23/02/2015
Die Suche nach dem passenden Drucker kann schnell überwältigend werden. Angesichts der Fülle an Modellen, Technologien und Funktionen auf dem Markt ist es leicht, den Überblick zu verlieren. Ob für das Home Office, das Studium oder gelegentliche Ausdrucke zu Hause – die Anforderungen sind vielfältig. Doch keine Panik! Mit der richtigen Herangehensweise finden Sie genau das Gerät, das Ihren Bedürfnissen entspricht und langfristig Freude bereitet, ohne unnötige Kosten zu verursachen.

Dieser Artikel nimmt Sie an die Hand und führt Sie durch die wichtigsten Kriterien, die Sie beim Druckerkauf berücksichtigen sollten. Wir beleuchten die Vor- und Nachteile der gängigen Technologien, sprechen über notwendige Funktionen, versteckte Kosten und vieles mehr. So sind Sie bestens vorbereitet, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
- Tintenstrahl- oder Laserdrucker: Die Grundsatzfrage
- Welche Funktionen brauchen Sie wirklich?
- Konnektivität: Wie soll der Drucker verbunden werden?
- Druckqualität und Geschwindigkeit
- Die wahren Kosten: Verbrauchsmaterialien und Seitenpreis
- Druckvolumen: Wie viel drucken Sie wirklich?
- Zusätzliche Features und Überlegungen
- Budgetplanung: Anschaffung vs. Laufende Kosten
- FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Druckerkauf
- Fazit
Tintenstrahl- oder Laserdrucker: Die Grundsatzfrage
Die erste und vielleicht wichtigste Entscheidung betrifft die Drucktechnologie. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Tintenstrahldruckern und Laserdruckern. Beide haben ihre spezifischen Stärken und Schwächen und eignen sich für unterschiedliche Anwendungsbereiche.
Tintenstrahldrucker
Tintenstrahldrucker sprühen winzige Tintentropfen auf das Papier, um das Bild oder den Text zu erzeugen. Sie sind oft günstiger in der Anschaffung und besonders gut für den Druck von Fotos und Grafiken geeignet, da sie feinere Farbverläufe und eine höhere Farbbrillanz erzielen können. Viele Modelle bieten zudem randlosen Druck an.
Vorteile:
- Günstiger Anschaffungspreis
- Hervorragende Druckqualität bei Fotos und Farbgrafiken
- Kompakte Bauweise bei vielen Modellen
- Oft gut geeignet für niedrige Druckvolumen
Nachteile:
- Höhere Druckkosten pro Seite, besonders bei Text
- Tintenpatronen können eintrocknen, wenn sie selten genutzt werden
- Langsamere Druckgeschwindigkeit bei Textdokumenten im Vergleich zu Laserdruckern
- Weniger scharfer Textdruck auf Normalpapier im Vergleich zu Laser
Laserdrucker
Laserdrucker verwenden Tonerpulver, das mittels einer elektrisch geladenen Trommel auf das Papier übertragen und anschließend durch Hitze fixiert wird. Sie sind die erste Wahl, wenn es um schnellen und kostengünstigen Textdruck in großen Mengen geht.
Vorteile:
- Sehr niedrige Druckkosten pro Seite bei Textdokumenten
- Hohe Druckgeschwindigkeit, besonders bei Schwarz-Weiß-Druck
- Gestochen scharfer Textdruck
- Toner trocknet nicht ein
- Ideal für hohe Druckvolumen
Nachteile:
- Höherer Anschaffungspreis, besonders bei Farblaserdruckern
- Oft größere und schwerere Geräte
- Weniger geeignet für hochwertigen Fotodruck
- Farbmodelle sind teurer in der Anschaffung und im Verbrauch als Schwarz-Weiß-Modelle
Vergleichstabelle: Tintenstrahl vs. Laser
| Kriterium | Tintenstrahldrucker | Laserdrucker |
|---|---|---|
| Anschaffungspreis | Geringer | Höher |
| Kosten pro Seite (Text) | Höher | Geringer |
| Druckqualität (Text) | Gut, aber weniger scharf als Laser | Sehr scharf |
| Druckqualität (Foto/Farbe) | Sehr gut | Weniger geeignet, Farblaser teuer |
| Druckgeschwindigkeit | Langsam bis mittel | Schnell bis sehr schnell |
| Druckvolumen | Niedrig bis mittel | Mittel bis hoch |
| Trocknungsrisiko Tinte/Toner | Tinte kann eintrocknen | Toner trocknet nicht ein |
| Größe/Gewicht | Meist kompakter/leichter | Oft größer/schwerer |
Welche Funktionen brauchen Sie wirklich?
Moderne Drucker können oft mehr als nur drucken. Viele Geräte sind Multifunktionsdrucker (MFP) oder All-in-One-Geräte, die auch scannen, kopieren und manchmal sogar faxen können.
- Drucken: Die Grundfunktion. Achten Sie auf Druckgeschwindigkeit (Seiten pro Minute, ppm) und Druckauflösung (dots per inch, dpi). Eine höhere dpi-Zahl bedeutet schärfere Details.
- Scannen: Nützlich, um Dokumente oder Fotos zu digitalisieren. Wichtige Kriterien sind Scan-Auflösung, Scangeschwindigkeit und ob das Gerät einen automatischen Dokumenteneinzug (ADF) für das Scannen mehrerer Seiten hat.
- Kopieren: Kombiniert Druck- und Scanfunktion. Ein ADF ist auch hier sehr hilfreich.
- Faxen: Wird seltener benötigt, ist aber in manchen Büroumgebungen noch relevant.
Überlegen Sie genau, welche dieser Funktionen Sie regelmäßig nutzen werden. Ein reiner Drucker ist oft günstiger als ein Multifunktionsgerät.
Konnektivität: Wie soll der Drucker verbunden werden?
Die Anschlussmöglichkeiten sind ein weiterer wichtiger Punkt. Die gängigsten Optionen sind:
- USB: Die einfachste Verbindung für den direkten Anschluss an einen einzelnen Computer.
- Ethernet (LAN): Ideal für die Integration in ein kabelgebundenes Netzwerk, sodass mehrere Computer im Netzwerk drucken können.
- WLAN (Wi-Fi): Ermöglicht kabelloses Drucken von Computern, Laptops, Smartphones und Tablets. Unverzichtbar in modernen Haushalten und Büros ohne feste Arbeitsplätze.
- Wi-Fi Direct: Ermöglicht eine direkte kabellose Verbindung zwischen Endgerät und Drucker ohne Umweg über den Router.
- Mobile Print / Cloud Print: Unterstützung für Dienste wie Apple AirPrint, Google Cloud Print (wird eingestellt, aber ähnliche Dienste existieren), Mopria oder herstellereigene Apps, die das Drucken von mobilen Geräten oder über das Internet ermöglichen.
Für die meisten Privatanwender und kleine Büros ist ein Drucker mit WLAN-Funktion die flexibelste Wahl.
Druckqualität und Geschwindigkeit
Wie bereits erwähnt, beeinflussen dpi und ppm die Qualität und Geschwindigkeit. Für einfachen Textdruck reichen oft 600 dpi aus, für hochwertige Fotos sind 1200 dpi oder mehr wünschenswert. Die Geschwindigkeit (ppm) gibt an, wie viele Seiten pro Minute gedruckt werden können. Achten Sie darauf, ob die Angabe für Schwarz-Weiß oder Farbe, für Entwurf oder Standardqualität gilt.
Die wahren Kosten: Verbrauchsmaterialien und Seitenpreis
Der Anschaffungspreis ist oft nur ein Teil der Gesamtkosten. Die laufenden Kosten für Tinte oder Toner können die anfängliche Ersparnis schnell zunichtemachen. Hier kommt der Seitenpreis ins Spiel – die Kosten, die pro gedruckter Seite anfallen. Dieser wird berechnet, indem man den Preis der Tintenpatrone oder Tonerkartusche durch die vom Hersteller angegebene Reichweite (Anzahl der Seiten) teilt.
Viele Hersteller bieten Drucker zu sehr attraktiven Preisen an, deren Tintenpatronen oder Tonerkartuschen jedoch teuer sind und eine geringe Reichweite haben. Dies ist das sogenannte "Razorblade-Modell". Achten Sie auf die Kosten der Verbrauchsmaterialien und deren Reichweite, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden.
Toner ist pro Seite in der Regel deutlich günstiger als Tinte, besonders bei hohem Druckvolumen. Bei Tintenstrahldruckern gibt es Systeme mit separaten Patronen für jede Farbe (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz) oder Kombipatronen. Separate Patronen sind meist wirtschaftlicher, da nur die leere Farbe ersetzt werden muss. Eine Alternative sind Tintentank-Systeme, bei denen Tinte aus Flaschen in integrierte Tanks nachgefüllt wird. Diese Systeme haben sehr niedrige Seitenpreise, sind aber in der Anschaffung teurer.
Berücksichtigen Sie auch die Verfügbarkeit von kompatiblen Tintenpatronen oder Toner von Drittanbietern. Diese können eine kostengünstige Alternative sein, aber stellen Sie sicher, dass sie zuverlässig sind und die Druckqualität nicht beeinträchtigen. Beachten Sie, dass die Verwendung von Drittanbieter-Verbrauchsmaterialien unter Umständen die Garantie des Druckers beeinträchtigen kann.
Druckvolumen: Wie viel drucken Sie wirklich?
Die Hersteller geben für die meisten Drucker ein empfohlenes monatliches Druckvolumen an. Dieses Kriterium ist wichtig, da Drucker für unterschiedliche Belastungen ausgelegt sind. Ein günstiger Drucker für den Heimgebrauch ist nicht für das Drucken von Hunderten oder Tausenden Seiten pro Monat konzipiert und könnte bei Überlastung schnell kaputtgehen. Ein Drucker, der für ein höheres Druckvolumen ausgelegt ist, ist robuster und langlebiger, aber teurer in der Anschaffung. Schätzen Sie Ihr monatliches Druckvolumen realistisch ein, um das passende Gerät zu finden.
Zusätzliche Features und Überlegungen
- Duplexdruck: Die Möglichkeit, automatisch beidseitig zu drucken. Spart Papier und ist umweltfreundlich.
- Papierhandling: Welche Papierformate und -gewichte kann der Drucker verarbeiten? Wie groß ist die Papierkapazität der Fächer? Gibt es einen manuellen Einzug für Spezialmedien?
- Display: Ein gutes Display (idealerweise Touchscreen) am Drucker erleichtert die Bedienung, das Scannen und das Konfigurieren.
- Geräuschpegel: Besonders im Home Office kann ein lauter Drucker störend sein. Achten Sie auf die Dezibel-Angaben, besonders während des Druckens.
- Größe und Gewicht: Passt der Drucker an den vorgesehenen Platz?
- Energieverbrauch: Achten Sie auf den Stromverbrauch im Betrieb und im Standby-Modus.
Budgetplanung: Anschaffung vs. Laufende Kosten
Stellen Sie sicher, dass Sie nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die geschätzten Kosten für Verbrauchsmaterialien über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren berücksichtigen. Ein teurerer Drucker mit niedrigeren Druckkosten pro Seite kann auf lange Sicht deutlich günstiger sein als ein sehr preiswertes Modell mit teuren Patronen oder Tonern.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Druckerkauf
Brauche ich einen Farbdrucker, wenn ich nur selten in Farbe drucke?
Wenn Sie nur gelegentlich Farbe benötigen und hauptsächlich Text drucken, könnte ein Schwarz-Weiß-Laserdrucker in Kombination mit einem günstigen Fotodruck-Service oder einem sehr einfachen Farbtintenstrahldrucker für spezielle Aufgaben die kostengünstigere Lösung sein. Farblaserdrucker sind in Anschaffung und Unterhalt teurer als Schwarz-Weiß-Modelle.
Sind günstige Drucker immer teuer im Verbrauch?
Sehr oft ja. Das Geschäftsmodell vieler Druckerhersteller basiert darauf, Drucker günstig zu verkaufen und dann mit dem Verkauf von teuren Verbrauchsmaterialien Geld zu verdienen. Prüfen Sie immer den Seitenpreis der Patronen/Toner.
Lohnt sich ein Tintentank-System?
Tintentank-Systeme sind in der Anschaffung teurer, bieten aber extrem niedrige Seitenpreise. Sie lohnen sich, wenn Sie regelmäßig, aber nicht unbedingt riesige Mengen in Farbe drucken, z.B. viele Fotos oder farbige Dokumente im Home Office.
Kann ich alternative Tinten oder Toner verwenden?
Ja, das ist oft möglich. Alternative Verbrauchsmaterialien von Drittanbietern sind meist deutlich günstiger. Allerdings kann die Druckqualität variieren, und in seltenen Fällen kann es zu Problemen mit dem Drucker kommen. Die Verwendung kann auch die Garantie des Herstellers beeinträchtigen. Informieren Sie sich vorher gründlich.
Was bedeutet ADF bei einem Multifunktionsdrucker?
ADF steht für Automatischer Dokumenteneinzug (Automatic Document Feeder). Ein ADF ermöglicht das Scannen oder Kopieren mehrerer Seiten, ohne jede Seite einzeln auf das Scannerglas legen zu müssen. Sehr praktisch, wenn Sie oft mehrseitige Dokumente bearbeiten.
Fazit
Der Kauf eines Druckers erfordert mehr Überlegung als nur den Blick auf den Preis am Regal. Analysieren Sie Ihr Druckverhalten: Was drucken Sie? Wie viel drucken Sie? Wie oft? Brauchen Sie Farbe oder reicht Schwarz-Weiß? Welche Zusatzfunktionen sind unverzichtbar? Vergleichen Sie nicht nur die Anschaffungskosten, sondern vor allem die laufenden Kosten für Tinte oder Toner (den Seitenpreis). Ein gut durchdachter Druckerkauf spart Ihnen langfristig Geld und Nerven und stellt sicher, dass Sie ein Gerät erhalten, das optimal zu Ihren Anforderungen passt.
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