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Warum gibt es keine Ritter Sport Schokolade mehr?

15/09/2019

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Schokoladenliebhaber stehen in einigen Supermärkten derzeit vor leeren Regalen, wenn sie nach ihrer Lieblingssorte von Ritter Sport suchen. Die Supermarktkette Rewe hat den Verkauf der quadratischen Schokolade vorübergehend eingestellt. Dies ist kein Einzelfall, denn bereits zuvor hatte auch die Discounterkette Lidl den Verkauf gestoppt. Doch was steckt hinter dieser Entwicklung und warum findet man die beliebte Schokolade in manchen Läden nicht mehr?

Übersicht

Der Preisstreit als Hauptgrund

Der vorübergehende Verkaufsstopp bei Rewe ist das Ergebnis eines anhaltenden Preisstreits mit dem Schokoladenhersteller Ritter Sport. Laut Berichten der „Lebensmittelzeitung“ (LZ) dauern die Auseinandersetzungen bereits „seit Wochen“ an. Im Kern geht es um die Preisgestaltung der Produkte sowie um die Konditionen der Lieferbedingungen. Wenn sich Handel und Hersteller bei diesen zentralen Punkten nicht einig werden, kann dies dazu führen, dass der Handel die Produkte vorerst auslistet und nicht mehr bestellt.

Wie reich ist Alfred Ritter?
Die Alfred Ritter GmbH ist ein deutscher Süßwarenhersteller und in Deutschland mit seiner Marke Ritter Sport einer der wichtigste Anbieter von Tafelschokolade. Im Jahr 2024 setzte die Alfred Ritter GmbH rund 605 Millionen Euro um.

Rewe ist mit solchen Konflikten nicht allein. Abgesehen von Ritter Sport lieferte sich die Supermarktkette in diesem Jahr bereits ähnliche Preisstreite mit anderen großen Lebensmittelkonzernen wie Mars und Kellog’s. Auch Lidl hatte bereits im Juli den Verkauf von Ritter Sport eingestellt, was zeigt, dass die Spannungen zwischen Herstellern und Händlern in der aktuellen Marktlage zunehmen.

Steigende Kosten und Inflation treffen die Süßwarenindustrie

Ein wesentlicher Faktor, der die Preisverhandlungen zwischen Herstellern und Händlern erschwert, ist die allgemeine Inflation und die damit verbundenen gestiegenen Produktionskosten. Laut dem Statistischen Bundesamt, auf das sich „Brigitte“ beruft, sind die Nahrungsmittelpreise in Deutschland im August 2023 im Jahresvergleich um neun Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind dabei Zucker und Süßwaren, deren Preise überproportional stark angezogen haben.

Diese Entwicklung zwingt Süßwarenhersteller wie Ritter Sport dazu, ihre Preise anzupassen, um die gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik auszugleichen. Die Händler wiederum versuchen, die Preise für die Verbraucher möglichst stabil zu halten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese gegensätzlichen Interessen führen unweigerlich zu Konflikten bei den Preisverhandlungen.

Warum Kakao so teuer wird

Neben der allgemeinen Inflation sind insbesondere die drastisch gestiegenen Kakaopreise eine massive Belastung für Schokoladenhersteller. Ritter Sport Chef Andreas Ronken erklärt in einem Interview, dass die Preise für Kakao „dramatisch gestiegen“ seien. Ein Grund dafür sei, dass die Lagerbestände in den letzten Jahren abgebaut worden seien. Man lebe als Schokoladenhersteller gewissermaßen „von der Hand in den Mund“, was bedeutet, dass kaum Puffer für Engpässe oder Preisschwankungen vorhanden ist.

Warum wird Ritter Sport boykottiert?
Der Schokoladenhersteller Ritter Sport wurde wegen seinen Aktivitäten mit Russland von einem Shitstorm überzogen. In den sozialen Netzwerken tauchten Posts mit dem abgewandelten Slogan „Quadratisch. Praktisch.

Hinter dieser Entwicklung steckt laut Ronken auch der Klimawandel, der „längst im Supermarkt angekommen“ sei. In den wichtigsten Kakaoanbauländern wie Ghana oder der Elfenbeinküste ist die Wahrscheinlichkeit schlechter Ernten aufgrund veränderter Wetterbedingungen deutlich größer geworden. Dies führt zu geringeren Erträgen und treibt die Preise auf dem Weltmarkt in die Höhe.

Bessere Zeiten für Kakaobauern

Interessanterweise sieht Andreas Ronken in der aktuellen Preisentwicklung am Kakaomarkt auch positive Aspekte – allerdings nicht für die Verbraucher, sondern für die Kakaobauern. Er sei „nicht unfroh“ darüber, dass die Preise steigen, weil es für die Bauern jahrzehntelang kein auskömmliches Geschäft war und die Kakaopreise zu gering waren. Viele Bauern lebten unterhalb der Armutsgrenze, obwohl sie das wichtigste Rohmaterial für die globale Schokoladenindustrie lieferten.

Jetzt, da die Preise gestiegen sind, lohnt es sich für die Bauern endlich wieder, in ihre Plantagen zu investieren, neue Flächen anzulegen und die Produktivität zu steigern. Dies könnte langfristig zu einer stabileren Versorgungslage beitragen. Besonders in Lateinamerika, wo andere Anbaustrukturen vorherrschen, herrsche aufgrund der gestiegenen Preise sogar eine Art „Goldgräberstimmung“, so Ronken.

Unterschiede im Kakaoanbau: Afrika vs. Lateinamerika

Die scheinbare Widersprüchlichkeit zwischen „Goldgräberstimmung“ und zunehmenden Missernten erklärt sich durch die unterschiedlichen Anbaubedingungen in den Hauptregionen. In Afrika, wo derzeit noch etwa 75 Prozent des weltweiten Kakaos herkommen, dominieren kleine Familienbetriebe. Die durchschnittliche Plantagengröße liegt bei nur anderthalb bis zwei Hektar. Diese Betriebe sind sehr stark vom Klima abhängig und daher anfälliger für die Auswirkungen des Klimawandels wie Dürren oder Starkregen.

Warum ist Ritter Sport Schokolade so teuer?
Die Kakaopreise sind dramatisch gestiegen. Ein Grund dafür ist, dass die Lagerbestände in den letzten Jahren abgebaut worden sind. Wir leben gewissermaßen als Schokoladenhersteller von der Hand in den Mund. Dahinter steht, dass der Klimawandel längst im Supermarkt angekommen ist.

In Lateinamerika hingegen gibt es oft größere Plantagen, die professioneller bewirtschaftet werden und über Bewässerungssysteme verfügen. Diese Strukturen sind resilienter gegen extreme Wetterereignisse. Die gestiegenen Preise kommen den professionelleren Betrieben in Lateinamerika zugute und fördern dort Investitionen und Ausweitung des Anbaus, während die Kleinbauern in Afrika weiterhin stärker unter der Klimaproblematik leiden, aber zumindest von den höheren Preisen profitieren können, wenn ihre Ernten gut ausfallen.

RegionAnbauformDurchschnittliche PlantagengrößeAbhängigkeit vom KlimaResilienz gegenüber Klimawandel
Afrika (Ghana, Elfenbeinküste)Familienbetriebe1,5 bis 2 HektarSehr hochGeringer
LateinamerikaGrößere PlantagenDeutlich größerGeringer (oft Bewässerungssysteme)Höher

Margen unter Druck: Warum Preiserhöhungen nötig sind

Angesichts der dramatisch gestiegenen Rohstoffpreise, insbesondere für Kakao, sieht sich Ritter Sport gezwungen, die Preise anzuheben. Andreas Ronken betont, dass diese Preiserhöhungen notwendig sind, „um überhaupt am Leben zu bleiben“ und Geld verdienen zu können. Die gestiegenen Kakaopreise ließen den Herstellern keine andere Wahl.

Obwohl manche Verbraucher oder Kritiker den Herstellern Profitgier vorwerfen könnten, stellt Ronken klar, dass die Erträge und Margen von Ritter Sport trotz der Preiserhöhungen deutlich niedriger seien als zuvor. Dies unterstreicht, wie stark der Kostendruck in der Branche derzeit ist und dass die Preisanpassungen in erster Linie dazu dienen, die gestiegenen Ausgaben zu decken und die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu sichern.

Die Rolle von Zöllen im globalen Handel

Neben den Kosten für Rohstoffe und der allgemeinen Inflation können auch Zölle die Preise für Schokolade beeinflussen, insbesondere im internationalen Handel. Ritter Sport verkauft seine Produkte auch in den USA. Hohe US-Zölle machen die Schokolade für amerikanische Kunden teurer. Noch problematischer könnten jedoch potenzielle Gegenzölle der Europäischen Union sein.

Warum wird Ritter Sport nicht mehr verkauft?
Vor allem Zucker und Süßwaren seien überproportional teurer geworden – mit der Folge, dass bekannte Süßwarenmarken versuchten, ihre Preise aggressiv anzupassen. Bereits im Juli hatte die Discounterkette Lidl den Verkauf von Ritter Sport gestoppt.

Ein Beispiel, das Ronken nennt, sind Mandeln. Etwa 60 Prozent der Mandeln, die Ritter Sport verwendet, stammen aus den USA. Würde die EU als Reaktion auf US-Zölle einen Zoll von 30 Prozent auf Mandeln erheben, hätte dies direkte Auswirkungen auf die Preise von Marzipan- und Mandelschokolade. Ähnliches gilt für andere Zutaten wie Sultaninen. Dies zeigt, wie vernetzt die globalen Lieferketten sind und wie politische Entscheidungen die Kosten für einzelne Produkte beeinflussen können.

Häufig gestellte Fragen

Warum wird Ritter Sport boykottiert?

Es handelt sich nicht um einen Boykott durch Verbraucher. Der Verkaufsstopp bei Supermarktketten wie Rewe und Lidl ist die Folge von Preisstreitigkeiten und Uneinigkeiten bei Lieferbedingungen zwischen dem Hersteller Ritter Sport und den jeweiligen Händlern. Die Händler haben entschieden, die Produkte vorerst aus dem Sortiment zu nehmen, weil sie sich nicht auf Preise und Konditionen einigen konnten.

Warum ist Ritter Sport Schokolade so teuer?

Die Preise für Schokolade, einschließlich Ritter Sport, sind aus mehreren Gründen gestiegen. Hauptfaktoren sind die dramatisch erhöhten Kakaopreise, die durch geringe Lagerbestände und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernten in den Hauptanbaugebieten verursacht werden. Auch die allgemeine Inflation und gestiegene Kosten für andere Zutaten und die Produktion tragen zur Preissteigerung bei. Die höheren Kakaopreise kommen den Kakaobauern zugute, um ein auskömmliches Einkommen zu ermöglichen.

Warum hat Rewe den Verkauf von Ritter Sport gestoppt?

Rewe hat den Verkauf vorübergehend eingestellt, weil es einen anhaltenden Preisstreit mit Ritter Sport gibt. Die Supermarktkette und der Schokoladenhersteller konnten sich nicht auf die Verkaufspreise und die Lieferbedingungen einigen. Solche Konflikte sind im Einzelhandel nicht ungewöhnlich, insbesondere in Zeiten steigender Kosten und hoher Inflation.

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