Wie hieß Hildesheim früher?

Hildesheim: Geschichte & Namensursprung

21/06/2015

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Hildesheim, eine Stadt in Niedersachsen mit einer reichen und langen Geschichte, liegt etwa 30 Kilometer südöstlich von Hannover. Ihre Ursprünge reichen weit zurück, und die Frage nach den frühen Namen der Stadt führt uns tief in die Vergangenheit.

Was ist typisch Hildesheim?
Ebenso beliebt ist der "Hildesheimer Rumtreiber" aus der Spirituosen-Manufaktur von Christian Nagel, Bier made in Hildesheim oder die Traditions-Leckerbissen "Hildesheimer himmlischen Trüffel". Geschichtsinteressierte Leseratten werden genauso fündig wie Kenner guten Kaffees und exzellent designten Kunsthandwerks.

Die Geschichte Hildesheims beginnt nicht erst mit der offiziellen Gründung. Nördlich der heutigen Stadt, nahe Harsum, wurden Spuren einer der ältesten bäuerlichen Siedlungen Norddeutschlands gefunden, datiert auf etwa 5700 v. Chr. Dies zeigt eine sehr frühe Besiedlung der Region. Auch an der Stelle, wo der alte West-Ost-Handelsweg Hellweg, heute in etwa die Bundesstraße 1, den Fluss Innerste kreuzte, gab es vermutlich schon in vorfränkischer Zeit eine Siedlung und eine Kultstätte.

Übersicht

Frühe Ursprünge und die Namensgebung

Die Frage, wie Hildesheim früher hieß, ist eng mit der Entstehung der Stadt verbunden. Eine frühere Behauptung, Hildesheim habe im Jahr 577 den Namen Bennopolis getragen, gilt heute als nicht haltbar. Diese Information stammte aus einer Pariser Handschrift, die sich als Fälschung erwies. Der Name Hildesheim hat seinen Ursprung vielmehr in einem alten deutschen Personennamen. Der Brockhaus Multimedia aus dem Jahr 2002 erklärt, dass der Name, wie wir ihn seit Anfang des 13. Jahrhunderts kennen, eine Verkürzung aus älteren Formen ist: Hildinisheim (12. Jahrhundert), Hildeneshem (1022) und Hiltenesheim (1004).

Diese älteren Bezeichnungen enthalten den alten deutschen Personennamen Hildin oder Hildini. Dieser Name leitet sich vom althochdeutschen Wort hiltia ab, was „Kampf“ bedeutet. Die Schreibweise Hiltinesheim entspricht der althochdeutschen Form, während Hildeneshem die altsächsische Variante des Namens darstellt. Es wird vermutet, dass die älteste Siedlung im heutigen Stadtgebiet, das sogenannte Alte Dorf, ursprünglich diesen Namen trug und die später gegründete Stadt den Namen von dieser älteren Ansiedlung übernahm. Der lateinische Name der Stadt war früher Hildesia.

Gründung des Bistums und erste Entwicklungen

Ausgrabungen auf dem Hildesheimer Annenfriedhof deuten darauf hin, dass es bereits im 8. Jahrhundert eine Missions- oder Taufkapelle auf dem späteren Domhügel gab. Nach den Sachsenkriegen Karls des Großen um 800 versuchte der Kaiser, die Kontrolle über die Sachsen durch Maßnahmen wie Massentaufen und Umsiedlungen zu festigen. Parallel dazu gründete er Grafschaften und Bistümer in den neu eroberten Gebieten.

Elze, etwa 19 km westlich von Hildesheim, wurde zunächst als karolingischer Vorposten ausgebaut. Karl der Große hielt sich dort auf und Elze, in Urkunden auch als Aula Caesaris (aula regia des Kaisers) bezeichnet, war möglicherweise ursprünglich als Bischofssitz für Ostfalen vorgesehen. Ludwig der Fromme, Karls Sohn, traf jedoch im Jahr 815 die Entscheidung, einen Bischofssitz in Hildesheim zu gründen. Man nimmt an, dass der Geistliche Gunthar, der angeblich aus Reims stammte, diese Neugründung umsetzte.

Die Entscheidung für Hildesheim als Bischofssitz an der Innerste und nicht an der Leine wurde wahrscheinlich durch die günstigere Lage begründet, die bessere Verbindungen nach Osten ermöglichte, wo die Oker die Bistumsgrenze bildete. Die Innerste verband Hildesheim zudem mit dem Harzgau und bot über die Leine Zugang zum Wesersystem. Das Bistum wurde unter das Patrozinium der Gottesmutter Maria gestellt.

Unter Bischof Altfrid wurde der erste Hildesheimer Dom errichtet. Bischof Bernward, der von 993 bis 1022 regierte, erweiterte den Bereich der Domburg erheblich. In seine Amtszeit fallen der Bau der 1010 fertiggestellten Michaeliskirche und die Errichtung der Bernwardsmauer um das Jahr 1000. Zwischen Dom und Michaeliskirche lag der Alte Markt, ein frühes Zentrum des städtischen Lebens. Die Anlage der Domburg ist noch heute im Domhof erkennbar.

Mittelalterliche Stadtentwicklung

In den Jahrhunderten nach der Bistumsgründung entwickelte sich Hildesheim zu einem bedeutenden Gemeinwesen. Besonders um die Andreaskirche herum entstand eine lebendige Handwerker-, Händler- und Bürgerstadt. Bereits 1167 war Hildesheim eine nahezu vollständig ummauerte Marktsiedlung. Die wachsende Bedeutung der Bürgerschaft zeigt sich in der ersten Erwähnung eines Rathauses im Jahr 1217.

Unmittelbar neben der Altstadt entstanden zwei weitere planmäßige Siedlungen: 1196 die bischöfliche Dammstadt und wenig später, erstmals 1221 urkundlich erwähnt, die dompröpstliche Neustadt. Diese neuen Städte waren im Gegensatz zur gewachsenen Altstadt planmäßig angelegt, was noch heute am regelmäßigeren Straßenbild erkennbar ist. Jede dieser Stadtanlagen bildete ein eigenes Gemeinwesen mit einem eigenen Rat.

Die Beziehung zwischen der Altstadt und der Dammstadt war von Konkurrenz geprägt. Dies eskalierte in der Weihnachtsnacht 1332 in einem gewaltsamen Überfall der Hildesheimer auf die Dammstadt, bei dem die Siedlung zerstört wurde. Dieses Ereignis steht im Zusammenhang mit der Doppelwahl auf den Bischofssitz von 1331 und den damit verbundenen Konflikten.

Das Selbstbewusstsein der Bürger in der Altstadt wuchs im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert. Ein Stadtsiegel von 1298 mit der Umschrift „Sigillum Burgensium de Hildensem“ (Siegel der Bürger von Hildesheim) bezeugt dies. Im Jahr 1300 gab sich Hildesheim ein eigenes Stadtrecht, was die faktische Machtverschiebung vom Bischof zum Bürgertum unterstreicht. Zu diesem Zeitpunkt war die topographische Entwicklung der Stadt im Wesentlichen abgeschlossen und sie war befestigt.

Die Beziehungen zwischen dem Bischof als Stadtherrn und den sich emanzipierenden Bürgern und ihrem Rat prägten die Stadtgeschichte bis zum Ende des Mittelalters. Nach einem Aufruhr der Zünfte im Jahr 1343 wurden diese ab 1345 am Stadtregiment beteiligt.

Hildesheim knüpfte auch Kontakte zu anderen Städten, insbesondere in der näheren Umgebung, um seinen autonomen Status zu sichern und den regionalen Handel zu fördern. Obwohl die überregionale Vernetzung vielleicht eingeschränkter war, nahmen Hildesheimer Vertreter 1367 am Kölner Städtetag teil, was die Teilhabe der Kaufleute an hansischen Privilegien belegt.

Reformation, Kriege und Welfen-Einfluss

Die jahrhundertelangen Streitigkeiten zwischen Alt- und Neustadt führten erst Ende des 16. Jahrhunderts zur Schaffung einer Union mit einem Samtrath als übergeordneter Instanz (Vertrag 1583), wobei die innere Mauer zwischen den Stadtteilen niedergelegt wurde. Eine endgültige Vereinigung der beiden Städte erfolgte jedoch erst 1806 unter preußischer Herrschaft.

Im Jahr 1523 verlor das Fürstentum Hildesheim, als Folge der sogenannten Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523), große Teile seiner Gebiete und damit an regionaler Macht. Diese Gebiete konnten erst 1643 zurückgewonnen werden. 1542 hielt die Reformation Einzug in die Stadt, maßgeblich durch Johannes Bugenhagen, einem Mitstreiter Martin Luthers. Die Stadtregierung unterzeichnete 1580 die lutherische Konkordienformel. Das Bistum Hildesheim bestand jedoch als katholische Diözese und Reichsfürstentum fort, und der Dom sowie einige Klosterkirchen blieben katholisch.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Hildesheim mehrfach belagert und besetzt, was zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt beitrug. Gleichzeitig wuchs der Einfluss der Welfen. 1711 musste Hildesheim eine hannoversche Garnison aufnehmen. Die eigene Münzprägung der Stadt endete 1772. Ende des 18. Jahrhunderts fand in Hildesheim der Kongress der norddeutschen Reichsstände statt.

Säkularisierung und Preußische Ära

Im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 wurde das Hochstift Hildesheim, wie alle geistlichen Territorien, säkularisiert. Städte und Stiftsgebiet fielen vorübergehend unter die Herrschaft des Königreichs Preußen. In dieser Zeit, genauer im Jahr 1806, wurden Alt- und Neustadt endgültig zu einer Stadt vereinigt. Mit dem Frieden von Tilsit 1807 gelangte das nun weltliche Fürstentum Hildesheim an das Königreich Westphalen, bis es nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 an das Königreich Hannover fiel. Hildesheim wurde Sitz eines Amtes und später einer Landdrostei, behielt aber eine gewisse Selbständigkeit. Die Ämterstruktur änderte sich im Laufe der Zeit.

Nach dem Deutschen Krieg 1866 wurde das Königreich Hannover zur Provinz Hannover im Königreich Preußen, und Hildesheim wurde erneut preußische Stadt. Dies führte zu einem raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Viele der mittelalterlichen Fachwerkhäuser in der Innenstadt wurden in dieser Zeit durch Neubauten ersetzt. 1868 wurde der bedeutende Hildesheimer Silberfund gemacht.

Die Stadt wurde 1885 kreisfreie Stadt und Sitz des Landkreises sowie des Regierungsbezirks Hildesheim. Die Einrichtung einer modernen Wasserversorgung begann 1894.

20. Jahrhundert und Zerstörung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbesserte sich die Infrastruktur weiter, unter anderem durch die Anbindung an das Eisenbahnnetz und die Einführung einer elektrischen Straßenbahn ab 1905. 1908 wurde in Hildesheim Europas erste vollautomatisch betriebene elektromechanische Ortsvermittlungsstelle in Betrieb genommen. Der Stichkanal und der Hafen Hildesheim wurden 1928 eröffnet.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde in Neuhof ein Rüstungsbetrieb der Robert Bosch GmbH, getarnt als ELFI, aufgebaut, in dem auch viele Zwangsarbeiter beschäftigt waren. Die Luftangriffe auf Hildesheim im Jahr 1944/45 zerstörten die Stadt zu großen Teilen. Am 22. März 1945 vernichteten britische und kanadische Bomber die Altstadt fast vollständig. Viele historische Gebäude fielen dem Feuersturm zum Opfer, darunter ein Großteil der rund 800 Fachwerkhäuser. Über 800 Menschen kamen bei diesem Angriff ums Leben. Die Gestapo ermordete in den folgenden Tagen weitere 209 Menschen, darunter Zwangsarbeiter.

Wiederaufbau und moderne Zeit

Der Wiederaufbau der Stadt begann 1948. Der historische Marktplatz mit seinen prächtigen Fachwerkhäusern wurde in den Jahren 1984 bis 1989 detailgetreu wiedererrichtet. Auch der Umgestülpte Zuckerhut am Andreasplatz, ein markantes Fachwerkhaus, wurde 2009/10 neu aufgebaut.

Eine Besonderheit ist das 1967 im Stadtteil Himmelsthür eingerichtete erste Weihnachtspostamt Deutschlands, das bis heute tausende Kinderbriefe an den Weihnachtsmann beantwortet.

Hildesheim wurde in den 1970er Jahren Hochschulstadt. 1970 nahm die Pädagogische Hochschule ihren Betrieb auf, gefolgt von der Fachhochschule 1971. Eingemeindungen führten 1974 dazu, dass Hildesheim mit über 100.000 Einwohnern den Status einer Großstadt erreichte. Im Zuge der Kreisreform von 1974 und 1977 wurden die Stadt und umliegende Landkreise zum heutigen Landkreis Hildesheim vereinigt. Der Regierungsbezirk Hildesheim wurde 1978 aufgelöst.

Nach 1990 war Hildesheim weiterhin Zentrum des Landkreises. Die Stadt feierte 2015 ihr 1200-jähriges Jubiläum gemeinsam mit dem Bistum.

Kulturelles Erbe und Sehenswürdigkeiten

Hildesheim ist reich an kulturellem Erbe, auch wenn das Stadtbild im Zentrum stark vom Wiederaufbau nach 1945 geprägt ist. Die wichtigsten historischen Bauten sind oft als Inseln erhalten geblieben. Zwei der bedeutendsten Bauwerke, der Mariendom und die Michaeliskirche, zählen seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Historische Marktplatz ist heute wieder ein touristischer Anziehungspunkt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurden die wichtigsten Gebäude, wie das Knochenhaueramtshaus, das Bäckeramtshaus und das Wedekindhaus, in den 1980er Jahren rekonstruiert.

Warum ist Hildesheim bekannt?
Hildesheim ist katholischer Bischofssitz und Universitätsstadt, und beherbergt gleich zwei UNESCO-Welterbestätten. Die Städte Halle (Saale) und Hildesheim unterhalten eine Städtefreundschaft, die am 21. April 1990 besiegelt wurde.

Der Mariendom geht auf Bischof Altfrid im Jahr 872 zurück. Berühmt sind die Bernwardstür und die Christussäule aus Bronze sowie der romanische Heziloleuchter und der Tausendjährige Rosenstock an der Domapsis, ein Wahrzeichen der Stadt.

Die frühromanische Michaeliskirche, begonnen unter Bischof Bernward 993 und fertiggestellt 1033, gilt als Meisterwerk der ottonischen Baukunst. Sie ist bekannt für ihr monumentales Deckenbild im Langhaus. Beide Kirchen bewahren bedeutende Kunstschätze aus romanischer Zeit.

Neben den Welterbestätten gibt es weitere sehenswerte Kirchen wie St. Lamberti, St. Godehard (Basilica minor), St. Andreas (mit dem höchsten Kirchturm Niedersachsens), St. Jakobi und die Magdalenenkirche mit dem barocken Magdalenengarten.

Erhaltene Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung, wie der Kehrwiederturm, und zahlreiche Fachwerkhäuser, besonders in der Neustadt und auf dem Moritzberg, zeugen von der historischen Bausubstanz. Auch Bauten der Gründerzeit und des frühen modernen Bauens sind in anderen Stadtteilen zu finden.

Die Burg Steuerwald im Norden der Stadt, erbaut 1310–1313, ist eine gut erhaltene bischöfliche Schutzburg.

Zu den Museen zählt das Roemer- und Pelizaeus-Museum, bekannt für seine Altägypten-Sammlung, sowie das Dommuseum mit dem Domschatz.

Bevölkerung und Religionsgemeinschaften

Die Einwohnerzahl Hildesheims wuchs im Mittelalter und der frühen Neuzeit langsam, bedingt durch Kriege, Seuchen und Hungersnöte. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Wachstum. Von 11.000 Einwohnern im Jahr 1803 stieg die Zahl auf über 43.000 um 1900. Vor dem Zweiten Weltkrieg, im Mai 1939, hatte die Stadt 72.495 Einwohner. Nach der Zerstörung im April 1945 fiel die Zahl drastisch, erholte sich aber bis 1950 wieder auf Vorkriegsniveau. Durch die Gebietsreform 1974 überschritt Hildesheim die 100.000-Einwohner-Grenze und wurde Großstadt, mit einem Höchststand von 107.629 Einwohnern im Jahr 1974. Seitdem schwankte die Zahl, liegt aber meist bei knapp über 100.000. Laut Zensus 2011 hatten 23% der Einwohner einen Migrationshintergrund, 92% besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit.

Historisch war Hildesheim nach der Reformation zu etwa zwei Dritteln evangelisch und zu einem Drittel katholisch. Dieses Verhältnis änderte sich bis ins 20. Jahrhundert kaum. Laut Zensus 2011 waren 37,4 % der Einwohner evangelisch, 27,8 % römisch-katholisch und 34,8 % gehörten anderen Religionen an oder waren konfessionslos. Ende 2019 waren die Anteile 32,2% evangelisch, 24,1% katholisch und 43,7% sonstige/konfessionslos.

Das katholische Bistum Hildesheim besteht seit 815 ununterbrochen. Die lutherischen Gemeinden gehören heute zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Es gibt auch andere Religionsgemeinschaften, darunter eine Evangelisch-reformierte Gemeinde und diverse Freikirchen.

Eine jüdische Gemeinde gab es in Hildesheim seit dem Mittelalter. Ihre Synagoge am Lappenberg wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Die jüdische Bevölkerung wurde während der NS-Zeit deportiert und ermordet. Seit 1997 gibt es wieder eine jüdische Gemeinde.

Politik und Verwaltung

Die Verwaltung der Stadt entwickelte sich vom bischöflichen Stadtvogt über einen Rat bis hin zur heutigen Struktur mit einem Oberbürgermeister an der Spitze. Die Stadt wurde 1885 kreisfreie Stadt. Heute hat der Rat der Stadt Hildesheim 46 Mitglieder, zuzüglich des stimmberechtigten Oberbürgermeisters. Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich eine Sitzverteilung, die die Vielfalt der politischen Landschaft widerspiegelt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Hildesheim ist ein bedeutendes Wirtschaftszentrum in der Region und Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Die Stadt zeichnet sich durch eine günstige Lage und gute Verkehrsanbindung aus. Rund 70 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor, besonders im Gesundheits- und Sozialwesen, in unternehmensorientierten Dienstleistungen und im Einzelhandel. Das produzierende Gewerbe ist stark in der Mobilitätswirtschaft (Automobilzulieferung), Elektrotechnik sowie Metallbearbeitung vertreten.

Wichtige Unternehmen sind unter anderem die Robert Bosch GmbH, das St. Bernward Krankenhaus, das Helios Klinikum, die Sparkasse Hildesheim und die KSM Castings Group.

Infrastrukturell ist Hildesheim sehr gut angebunden. Die Stadt liegt direkt an der Autobahn A7 (E45) und ist Knotenpunkt der Bundesstraßen B1, B6, B243 und B494. Der Hauptbahnhof ist ein ICE-Halt. Seit 2008 ist Hildesheim auch an das S-Bahn-Netz Hannover angebunden. Der öffentliche Personennahverkehr wird hauptsächlich durch Buslinien bedient, nachdem die Straßenbahn 1945 (städtisch) bzw. 1958 (Überlandlinie) eingestellt wurde.

Hildesheim verfügt über einen Binnenhafen am Stichkanal zum Mittellandkanal, der von der Hafenbetriebsgesellschaft Hildesheim betrieben wird. Es gibt auch einen Flugplatz für Privatflugzeuge.

Sport und Freizeit

Hildesheim hat eine aktive Sportszene. Fußball, Handball, Schwimmen und Volleyball sind in verschiedenen Ligen vertreten. Eintracht Hildesheim ist im Handball bekannt. Die Wildwassersportanlage Bischofsmühle ist die einzige ihrer Art in Norddeutschland. Die Stadt engagiert sich auch im Bereich Inklusion, beispielsweise im Rahmen der Special Olympics.

Zahlreiche Grün- und Parkanlagen wie der Ernst-Ehrlicher-Park, der Kehrwiederwall oder das Naherholungsgebiet Hohnsensee bieten Möglichkeiten zur Erholung. Der Magdalenengarten ist ein historischer Klostergarten mit einem großen Rosarium.

Das kulturelle Leben ist vielfältig mit dem Theater für Niedersachsen, dem Theaterhaus Hildesheim, Museen und regelmäßigen Veranstaltungen wie Festivals, Konzerten und Märkten.

Hildesheim im Überblick: Was ist typisch und warum ist es bekannt?

Was ist typisch für Hildesheim? Neben den historischen Stätten und Museen sind auch kulinarische Spezialitäten und regionale Produkte typisch, wie Streuobst-Fruchtaufstriche oder Rosenprodukte, inspiriert vom Tausendjährigen Rosenstock. Auch lokale Spirituosen, Bier und traditionelle Süßigkeiten gehören dazu.

Warum ist Hildesheim bekannt? Die Stadt ist vor allem bekannt als katholischer Bischofssitz und Universitätsstadt. Ihre beiden UNESCO-Welterbestätten, der Dom St. Mariä Himmelfahrt und die Michaeliskirche, ziehen Besucher aus aller Welt an. Hildesheim ist ein wichtiges kulturelles Zentrum mit einem vielfältigen Veranstaltungsangebot und Museen von Weltrang. Die gute Verkehrsanbindung und die starke Wirtschaft machen sie zu einem bedeutenden Mittelpunkt der Region.

Häufig gestellte Fragen zu Hildesheim

Wie alt ist Hildesheim?
Die offizielle Gründung des Bistums Hildesheim durch Ludwig den Frommen wird auf das Jahr 815 datiert. Die Besiedlung der Region reicht jedoch viel weiter zurück.

Wie hieß Hildesheim früher?
Der Name Hildesheim entwickelte sich aus älteren Formen wie Hiltenesheim, Hildeneshem und Hildinisheim, abgeleitet vom Personennamen Hildin oder Hildini.

Welche UNESCO-Welterbestätten gibt es in Hildesheim?
In Hildesheim gibt es zwei UNESCO-Welterbestätten: den Mariendom St. Mariä Himmelfahrt und die Michaeliskirche.

Was ist der Tausendjährige Rosenstock?
Der Tausendjährige Rosenstock ist ein legendärer Rosenstrauch an der Apsis des Hildesheimer Doms, der als Wahrzeichen der Stadt und Teil der Gründungslegende gilt.

Wurde Hildesheim im Zweiten Weltkrieg zerstört?
Ja, die Hildesheimer Altstadt wurde bei Luftangriffen im März 1945 fast vollständig zerstört. Der historische Marktplatz und viele andere Gebäude wurden später wiederaufgebaut oder rekonstruiert.

Warum ist Hildesheim eine Großstadt?
Hildesheim erreichte 1974, im Zuge einer Gebietsreform und Eingemeindungen, die Schwelle von 100.000 Einwohnern und erhielt damit den Status einer Großstadt.

Fazit

Hildesheim blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück, die von frühen Siedlungen über die Gründung eines Bistums und die Entwicklung zur mittelalterlichen Stadt bis hin zu Zerstörung und Wiederaufbau reicht. Die Stadt hat sich zu einem modernen Zentrum mit bedeutenden Kultureinrichtungen, Hochschulen und einer vielfältigen Wirtschaft entwickelt, ohne dabei ihre historischen Wurzeln zu vergessen. Die UNESCO-Welterbestätten und der historische Marktplatz sind herausragende Zeugnisse dieser reichen Vergangenheit und machen Hildesheim zu einem sehenswerten Ort.

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