26/06/2012
Die Auswahl des richtigen Druckerpapiers mag auf den ersten Blick trivial erscheinen, doch sie hat einen erheblichen Einfluss auf die Qualität Ihrer Ausdrucke, die Lebensdauer Ihrer Drucker und letztlich auch auf Ihre Kosten. Es geht um mehr als nur um weiße Blätter; es geht um die passende Grundlage für Dokumente, Präsentationen und wichtige Mitteilungen. Ein gut gewähltes Papier kann den Unterschied zwischen einem professionellen Eindruck und einem weniger überzeugenden Ergebnis ausmachen. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des Druckerpapiers ein und zeigen Ihnen, worauf es wirklich ankommt.

- Warum die Papierwahl wichtiger ist als gedacht
- Arten von Druckerpapier
- Papiergewicht verstehen: Die Grammatur
- Helligkeit und Weiße
- Umweltaspekte berücksichtigen
- Die richtige Wahl für verschiedene Anwendungen
- Vergleichstabelle: Papiertypen im Überblick
- Häufig gestellte Fragen zur Papierwahl
- Kann ich jedes Papier in meinem Drucker verwenden?
- Was ist der Unterschied zwischen Helligkeit und Weiße?
- Ist Recyclingpapier immer schlechter in der Qualität?
- Welche Grammatur ist die beste für beidseitigen Druck?
- Sollte ich beschichtetes oder unbeschichtetes Papier verwenden?
- Was bedeuten die Siegel wie Blauer Engel oder FSC?
- Hat die Papierwahl Auswirkungen auf den Drucker?
- Fazit
Warum die Papierwahl wichtiger ist als gedacht
Viele Büros greifen einfach zum günstigsten Standardpapier, das erhältlich ist. Das ist verständlich aus Kostengründen, kann sich aber langfristig als Trugschluss erweisen. Minderwertiges Papier kann zu Papierstaus führen, die den Drucker beschädigen können. Es kann auch die Druckqualität mindern, indem Tinte oder Toner verschmieren oder durchscheinen. Die richtige Papierwahl hingegen gewährleistet nicht nur saubere und gestochen scharfe Ausdrucke, sondern schont auch Ihre Geräte und kann sogar die Effizienz steigern, indem weniger Fehldrucke anfallen.
Arten von Druckerpapier
Es gibt nicht nur ein einziges "Druckerpapier". Der Markt bietet eine Vielzahl von Optionen, die für unterschiedliche Zwecke konzipiert sind. Die gängigsten Typen sind:
- Standard-Kopierpapier: Dies ist der Allrounder für den täglichen Gebrauch. Es ist in der Regel unbeschichtet und hat eine Grammatur von 70 bis 90 g/m². Ideal für interne Dokumente, Memos und Entwürfe.
- Recyclingpapier: Eine umweltfreundliche Option, hergestellt aus Altpapier. Die Qualität hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, sodass Recyclingpapier heute oft kaum noch von Frischfaserpapier zu unterscheiden ist. Erhältlich in verschiedenen Grammaturen und Weißegraden.
- Inkjet-Papier: Speziell für Tintenstrahldrucker entwickelt. Es hat eine beschichtete Oberfläche, die verhindert, dass die Tinte verläuft, und sorgt für lebendige Farben und scharfe Details. Ideal für Ausdrucke mit hohem Tintenauftrag wie Grafiken und Bilder.
- Laserpapier: Optimiert für Laserdrucker und Kopierer. Es ist hitzebeständig und hat eine glatte Oberfläche, die eine gute Tonerhaftung gewährleistet.
- Fotopapier: Eine stark beschichtete Papiersorte mit hoher Grammatur, die speziell für den Druck von Fotos konzipiert ist. Erhältlich in glänzenden, seidenmatten oder matten Oberflächen.
- Spezialpapier: Dazu gehören dickere Papiere (z.B. für Visitenkarten oder Urkunden), farbiges Papier, strukturiertes Papier oder Transparentpapier für besondere Anwendungen.
Papiergewicht verstehen: Die Grammatur
Die Grammatur (angegeben in Gramm pro Quadratmeter, g/m²) ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Papierwahl. Sie beschreibt, wie viel ein Quadratmeter des Papiers wiegt und gibt somit Aufschluss über die Dicke und Stabilität des Blattes.
- 50-70 g/m²: Sehr leichtes Papier, oft für Massendrucke oder Zeitungen verwendet. Im Büro eher selten.
- 70-90 g/m²: Der Standard für Kopier- und Druckerpapier im Büro. 80 g/m² ist am weitesten verbreitet. Es ist ausreichend blickdicht für einseitigen Druck.
- 90-120 g/m²: Etwas schwerer und hochwertiger. Geeignet für beidseitigen Druck, da es weniger durchscheint. Auch gut für Berichte, Präsentationen und wichtige Korrespondenz.
- 120-160 g/m²: Festeres Papier, ideal für Umschläge von Berichten, Flyer oder Einladungen.
- 160-250 g/m²: Sehr stabiles Papier, geeignet für Karten, Zertifikate oder als Grundlage für Broschüren.
- Über 250 g/m²: Karton oder sehr starkes Papier, z.B. für Visitenkarten.
Die Wahl der richtigen Grammatur hängt stark vom Verwendungszweck ab. Ein schwereres Papier vermittelt oft einen hochwertigeren Eindruck, ist aber auch teurer und verbraucht mehr Ressourcen.
Helligkeit und Weiße
Die optischen Eigenschaften des Papiers sind ebenfalls entscheidend für die Druckqualität. Hier spielen Helligkeit und Weiße eine Rolle.

- Helligkeit (ISO Brightness): Misst, wie viel Licht das Papier reflektiert, im Vergleich zu einem Standard. Der Wert wird in Prozent angegeben (0-100%). Ein höherer Wert bedeutet ein helleres Papier, was den Kontrast zum Toner oder zur Tinte erhöht und Farben strahlender erscheinen lässt. Die meisten Büropapiere haben eine Helligkeit zwischen 90% und 98%.
- Weiße (CIE Whiteness): Eine komplexere Messung, die nicht nur die Helligkeit, sondern auch den Farbton (z.B. einen Blaustich, der das Papier weißer erscheinen lässt) berücksichtigt. Der CIE-Wert liegt oft über 100. Ein hoher CIE-Wert bedeutet, dass das Papier vom Auge als sehr weiß wahrgenommen wird.
Für Standarddokumente reicht oft ein Papier mit einer Helligkeit von 90-92%. Für Präsentationen oder Dokumente mit farbigen Grafiken kann ein Papier mit höherer Helligkeit und Weiße vorteilhaft sein, um die Farben besser zur Geltung zu bringen.
Umweltaspekte berücksichtigen
Nachhaltigkeit wird im Büroalltag immer wichtiger. Bei der Papierwahl gibt es verschiedene Möglichkeiten, umweltbewusst zu handeln:
- Recyclingpapier: Wie bereits erwähnt, ist Papier aus Altpapier eine gute Wahl. Achten Sie auf den angegebenen Recyclinganteil (z.B. 100% Altpapier).
- Zertifizierungen: Siegel wie der Blaue Engel oder FSC (Forest Stewardship Council) garantieren, dass das Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt oder bestimmte Umweltstandards erfüllt. Der Blaue Engel ist ein deutsches Umweltzeichen, das hohe Anforderungen an Recyclinganteil, Chemikalieneinsatz und Energieverbrauch stellt. FSC zertifiziert die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern.
- Chlorfreie Bleiche (TCF/ECF): Papier kann entweder elementar chlorfrei (ECF - Elemental Chlorine Free) oder total chlorfrei (TCF - Totally Chlorine Free) gebleicht werden. TCF ist die umweltfreundlichere Methode, da sie ganz auf Chlorverbindungen verzichtet.
Die Entscheidung für umweltfreundliches Papier ist ein wichtiger Schritt zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks Ihres Büros.
Die richtige Wahl für verschiedene Anwendungen
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, hier einige Empfehlungen für typische Anwendungsfälle:
- Interne Dokumente und Kopien: Standard-Kopierpapier, 80 g/m², Helligkeit 90-92%. Recyclingpapier ist hier oft eine gute und kostengünstige Alternative.
- Korrespondenz und Angebote: Hochwertigeres Kopier- oder Laserpapier, 90-100 g/m², Helligkeit 95%+. Vermittelt einen besseren Eindruck.
- Präsentationen und Berichte: Papier 100-120 g/m², hohe Helligkeit und Weiße. Bei Farbgrafiken Inkjet- oder Laserpapier, je nach Druckertyp.
- Flyer und Broschüren (einfach): Papier 120-160 g/m². Eventuell beschichtetes Papier für bessere Farbwiedergabe, wenn der Drucker dies unterstützt.
- Fotos: Spezielles Fotopapier mit entsprechender Oberfläche (glänzend, matt) und hoher Grammatur (ab 200 g/m²).
Überlegen Sie bei jeder Druckaufgabe, welcher Eindruck erzielt werden soll und welche technischen Anforderungen der Drucker stellt.
Vergleichstabelle: Papiertypen im Überblick
| Papiertyp | Grammatur (ca.) | Helligkeit (ca.) | Oberfläche | Ideal für | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Standard-Kopierpapier | 70-90 g/m² | 90-94% | Unbeschichtet | Tägliche Ausdrucke, Kopien, Memos | Allrounder, kostengünstig |
| Recyclingpapier | 70-90 g/m² | 80-95% | Unbeschichtet | Tägliche Ausdrucke, Kopien | Umweltfreundlich (Blauer Engel, FSC) |
| Inkjet-Papier | 90-120 g/m² | 95%+ | Beschichtet (matt oder glänzend) | Farbdrucke mit Tintenstrahldrucker, Grafiken | Verhindert Verlaufen der Tinte |
| Laserpapier | 90-120 g/m² | 95%+ | Sehr glatt | Laserdrucker, Kopierer, Farbdrucke | Optimiert für Tonerhaftung, hitzebeständig |
| Fotopapier | 200-300+ g/m² | Sehr hoch | Stark beschichtet (glänzend, seidenmatt, matt) | Fotodruck | Hohe Qualität bei Fotos |
Häufig gestellte Fragen zur Papierwahl
Kann ich jedes Papier in meinem Drucker verwenden?
Technisch gesehen passen viele Papiere in die meisten Drucker. Es ist jedoch nicht empfehlenswert, jedes Papier zu verwenden. Drucker sind für bestimmte Papierarten und Grammaturen optimiert. Die Verwendung von zu dünnem, zu dickem, zu rauem oder stark staubendem Papier kann zu Papierstaus, schlechter Druckqualität und sogar Schäden an den Transportwalzen oder der Fixiereinheit führen. Prüfen Sie immer die Angaben des Druckerherstellers zur maximalen und minimalen Grammatur sowie zu empfohlenen Papiertypen.

Was ist der Unterschied zwischen Helligkeit und Weiße?
Die Helligkeit (ISO Brightness) misst, wie viel Licht das Papier reflektiert, während die Weiße (CIE Whiteness) die gesamte Farbwahrnehmung des Papiers durch das menschliche Auge berücksichtigt, einschließlich eventueller Farbstiche (oft Blau). Ein Papier kann sehr hell sein, aber einen leichten Gelbstich haben, während ein anderes mit demselben Helligkeitswert durch einen Blaustich als weißer wahrgenommen wird (und einen höheren CIE-Wert hat). Für einen klaren Kontrast und lebendige Farben sind hohe Werte bei beidem wünschenswert.
Ist Recyclingpapier immer schlechter in der Qualität?
Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Modernes Recyclingpapier hat in puncto Weiße, Helligkeit und Laufverhalten enorme Fortschritte gemacht. Hochwertiges Recyclingpapier mit hohem Weißegrad und geringer Staubentwicklung steht Frischfaserpapier in vielen Anwendungen kaum nach. Für alltägliche Drucke und Kopien ist es eine hervorragende und umweltfreundliche Alternative. Für spezielle Anwendungen wie hochwertigen Fotodruck mag Frischfaserpapier noch Vorteile haben, aber für die meisten Büroaufgaben ist die Qualität von Recyclingpapier mehr als ausreichend.
Welche Grammatur ist die beste für beidseitigen Druck?
Für beidseitigen Druck (Duplex) empfiehlt sich in der Regel Papier ab 90 g/m². Bei niedrigeren Grammaturen (z.B. 80 g/m²) besteht die Gefahr, dass der Text oder die Bilder von der Rückseite durchscheinen (Show-Through), was die Lesbarkeit beeinträchtigt. Papier mit 90 g/m² oder 100 g/m² bietet eine bessere Blickdichte und sorgt für sauberere Duplex-Drucke.
Sollte ich beschichtetes oder unbeschichtetes Papier verwenden?
Das hängt stark vom Druckertyp und dem gewünschten Ergebnis ab. Beschichtetes Papier (wie bei Inkjet- oder Fotopapier) hat eine spezielle Schicht, die die Absorption von Tinte oder Toner steuert und so für schärfere Bilder, lebendigere Farben und oft eine glattere oder glänzendere Oberfläche sorgt. Es ist ideal für hochwertige Farbausdrucke, Grafiken und Fotos. Unbeschichtetes Papier (wie Standard-Kopierpapier) ist saugfähiger und günstiger. Es ist gut für Textdokumente und einfache Grafiken, aber Tinte kann darauf leichter verlaufen. Laser- und Kopierer funktionieren in der Regel gut mit unbeschichtetem oder leicht beschichtetem Laserpapier, das speziell für die Hitze des Druckprozesses entwickelt wurde.

Was bedeuten die Siegel wie Blauer Engel oder FSC?
Diese Siegel sind wichtige Indikatoren für die Umweltverträglichkeit des Papiers. Der Blaue Engel ist ein deutsches Umweltzeichen, das strenge Kriterien für Recyclinganteil (oft 100%), geringen Chemikalieneinsatz und ressourcenschonende Herstellung setzt. FSC (Forest Stewardship Council) ist ein internationales Zertifizierungssystem, das die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern fördert. Papier mit FSC-Siegel stammt aus Wäldern, die verantwortungsvoll bewirtschaftet werden. Wenn Ihnen Umweltschutz wichtig ist, sollten Sie auf diese Siegel achten.
Hat die Papierwahl Auswirkungen auf den Drucker?
Ja, definitiv. Die Verwendung von minderwertigem Papier kann zu Problemen führen. Papier mit hohem Staubanteil kann die Mechanik und die Optik des Druckers verschmutzen. Zu dünnes oder zu dickes Papier kann zu häufigen Papierstaus führen, die die Rollen und andere Komponenten belasten. Die falsche Oberflächenbeschaffenheit kann bei Laserdruckern zu schlechter Tonerhaftung oder bei Tintenstrahldruckern zu verschmierten Ausdrucken führen. Die Verwendung von für den Drucker geeignetem Papier (entsprechend den Herstellerangaben) ist entscheidend für eine lange Lebensdauer und zuverlässige Funktion Ihres Geräts.
Fazit
Die Wahl des richtigen Druckerpapiers ist ein kleiner, aber entscheidender Aspekt des Büroalltags. Indem Sie sich mit den verschiedenen Arten, Grammaturen, Helligkeits- und Weiße-Werten sowie Umweltaspekten vertraut machen, können Sie sicherstellen, dass Ihre Dokumente stets professionell aussehen, Ihre Drucker optimal funktionieren und Sie vielleicht sogar Kosten sparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun. Nehmen Sie sich die Zeit, das passende Papier für Ihre spezifischen Bedürfnisse auszuwählen – es lohnt sich.
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