sind in den Partnerfilialen betroffen?
    Primär geht es um Finanzdienstleistungen wie die Ausgabe von Bargeld. Postdienstleistungen bleiben in der Regel erhalten.
  • Wann werden die Services in Partnerfilialen eingestellt?
    Dies geschieht schrittweise bis Ende 2025.
  • Wie viele Postbank-eigene Filialen werden geschlossen?
    Es ist geplant, etwa 250 der derzeit 550 Filialen bis Mitte 2026 zu schließen.
  • Ist nur die Postbank von Filialschließungen betroffen?
    Nein, der Abbau von Filialnetzen ist ein branchenweiter Trend, der auch Sparkassen, Volksbanken und andere Banken betrifft.
  • Wo kann ich künftig Bargeld abheben?
    Alternativen sind Geldautomaten der Postbank oder Cash Group, Bargeldauszahlung an der Kasse in vielen Supermärkten und Discountern oder Geldautomaten anderer Banken (ggf. mit Gebühren).
  • Wann schließt die Postbank in Bad Oeynhausen?
    Die vorliegenden Informationen geben kein spezifisches Datum für die Filiale in Bad Oeynhausen an. Sie ist aber wahrscheinlich von den allgemeinen Schließungsplänen betroffen. Kunden sollten sich direkt bei der Postbank oder lokalen Quellen informieren.
BanktypAnzahl Filialen 2012 (ca.)Anzahl Filialen 2022/2023 (ca.)Veränderung (ca.)
Volksbanken/Raiffeisenbanken13.2117.512 (2022)-43%
Sparkassen (bundesweit Zweigstellen)12.6437.326 (2022)-42%
Sparkassen (NRW Geschäftsstellen)Nicht verfügbar1.052 (2023)-4.6% (im Vergleich zu 2022)
Postbank (eigene Filialen)Nicht verfügbar550 (vor Ankündigung)-45% (geplant bis Mitte 2026)

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