Welche Wirkung hat Bernstein?

Bernstein: Mehr als nur fossiles Harz

20/11/2017

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Bernstein, oft liebevoll als das „Gold des Meeres“ bezeichnet, fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden. Dieses einzigartige Material ist kein gewöhnlicher Stein, sondern ein fossiles Harz, das über Millionen von Jahren versteinert ist. Seine warme Haptik, sein leichtes Gewicht und die oft eingeschlossenen Zeugen der Urzeit machen jeden Fund zu einem kleinen Schatz. Doch was genau macht Bernstein aus, wo findet man ihn und wie unterscheidet man ihn von Fälschungen?

Bereits vor Tausenden von Jahren wurde Bernstein als begehrtes Handelsgut und zur Herstellung von Schmuck genutzt. Seine Geschichte reicht bis in die Steinzeit zurück, und Handelswege, bekannt als Bernsteinstraßen, verbanden die Fundorte im Norden mit den Kulturen im Mittelmeerraum. Diese lange Geschichte und die natürliche Schönheit tragen zu seiner anhaltenden Beliebtheit bei.

Welche Wirkung hat Bernstein?
Auch auf Leber, Niere, Galle, Milz und Verdauung hat der Bernstein eine heilende Wirkung. Durch seine wärmende Energie wirkt der Bernstein stimmungsaufhellend und beruhigend, nimmt Ängste und Depressionen. Durch seine Energie verhilft er uns zu mehr Selbstvertrauen und lässt und etwas sorgloser am Leben teilnehmen.

Übersicht

Was ist Bernstein überhaupt?

Im Kern ist Bernstein das versteinerte Harz urzeitlicher Bäume. Das Harz trat aus Verletzungen der Bäume aus und tropfte auf den Waldboden oder floss an den Stämmen herunter. Dabei konnten kleine Pflanzenreste, Äste oder sogar Insekten und andere Kleintiere eingeschlossen werden. Über Jahrmillionen hinweg wurde dieses Harz unter Druck und Ausschluss von Sauerstoff zu dem festen Material, das wir heute als Bernstein kennen.

Die ältesten bekannten Bernsteine sind beeindruckende 400 Millionen Jahre alt. Der an den Küsten der Nord- und Ostsee gefundene Baltische Bernstein ist zwar jünger, aber immer noch etwa 40 bis 50 Millionen Jahre alt und stammt aus dem Harz subtropischer Nadelwälder, die einst in dieser Region wuchsen.

Bernstein ist im Vergleich zu echten Steinen sehr leicht. Er fühlt sich zudem warm an, wenn man ihn in der Hand hält – eine Eigenschaft, die ihn von den meisten Mineralien unterscheidet. Seine Farben reichen von typisch gelb und honigfarben bis hin zu bräunlich, weißlich, rötlich, bläulich oder sogar grünlich. Diese Farbvariationen entstehen oft durch die Einschlüsse oder die chemische Zusammensetzung während des Versteinerungsprozesses.

Wo findet man Bernstein und wann lohnt sich die Suche?

Die besten Chancen, Bernstein zu finden, hat man an den Küsten der Nord- und Ostsee. Besonders nach stürmischen Nächten mit auflandigem Wind werden die Bernsteinstücke aus dem Meeresboden aufgewühlt und an den Strand gespült. Der Herbst und Winter sind daher oft die ergiebigsten Jahreszeiten für Bernsteinsammler, da das kalte Salzwasser eine höhere Dichte aufweist und den leichteren Bernstein besser tragen kann.

An der deutschen Ostseeküste sind vor allem die Strände Mecklenburg-Vorpommerns bekannt für Bernstein, insbesondere auf Fischland-Darß-Zingst, Hiddensee, Rügen und Usedom. In Schleswig-Holstein ist die Ausbeute tendenziell geringer. An der Nordseeküste gibt es ebenfalls Fundorte, etwa auf der Düne von Helgoland, im Watt vor St. Peter-Ording und Büsum sowie an den Stränden der Ost- und Nordfriesischen Inseln.

Wie testet man Bernstein, um zu sehen, ob er echt ist?
Wer nicht sicher ist, ob es sich bei einem Fund um Bernstein handelt, kann damit leicht gegen einen Zahn klopfen. Ein weicher Ton deutet auf Bernstein hin - die ähnlich aussehenden gelben Feuersteine klingen wesentlich härter. Auch mit stark salzhaltigem Wasser lässt sich die Echtheit prüfen: Bernstein schwimmt oben.

Auch an der polnischen Ostseeküste, der sogenannten Bernsteinküste, gibt es reiche Vorkommen. Besonders die Gegend östlich von Koszalin, zwischen Jaroslawiec und Ustka sowie zwischen Leba und der Halbinsel Hel, nahe den Orten Debki und Karwia, gilt als vielversprechend. Hier lockt das „Gold der Ostsee“ ebenfalls viele Sammler an, besonders nach Stürmen, wenn die Wellen die Steilküsten erreichen und dort eingelagerten Bernstein freispülen.

Für Interessierte, die unter fachkundiger Anleitung suchen möchten, bieten einige Küstenorte, besonders im Winter, geführte Bernsteinsuchen an.

Wie erkennt man echten Bernstein? Testmethoden für Sammler

Da Bernstein begehrt ist, gibt es leider auch viele Fälschungen auf dem Markt. Glücklicherweise gibt es einige einfache Tests, mit denen man die Echtheit eines Fundstücks oder eines gekauften Stücks prüfen kann, ohne es zu beschädigen. Hier sind einige der bekanntesten Methoden:

  • Salzwassertest: Dies ist eine der gängigsten Methoden. Echter Bernstein hat eine geringere Dichte als Salzwasser. Geben Sie etwa 7-8 Teelöffel Salz in ein Glas Wasser und rühren Sie, bis sich das Salz aufgelöst hat. Echter Bernstein sollte in dieser Lösung schwimmen, während viele Fälschungen (z.B. aus Plastik) absinken. In normalem Leitungswasser sinkt Bernstein ab.
  • Elektrostatischer Test: Reiben Sie den Bernstein kräftig mit einem Wolltuch. Echter, trockener Bernstein lädt sich dabei elektrostatisch auf und zieht kleine Papierschnipsel, Haare oder Staubpartikel an.
  • UV-Licht Test: Unter UV-Licht (Schwarzlicht) fluoresziert echter Bernstein. Je nach Art und Herkunft kann er bläulich, grünlich oder gelblich leuchten.
  • Geruchstest (Vorsicht): Beim vorsichtigen Erhitzen (nicht zu heiß!) oder Reiben entwickelt echter Bernstein einen harzigen, angenehmen Geruch. Plastikfälschungen riechen oft chemisch oder nach Plastik. Eine Nadelspitze leicht erhitzen und kurz an eine unauffällige Stelle halten. Echter Bernstein splittert leicht und riecht harzig.
  • Zahntest: Klopfen Sie vorsichtig mit dem Bernstein gegen einen Zahn. Echter Bernstein klingt weich und warm, im Gegensatz zu härteren Materialien wie Glas oder Stein.
  • Kratztest (Vorsicht): Bernstein ist relativ weich. Mit einem Fingernagel oder einer Kupfermünze kann man ihn leicht einritzen. Glas oder härtere Steine lassen sich so nicht ritzen. Seien Sie vorsichtig, um das Stück nicht zu beschädigen.

Eine Methode, die im Text erwähnt wird, ist der Brennbarkeitstest. Hierbei ist äußerste Vorsicht geboten! Echter Bernstein ist brennbar und entwickelt beim Verbrennen einen harzigen Rauch. Die Gefahr besteht jedoch darin, Bernstein mit weißem Phosphor zu verwechseln, der ebenfalls an die Küsten gespült werden kann und sich bereits ab 20 Grad Celsius entzündet und schwerste Brandwunden verursacht. Es wird dringend empfohlen, auf diesen Test zu verzichten und gefundene Stücke, bei denen Unsicherheit besteht, sicher in einer Blechdose oder einem Glas aufzubewahren und nicht am Körper zu tragen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Kombination der ungefährlicheren Tests (Salzwasser, Elektrostatik, UV-Licht, Zahntest) oft ausreicht, um die Echtheit zu bestimmen.

TestmethodeDurchführungErgebnis bei echtem BernsteinHinweis
SalzwassertestBernstein in gesättigte Salzwasserlösung gebenSchwimmt an der OberflächeIn Leitungswasser sinkt er ab
Elektrostatischer TestMit Wolltuch reibenZieht kleine Partikel anBernstein muss trocken sein
UV-Licht TestUnter UV-Lampe betrachtenLeuchtet (oft bläulich/grünlich)Farbe kann variieren
ZahntestVorsichtig gegen Zahn klopfenKlingt weich/warmUnterscheidet sich von härteren Steinen
KratztestMit Fingernagel/Kupfermünze ritzenLässt sich leicht einritzenVorsicht, um Beschädigung zu vermeiden
BrennbarkeitstestAnzünden (Nicht empfohlen!)Brennt mit harzigem GeruchGefährlich wegen Verwechslungsgefahr mit Phosphor! Nicht durchführen.

Darf man Bernstein sammeln? Regeln und Hinweise

Das Sammeln von Bernstein am Strand ist an vielen Küsten, insbesondere in Deutschland, generell erlaubt, solange es sich um das Sammeln von Hand handelt und nicht gewerblich erfolgt. In Polen gab es früher strengere Regeln, doch seit dem 1. Januar 2019 ist das nichtgewerbliche Sammeln an der polnischen Ostseeküste unter bestimmten Bedingungen ebenfalls ohne schriftliche Genehmigung erlaubt:

  • Das Sammeln darf ausschließlich mit den Händen erfolgen. Der Einsatz jeglicher technischer Hilfsmittel, einschließlich Handsieben, ist verboten.
  • Das Sammeln ist nur am Strand und im seichten Wasser gestattet.
  • Das Sammeln auf Dünen, Kliffen sowie im gesamten Slowinzischen Nationalpark (auch am Strand dort) ist weiterhin streng verboten.
  • Andere Strandgäste dürfen durch das Sammeln weder gestört noch beeinträchtigt werden.

Es ist immer ratsam, sich vor Ort über spezifische Regelungen zu informieren, da es regionale Unterschiede geben kann.

Was macht Bernstein so wertvoll?
Bernstein in Rohform ist wertvoll, wenn er verarbeitet werden kann. Ist er schleiffähig oder kann facettiert werden, kann auch Rohbernstein einen guten Preis erzielen. Da Bernstein immer beliebter wird, tauchen auch zunehmend Fälschungen auf dem Markt auf, weshalb Sie beim Kauf von Bernstein vorsichtig sein sollten.

Die zugeschriebene Wirkung von Bernstein als Heilstein

Dem Bernstein werden seit Langem verschiedene heilende und positive Wirkungen zugeschrieben. In der esoterischen Steinheilkunde gilt er als Heilstein, der auf Körper und Psyche wirken soll. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Wirkung von sogenannten Heilsteinen wissenschaftlich nicht nachgewiesen und nicht medizinisch anerkannt ist. Sie ersetzen keinesfalls ärztlichen Rat oder eine medizinische Behandlung.

Dennoch gibt es eine lange Tradition des Glaubens an die positive Energie des Bernsteins. Ihm werden folgende Wirkungen nachgesagt:

  • Bei Hauterkrankungen: Er soll lindernd wirken bei Abszessen, Furunkeln, Ekzemen, Aphthen (Bläschen im Mund), Hautausschlägen, Schuppenflechte (Psoriasis), Gürtelrose, Allergien und sogar Warzen. Auch bei Problemen der Kopfhaut wie Haarflechten und Schuppen soll er sich bewährt haben.
  • Bei Atemwegserkrankungen: Man sagt ihm nach, die Lunge zu stärken und bei Mandelentzündungen, Husten, Keuchhusten, Lungenerkrankungen (auch Lungenentzündung), Pseudokrupp, Asthma, Bronchialasthma und chronischer Bronchitis zu helfen.
  • Beim Zahnen und Zahnfleischentzündungen: Besonders bekannt ist Bernstein als Hilfe für zahnende Kleinkinder. Der Glaube ist, dass er schmerzhafte Entzündungen des Zahnfleischs lindern kann, wenn die Zähne durchbrechen. Dies soll auch für Zahnfleischentzündungen bei Erwachsenen gelten.
  • Förderung der Wundheilung: Allgemein soll Bernstein den Heilungsprozess von Wunden unterstützen.
  • Bei rheumatischen Beschwerden und Verspannungen: Er soll eingesetzt werden bei rheumatischen Erkrankungen, Sehnen- und Gelenkentzündungen, Schulter- und Nackenverspannungen, Problemen und Erkrankungen der Wirbelsäule, Hexenschuss und Hüftentzündung.
  • Positive Wirkung auf Organe und Verdauung: Dem Bernstein wird eine heilende Wirkung auf Leber, Niere, Galle, Milz und die Verdauung zugeschrieben.
  • Psychische Wirkung: Durch seine zugeschriebene wärmende Energie soll Bernstein stimmungsaufhellend und beruhigend wirken, Ängste und Depressionen mindern. Er soll zu mehr Selbstvertrauen verhelfen und stressbedingte Kopfschmerzen (auch Migräne) lindern.

Diese Beschreibungen basieren auf überliefertem Wissen und Erfahrungen aus der alternativen Heilkunde und stellen keine medizinische Empfehlung dar.

Der Wert von Bernstein

Der Wert von Bernstein hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter Größe, Gewicht, Farbe, Transparenz, Reinheit und eventuell vorhandene Einschlüsse. Einschlüsse von Insekten oder Pflanzen können den Wert eines Stücks erheblich steigern, da sie einzigartige Fenster in die Urzeit darstellen.

Besonders gefragt sind bestimmte Farben und Qualitäten. Der milchig-braungelbe „Butterscotch“-Bernstein ist beispielsweise sehr beliebt. Auch Rohbernstein kann wertvoll sein, wenn er eine gute Qualität aufweist und sich gut verarbeiten lässt (schleif- oder facettierfähig ist).

Aufgrund seiner Beliebtheit und seines Werts ist der Markt auch anfällig für Fälschungen. Beim Kauf, insbesondere von größeren oder ungewöhnlichen Stücken, ist Vorsicht geboten. Wer Bernstein verkaufen möchte oder den Wert eines Stücks schätzen lassen will, sollte sich an kompetente Fachleute oder Kunstateliers wenden, die Erfahrung mit Bernstein haben.

Ist Bernstein sammeln erlaubt?
- Das Sammeln ist ausschließlich am Strand sowie im seichten Wasser erlaubt. Auf Dünen, Kliffen sowie im gesamten Slowinzischen Nationalpark (dort auch am Strand!) ist das Sammeln weiterhin streng verboten. - Andere Strandgäste dürfen durch das Sammeln weder gestört noch beeinträchtigt werden.

Bernstein in Kultur und Kunst

Bernstein hat nicht nur als Schmuck und vermeintlicher Heilstein eine lange Tradition, sondern ist auch ein wichtiges Element in Museen und der Kunst. In vielen Orten an der Ostseeküste gibt es Bernsteinmuseen, die die Entstehung, Geschichte und Verarbeitung dieses Materials dokumentieren.

Ein Beispiel ist das Bernstein-Museum in Jaroslawiec an der polnischen Ostseeküste. Es nimmt Besucher mit auf eine Reise durch einen urzeitlichen Wald, zeigt ein Bernstein-Bergwerk und präsentiert beeindruckende Einschlüsse von Insekten und Pflanzen. Weltkarten informieren über Bernsteinfunde rund um den Globus.

In Danzig (Gdansk), einem historischen Zentrum des Bernsteinhandels, befindet sich eine der größten Bernsteinsammlungen der Welt, zusammengetragen vom Bernsteinkünstler Lucjan Myrta. Er hat Tonnen von Bernstein zu Kunstwerken und Möbeln verarbeitet.

Auch moderne Künstlerinnen wie Małgorzata Jabłońska in Swinemünde auf Usedom schaffen außergewöhnlichen Schmuck und Kunstwerke aus Bernstein, die die Vielfalt und Schönheit dieses Materials zeigen.

Häufig gestellte Fragen zu Bernstein

  • Was ist der Unterschied zwischen Bernstein und Kopal? Kopal ist ein junges, noch nicht vollständig versteinertes Harz, das oft wie Bernstein aussieht, aber weicher ist und einen geringeren Schmelzpunkt hat. Echter Bernstein ist über Millionen von Jahren vollständig ausgehärtet.
  • Schwimmt Bernstein im Meerwasser? Ja, echter Bernstein ist leichter als kaltes Salzwasser und schwimmt deshalb an der Oberfläche, was erklärt, warum er nach Stürmen an den Strand gespült wird.
  • Kann Bernstein brennen? Ja, Bernstein ist brennbar und entwickelt beim Verbrennen einen harzigen Geruch. Dieser Test ist jedoch gefährlich wegen der Verwechslungsgefahr mit Phosphor.
  • Warum fühlt sich Bernstein warm an? Bernstein ist ein organisches Material und leitet Wärme schlecht, ähnlich wie Holz. Dadurch fühlt er sich wärmer an als anorganische Steine, die Wärme schneller ableiten.
  • Sind Einschlüsse in Bernstein immer echt? Leider gibt es Fälschungen, bei denen moderne Insekten oder andere Materialien in Kunstharz eingeschlossen werden, das wie Bernstein aussieht. Echte Einschlüsse in Bernstein sind sehr alt.
  • Kann man Bernstein mit einem Zahn erkennen? Ja, der Zahntest ist eine einfache Methode. Echter Bernstein fühlt sich beim Klopfen weicher an als Glas oder Stein.
  • Welche Farben kann Bernstein haben? Die bekannteste Farbe ist Gelb bis Honiggelb oder Cognac. Aber Bernstein kann auch weißlich, bräunlich, rötlich, bläulich oder grünlich sein.

Bernstein bleibt ein faszinierendes Naturprodukt mit einer reichen Geschichte, zugeschriebenen besonderen Eigenschaften und einem bleibenden Wert, sowohl materiell als auch kulturell. Ob als Sammlerstück, Schmuckstück oder Objekt der Faszination – das „Gold des Meeres“ zieht die Menschen seit jeher in seinen Bann.

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