Warum kein Drucker im Büro?

Drucker-Emissionen: Gefahr für Ihre Gesundheit?

11/07/2019

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Drucker und Kopiergeräte sind aus modernen Büros nicht wegzudenken. Sie sind unverzichtbare Werkzeuge für den täglichen Arbeitsablauf, ermöglichen schnelles Drucken, Kopieren und oft auch Scannen. Doch neben ihrer Funktionalität gibt es eine weniger beachtete Seite: die Auswirkungen auf die Raumluftqualität. Beim Betrieb dieser Geräte können diverse Schadstoffe freigesetzt werden, die in unterschiedlichen Mengen die Luft belasten können. Diese Emissionen sind nicht immer sofort wahrnehmbar, können aber potenziell Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter haben.

Welcher Drucker ist der beste für ein Büro?
Unten haben wir eine Auswahl der besten Drucker für ein kleines Büro. ...Brother MFC-J5345DW Tintenstrahldrucker. ...Brother MFC-L2860DWE Laserdrucker. ...Nachfolgend haben wir auch die besten Drucker für mittlere bis große Büros ausgewählt. ...HP Color LaserJet Pro MFP M479fnw Laserdrucker. ...Epson EcoTank ET-5800 Tintenstrahldrucker.
Übersicht

Wie Schadstoffe freigesetzt werden

Die Freisetzung von Schadstoffen aus Druckern und Fotokopiergeräten ist an bestimmte Vorgänge geknüpft. Zwei Hauptphasen sind hierbei relevant: das Einschalten der Geräte und der eigentliche Druck- oder Kopiervorgang.

Staub beim Einschalten

Beim Einschalten eines Geräts wird oft im Inneren abgelagerter Staub durch die integrierte Ventilation aufgewirbelt und in die Raumluft geblasen. Dieser Staub kann Partikel aus der Umgebungsluft, aber auch Materialabrieb vom Gerät selbst oder Papierfasern enthalten.

Emissionen während des Betriebs

Während des Druckens und Kopierens entstehen Schadstoffe durch verschiedene Mechanismen:

  • Erhöhte Temperaturen: Die im Gerät entstehende Wärme kann Substanzen aus den Gerätematerialien, insbesondere Kunststoffen, sowie aus dem verwendeten Papier freisetzen. Diese können sich zu Partikeln zusammenfügen.
  • Chemische Reaktionen: Bei Laserdruckern und Kopierern werden Tonerpartikel durch Hitze auf das Papier geschmolzen. Toner selbst kann Kunstharze und andere chemische Verbindungen enthalten.
  • Elektrische Entladungen: Der Druck- und Kopiervorgang beinhaltet elektrische Entladungen, in deren Verlauf aus dem Luftsauerstoff Ozon gebildet wird.

Die wichtigsten freigesetzten Schadstoffe

Auch wenn moderne Geräte auf geringere Emissionen ausgelegt sind, können sie grundsätzlich nicht völlig schadstofffrei betrieben werden. Die Art und Menge der freigesetzten Stoffe variiert. Die wichtigsten Kategorien sind:

Flüchtige und schwer flüchtige organische Verbindungen (VOCs/SVOCs)

Beim Betrieb können unerwünscht flüchtige (VOC) und schwer flüchtige organische Verbindungen (SVOC) in die Raumluft gelangen. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl chemischer Substanzen. Ihre Quellen sind vielfältig:

  • Die verwendete Tinte bzw. Kunstharze von Tonern
  • Das verwendete Papier
  • Kunststoffmaterialien des Geräts, besonders wenn es neu ist

Diese Verbindungen können unter bestimmten Bedingungen zu Feinstaubpartikeln kondensieren. Erhöhte Konzentrationen von VOCs und SVOCs in der Raumluft können bei empfindlichen Personen zu Geruchsbelästigungen und Reizungen der Schleimhäute führen. Oft begleiten unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten diese Belastung. Das Verständnis der Quellen dieser Stoffe ist wichtig, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Feinstaub

Die Emission von Feinstaub durch Laserdrucker und Fotokopiergeräte hat in der Vergangenheit wiederholt für Besorgnis gesorgt. Ursprünglich wurde vermutet, dass es sich hauptsächlich um Tonerpartikel handelt, deren Verbleib in der Lunge Bedenken aufwarf. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Tonerpartikel oft nur einen kleinen Anteil des emittierten Feinstaubs ausmachen. Die Mehrheit der Partikel besteht stattdessen aus kondensierten schwer flüchtigen organischen Verbindungen (SVOCs), wie bereits erwähnt.

Weitere Quellen für Feinstaub sind:

  • Aufgewirbelter Staub, der sich im Gerät abgelagert hat (beim Einschalten). Dieser Staub stammt ursprünglich aus der Raumluft und wurde durch die Ventilation im Gerät abgelagert.
  • Feinster Papierstaub, der durch die Mechanik des Geräts während des Betriebs vom Papier abgerieben wird. Auch dies ist eine wichtige Feinstaubquelle, die an die Raumluft abgegeben wird.

Es gibt weiterhin Forschungsbedarf bezüglich der gesundheitlichen Bedeutung der verschiedenen Feinstaubquellen aus Druckern. Bislang ist noch nicht vollständig geklärt, ob und inwiefern diese Partikel gesundheitlich relevant sind.

Ozon

Ozon (O₃) wird durch elektrische Entladungen während des Druck- oder Kopiervorgangs gebildet, indem Luftsauerstoff (O₂) umgewandelt wird. Bei neueren Geräten, insbesondere modernen Laserdruckern und Kopierern, sind die Ozonemissionen stark reduziert worden. Problematisch können sie allenfalls noch bei älteren Modellen sein. Tintenstrahldrucker erzeugen prinzipiell kein Ozon, da hier keine vergleichbaren elektrischen Entladungen stattfinden.

Was kostet ein guter Kopierer?
Die Preise von Kopierern reichen je nach Funktionsumfang von 100 Euro bis zu 5.000 Euro. Eine pauschale Aussage zu treffen ist schwierig. Ein Kopierer kann also gerne schnell mal in den dreistelligen Bereich rutschen, nicht jedes Unternnehmen kann und will so viel Geld investieren.

Ozon ist ein reizendes Gas, das die Atemwege beeinträchtigen kann. Bei empfindlichen Personen, wie Asthmatikern, können die Beschwerden verschlimmert werden. In Innenräumen kann Ozon zudem mit anderen organischen Verbindungen an Oberflächen oder in der Raumluft reagieren und dabei weitere potenziell reizende Stoffe bilden.

Geräte mit niedrigen Schadstoffemissionen erkennen

Die Höhe der Schadstoffemissionen eines spezifischen Geräts hängt von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren ab. Dazu gehören der Gerätetyp, die Betriebsbedingungen, der verwendete Toner oder die Tinte, das Papier, die regelmäßige Wartung und Reinigung sowie die Raumtemperatur. Allgemeine pauschale Aussagen sind daher schwierig.

Basierend auf standardisierten Klimakammerversuchen lässt sich tendenziell sagen, dass Laserdrucker mehr Feinstaub freisetzen können als Tintenstrahldrucker. Um Geräte mit nachweislich niedrigeren Emissionen zu identifizieren, muss man sich auf unabhängige Labels verlassen, die auf standardisierten Messverfahren basieren:

  • Der Blaue Engel: Ein bekanntes Umweltzeichen, das auch Kriterien für niedrige Emissionen bei Druckern und Kopierern umfasst.
  • TCO’99: Ein schwedisches Umweltzeichen, das ebenfalls Emissionskriterien berücksichtigt.
  • BG-Prüfzeichen „sicher, ergonomisch, emissionsarm“: Ein Prüfzeichen der deutschen Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, das Geräte auszeichnet, die diese Kriterien erfüllen.

Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass diese Labels niedrige Emissionen nur unter bestimmten Voraussetzungen garantieren: Das Gerät muss korrekt bedient und, entscheidend, mit den vom Hersteller empfohlenen Verbrauchsmaterialien (insbesondere Papier und Toner/Tinte) ausgestattet sein. Die Verwendung nicht empfohlener oder minderwertiger Verbrauchsmaterialien kann die Emissionen deutlich erhöhen.

Gesundheitliche Empfehlungen

Aus gesundheitlicher Sicht ist die Gesamtbelastung der Raumluft am Arbeitsplatz durch alle Quellen maßgeblich. Die Belastung durch Drucker und Kopierer kann stark variieren. Die höchsten Konzentrationen sind naturgemäß an Arbeitsplätzen zu erwarten, an denen viele Geräte über lange Zeiträume hinweg ununterbrochen in Betrieb sind und möglicherweise auch in der Nähe der Mitarbeiter aufgestellt sind.

Im Gegensatz dazu ist bei der sporadischen Nutzung eines einzelnen Geräts im Home-Office oder zu Hause in der Regel nicht mit relevanten gesundheitlichen Belastungen durch Emissionen zu rechnen. Hier überwiegen oft andere Kriterien wie Druckqualität, Kosten oder Funktionen.

Arbeitgeber tragen eine Verantwortung für den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter. Durch vorsorgliche Maßnahmen können die Belastungen durch Bürotechnik minimiert werden. Dazu gehören die Wahl emissionsarmer Geräte (erkennbar an Labels), die richtige Aufstellung der Geräte in gut belüfteten Bereichen oder separaten Räumen, regelmäßige Wartung und Reinigung sowie die Verwendung der vom Hersteller empfohlenen Verbrauchsmaterialien.

Übersicht der relevanten Schadstoffe

SchadstoffHauptquellen im Gerät/MaterialMögliche gesundheitliche Auswirkungen (bei hoher Belastung/Empfindlichkeit)
Flüchtige/Schwer flüchtige organische Verbindungen (VOCs/SVOCs)Toner, Tinte, Papier, Gerätematerialien (Kunststoffe)Geruchsbelästigung, Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten
FeinstaubKondensierte SVOCs, Toner (kleiner Anteil), aufgewirbelter Geräte-/Raumstaub, PapierstaubForschungsbedarf, potenziell Atemwegsprobleme (insb. Tonerpartikel)
OzonElektrische Entladungen bei Lasergeräten/Kopierern (ältere Modelle)Reizung der Atemwege, Verschlimmerung bei Asthmatikern, Bildung weiterer Reizstoffe in Innenräumen

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Sind alle Drucker und Kopierer im Büro gesundheitsschädlich?
Grundsätzlich setzen die Geräte Schadstoffe frei, die Menge und Art variieren jedoch stark je nach Gerätetyp, Alter, Wartung, Aufstellung und verwendeten Verbrauchsmaterialien. Eine hohe Belastung ist eher bei vielen Geräten im Dauerbetrieb zu erwarten.
Setzen Tintenstrahldrucker auch Schadstoffe frei?
Ja, Tintenstrahldrucker können VOCs/SVOCs aus der Tinte und Gerätematerialien sowie Feinstaub (z.B. Papierstaub) freisetzen. Sie erzeugen jedoch im Gegensatz zu Laserdruckern/Kopierern kein Ozon und setzen tendenziell weniger Feinstaub frei.
Kann ich die Emissionen meiner Geräte reduzieren?
Ja, durch die Wahl emissionsarmer Geräte (Labels beachten), regelmäßige Wartung, gute Belüftung am Aufstellungsort und die Verwendung der vom Hersteller empfohlenen Verbrauchsmaterialien (Papier, Toner/Tinte).
Sind ältere Geräte problematischer als neue?
Bei älteren Geräten, insbesondere älteren Laserdruckern und Kopierern, können die Ozonemissionen höher sein als bei modernen Modellen.
Spielt die Art des Papiers eine Rolle?
Ja, sowohl das Papier selbst als Quelle für VOCs/SVOCs als auch der durch Abrieb entstehende Papierstaub tragen zu den Emissionen bei. Die Verwendung des empfohlenen Papiers ist ratsam.

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