16/01/2026
Fürth, die charmante Stadt in Franken, bildet zusammen mit ihren Nachbarn Nürnberg und Erlangen ein dynamisches Städtedreieck im Herzen der Metropolregion Nürnberg. Mit einer Geschichte, die über tausend Jahre zurückreicht, und einem ganz eigenen Charakter, der sich deutlich von der benachbarten Großstadt Nürnberg abhebt, präsentiert sich Fürth als ein Ort voller Überraschungen. Ursprünglich benannt nach einer Furt durch die Rednitz, einer wichtigen Flussquerung auf alten Handelswegen, hat sich Fürth im Laufe der Jahrhunderte zu einer Stadt entwickelt, die stolz auf ihr Erbe blickt und gleichzeitig mutig in die Zukunft schreitet.

Obwohl Fürth und Nürnberg heute durch eine gemeinsame U-Bahn-Linie verbunden sind, hat die Stadt Fürth ihre Eigenständigkeit bewahrt. Dies zeigt sich nicht nur in der Architektur, die stark vom 19. Jahrhundert geprägt ist und Fürth zur Denkmalstadt mit der höchsten Denkmaldichte pro Einwohner in Deutschland macht, sondern auch im Selbstverständnis ihrer Bürgerinnen und Bürger. Die lange Zeit vorherrschende Dreiherrschaft – unter der Herrschaft der Dompropstei Bamberg, des Markgraftums Brandenburg-Ansbach und der Reichsstadt Nürnberg – schuf einzigartige Freiheiten und begünstigte unter anderem das Aufblühen der größten jüdischen Gemeinde Süddeutschlands.
- Geografie und Natur
- Geschichte: Von der Furt zur Großstadt
- Das Fürther Kleeblatt: Symbol und Identität
- Politik, Verwaltung und Städtepartnerschaften
- Demografie: Wachstum und Vielfalt
- Wirtschaft und Wissenschaft
- Infrastruktur und Verkehr
- Fürth als Solarstadt
- Kultur, Tourismus und Freizeit
- Bekannte Persönlichkeiten
- Häufig gestellte Fragen zu Fürth
Geografie und Natur
Das Stadtgebiet von Fürth erstreckt sich über eine Fläche von 63,35 km². Gelegen im Regierungsbezirk Mittelfranken in Bayern, ist Fürth eine kreisfreie Stadt, die an wichtige Nachbarn wie Nürnberg, Erlangen sowie die Gemeinden Oberasbach, Zirndorf, Cadolzburg, Seukendorf, Veitsbronn und Obermichelbach grenzt. Die Stadtmitte, das Rathaus, liegt auf einer Höhe von 294,0 m ü. NN.
Fürths Landschaft ist maßgeblich von seinen Gewässern geprägt. Hier, im Herzen der Stadt, vereinen sich die beiden fränkischen Flüsse Rednitz und Pegnitz zur Regnitz. Zusätzlich durchziehen der Main-Donau-Kanal sowie kleinere Flüsse wie Dambach, Farrnbach und Zenn das Stadtgebiet. Diese Flussauen bilden den sogenannten Wiesengrund, ein rund 700 Hektar großes Gebiet, das nicht nur als wichtiges Grundwasserreservoir dient, sondern auch ein beliebtes Naherholungsgebiet und Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna ist, darunter viele Störche.
Der Stadtwald im Westen Fürths, ein 560 Hektar großes Waldgebiet, bietet weitere Möglichkeiten zur Erholung in der Natur. Er beherbergt zahlreiche Wanderwege, einen Waldlehrpfad und diverse Baudenkmäler und besteht hauptsächlich aus Kiefern, durchmischt mit Laubbäumen.
Seen wie der Waldmannsweiher, der Stadtparkweiher und der Schwanenweiher ergänzen das Bild der grünen Stadt.
Geschichte: Von der Furt zur Großstadt
Die Ursprünge Fürths werden um das Jahr 750 vermutet, mit der Errichtung eines Stützpunktes an einer Rednitzfurt. Die Gründungssage rankt sich um Karl den Großen und das Jahr 793, doch die historisch gesicherte erste Erwähnung findet sich in einer Urkunde vom 1. November 1007. In diesem Dokument vermachte Kaiser Heinrich II. die Ansiedlung dem Domkapitel Bamberg. Bereits zu dieser Zeit werden erste Bauwerke erwähnt, was auf eine noch ältere Besiedlungsgeschichte hindeutet.
Die bereits erwähnte Dreiherrschaft, die sich ab dem 14. Jahrhundert etablierte, prägte Fürth über Jahrhunderte. Sie brachte nicht nur politische Komplexität, sondern auch wirtschaftliche Freiheiten mit sich. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts siedelten sich, insbesondere nach der Vertreibung aus Nürnberg, Juden in Fürth an und bildeten bald eine bedeutende Gemeinde mit einer überregional bekannten Talmudschule. Sie trugen wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung bei.
Der Dreißigjährige Krieg traf Fürth hart; im Jahr 1634 wurde die Stadt fast vollständig zerstört. Einzig die Kirche Sankt Michael überstand die Zerstörung und ist somit das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt.
Nach dem Wiederaufbau erlebte Fürth einen wirtschaftlichen Aufschwung, begünstigt durch Einwanderer und neue Gewerbezweige. Im 18. Jahrhundert wurde Fürth bekannt für die Goldschlägerkunst sowie die Spiegel- und Glasmacherindustrie. Später etablierte sich auch die Spielwarenindustrie.
Die preußische Herrschaft begann 1792, nachdem der Markgraf von Brandenburg-Ansbach abdankte. Unter preußischer Verwaltung, insbesondere unter Karl August von Hardenberg, wurden Verwaltung und Wirtschaft gezielt gefördert. Die Stadterhebung erfolgte jedoch erst 1818, als Fürth bereits bayerisch war.
Ein Meilenstein in der Stadtgeschichte war der 7. Dezember 1835: Mit der Fahrt des Adlers zwischen Nürnberg und Fürth wurde die erste Eisenbahn Deutschlands eröffnet. Dies markierte den Beginn der industriellen Revolution in der Region und stärkte Fürths Position als Verkehrsknotenpunkt, sowohl auf der Schiene als auch durch den späteren Ludwig-Donau-Main-Kanal und die Entwicklung der Luftfahrt mit einem Militär- und später Verkehrsflughafen.
Während des Zweiten Weltkriegs blieb Fürth im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten weitgehend von Flächenbombardements verschont, sodass knapp 90 Prozent der historischen Bausubstanz erhalten blieben – ein Grund für den heutigen Titel Denkmalstadt.
Nach dem Krieg trugen Unternehmen wie Quelle und Grundig zum wirtschaftlichen Aufschwung bei, auch wenn sie heute nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form existieren. Neue Unternehmen wie KURZ, UVEX und BRUDER Spielwaren haben sich international etabliert.
Das Fürther Kleeblatt: Symbol und Identität
Das Kleeblatt ist allgegenwärtig in Fürth und hat der Stadt den Beinamen Kleeblattstadt eingebracht. Sein genauer Ursprung ist nicht eindeutig geklärt, doch es gibt mehrere plausible Theorien.
Eine weit verbreitete Erklärung führt das Kleeblatt auf die historische Dreiherrschaft zurück, wobei die drei Blätter die drei Herrschaften symbolisieren könnten. Eine andere Deutung sieht im Kleeblatt einen Verweis auf die Dreieinigkeit Gottes, insbesondere im Zusammenhang mit der geistlichen Herrschaft des Domkapitels Bamberg.
Auch eine Verbindung zur bäuerlichen Geschichte Fürths ist möglich. Die einst fruchtbaren Kleewiesen vor den Toren der Stadt, die das Vieh ernährten, könnten als Ursprung für das Symbol gedient haben. Ein alter Kupferstich von 1705 zeigt diese Wiesen explizit mit Kleeblättern.
Eine weitere Theorie sieht im Kleeblatt ein Symbol für das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Konfessionen (Protestanten, Katholiken, Juden) in der Stadt oder eine Verbindung zum Wappen der Familie Nöttelein.
Die erste gesicherte Verwendung des Kleeblatts als Stadtsymbol stammt aus dem Jahr 1693 auf einem Brief der Gemeinde Fürth. Damals wurde es als wachsende Pflanze mit drei Stielen dargestellt, die jeweils ein dreiblättriges Kleeblatt trugen. Heute wird eine einfachere Variante genutzt.
Politik, Verwaltung und Städtepartnerschaften
Seit dem 1. Mai 2002 ist Dr. Thomas Jung von der SPD Oberbürgermeister der Stadt Fürth. Ihm zur Seite stehen der Zweite Bürgermeister Markus Braun (SPD) und der Dritte Bürgermeister Dietmar Helm (CSU).
Fürth pflegt aktive Städtepartnerschaften mit vier Städten in Europa:
- Paisley in Schottland
- Limoges in Frankreich
- Marmaris in der Türkei
- Xylokastro in Griechenland
Demografie: Wachstum und Vielfalt
Die Bevölkerungszahl Fürths hat sich im Laufe der Jahrhunderte stetig entwickelt. Bereits im Jahr 1808 zählte die Stadt über 12.000 Einwohner, darunter eine beträchtliche jüdische Bevölkerung. Das Wachstum beschleunigte sich nach dem Zweiten Weltkrieg, auch durch Flüchtlingsströme.
Im November 2013 überschritt Fürth erstmals die Marke von 120.000 Einwohnern. Bis September 2023 stieg die Einwohnerzahl auf 131.714. Fürth ist heute eine vielfältige Stadt, in der Menschen aus rund 170 Ländern zusammenleben. Diese Vielfalt wird als ein Grund für die hohe Sicherheit der Stadt genannt; Fürth wurde im Jahr 2024 zum zwanzigsten Mal zur sichersten Großstadt Bayerns gekürt.
Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet lag im Jahr 2022 bei 4,9 Prozent.
Wirtschaft und Wissenschaft
Trotz anfänglicher bürokratischer Schwierigkeiten durch die Dreiherrschaft wirkte sich die Konkurrenz der drei Herren positiv auf das Wirtschaftsleben aus und begünstigte eine Art Gewerbefreiheit. Unter preußischer Herrschaft wurde die Wirtschaft gezielt gefördert.
Nach schwierigen Jahren im frühen 19. Jahrhundert entwickelte sich Fürth zu einem wichtigen Industriestandort. Die Eröffnung der ersten Eisenbahn in Deutschland im Jahr 1835 war ein entscheidender Impuls. Wichtige Industrien waren zunächst die Goldschlägerkunst, die Spiegel- und Glasmacherindustrie sowie die Spielwarenindustrie. Jüdische Unternehmen spielten eine prägende Rolle, litten jedoch schwer unter dem Nationalsozialismus.
Nach dem Zweiten Weltkrieg trugen Unternehmen wie Quelle und Grundig zur Weltbekanntheit Fürths bei. Heute sind Firmen wie KURZ (Spezialist für Dünnschichttechnologie), UVEX (Arbeitsschutz und Sportartikel) und BRUDER Spielwaren international erfolgreich.
Am 9. Februar 2007 wurde Fürth als erste Stadt Bayerns mit dem Beinamen Wissenschaftsstadt ausgezeichnet. Dies würdigt die Bedeutung wissenschaftlicher Institute und Lehrstühle der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die in Fürth angesiedelt sind.
Infrastruktur und Verkehr
Fürths verkehrsgünstige Lage an einer Furt war schon in der Frühgeschichte bedeutsam und trieb die Verkehrsentwicklung stets voran. Die Eröffnung der ersten deutschen Eisenbahn im Jahr 1835 ist ein prominentes Beispiel.
Heute verfügt Fürth über eine moderne Infrastruktur. Die Energieversorgung und Wasserwirtschaft werden maßgeblich von der städtisch beteiligten infra fürth gmbh verantwortet. Die Abwasserentsorgung erfolgt durch den städtischen Eigenbetrieb Stadtentwässerung Fürth (StEF).
Das Klinikum Fürth ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung und akademisches Lehrkrankenhaus.
Im Bildungsbereich verfügt Fürth über drei Gymnasien sowie zahlreiche allgemeinbildende und weiterführende Schulen.
Im öffentlichen Nahverkehr ist Fürth seit 1982 an das U-Bahn-Netz Nürnbergs angebunden. Historisch war die Stadt auch durch Straßenbahnen und einen Verkehrsflughafen (bis in die 1950er Jahre) geprägt.
Ein interessantes Detail zur Infrastruktur: Fürth war im August 1957 die erste Stadt in der Bundesrepublik, die ihre Wählerlisten maschinell erstellen ließ, mittels einer „Alphabet-Tabellier-Maschine“.
Fürth als Solarstadt
Seit 2001 engagiert sich Fürth als Solarstadt und nimmt an der Solarbundesliga teil, einer Meisterschaft für Städte und Gemeinden basierend auf installierter solarthermischer Fläche und Photovoltaik-Leistung pro Einwohner. Fürth hat dabei regelmäßig vordere Plätze belegt, wie die folgende Tabelle zeigt (Auswahl):
| Jahr | Rang (Städte über 100.000 Einw.) | Leistung (kW) |
|---|---|---|
| 2001 | 18 | 217,52 |
| 2003 | 3 | 1770,66 |
| 2005 | 3 | 3229,72 |
| 2008 | 4 | 7006 |
| 2012 | 6 | 16.300 |
| 2024 | 8 | k.A. (Rang bekannt) |
Die Stadt verfolgt weiterhin Projekte zur Förderung der Solarenergie, wie z.B. am Solarberg bei Atzenhof.
Kultur, Tourismus und Freizeit
Als eine der besterhaltenen historischen Großstädte Deutschlands bietet Fürth zahlreiche Sehenswürdigkeiten und kulturelle Angebote. Neben den vielen Baudenkmälern, die den Titel Denkmalstadt rechtfertigen, locken Veranstaltungen wie die Fürther Glanzlichter, das New Orleans Festival, das Fürth Festival und die einzigartige Michaelis-Kirchweih mit dem Fränkischen Erntedankfestzug Besucher an.
Kulturelle Einrichtungen wie die Städtische Kunstgalerie, die Comödie Fürth, das Stadttheater und das Kulturforum bereichern das kulturelle Leben. Ein besonderes Angebot für sehbehinderte Besucher ist der taktile Stadtplan vor dem Rathaus.
Für Freizeit und Sport bietet Fürth eine moderne Bäderlandschaft, darunter das Thermalbad Fürthermare sowie weitere Hallen- und Sommerbäder. Sportlich bekannt ist die Stadt vor allem durch ihren traditionsreichen Fußballverein, die Spielvereinigung Greuther Fürth.
Bekannte Persönlichkeiten
Fürth hat eine Reihe bekannter Persönlichkeiten hervorgebracht, die weit über die Stadtgrenzen hinaus Berühmtheit erlangten. Dazu zählen unter anderem der ehemalige Bundeskanzler Ludwig Erhard, der Unternehmer Max Grundig, der amerikanische Politiker und Diplomat Henry Kissinger sowie der Verleger Leopold Ullstein. Daneben gibt es zahlreiche weitere bedeutende Persönlichkeiten, die die Geschichte und Entwicklung der Stadt geprägt haben.
Häufig gestellte Fragen zu Fürth
Warum wird Fürth Kleeblattstadt genannt?
Der Beiname leitet sich vom Fürther Stadtwappen ab, das ein dreiblättriges Kleeblatt zeigt. Der genaue Ursprung des Symbols ist nicht eindeutig geklärt, wird aber oft mit der historischen Dreiherrschaft, religiösen Bezügen oder den fruchtbaren Kleewiesen um die Stadt in Verbindung gebracht.
Was war die Dreiherrschaft in Fürth?
Die Dreiherrschaft beschreibt die über Jahrhunderte bestehende gemeinsame Herrschaft von drei verschiedenen Instanzen über das Gebiet Fürths: die Dompropstei Bamberg, das Markgraftum Brandenburg-Ansbach und die Reichsstadt Nürnberg. Diese einzigartige Konstellation prägte die Entwicklung der Stadt maßgeblich.
Ist Fürth eine sichere Stadt?
Ja, Fürth gilt als sehr sichere Stadt. Im Jahr 2024 wurde sie zum zwanzigsten Mal in Folge zur sichersten Großstadt in Bayern gekürt.
Welche historische Bedeutung hat die Eisenbahn für Fürth?
Fürth war 1835 Ziel der ersten deutschen Eisenbahnlinie, die von Nürnberg nach Fürth führte. Dieses Ereignis war ein wichtiger Meilenstein für die Industrialisierung und die Entwicklung Fürths als Verkehrsknotenpunkt.
Warum trägt Fürth den Titel Wissenschaftsstadt?
Diesen Titel erhielt Fürth 2007 als erste Stadt Bayerns für die Bedeutung und den Ausbau wissenschaftlicher Einrichtungen und Lehrstühle der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg auf ihrem Stadtgebiet.
Fürth mag sich lange im Schatten Nürnbergs gesehen haben, doch heute präsentiert sich die Stadt mit neuem Selbstbewusstsein. Ihr einzigartiges Stadtbild, die reiche Geschichte, die grünen Flussauen und das Engagement als Solar- und Wissenschaftsstadt machen Fürth zu einem liebenswerten und lebenswerten Ort. Es stimmt wohl: Fürth zieht nicht an, aber hält fest.
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