Wie viele Einwohner hat Kelkheim im Taunus?

Kelkheims Geschichte: Name & Entwicklung

13/03/2012

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Kelkheim im Taunus ist heute eine lebendige Stadt am westlichen Rand von Frankfurt am Main. Doch wie jede Stadt hat auch Kelkheim eine lange und vielschichtige Geschichte, die weit zurückreicht. Bevor Kelkheim die Stadt wurde, die wir heute kennen, war es ein Dorf mit einem anderen Namen und hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen erfahren. Die Geschichte des Namens und die Entwicklung vom kleinen Dorf zur heutigen Stadt sind eng miteinander verknüpft.

Was bedeutet das Wappen von Kelkheim?
Die Stadt Kelkheim erhält ein Wappen Das am 19. Juni 1950 amtlich verliehene Wappen der Stadt sollte ihr Zusammenwachsen aus den drei Gemeinden zum Ausdruck bringen und fasste deshalb deren alte Ortszeichen in einem Schild zusammen: Das Mainzer Rad steht für Münster. Das Posthorn ist das alte Zeichen von Hornau.
Übersicht

Die Ursprünge: Kadelcamf und die ersten Nennungen

Die frühesten Spuren menschlicher Besiedlung im Raum Kelkheim reichen sehr weit zurück, bis etwa 5000 – 4900 vor Christus, belegt durch Funde einer bandkeramischen Siedlung. Auch aus römischer Zeit (2./3. Jahrhundert n. Chr.) gibt es Hinweise auf einen Bauernhof. Doch die Geschichte des Ortes, der später Kelkheim genannt wurde, beginnt in schriftlichen Quellen deutlich später.

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung des Dorfes Kelkheim findet sich im Jahr 880. In einer Urkunde bestätigt König Ludwig der Jüngere, dass sein Vater Ludwig der Deutsche dem Frankfurter Stift das Dorf unter dem Namen Kadelcamf geschenkt hat. Dieser Name bedeutet vermutlich „Feld des Kadelo / Kadolt“. Dies markiert den Beginn der dokumentierten Geschichte des Ortes.

Namensvielfalt im Wandel der Zeit

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde der Name des Ortes in verschiedenen Dokumenten unterschiedlich geschrieben. Diese Variationen spiegeln oft die damalige Schreibweise und Lautung wider. Hier sind einige der bekannten historischen Ortsnamen und das Jahr ihrer Erwähnung:

  • Kadelcamf (880)
  • Cadelcanf (977)
  • Kadelcamp (1228)
  • Cadelkamph (1304)
  • Cadercamp (1284)
  • Calcamp (1333)
  • Kalcamp (1355)
  • Kalcheim und Kelkam (1369)
  • Kalkhem (1381)
  • Kelckheim (1434/39)
  • Kelkem (1471)
  • Kalckheym (1482)
  • Kelckheim (1492)

Wie man sieht, entwickelte sich der Name von der ursprünglichen Form „Kadelcamf“ über verschiedene Varianten wie „Kadelcamp“ und „Kalcamp“ hin zu Formen, die dem heutigen „Kelkheim“ bereits sehr ähnlich sind, wie „Kalcheim“ oder „Kelckheim“. Diese Liste zeigt deutlich den Wandel der Bezeichnung über mehr als 600 Jahre.

Herrschaftsverhältnisse und administrative Zugehörigkeit

Die Geschichte Kelkheims ist auch eng mit wechselnden Herrschaftsverhältnissen verbunden. Seit dem 9. Jahrhundert gehörten Kelkheim und das benachbarte Hornau dem Bartholomäusstift in Frankfurt. Sie bildeten die Vogtei Kelkheim. Das Stift belehnte verschiedene Adelsgeschlechter mit dieser Vogtei. Zunächst waren dies die Herren von Eppstein, die das Lehen von 1369 bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1535 innehatten. Danach wurden die Grafen von Stolberg vom Stift belehnt, wie Urkunden von 1535 und 1575 belegen.

Eine wichtige administrative Änderung trat 1581 ein, als Kurmainz die Grafschaft Königstein in Besitz nahm. Im Jahr 1594 kaufte Kurmainz schließlich alle Vogteirechte des Bartholomäusstifts ab. Auch der Landgraf von Hessen hatte zeitweise Rechte in der Region, diese wurden jedoch früh zurückgedrängt. Mit der Säkularisation des Erzstifts Mainz in den Jahren 1802/03 fielen die drei Dörfer – Kelkheim, Hornau und Münster – an Nassau-Usingen.

Wie hieß Kelkheim früher?
Er führte ursprünglich die Bezeichnung Kelkheim-Fischbach, der heutige Stadtteil Fischbach liegt jedoch rund zwei Kilometer vom Bahnhof entfernt. Nach der Eingemeindung Fischbachs erhielt er den Namen Kelkheim-Mitte, heißt heute allerdings nur noch Kelkheim.

Von drei Dörfern zur Stadt: Die Gründung 1938

Die heutige Stadt Kelkheim ist nicht einfach aus dem historischen Dorf Kelkheim erwachsen. Vielmehr entstand die Stadt im Jahr 1938 durch einen Zusammenschluss. Am 1. April 1938 wurden die Dörfer Hornau und Münster in die Gemeinde Kelkheim eingemeindet. Gleichzeitig wurde der so vergrößerten Gemeinde das Stadtrecht verliehen. Der Name „Kelkheim“ wurde für die neue Kleinstadt gewählt, da das ursprüngliche Dorf geographisch in der Mitte der drei damals fusionierenden Dörfer lag.

Die drei Orte waren zu diesem Zeitpunkt baulich bereits zusammengewachsen und wirtschaftlich eng miteinander verbunden. Der Zusammenschluss im Jahr 1938 stellte somit den Abschluss einer natürlichen Entwicklung dar. Die neue Stadt hatte zum Zeitpunkt ihrer Gründung 5095 Einwohner.

Entwicklung des Stadtzentrums und weitere Eingemeindungen

Nach der Stadtgründung im Jahr 1938 und insbesondere nach der Erweiterung im Jahr 1977 entwickelte sich der ursprüngliche Stadtteil Kelkheim-Mitte zum Zentrum der Gesamtstadt. Heute leben in Kelkheim-Mitte rund 8000 Menschen, was ihn zum größten Stadtteil macht. Die meisten zentralen Einrichtungen der Stadt befinden sich hier.

Die städtebauliche Entwicklung Kelkheims ist interessant. Das ursprüngliche Dorf Kelkheim war ein Straßendorf entlang der Hauptstraße am westlichen Ufer des Liederbachs. In den 1950er Jahren verlagerte sich die zentrale Bedeutung von der Hauptstraße auf die parallel verlaufende Frankfurter Straße. Dies geschah, um die westliche Seite der Bahnlinie zu erschließen und die drei durch Freiflächen getrennten Ortsteile besser zu verbinden. Während die Frankfurter Straße mit ihrer drei- bis viergeschossigen Bebauung und zahlreichen Geschäften eher städtisch wirkt, hat die Hauptstraße bis heute ihren dörflichen Charakter bewahrt.

Die Entwicklung eines echten Stadtzentrums für die gesamte Stadt nahm Anfang der 1980er Jahre mit dem Beginn der „Neuen Stadtmitte“ rund um die Frankenallee ihren Lauf. Zuvor wurde dieses Gelände als Parkplatz genutzt. Ein nördlicher Teil der Stadtmitte wurde ab 2007 gebaut und 2009 fertiggestellt. Dieses Projekt, realisiert von der Hochtief AG, umfasst Ladengeschäfte, Wohnungen, die Stadtbibliothek, einen Verbrauchermarkt und eine Seniorenresidenz. Auch ein Markt findet hier statt.

Eine weitere bedeutende Vergrößerung erfuhr die Stadt Kelkheim am 1. Januar 1977. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden die Stadt Kelkheim sowie die Gemeinden Fischbach und Rossert zu einer neuen, größeren Stadt mit dem Namen „Kelkheim“ zusammengeschlossen. Die Gemeinde Rossert selbst war erst sechs Jahre zuvor aus dem Zusammenschluss von Eppenhain und Ruppertshain entstanden. Mit dieser Eingemeindung stieg die Einwohnerzahl der Stadt Kelkheim am Gründungstag auf insgesamt 21.887.

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Das Wappen der Stadt Kelkheim

Das Wappen der Stadt Kelkheim, das am 19. Juni 1950 verliehen wurde, symbolisiert den Zusammenschluss der ursprünglichen Gemeinden. Es vereint die alten Ortszeichen der drei Gründerdörfer im Stadtwappen:

  • Das Mainzer Rad steht für den Stadtteil Münster.
  • Das Posthorn repräsentiert das alte Zeichen des Stadtteils Hornau.
  • Das Hufeisen ist das traditionelle Ortszeichen für Kelkheim-Mitte, dessen Verwendung bereits 1688 durch einen Siegelabdruck belegt ist.

Das Wappen ist somit ein sichtbares Zeichen für die historische Entwicklung und die Vereinigung der einzelnen Ortsteile.

Einwohnerentwicklung im Überblick

Die Bevölkerungszahlen der einzelnen Orte, die heute Kelkheim bilden, haben sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. Kriege, Seuchen und wirtschaftliche Bedingungen führten zu Schwankungen, aber insgesamt war ein Wachstum zu verzeichnen, insbesondere ab dem 18. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert.

Hier ein Überblick über die Einwohnerzahlen zu verschiedenen Zeitpunkten, basierend auf den verfügbaren Daten:

Ortsteil (heute)ca. 15431875189519051977 (Gründung der Stadt)Heute (ca.)
Kelkheim-Mitte (Dorf)225734101414195095 (Stadt Kelkheim)8400
Hornau (Dorf)1455746828574100
Münster (Dorf)2406207078747000
Fischbach15063374692521887 (Gesamtstadt)5800
Ruppertshain1003264256392000
Eppenhain501911882091000
Hof Gimbach10-----
Kloster Retters20-----
Gesamtstadt Kelkheimca. 940 (Gebiet)ca. 3078 (6 Orte)ca. 3712 (6 Orte)ca. 4923 (6 Orte)21887ca. 29000

Die Tabelle zeigt das stetige Wachstum der einzelnen Ortsteile vor den Zusammenschlüssen und die deutlichen Sprünge bei den Stadtgründungen. Heute zählt die Stadt Kelkheim insgesamt etwa 29.000 Einwohner.

Schulwesen und Infrastruktur

Mit dem Bevölkerungswachstum ging auch der Ausbau der Infrastruktur einher. Um 1910 wurden in mehreren Ortsteilen neue Schulgebäude errichtet, da die Zahl der Schulkinder anstieg. Münster erhielt bereits 1898 eine neue Schule, Kelkheim folgte 1903, Ruppertshain 1910 und Hornau 1913. Fischbach erweiterte seine Schule 1911, Eppenhain erhielt erst 1932 eine neue Schule.

Auch die Versorgung mit Strom und Wasser wurde Anfang des 20. Jahrhunderts verbessert. 1905 ersetzte elektrisches Licht die Petroleumbeleuchtung in Kelkheim. Die Kanalisierung der Straßen erfolgte 1908. Ein Wasserwerk mit Hochdruckwasserleitung wurde 1910 in Betrieb genommen, was unter anderem die Brandbekämpfung verbesserte – ein wichtiger Aspekt angesichts der zahlreichen Schreinereien und Holzlager in Kelkheim, der Keimzelle der späteren Bedeutung Kelkheims als „Möbelstadt“.

Häufig gestellte Fragen zur Geschichte Kelkheims

Wie hieß Kelkheim früher?

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung des Dorfes Kelkheim erfolgte im Jahr 880 unter dem Namen Kadelcamf. Im Laufe der Jahrhunderte gab es verschiedene Schreibweisen, darunter Kadelcamp, Kalcamp und Kelckheim.

Wie hieß Kelkheim früher?
Er führte ursprünglich die Bezeichnung Kelkheim-Fischbach, der heutige Stadtteil Fischbach liegt jedoch rund zwei Kilometer vom Bahnhof entfernt. Nach der Eingemeindung Fischbachs erhielt er den Namen Kelkheim-Mitte, heißt heute allerdings nur noch Kelkheim.

Wann wurde Kelkheim zur Stadt?

Die heutige Stadt Kelkheim entstand am 1. April 1938 durch die Eingemeindung der Dörfer Hornau und Münster in die Gemeinde Kelkheim und die gleichzeitige Verleihung des Stadtrechts.

Welche Orte gehören heute zu Kelkheim?

Die Stadt Kelkheim (Taunus) besteht heute aus den Stadtteilen Kelkheim-Mitte, Hornau, Münster, Fischbach, Ruppertshain und Eppenhain. Fischbach sowie Eppenhain und Ruppertshain (als ehemalige Gemeinde Rossert) wurden 1977 eingegliedert.

Was bedeuten die Symbole im Kelkheimer Wappen?

Das Wappen symbolisiert die Vereinigung der Gründergemeinden: Das Mainzer Rad steht für Münster, das Posthorn für Hornau und das Hufeisen für das ursprüngliche Dorf Kelkheim.

Wie viele Einwohner hat die Stadt Kelkheim heute?

Die Stadt Kelkheim (Taunus) hat heute etwa 29.000 Einwohner, verteilt auf ihre sechs Stadtteile.

Zusammenfassung

Die Geschichte Kelkheims ist eine Entwicklung vom frühmittelalterlichen Dorf Kadelcamf über wechselnde Herrschaften und die Vereinigung mehrerer selbstständiger Orte. Die Gründung der Stadt im Jahr 1938 durch den Zusammenschluss von Kelkheim, Hornau und Münster war ein entscheidender Schritt, gefolgt von der Erweiterung im Jahr 1977. Die Entwicklung des Stadtzentrums, der Ausbau der Infrastruktur und das Wachstum der Bevölkerung prägten den Weg zur heutigen Stadt Kelkheim im Taunus.

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