22/02/2012
In der Welt des Online-Shoppings, die sich ständig weiterentwickelt, haben sich unzählige Zahlungsmethoden etabliert, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden. Neben modernen Optionen wie Kreditkarte, PayPal oder Sofortüberweisung existiert auch eine traditionelle Methode, die nach wie vor ihre Berechtigung hat: die Zahlung per Nachnahme. Diese Methode bietet eine besondere Form der Sicherheit und ist für viele Käufer attraktiv, da sie das Risiko minimiert, im Voraus für Ware zu bezahlen, die sie noch nicht physisch in den Händen halten.

Die steigende Beliebtheit des Online-Handels hat dazu geführt, dass Händler eine breite Palette an Zahlungsoptionen anbieten müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Nachnahme ist dabei eine Option, die sich vor allem an Kunden richtet, die vielleicht kein Online-Banking nutzen, keine Kreditkarte besitzen oder einfach ein höheres Maß an Vertrauen durch die direkte Übergabe gegen Bezahlung wünschen.
- Was bedeutet "Versand per Nachnahme"?
- Wie funktioniert der Versand per Nachnahme Schritt für Schritt?
- Vor- und Nachteile der Nachnahme
- Kosten beim Versand per Nachnahme
- Sicherheit beim Bezahlen per Nachnahme
- Alternativen zur Nachnahme: Andere beliebte Zahlungsmethoden
- Nachnahme bei großen Online-Händlern (z.B. Amazon)
- Häufig gestellte Fragen zur Nachnahme (FAQ)
Was bedeutet "Versand per Nachnahme"?
Vereinfacht ausgedrückt bedeutet der Versand per Nachnahme, dass der Käufer den Kaufpreis der bestellten Ware nicht im Voraus an den Verkäufer überweist oder online bezahlt, sondern erst direkt an den Zusteller des Pakets, wenn dieses geliefert wird. Der Zusteller (oft ein Postbote oder Kurier) fungiert dabei als eine Art Treuhänder, der die Ware nur gegen Erhalt des festgelegten Betrags aushändigt. Dieser Betrag wird dann vom Versanddienstleister an den Verkäufer weitergeleitet.
Diese Methode ist besonders nützlich, wenn man bei einem neuen oder unbekannten Online-Shop bestellt und unsicher ist, ob der Verkäufer vertrauenswürdig ist. Sie stellt sicher, dass man die Ware erhält, bevor das Geld den eigenen Besitz verlässt. Allerdings ist sie auch mit bestimmten Bedingungen und oft zusätzlichen Kosten verbunden, die sowohl für den Käufer als auch für den Verkäufer relevant sind.
Wie funktioniert der Versand per Nachnahme Schritt für Schritt?
Der Prozess des Versands per Nachnahme ist für den Kunden relativ simpel, beinhaltet aber für den Verkäufer und den Versanddienstleister zusätzliche Schritte und Absprachen. Hier ist eine typische Abfolge:
Bestellung aufgeben
Beim Abschluss des Bestellvorgangs im Online-Shop wählt der Kunde die Zahlungsoption "Nachnahme" aus. Zu diesem Zeitpunkt wird ihm oft bereits die zusätzliche Gebühr für diese Zahlungsart angezeigt. Der Kunde bestätigt die Bestellung wie gewohnt.
Versand durch den Händler
Der Händler verpackt die Ware und beauftragt einen Versanddienstleister (z.B. DHL, Hermes, DPD etc.) mit der Zustellung. Dabei gibt der Händler dem Versanddienstleister den genauen Betrag an, den der Empfänger bei der Zustellung bezahlen muss. Diesen Betrag nennt man den Nachnahmebetrag. Der Händler muss auch die zusätzliche Gebühr für den Nachnahmeservice an den Versanddienstleister zahlen, die er in der Regel an den Kunden weitergibt.
Zustellung und Bezahlung
Der Versanddienstleister liefert das Paket an die angegebene Adresse. Bei der Zustellung übergibt der Zusteller das Paket erst, nachdem der Empfänger den vorher festgelegten Nachnahmebetrag beglichen hat. Die Bezahlung erfolgt in den meisten Fällen direkt an den Zusteller. Die gängigsten Zahlungsmittel bei der Zustellung sind:
- Bargeld
- EC-Karte (oft nur mit PIN, nicht Unterschrift)
- Manchmal auch Kreditkarte (abhängig vom Dienstleister und Endgerät des Zustellers)
Es ist wichtig zu wissen, dass der Zusteller in der Regel kein Wechselgeld dabeihat, wenn bar bezahlt wird. Der exakte Betrag sollte bereitgehalten werden. Nach erfolgreicher Bezahlung und Übergabe des Pakets leitet der Versanddienstleister den erhaltenen Betrag (abzüglich seiner Gebühren) an den Verkäufer weiter. Dieser Vorgang kann einige Tage in Anspruch nehmen.
Vor- und Nachteile der Nachnahme
Wie jede Zahlungsmethode hat auch die Nachnahme spezifische Vor- und Nachteile, die sowohl für Käufer als auch für Verkäufer relevant sind.
Die Vorteile im Detail
- Sicherheit für den Käufer: Dies ist der Hauptvorteil. Der Kunde bezahlt erst, wenn er die Ware physisch erhält. Dies minimiert das Risiko, Geld an einen unseriösen Händler zu verlieren oder für Ware zu bezahlen, die nie ankommt. Man kann das Paket äußerlich prüfen, bevor man bezahlt.
- Schneller Versand: Für den Verkäufer entfällt das Warten auf den Zahlungseingang. Die Ware kann direkt nach der Bestellung verpackt und versendet werden. Dies führt oft zu einer schnelleren Bearbeitungszeit seitens des Händlers.
- Keine Online-Zahlungsinformationen nötig: Kunden, die Bedenken haben, ihre Kreditkarten- oder Bankdaten online einzugeben, können die Nachnahme nutzen. Die Bezahlung erfolgt offline beim Zusteller.
- Einfachheit für Kunden ohne Online-Banking/Kreditkarte: Personen, die keine modernen Online-Zahlungsmethoden nutzen oder nutzen können, finden in der Nachnahme eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit, online einzukaufen.
Die Nachteile im Detail
- Zusätzliche Gebühren: Der größte Nachteil für den Käufer sind die zusätzlichen Kosten. Für den Nachnahmeservice erhebt der Versanddienstleister eine Gebühr, die vom Verkäufer an den Kunden weitergegeben wird. Diese Gebühr kann je nach Anbieter und Warenwert variieren, liegt aber oft bei mindestens 5 Euro und kann bei internationalen Sendungen deutlich höher sein. Diese Gebühren machen die Nachnahme oft zur teuersten Zahlungsmethode.
- Anwesenheitspflicht bei Zustellung: Der Empfänger muss persönlich anwesend sein, um das Paket anzunehmen und zu bezahlen. Eine einfache Hinterlegung beim Nachbarn oder im Briefkasten ist nicht möglich. Dies kann zu Unannehmlichkeiten führen, wenn der Empfänger tagsüber nicht zu Hause ist und das Paket dann bei einer Filiale abholen muss (was wiederum Wartezeiten und Wege bedeutet).
- Keine Möglichkeit zur Prüfung des Inhalts vor Bezahlung: Obwohl man das Paket äußerlich prüfen kann, ist es in der Regel nicht gestattet, das Paket zu öffnen und den Inhalt zu überprüfen, bevor die Zahlung erfolgt ist. Man bezahlt also für das Paket, nicht zwingend für den korrekten Inhalt.
- Risiko für den Verkäufer: Wenn der Kunde das Paket nicht annimmt oder die Zahlung verweigert, entstehen dem Verkäufer Kosten für den Hin- und Rückversand sowie die Nachnahmegebühren, ohne dass ein Verkauf zustande gekommen ist.
Kosten beim Versand per Nachnahme
Die Kosten für den Versand per Nachnahme setzen sich in der Regel aus den normalen Versandkosten und einer zusätzlichen Nachnahmegebühr zusammen. Diese Gebühr deckt den Aufwand und das Risiko des Versanddienstleisters, das Geld vom Empfänger einzuziehen und an den Versender weiterzuleiten. Die Höhe der Gebühr wird vom Versanddienstleister festgelegt und vom Händler an den Kunden weiterberechnet. In Deutschland liegt die Nachnahmegebühr oft zwischen 5 und 10 Euro. Es ist ratsam, die genauen Kosten im Bestellprozess des jeweiligen Online-Shops zu prüfen.
Sicherheit beim Bezahlen per Nachnahme
Die Nachnahme bietet eine Form der Sicherheit, da das Geld erst beim Erhalt der Ware fließt. Dies schützt den Käufer vor Betrug durch nicht liefernde Händler. Allerdings schützt sie nicht vollständig. Es gab Fälle, in denen Betrüger Pakete per Nachnahme verschickt haben, die nicht die bestellte Ware, sondern wertlosen Inhalt enthielten. Da man das Paket vor der Bezahlung nicht öffnen darf, bemerkt man den Betrug erst nach der Zahlung. Daher ist es wichtig:
- Nur bei bekannten oder vertrauenswürdigen Händlern per Nachnahme zu bestellen.
- Sicherzustellen, dass man tatsächlich eine Bestellung aufgegeben hat, wenn ein Nachnahme-Paket angekündigt wird.
Für den Verkäufer bietet die Nachnahme den Vorteil, dass er sicher sein kann, dass der Kunde zahlungsfähig ist, da die Zahlung sofort bei Übergabe erfolgt. Allerdings trägt der Verkäufer das Risiko der Nichtannahme.
Alternativen zur Nachnahme: Andere beliebte Zahlungsmethoden
Die Nachnahme ist nur eine von vielen Zahlungsmethoden. Hier sind einige der in Deutschland beliebtesten Alternativen:
Zahlung auf Rechnung
Bei dieser Methode erhält der Kunde die Ware zuerst und bezahlt dann innerhalb einer festgelegten Frist (oft 14 Tage) per Überweisung. Dies bietet dem Kunden maximale Sicherheit, da er die Ware in Ruhe prüfen kann, bevor er bezahlt. Für den Händler birgt dies ein gewisses Ausfallrisiko, weshalb diese Option oft Bonitätsprüfungen erfordert oder nur Stammkunden angeboten wird.

PayPal
PayPal ist ein Online-Zahlungsdienstleister, bei dem das Geld elektronisch vom Käufer an den Verkäufer transferiert wird. PayPal bietet Käuferschutz, falls die Ware nicht geliefert wird oder erheblich von der Beschreibung abweicht. Es ist schnell und weit verbreitet, erfordert aber ein PayPal-Konto.
Kreditkarte
Die Zahlung per Kreditkarte ist ebenfalls weit verbreitet und schnell. Die meisten Kreditkartenunternehmen bieten Käuferschutz im Falle von Problemen. Man gibt seine Kreditkartendaten direkt beim Händler oder einem Zahlungsdienstleister ein.
Lastschrift
Beim Lastschriftverfahren erteilt der Käufer dem Händler die Erlaubnis, den Betrag direkt von seinem Bankkonto abzubuchen. Dies ist bequem, erfordert aber das Vertrauen in den Händler. Unberechtigte Abbuchungen können innerhalb einer bestimmten Frist (meist 8 Wochen) von der Bank zurückgeholt werden.
Statistik: Beliebteste Zahlungsmethoden in Deutschland
Laut einer Studie des EHI Retail Institute aus dem Jahr 2022/2023 waren die beliebtesten Online-Zahlungsmethoden in Deutschland:
| Rang | Zahlungsmethode | Anteil (ca.) |
|---|---|---|
| 1 | PayPal | 29,8% |
| 2 | Rechnung | 23,8% |
| 3 | Lastschrift / Bankeinzug | 20,9% |
| 4 | Kreditkarte | 12,0% |
| ... | ... | ... |
Wie diese Statistik zeigt, ist die Nachnahme im Vergleich zu diesen Methoden weniger verbreitet, hat aber für bestimmte Kundengruppen und Situationen weiterhin ihre Berechtigung. Die genauen Anteile der Nachnahme variieren stark je nach Branche und Händler.
Nachnahme bei großen Online-Händlern (z.B. Amazon)
Große globale Online-Händler wie Amazon bieten die Zahlung per Nachnahme in vielen Ländern, einschließlich Deutschland, in der Regel nicht an. Dies liegt oft daran, dass die Abwicklung per Nachnahme logistisch aufwendiger und teurer ist als elektronische Zahlungen. Für Massengeschäfte, wie sie große Plattformen betreiben, sind automatisierte und schnelle Online-Zahlungsprozesse effizienter. Kunden, die bei solchen Händlern einkaufen, müssen auf die angebotenen elektronischen oder Rechnungs-Methoden zurückgreifen.
Häufig gestellte Fragen zur Nachnahme (FAQ)
Was passiert, wenn ich bei der Zustellung nicht zu Hause bin?
Wenn Sie bei der Zustellung eines Nachnahme-Pakets nicht persönlich anwesend sind, kann der Zusteller das Paket nicht übergeben, da die Zahlung nicht erfolgen kann. In der Regel hinterlässt der Zusteller eine Benachrichtigungskarte. Das Paket wird dann meist in einer Postfiliale oder einem Paketshop in Ihrer Nähe zur Abholung bereitgehalten. Sie müssen das Paket dort innerhalb einer bestimmten Frist (oft 7 Tage) unter Vorlage der Benachrichtigung und eines Ausweises abholen und den Nachnahmebetrag direkt in der Filiale bezahlen (oft nur bar oder mit EC-Karte möglich).
Kann ich die Sendung vor der Bezahlung öffnen?
Nein, in der Regel ist es nicht gestattet, das Paket vor der vollständigen Bezahlung an den Zusteller zu öffnen. Die Übergabe des Pakets erfolgt erst nach Erhalt des Geldes. Dies ist eine Regel der Versanddienstleister, um den Prozess zu standardisieren und Missverständnisse zu vermeiden.
Ist Nachnahme immer teurer?
Ja, fast immer. Die Nachnahme ist aufgrund der zusätzlichen Gebühr, die der Versanddienstleister für den Geldtransfer erhebt, in der Regel teurer als andere Zahlungsmethoden wie Vorkasse, PayPal oder Kreditkarte. Nur in sehr seltenen Fällen übernimmt der Händler diese Gebühr vollständig.
Ist Nachnahme für den Verkäufer sicher?
Für den Verkäufer bietet die Nachnahme die Sicherheit, dass er sein Geld erhält, sobald die Ware beim Kunden angekommen ist und bezahlt wurde. Das Risiko der Nichtzahlung nach Erhalt der Ware (wie bei der Rechnung) entfällt. Allerdings trägt der Verkäufer das Risiko, dass der Kunde das Paket nicht annimmt. In diesem Fall entstehen dem Verkäufer Kosten für den doppelten Versand und die Nachnahmegebühr, ohne dass er den Verkaufserlös erhält.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zahlung per Nachnahme eine bewährte Methode ist, die vor allem dem Käufer ein hohes Maß an Sicherheit bietet, indem die Bezahlung an den Erhalt der Ware gekoppelt ist. Sie ist besonders nützlich, wenn man keine Online-Zahlungsmethoden nutzen möchte oder kann, oder wenn man bei einem neuen Händler einkauft. Man sollte sich jedoch der zusätzlichen Kosten und der Notwendigkeit, bei der Zustellung anwesend zu sein, bewusst sein. Für viele moderne Online-Shopper sind die Nachteile (Kosten, Unbequemlichkeit) oft größer als die Vorteile, weshalb andere, schnellere und oft günstigere Zahlungsmethoden beliebter sind.
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