Fehmarn: Insel-Vielfalt an der Ostsee

19/08/2022

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Die Insel Fehmarn, oft auch als Sonneninsel bezeichnet, liegt prominent in der Ostsee, eingebettet zwischen der malerischen Kieler und der Mecklenburger Bucht. Geografisch gehört sie zu Schleswig-Holstein und bildet dort den Kreis Ostholstein. Mit einer Fläche von rund 185 Quadratkilometern nimmt Fehmarn eine bedeutende Stellung ein: Sie ist die drittgrößte Insel Deutschlands und zugleich die zweitgrößte Stadt Schleswig-Holsteins nach Fläche. Auf der Insel verteilen sich insgesamt 42 charmante Dörfer, die Heimat für etwa 12.600 Einwohner sind. Das unbestrittene Zentrum und der größte Ort der Insel ist Burg auf Fehmarn, in dem allein etwa 6.000 Menschen leben. Burg war von alters her der Handelsmittelpunkt der Insel, begünstigt durch seine zentrale Lage, den frühen Stadthafen und den historischen Amtmannsitz auf Schloss Glambeck/Burgtiefe, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1210 zurückreichen.

Wem gehört die Insel Fehmarn?
Sie gehört zum Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Am 1. Januar 2003 wurde die Stadt Fehmarn durch die Fusion der seit dem 1. Januar 1978 verbliebenen vier Gemeinden der Insel Burg, Bannesdorf, Landkirchen und Westfehmarn gebildet.

Ein Blick in die Geschichte Fehmarns

Die Geschichte Fehmarns reicht weit zurück. Erste Siedlungsspuren datieren um 5000 v. Chr., als die Insel noch mit dem Festland verbunden war und von Fischern bewohnt wurde. Etwa 2000 Jahre später siedelten sich die ersten Ackerbauern an. Die Trennung vom Festland und die Entstehung der Insel, wie wir sie heute kennen, erfolgte vor rund 4300 Jahren. Zwischen 400 und 900 n. Chr. wurde die Insel von Slawen des Stammes der Wagrier besiedelt. Von ihnen stammt auch der Inselname: „fe mer“ bedeutet „am Meer gelegen“. Die erste schriftliche Erwähnung Fehmarns findet sich im Jahr 1076 beim Kirchenhistoriker Adam von Bremen, der die Insel zu dieser Zeit ebenfalls als slawisch besiedelt beschreibt. Rund 100 Jahre später berichtet auch Helmold von Bosau davon.

Die Christianisierung der Insel erfolgte vermutlich von Dänemark aus. Im späten Mittelalter war Fehmarn kirchlich dem Bistum Odense auf Fünen unterstellt, was die engen historischen Verbindungen zu Dänemark unterstreicht. Im Jahr 1420 erlitt Fehmarn eine schwere Zerstörung durch den dänischen König Erich dem Pommer, wobei sehr viele Inselbewohner getötet wurden. Der Grund dafür war, dass die Insulaner den holsteinischen Grafen Adolf VIII. als ihren rechtmäßigen Herrn anerkannt und das dänische Königssiegel gegen das schauenburgische Nesselblatt getauscht hatten.

Nach dieser Katastrophe rief der Schauenburger Fürst im Jahr 1424 zur Neubesiedlung Fehmarns auf und lockte mit großen Steuerfreiheiten. Diesem Ruf folgten überwiegend Menschen aus Dithmarschen, Sachsen und Holstein, die halfen, die Insel wieder aufzubauen. Unter Graf Johann erhielt Fehmarn im Jahr 1580 die Lehnsfahne vom dänischen König Friedrich II., eine Tradition, die bis heute fortlebt und geflaggt wird. Im Jahr 1617 verbot der Fürstbischof Johann Friedrich, der Lehnsherr Fehmarns war, dem Adel, sich auf der Insel niederzulassen oder Land zu besitzen. Zu dieser Zeit gab es 493 Bauernhöfe auf der Insel, und es gab niemals eine Leibeigenschaft – ein bemerkenswertes Detail in der Agrargeschichte der Region.

Die dänische Ära, zumindest im Sinne von Einfluss und Konflikten, fand ihren Wendepunkt im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, als Fehmarn von preußischen Soldaten erobert wurde. Zwei Jahre später wurde Schleswig-Holstein von Preußen annektiert, und 1867 folgte die Eingliederung als „Provinz“ in Preußen. Seitdem gehört Fehmarn ununterbrochen zu Deutschland.

Ein entscheidendes Datum in der modernen Geschichte Fehmarns ist das Jahr 1963, als die Fehmarnsundbrücke eingeweiht wurde. Diese Brücke verbindet die Insel seither fest mit dem schleswig-holsteinischen Festland und ersetzte die Fährverbindung über den Sund. Mit der Brücke wurde auch die sogenannte Vogelfluglinie eröffnet, eine direkte Straßen- und Bahnverbindung, die die Großräume Hamburg und Kopenhagen verbindet und dabei über Fehmarn verläuft. Im Norden der Insel, in Puttgarden, existiert im Rahmen der Vogelfluglinie weiterhin eine wichtige Fährverbindung nach Rødby in Dänemark.

Eine weitere wichtige Entwicklung in der jüngeren Geschichte war der Zusammenschluss aller auf der Insel liegenden Gemeinden zur heutigen Stadt Fehmarn im Jahr 2003. Dies geschah nach einer Bürgerbefragung und vereinfachte die Verwaltung der Insel erheblich.

Fehmarn heute: Politik, Verwaltung und Glaube

Politisch ist Fehmarn heute eine eigenständige Stadt innerhalb des Kreises Ostholstein im Bundesland Schleswig-Holstein. Die Verwaltung der Insel ist seit dem Zusammenschluss 2003 zentralisiert.

Die religiöse Landschaft Fehmarns ist stark von ihrer Geschichte geprägt. Die Christianisierung begann, wie erwähnt, früh und war eng mit Dänemark verbunden, als König Knut der Große Fehmarn im Jahr 1022 dem Bistum Odense unterstellte. Heute gehört die Mehrheit der Einwohner zur evangelisch-lutherischen Kirche. Diese ist in vier Gemeinden gegliedert, deren Sitze sich in Burg, Landkirchen, Bannesdorf und Petersdorf befinden. Darüber hinaus gibt es in Burg auch eine römisch-katholische Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten auf Fehmarn

Fehmarn bietet eine Fülle von kulturellen Attraktionen und landschaftlichen Reizen. Neben dem berühmten Südstrand, der mit seinem weißen und feinen Sand zum Baden und Entspannen einlädt, gibt es viele naturbelassene, „wilde“ Strände, die sich perfekt zum Entdecken und Erkunden eignen. In Burg gibt es interessante Ausflugsziele für die ganze Familie. Dazu gehört das Meereszentrum Fehmarn mit seinem großen Haibecken und einer beeindruckenden Vielfalt tropischer Fische. Eine weitere Attraktion in Burg ist eine große Modelleisenbahnanlage, die detailreiche Landschaften und Züge präsentiert. Im Hafen von Burgstaaken liegt ein ausgemustertes U-Boot der Bundesmarine, das besichtigt werden kann und einen Einblick in die Marinegeschichte gibt. An der Nordküste Fehmarns erinnert das Denkmal an den tragischen Untergang des Segelschulschiffes Niobe. Für Naturfreunde ist das Wasservogelschutzgebiet Wallnau besonders empfehlenswert. Hier können seltene Vogelarten beobachtet werden; Ferngläser können vor Ort ausgeliehen werden.

Ein besonderes Highlight ist auch ein Ausflug ins nahegelegene Dänemark. Mit der Scandlines-Fähre von Puttgarden aus dauert die Überfahrt nach Rødby nur etwa 45 Minuten. Eine Reservierung, besonders in der Hauptsaison, ist ratsam. In Dänemark, etwa 20 Minuten vom Fährhafen Rødbyhavn entfernt in der Nähe des Städtchens Bandholm, liegt der Knuthenborg Safaripark. Dieser Park ist bekannt für seine uralten Bäume und die Möglichkeit, mit dem eigenen Auto durch weitläufige Gehege zu fahren, in denen frei laufende Nashörner, Giraffen, Tiger, Bisons und viele andere Tiere leben. Ein sehr empfehlenswertes Erlebnis für Groß und Klein.

Anreise und Mobilität auf der Insel

Die Anreise nach Fehmarn ist unkompliziert. Mit dem Auto gelangt man über die Autobahn A1 Richtung Norden direkt zur Fehmarnsundbrücke. Die Nutzung der Brücke ist mautfrei. Von dort aus sind es nur noch kurze Wege zu den verschiedenen Orten auf der Insel, wie zum Beispiel nach Meeschendorf im Südosten. Wer lieber mit der Bahn anreist, hat die Wahl zwischen dem Bahnhof Burg oder dem Fährbahnhof Puttgarden. Von diesen Bahnhöfen aus kann man mit Bussen oder Taxis weiterfahren.

Für Flieger gibt es den nächstgelegenen größeren Flughafen in Lübeck oder Hamburg. Fehmarn verfügt jedoch auch über den kleinsten Flugplatz Deutschlands, auf dem Kleinflugzeuge landen können.

Die Mobilität auf der Insel selbst ist vielseitig. Eine Buslinie verbindet die meisten Orte auf Fehmarn miteinander und bietet sogar Verbindungen zum Festland an. Die Insel ist auch ein Paradies für Radfahrer, da die Radwege sehr gut ausgebaut sind und eine gute Ausschilderung vorhanden ist. Man kann eigentlich fast überallhin mit dem Fahrrad gelangen. Allerdings gibt es auch Abschnitte, die sanierungsbedürftig sind, und an wichtigen Hauptrouten fehlen teilweise Radwege. Besonders im Sommer, wenn der PKW-Verkehr auf den Verbindungsstraßen zwischen den Gemeinden zunimmt, sollten Familien mit Kindern hier vorsichtig sein oder alternative Routen nutzen.

Aktivitäten für jeden Geschmack

Fehmarn ist bekannt für sein breites Angebot an Freizeitaktivitäten. Besonders Wassersportler kommen hier auf ihre Kosten. Fehmarn gilt als das beste deutsche Windsurf- und Kiterevier, dank optimaler Windbedingungen. Aber auch Angler finden auf Fehmarn ihr Glück. Man kann sowohl Brandungsangeln von der Küste aus betreiben als auch mit Angelkuttern wie der „Südwind“, „Silverland“ oder „Kehrheim“ zum Bootsangeln hinausfahren. Wer die besten Plätze (oft am Heck) ergattern möchte, sollte frühzeitig an Bord sein. Der Hauptfang beim Bootsangeln ist Dorsch. Eine Ausnahmegenehmigung zum Angeln ohne Angelschein von der Küste erhält man gegen Gebühr im Rathaus von Burg; vom Kutter aus benötigt man keinen Angelschein.

Für Familien gibt es das Meerwasser-Wellenbad, das zu einem Erlebnisbad erweitert wird, sowie mehrere Spielplätze am Südstrand in Burgtiefe. Wer das Segeln oder Surfen lernen möchte, kann auf Fehmarn Kurse belegen. Auch Motorboote können bei Anbietern wie Taro-Charterboote (Camping Miramar) oder Neumann-Boote ausgeliehen werden, sowohl führerscheinfreie als auch führerscheinpflichtige Modelle.

Weitere Aktivitäten auf der Insel umfassen einen Minigolfplatz und das Vitarium, eine Art Freizeithalle, die Essen, Spiele und Einkaufsmöglichkeiten bietet. Golfer finden ihr Revier auf dem 18-Loch Golfplatz des Golfclubs Fehmarn bei Wulfen. Und dank der oft guten Winde ist Fehmarn auch ein hervorragendes Revier zum Drachensteigenlassen.

Kulinarische Entdeckungen auf Fehmarn

Die Küche auf Fehmarn lässt kaum Wünsche offen. Die Insel bietet eine große kulinarische Vielfalt, von gehobener Gastronomie bis zu traditionellen Fischgerichten. So kann man sich beispielsweise in der „Traube“ von einem Sternekoch verwöhnen lassen oder im „Goldenen Anker“ riesige Portionen exzellenten Fisches mit Salzkartoffeln genießen. Auch internationale Fast-Food-Ketten sind in Burg vertreten, zum Beispiel mit einem McDonalds.

Empfehlenswerte Restaurants (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und basierend auf persönlichen Einschätzungen) und ihre oft gelobten Gerichte sind unter anderem: der Margaretenhof in Neujellingsdorf (bekannt für die halbe junge Flugente), das Lotsenhus in Burgstaaken (empfohlen für Spare Ribs und Krabben in Öl), das Aalhus in Landkirchen (Spezialität Speckscholle mit Salzkartoffeln), der Goldene Anker in Burgstaaken (generell sehr guter Fisch) und das Steakhus in Burg (Pfeffersteak mit Pommes und Kräuterbaguette). Daneben gibt es noch viele weitere sehr gute Restaurants auf der Insel zu entdecken.

Das Nachtleben und Ausgehen

Das Nachtleben auf Fehmarn konzentriert sich hauptsächlich auf Burg, wo es eine Disco und mehrere Bars gibt. Richtig lebendig wird das Nachtleben jedoch vor allem im Sommer. Dann finden zahlreiche Partys und Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel das beliebte Beachvolleyballturnier, die für Unterhaltung am Abend sorgen.

Unterkunftsmöglichkeiten und Sicherheit

Für Urlauber gibt es auf Fehmarn vielfältige Unterkunftsmöglichkeiten. Viele Gäste wohnen in Bungalows, Ferienapartments oder den drei Hotelhochhäusern am Südstrand. Diese Unterkünfte bieten den Vorteil, nur wenige Meter vom schönen, sauberen und weißen Badestrand entfernt zu liegen. Aber auch in fast allen anderen Orten auf der Insel gibt es sehr schöne Pensionen und Ferienwohnungen. Es empfiehlt sich, gerade in der Hochsaison frühzeitig zu reservieren, da die Nachfrage sehr hoch ist. Nicht zu vergessen sind die vielen tollen Campingplätze, die oft direkt am Strand liegen und auch Mietcaravans anbieten. Sie sind besonders bei Familien mit Kindern für einen Strandurlaub beliebt.

In Bezug auf die Sicherheit gilt Fehmarn grundsätzlich als sehr sicher. Urlauber und Einheimische können sich hier frei bewegen.

Klima auf Fehmarn

Das Klima auf Fehmarn ist besonders im Sommer sehr angenehm. Es wird meist nicht zu heiß, und es weht oft ein angenehm kühler Wind vom Meer. Aber auch außerhalb der Hauptsaison ist Fehmarn eine Reise wert. Die saubere, klare Meeresluft ist das ganze Jahr über wohltuend und lädt zu Spaziergängen und Aktivitäten im Freien ein.

Wer sind die Fehmaraner?

Die Einwohner der Insel Fehmarn bezeichnet man korrekt als Fehmaraner. Bitte verwenden Sie nicht Bezeichnungen wie „Fehmarner“ oder „Fehmer“. Die Fehmaraner sind bekannt dafür, dass sie manchmal etwas rauer und sehr geradeheraus angesprochen werden. Lassen Sie sich davon nicht irritieren; sie sind deswegen keineswegs weniger freundlich. Im Gegenteil, Fehmarn gilt als ein besonders gastfreundlicher Ort.

Häufig gestellte Fragen zu Fehmarn

Hier beantworten wir einige Fragen, die oft im Zusammenhang mit Fehmarn gestellt werden:

Wem gehört die Insel Fehmarn?

Die Insel Fehmarn gehört zur Bundesrepublik Deutschland. Sie ist Teil des Bundeslandes Schleswig-Holstein und liegt dort im Kreis Ostholstein. Die Insel selbst bildet heute eine eigenständige Stadt, die Stadt Fehmarn, die durch den Zusammenschluss aller Inselgemeinden im Jahr 2003 entstanden ist.

War Fehmarn mal dänisch?

Fehmarn hatte historisch enge und wechselvolle Beziehungen zu Dänemark. Im Mittelalter war die Insel kirchlich dem dänischen Bistum Odense unterstellt. Es gab auch kriegerische Auseinandersetzungen, wie die Zerstörung durch den dänischen König Erich dem Pommer im Jahr 1420. Später erhielt die Insel die Lehnsfahne vom dänischen König. Im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 wurde Fehmarn von preußischen Truppen erobert und gelangte so unter preußische und später deutsche Herrschaft. Obwohl es also starke historische Bindungen, Konflikte und Einflüsse aus Dänemark gab, war Fehmarn in der jüngeren Geschichte und der Neuzeit kein Teil des Königreichs Dänemark mehr im staatsrechtlichen Sinne, sondern wurde Teil Preußens und damit Deutschlands.

Wie nennt man die Einwohner von Fehmarn?

Die korrekte Bezeichnung für die Einwohner der Insel Fehmarn lautet Fehmaraner. Andere Bezeichnungen wie Fehmarner oder Fehmer sind nicht gebräuchlich und sollten vermieden werden. Die Fehmaraner sind bekannt für ihre offene und direkte Art, die jedoch mit großer Gastfreundschaft einhergeht.

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