15/09/2019
Die Frage nach der Qualität und Sicherheit von Schreib- und Malwerkzeugen ist für viele Verbraucher von großer Bedeutung, insbesondere wenn es um Produkte geht, die von Kindern genutzt werden. Filzstifte, auch Fasermaler genannt, sind dabei besonders beliebt. Doch halten sie, was sie versprechen, und sind sie frei von bedenklichen Inhaltsstoffen? Verbrauchermagazine wie Stiftung Warentest und ÖKO-TEST untersuchen regelmäßig Büro- und Schulmaterialien, um hier Klarheit zu schaffen. Die folgenden Informationen basieren auf den Ergebnissen spezifischer Tests aus den Jahren 2018 und 2011.

Es ist wichtig zu betonen, dass die hier zitierten Tests eine Auswahl von Produkten verschiedener Hersteller untersuchten. Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die damals getesteten Sets. Sollten Sie speziell an der Qualität oder Sicherheit von Stiften einer Marke interessiert sein, die in diesen Tests nicht erwähnt wird, wie beispielsweise Stabilo, können die hier dargestellten Ergebnisse keine direkte Auskunft über diese spezifischen Produkte geben. Die Tests liefern jedoch wertvolle allgemeine Erkenntnisse über die Kriterien, nach denen die Sicherheit von Filzstiften bewertet wird, und zeigen, welche Stoffe problematisch sein können.
Was wurde getestet und warum?
Die Hauptmotivation für die Tests von Filzstiften durch Verbrauchermagazine wie Stiftung Warentest und ÖKO-TEST liegt in der potenziellen Belastung durch Schadstoffe. Da Filzstifte, insbesondere die für Kinder gedachten, häufig in direkten Kontakt mit der Haut oder sogar dem Mund kommen – Kinder neigen dazu, an Stiften zu lutschen oder zu kauen –, ist die Abwesenheit von gesundheitsschädlichen Substanzen von höchster Priorität. Die Tests konzentrierten sich daher vor allem auf:
- Konservierungsstoffe: Diese sollen die Tinte haltbar machen, können aber allergische Reaktionen auslösen.
- Lösemittel: Organische Lösemittel sind in vielen Permanentmarkern enthalten und können bei Inhalation oder Hautkontakt gesundheitsschädlich sein.
- Azofarbmittel: Bestimmte Azofarbmittel können bei Hautkontakt allergische Reaktionen hervorrufen oder gelten als potenziell krebserregend.
- Aromatische Kohlenwasserstoffe: Diese können als Lösungsmittel oder Verunreinigungen vorkommen und gesundheitliche Risiken bergen.
- Schwermetalle: Stoffe wie Cadmium und Blei sind hochgiftig und können sich im Körper anreichern. Sie wurden nicht nur in der Tinte, sondern erschreckenderweise auch in den Stifthüllen gefunden.
Neben den chemischen Inhaltsstoffen wurden auch funktionelle Aspekte wie die Schreibleistung und die Auswaschbarkeit geprüft, wobei der Fokus der zitierten Tests klar auf der gesundheitlichen Sicherheit lag.
Die Ergebnisse des Stiftung Warentest (2018)
Im Jahr 2018 nahm Stiftung Warentest 12 Sets von Fasermalern unter die Lupe. Das Ergebnis war ermutigend: Immerhin die Hälfte der getesteten Sets, also 6 von 12, erhielten das Testurteil „sehr gut“. Dies deutet darauf hin, dass es durchaus eine gute Auswahl an sicheren Filzstiften auf dem Markt gibt.
Zu den Testsiegern und gut bewerteten Produkten gehörten:
- edding Funtastics Fasermaler: Dieses Set erzielte die Bestnote 1,0 und wurde Testsieger. Besonders hervorzuheben ist, dass die Tinte auf Lebensmittelfarbe basiert, was sie als völlig ungiftig und zudem gut auswaschbar macht.
- Herlitz Fasermaler: Auch diese Stifte bestanden den Schadstofftest ohne Beanstandung.
- Pelikan Colorella Star Fasermaler: Ebenfalls ein Produkt, das im Schadstofftest überzeugte.
- Mäc-Geiz Preis-Leistungs-Sieger: Dieses Produkt bewies, dass Qualität und Sicherheit nicht teuer sein müssen. Mit nur 0,10 € pro Stift war es das günstigste Produkt im Test und schnitt dennoch gut ab.
Leider gab es auch Ausreißer nach unten. Zwei der getesteten Sets fielen im Test durch und erhielten das Urteil „mangelhaft“. Dies lag primär an der Belastung mit schädlichen Konservierungsmitteln:
- BIC Kids Visa Fasermaler: In diesen Stiften wurden zu viele bedenkliche Konservierungsstoffe gefunden.
- Idena Fasermaler: Ebenfalls mit einem „mangelhaft“ bewertet aufgrund problematischer Konservierungsmittel.
In beiden mangelhaft bewerteten Produkten wurde unter anderem Isothiazolinon nachgewiesen. Isothiazolinone sind Konservierungsstoffe, die selbst in geringsten Mengen starke allergische Reaktionen auf der Haut auslösen können. Für Produkte, die häufig von Kindern genutzt werden, ist deren Vorkommen besonders problematisch.
Ein Blick auf den ÖKO-TEST (2011)
Der Vergleichstest von ÖKO-TEST liegt zeitlich etwas weiter zurück (2011), liefert aber ebenfalls wichtige Erkenntnisse zur Sicherheit von Filzstiften. ÖKO-TEST untersuchte damals 19 Filzschreiber-Sets, ebenfalls mit einem starken Fokus auf schädliche Inhaltsstoffe.
Auch hier gab es positive Ergebnisse: Fünf der getesteten Sets konnten mit dem Testurteil „sehr gut“ überzeugen. Zu den als unbedenklich eingestuften Stiften gehörten:
- Crayola Supertips
- Fasermaler von ÖKONORM
- Smiley Breit-Fasermaler von WOOLWORTH
Diese Produkte zeigten im Test keine bedenklichen Schadstoffe in der Tinte.
Alarmierende Funde in den Stifthüllen
Ein besonders besorgniserregendes Ergebnis des ÖKO-TESTs von 2011 war die Entdeckung von Schadstoffen nicht nur in der Tinte, sondern auch in den Plastikhüllen der Stifte. Gerade bei Kleinkindern, die Stifte gerne in den Mund nehmen oder darauf herumkauen, stellt dies ein erhebliches Risiko dar.
Selbst bei Produkten bekannter Marken wurden hier bedenkliche Substanzen gefunden. So wiesen die Tester beispielsweise in den 10 Grip Colour Marken von Faber-Castell krebserregendes Cadmium in der Stifthülle nach. Auch gefährliches Blei konnte in einigen anderen Filzstift-Sets in der Hülle gefunden werden. Diese Funde unterstreichen die Wichtigkeit, nicht nur die Tinte, sondern das gesamte Produkt auf Schadstoffe zu prüfen.
Wichtige Sicherheitshinweise für den Gebrauch
Basierend auf den Erkenntnissen der Verbrauchermagazine sollten einige wichtige Sicherheitshinweise beachtet werden, insbesondere wenn Filzstifte von Kindern genutzt werden:
- Vorsicht bei permanenten Markern: Filzstifte mit Bezeichnungen wie „Permanent“, „Allesmarker“ oder „Whiteboardmarker“ sind häufig nicht für Kinder geeignet. Sie enthalten oft organische Lösemittel, die gesundheitsschädlich sein können und nicht wasserlöslich sind. Diese Stifte sollten außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
- Achten Sie auf die Stiftkappe: Eine wichtige Sicherheitsnorm für Filzstifte für Kinder (ISO 11540) schreibt vor, dass die Kappen über Luftschlitze verfügen müssen. Diese kleinen Schlitze gewährleisten auch dann eine minimale Luftzufuhr, wenn ein Kind die Kappe verschlucken sollte, und können so im Notfall lebensrettend sein. Achten Sie beim Kauf von Kinder-Filzstiften auf dieses Merkmal.
- Material der Stifthülle: Auch wenn es für Verbraucher schwer zu erkennen ist, zeigen die Tests, dass Schadstoffe in der Hülle ein Problem sein können. Kaufen Sie möglichst Produkte von Herstellern, die für ihre strengen Qualitäts- und Sicherheitskontrollen bekannt sind und idealerweise mit entsprechenden Prüfsiegeln zertifiziert sind.
- Auswaschbarkeit: Für Kinder sind Stifte, deren Farbe sich leicht von Haut und Kleidung abwaschen lässt, praktisch. Die Basis auf Lebensmittelfarbe, wie beim edding Testsieger, ist hier ein gutes Beispiel für eine unbedenkliche und praktische Lösung.
Vergleich der Testergebnisse (Auswahl)
Die Tests von Stiftung Warentest (2018) und ÖKO-TEST (2011) bieten eine Momentaufnahme der Qualität und Sicherheit bestimmter Filzstift-Sets zum jeweiligen Testzeitpunkt. Hier eine Übersicht der erwähnten Produkte und ihrer Ergebnisse:
| Produkt (Hersteller) | Test | Testurteil | Wichtige Feststellung |
|---|---|---|---|
| Funtastics Fasermaler (edding) | Stiftung Warentest 2018 | sehr gut | Testsieger, Tinte auf Lebensmittelfarbe |
| Herlitz Fasermaler | Stiftung Warentest 2018 | sehr gut | Schadstofftest bestanden |
| Colorella Star Fasermaler (Pelikan) | Stiftung Warentest 2018 | sehr gut | Schadstofftest bestanden |
| Mäc-Geiz Preis-Leistungs-Sieger | Stiftung Warentest 2018 | gut (Preis-Leistungssieger) | Günstig und schadstoffarm |
| Kids Visa Fasermaler (BIC) | Stiftung Warentest 2018 | mangelhaft | Zu viele Konservierungsstoffe (Isothiazolinon) |
| Idena Fasermaler | Stiftung Warentest 2018 | mangelhaft | Zu viele Konservierungsstoffe (Isothiazolinon) |
| Crayola Supertips | ÖKO-TEST 2011 | sehr gut | Keine bedenklichen Schadstoffe in der Tinte |
| Fasermaler (ÖKONORM) | ÖKO-TEST 2011 | sehr gut | Keine bedenklichen Schadstoffe in der Tinte |
| Smiley Breit-Fasermaler (WOOLWORTH) | ÖKO-TEST 2011 | sehr gut | Keine bedenklichen Schadstoffe in der Tinte |
| 10 Grip Colour Marken (Faber-Castell) | ÖKO-TEST 2011 | (nicht explizit genanntes Gesamturteil im Auszug) | Krebserregendes Cadmium in der Plastikhülle gefunden |
Diese Tabelle zeigt deutlich, dass es bei der Auswahl von Filzstiften erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Sicherheit geben kann. Während viele Produkte gut abschneiden, bergen einige aufgrund problematischer Inhaltsstoffe Risiken.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind alle Filzstifte für Kinder geeignet?
Nein. Wie die Tests zeigen, enthalten einige Filzstifte, insbesondere permanente Marker oder solche ohne entsprechende Zertifizierungen, bedenkliche Schadstoffe wie Lösemittel oder allergieauslösende Konservierungsstoffe. Achten Sie auf Hinweise des Herstellers zur Eignung für Kinder und auf Sicherheitsnormen wie die belüftete Kappe (ISO 11540).
Welche Schadstoffe sind in Filzstiften besonders problematisch?
Problematisch sind vor allem allergieauslösende Konservierungsstoffe (wie Isothiazolinone), organische Lösemittel (in Permanentmarkern), bestimmte Azofarbmittel und Schwermetalle (wie Cadmium und Blei), die nicht nur in der Tinte, sondern auch in der Stifthülle vorkommen können.
Warum sind belüftete Kappen wichtig?
Belüftete Kappen sind eine wichtige Sicherheitsfunktion für Kinder-Filzstifte. Sie verfügen über kleine Schlitze, die im Falle eines versehentlichen Verschluckens der Kappe eine minimale Luftzufuhr zur Luftröhre ermöglichen und so Erstickungsgefahr mindern können (Sicherheitsnorm ISO 11540).
Kann man Schadstoffe in Filzstiften erkennen?
Für Verbraucher ist es im Normalfall nicht möglich, Schadstoffe in Filzstiften visuell oder geruchlich zu erkennen. Man ist auf die Informationen der Hersteller, Prüfsiegel unabhängiger Institute und die Ergebnisse von Verbrauchertests angewiesen.
Welche Alternativen gibt es zu Filzstiften?
Als Alternative zu Filzstiften, insbesondere für kleine Kinder, bieten sich Wachsmalstifte, Buntstifte oder ungiftige Fingerfarben an. Achten Sie auch bei diesen Produkten auf Qualität und entsprechende Prüfsiegel.
Fazit
Die Tests von Stiftung Warentest und ÖKO-TEST liefern wertvolle Einblicke in die Sicherheit von Filzstiften und zeigen, dass Verbraucher beim Kauf genau hinsehen sollten. Während viele Produkte, darunter die von edding, Herlitz, Pelikan, Mäc-Geiz, Crayola, ÖKONORM und WOOLWORTH, in den zitierten Tests gut abschnitten und als schadstoffarm galten, fielen andere, wie die von BIC und Idena, aufgrund problematischer Inhaltsstoffe durch. Besonders besorgniserregend sind die Funde von Schwermetallen in Stifthüllen. Achten Sie beim Kauf, insbesondere für Kinder, auf die Eignung des Produkts, auf Sicherheitsmerkmale wie belüftete Kappen und ziehen Sie Testergebnisse unabhängiger Institute zu Rate. So können Sie sicherstellen, dass das Mal- und Schreiberlebnis unbedenklich bleibt.
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