04/12/2023
Die Wahl des richtigen Standorts für Ihren Schreibtisch ist entscheidend für Ihr Wohlbefinden, Ihre Gesundheit und letztlich auch für Ihre Produktivität im Arbeitsalltag. Ein gut positionierter Schreibtisch kann Ermüdungserscheinungen reduzieren, die Konzentration fördern und ein angenehmeres Arbeitsumfeld schaffen. Es geht dabei nicht nur um die reine Fläche, sondern um das Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Licht, Lärm, Ergonomie und sogar psychologischer Aspekte.

Die optimale Ausrichtung: Licht, Lärm und Tür im Blick
Einer der wichtigsten Faktoren für einen guten Arbeitsplatz ist das Licht. Tageslicht ist unersetzlich. Studien zeigen, dass Menschen, die viel Zeit in Räumen ohne Fenster verbringen, eher zu Depressionen neigen, da ihr Biorhythmus gestört wird. Der Blickkontakt nach draußen erleichtert zudem die Orientierung. Daher sollte Ihr Schreibtisch idealerweise nah am Fenster stehen, um das natürliche Licht optimal nutzen zu können.
Licht richtig nutzen und künstliche Beleuchtung ergänzen
Um Reflexionen und Blendungen auf dem Bildschirm zu vermeiden, ist die Ausrichtung des Schreibtisches im rechten Winkel zum Fenster ideal. So fällt das Licht seitlich ein, Schattenbildung wird reduziert und die Augen werden weniger schnell müde. Direkte Sonneneinstrahlung von vorne oder Spiegelungen vom Fenster im Rücken sind ungünstig.
Künstliche Beleuchtung sollte stets als Ergänzung zum Tageslicht betrachtet werden, nicht als Ersatz. Auch hier gilt: Direkte Bestrahlung, die blendet, sollte vermieden werden. Nutzen Sie Deckenleuchten oder Lichtsegel für die Grundausleuchtung. Dezentrale Strahler sollten besser indirekt eingesetzt werden, indem sie gegen eine Wand gerichtet werden.
Besonders am Schreibtisch ist die Vermeidung von Schattenbildung wichtig, da scharfe Schattenkanten die Augen stark beanspruchen. Je größer die Lichtquelle im Verhältnis zum Objekt ist, desto weicher wird der Schatten. Deshalb sind großflächige Lichtquellen wie Leuchtstoffröhren oder LED-Bänder oft besser geeignet als Strahler mit kleinem Lichtkegel. Kernschatten können durch eine zusätzliche Lichtquelle, die den dunklen Bereich aufhellt, minimiert werden.
Vermeiden Sie auch ablenkende Lichtquellen. Positionieren Sie Ihren Schreibtisch so, dass Sie nicht von greller Beleuchtung durch Peripheriegeräte, Statusleuchten (sofern nicht arbeitsrelevant) oder externe Lichtquellen wie blinkende Werbung oder Verkehrsampeln gestört werden.
Lärm und Ablenkung minimieren
Lärm macht konzentriertes Arbeiten sehr anstrengend. Suchen Sie den ruhigsten Platz in den vorhandenen Räumen. Ungünstige Positionen sind direkte Nähe zu stark befahrenen Straßen, Durchgangsbereichen oder so zur Tür, dass jeder Trubel auf dem Gang Sie ablenkt. Wenn sich solche Orte nicht vermeiden lassen, können Schallabsorber oder akustische Trennwände helfen, eine ruhigere Nische zu schaffen.
Auch Bewegungen lenken ab, da unser Gehirn darauf programmiert ist, sie zu registrieren. Vermeiden Sie es, direkt auf unruhige Sitznachbarn zu blicken. Bitten Sie darum, ablenkende Dekorationen aus Ihrem Sichtfeld zu entfernen. Nehmen Sie Rücksicht auf Kollegen im Großraumbüro und vermeiden Sie unnötiges Hin- und Herlaufen.
Die Tür im Blick behalten
Die Position zur Tür hat sowohl psychologische als auch logistische Bedeutung. Die meisten Menschen fühlen sich unwohl, wenn sie mit dem Rücken zur Tür sitzen, auch wenn ihnen das nicht bewusst ist. Es gibt ein Gefühl der Sicherheit, zu sehen, wer den Raum betritt oder verlässt, was sich positiv auf die Arbeitsatmosphäre auswirkt. Eine Position, die es Ihnen ermöglicht, die Tür mit einer kurzen Kopfbewegung zu sehen, ist daher oft vorteilhaft.
Logistisch kann die Nähe zur Tür sinnvoll sein, wenn Sie häufig Material aus Nebenräumen benötigen, um Wege zu sparen. Ein größerer Abstand zur Tür kann hingegen zu mehr Bewegung im Büroalltag anregen, was für die Gesundheit ebenfalls förderlich sein kann.

Ergonomie am Arbeitsplatz: Mehr als nur die Schreibtischhöhe
Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz ist entscheidend, um Rückenleiden und andere Beschwerden zu vermeiden. Laut Studien ist Rückenschmerz eine häufige Ursache für Krankheitstage. Einige Grundregeln können helfen, Verspannungen und Verschleiß vorzubeugen.
Tisch- und Stuhlhöhe richtig einstellen
Die Höhe von Tisch und Stuhl muss auf Sie abgestimmt sein. Sitzen Sie normal, sollten Ober- und Unterarme einen Winkel von mindestens 90 Grad zur Arbeitsfläche bilden. Die Schultern sollten entspannt sein. Ihre Füße sollten den Boden vollständig berühren, und Ober- sowie Unterschenkel sollten ebenfalls einen Winkel von mindestens 90 Grad bilden. Ist dies nicht möglich, kann eine verstellbare Fußstütze helfen.
Beinfreiheit unter dem Schreibtisch
Achten Sie darauf, dass unter dem Schreibtisch ausreichend Platz für Ihre Beine ist, sodass Sie sich frei bewegen und die Beine ausstrecken können. Vermeiden Sie es, Papierkörbe, Rechner oder Rollcontainer so zu platzieren, dass sie den Beinraum einschränken. Auch Kabelsalat unter dem Tisch kann die Bewegungsfreiheit behindern.
Die richtige Sitzhaltung
Nutzen Sie die gesamte Sitzfläche des Stuhls. Zwischen Kniekehle und Sitzvorderkante sollte etwa eine Handbreit Platz sein. Rutschen Sie mit dem Becken nach hinten, bis der Rücken die Rückenlehne berührt. Die Lehne sollte den Lendenwirbelbereich stützen und bis zur Mitte der Schulterblätter reichen. Nur auf der vorderen Kante zu sitzen, führt schneller zu Verspannungen. Wichtig ist auch, die Sitzhaltung regelmäßig zu variieren und zwischendurch aufzustehen und sich zu bewegen.
Monitorabstand und Position
Der Abstand zwischen Ihren Augen und dem Monitor sollte zwischen 45 und 80 Zentimetern liegen. Ein einfacher Test ist, sich aufrecht hinzusetzen, die Arme auszustrecken: Die Fingerspitzen sollten den Monitor berühren oder dieser sollte nur wenig weiter entfernt sein. Der Monitor sollte so positioniert sein, dass die Oberkante auf Augenhöhe liegt und Sie beim Blick auf die Bildschirmmitte leicht nach unten schauen. Dies entlastet den Nacken. Platzieren Sie den Bildschirm parallel zum Fenster, um Blendungen und Spiegelungen zu vermeiden.
Tastatur und Maus platzieren
Lassen Sie etwa 10 Zentimeter Platz zwischen Tastatur und Tischkante, um Ihre Handballen ablegen zu können. Die Unterarme sollten locker auf der Tischplatte aufliegen. Vermeiden Sie es, die Handgelenke beim Tippen abzuknicken. Die Tastaturfüßchen sollten nur genutzt werden, wenn Sie eine Handballenauflage verwenden. Die Maus gehört dicht neben die Tastatur, sodass die führende Hand im rechten Winkel zur Tischkante liegt. Bei Laptops ist es für längeres Arbeiten ratsam, eine Docking-Station mit separatem Monitor, Tastatur und Maus zu nutzen.
Arbeitsmittel im „kleinen Greifraum“
Häufig genutzte Arbeitsmittel wie das Telefon sollten im zentralen Blickfeld und im „kleinen Greifraum“ liegen. Dieser Bereich ist der Raum, den Sie vom aufrechten Sitzen aus mit herabhängenden Oberarmen und annähernd waagerechten Unterarmen erreichen können, ohne den Oberkörper zu verdrehen. Dies schont die Schultern.
Flexible Raumkonzepte berücksichtigen
Moderne Büros setzen oft auf flexible Konzepte. Schreibtische auf Rollen oder klappbare Tische ermöglichen eine schnelle Umgestaltung des Raumes. Bei der Anschaffung sollten Sie überlegen, wie oft Sie umräumen möchten.
Schreibtische auf Rollen erleichtern das Verschieben, Zusammenstellen oder Platzschaffen. Klappbare Modelle können bei Nichtgebrauch platzsparend gestapelt oder eingelagert werden. Manche Modelle auf Rollen lassen sich auch hochkant klappen, was den Transport durch enge Türen erleichtert.
Bei mobilen Arbeitsplätzen ist das Kabelmanagement eine Herausforderung. Ideal sind Lösungen mit Kabelkanälen oder integrierten Steckleisten, bei denen nur ein zentrales Stromkabel vom Schreibtisch wegführt. Dies vereinfacht den Transport und den Wiederaufbau der Technik, auch für weniger technikaffine Nutzer.

Häufig gestellte Fragen zur Schreibtischpositionierung
- Warum ist Tageslicht am Arbeitsplatz wichtig?
Tageslicht unterstützt den natürlichen Biorhythmus, kann das Wohlbefinden steigern, das Risiko für Depressionen reduzieren und erleichtert die Orientierung im Gebäude.
- Wie sollte der Schreibtisch zum Fenster ausgerichtet sein?
Ideal ist ein rechter Winkel zum Fenster, um Blendungen, Reflexionen und Schattenbildung zu vermeiden. Direkte Ausrichtung zum Fenster (davor oder mit dem Rücken dazu) ist ungünstig.
- Sollte ich die Tür von meinem Schreibtisch aus sehen?
Ja, die meisten Menschen fühlen sich wohler und sicherer, wenn sie die Tür im Blick haben, auch wenn es nur mit einer kurzen Kopfbewegung möglich ist. Dies hat positive psychologische Effekte.
- Wie vermeide ich Lärm und Ablenkung am Schreibtisch?
Wählen Sie den ruhigsten verfügbaren Platz. Vermeiden Sie Bereiche nahe starkem Verkehr, Durchgängen oder visuellen Unruhequellen. Akustische Maßnahmen wie Schallabsorber können bei Bedarf helfen.
- Was sind die wichtigsten ergonomischen Regeln für den Schreibtisch?
Wichtige Regeln betreffen die richtige Einstellung von Tisch und Stuhl (90-Grad-Winkel für Arme und Beine), ausreichende Beinfreiheit, eine korrekte Sitzhaltung mit Unterstützung des Rückens, den richtigen Monitorabstand und die Platzierung von Tastatur und Maus im Greifraum.
- Welchen Abstand sollte der Monitor haben?
Der ideale Abstand liegt zwischen 45 und 80 Zentimetern. Ein einfacher Test ist die Armlänge. Die Oberkante des Monitors sollte auf Augenhöhe sein.
- Wo platziere ich Tastatur und Maus richtig?
Lassen Sie 10 cm Platz vor der Tastatur für die Handballen. Legen Sie die Unterarme auf dem Tisch ab. Die Maus gehört dicht neben die Tastatur. Trennen Sie Tastatur und Bildschirm, besonders bei Laptops (nutzen Sie eine Docking-Station).
- Was bedeutet „kleiner Greifraum“?
Das ist der Bereich auf dem Schreibtisch, den Sie bequem erreichen können, ohne den Oberkörper zu verdrehen. Häufig genutzte Gegenstände sollten sich in diesem Bereich befinden, um die Schultern zu schonen.
- Welche Vorteile haben flexible Schreibtischkonzepte?
Sie ermöglichen eine schnelle Umgestaltung des Raumes, erleichtern Teamarbeit oder das Schaffen von Platz und können den Transport von Arbeitsplätzen vereinfachen, besonders mit gutem Kabelmanagement.
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