Die Kladde: Ihr Helfer für Notizen & mehr

10/01/2026

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In der Welt des Bürobedarfs gibt es Artikel, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, aber eine lange Geschichte und eine tiefere Bedeutung haben. Einer dieser Artikel ist die Kladde. Der Ausdruck „in Kladde schreiben“ ist vielen vielleicht nicht mehr geläufig, doch er beschreibt eine grundlegende Tätigkeit, die über Jahrhunderte hinweg im Geschäftsleben und darüber hinaus unverzichtbar war und auch heute noch ihren Platz hat. Aber was genau bedeutet es, etwas „in Kladde zu schreiben“, und welche Rolle spielt dieses einfache Notizbuch im Kontext von Bürobedarf und sogar komplexen Systemen wie der Buchhaltung?

Eine Kladde ist im Grunde ein einfaches Buch oder Heft mit leeren oder linierten Seiten, das oft als Entwurfs- oder Notizbuch verwendet wird. Es ist nicht das formelle Endprodukt, sondern eher der Ort, an dem Ideen gesammelt, schnelle Notizen gemacht oder vorläufige Aufzeichnungen festgehalten werden, bevor sie finalisiert, übertragen oder verworfen werden. „In Kladde schreiben“ bedeutet also, etwas vorläufig, skizzenhaft oder unformell festzuhalten.

Was bedeutet in Kladde schreiben?
Strazze, Vorbuch; Buch, in dem die Geschäftsvorfälle kurz notiert werden, um erst später in die Grundbücher eingetragen zu werden.
Übersicht

Die Kladde als unverzichtbares Büromaterial

Bevor digitale Tools die Büros eroberten, waren Papierwaren und Schreibutensilien die zentralen Werkzeuge der Informationsverarbeitung. Die Kladde war dabei ein Grundpfeiler. Sie diente:

  • Als Notizbuch für Besprechungen und Telefonate.
  • Als Skizzenbuch für Entwürfe und Ideen.
  • Als Entwurfsbuch für Briefe, Berichte oder andere Dokumente.
  • Als Journal oder Tagebuch für chronologische Aufzeichnungen.
  • Und nicht zuletzt als Vorerfassungsbuch für geschäftliche Transaktionen.

Die physische Beschaffenheit einer Kladde kann variieren. Es gibt sie in verschiedenen Größen, mit unterschiedlicher Linierung (kariert, liniert, blanko), mit weichem oder hartem Einband und aus unterschiedlichen Papiersorten. Was sie vereint, ist ihre Funktion als primärer Ort für ungefilterte, oft unstrukturierte Aufzeichnungen.

Die historische Verbindung zur Buchhaltung

Hier wird die Verbindung zwischen dem einfachen Büromaterial und komplexeren Geschäftsprozessen deutlich. Insbesondere im Bereich der Buchführung spielte die Kladde oder ein ähnliches Vorerfassungssystem eine wichtige Rolle. Bevor Geschäftsvorfälle ordentlich in die Hauptbücher übertragen wurden, wurden sie oft zunächst chronologisch in einem Journal oder eben „in Kladde“ festgehalten.

Dies war besonders relevant im Kontext der doppelten Buchhaltung, einem System, das eine sorgfältige und systematische Erfassung erfordert. Die doppelte Buchhaltung ermöglicht die doppelte Überprüfung der finanziellen Situation eines Unternehmens.

Die doppelte Buchhaltung (auch doppelte Buchführung genannt) ist das System der kaufmännischen Buchführung gemäß § 238 HGB (Buchführungspflicht), welches die Ermittlung des Periodenerfolges zweifach ermöglicht: (1) durch die Bilanz, (2) durch die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Zugleich...

...bietet sie durch die systematische Verbuchung jedes Geschäftsvorfalls auf mindestens zwei Konten eine in sich geschlossene Kontrolle der Richtigkeit der Eintragungen. In diesem System wurden die einzelnen Transaktionen – wie Einkäufe, Verkäufe, Zahlungen – oft zunächst in einem chronologischen Verzeichnis, dem sogenannten Grundbuch oder Journal (ähnlich einer Kladde), erfasst. Erst danach wurden diese Einträge auf die entsprechenden Sach- und Personenkonten im Hauptbuch übertragen. Das „In Kladde schreiben“ im Kontext der Buchhaltung bedeutete also oft die erste, chronologische Erfassung von Geschäftsvorfällen.

Warum die Kladde auch heute noch relevant ist

Trotz der Dominanz digitaler Buchhaltungssoftware und Notiz-Apps hat die physische Kladde ihren Reiz und Nutzen nicht verloren. Für viele Menschen ist das Schreiben von Hand eine andere Art der Informationsverarbeitung. Es kann das Gedächtnis stärken, die Kreativität fördern und bietet eine willkommene Abwechslung zur Bildschirmarbeit.

Moderne Anwendungen der Kladde im Büroalltag:

  • Brainstorming: Schnelle Ideen festhalten, ohne von der Technik abgelenkt zu werden.
  • Meeting-Notizen: Wichtige Punkte und To-dos während einer Besprechung schnell notieren.
  • Aufgabenplanung: Tägliche oder wöchentliche Aufgabenlisten erstellen.
  • Projektentwürfe: Erste Skizzen oder Strukturierungen für Projekte anfertigen.
  • Schnelle Berechnungen: Platz für Nebenrechnungen, die nicht in einem Dokument landen müssen.

Auch wenn die formelle Buchhaltung heute digital erfolgt, kann eine Kladde immer noch für vorläufige Notizen zu Transaktionen oder für das Festhalten von Belegnummern vor der Eingabe ins System nützlich sein. Sie dient als „erstes Papier“.

Verwandte Büroartikel: Mehr als nur das Notizbuch

Das „In Kladde schreiben“ erfordert natürlich mehr als nur die Kladde selbst. Eine Vielzahl anderer Büroartikel spielt dabei eine Rolle:

  • Schreibutensilien: Kugelschreiber, Bleistifte, Füllfederhalter. Die Wahl des richtigen Stifts kann das Schreiberlebnis beeinflussen. Für ordentliche Aufzeichnungen sind gut schreibende Stifte unerlässlich.
  • Radiergummis: Für Bleistifte unverzichtbar, um Fehler zu korrigieren.
  • Spitzer: Um Bleistifte einsatzbereit zu halten.
  • Lineale: Für saubere Unterstreichungen oder das Zeichnen von Tabellen in der Kladde.
  • Korrekturmittel: Tipp-Ex oder Korrekturroller, um Fehler bei der Verwendung von Tinte zu beheben (obwohl in formalen Büchern oft durchstreichen und gegenzeichnen bevorzugt wurde).
  • Papier: Auch wenn die Kladde selbst Papier ist, wird oft zusätzliches Papier für lose Notizen oder Ausdrucke benötigt, die dann vielleicht in die Kladde geklebt werden.
  • Ordner und Ablagen: Um die Kladde selbst oder Dokumente, die zu den Notizen gehören, zu organisieren und aufzubewahren.

Diese Artikel sind alle Teil des Ökosystems, das das physische „In Kladde schreiben“ ermöglicht und unterstützt. Sie zeigen, dass selbst in einer digitalen Welt die Notwendigkeit für hochwertige Schreibwaren und Papierprodukte besteht.

Was bedeutet in Kladde schreiben?
Strazze, Vorbuch; Buch, in dem die Geschäftsvorfälle kurz notiert werden, um erst später in die Grundbücher eingetragen zu werden.

Die Auswahl der richtigen Kladde

Wenn man sich entscheidet, (wieder) eine Kladde zu nutzen, gibt es einige Kriterien zu beachten, die sich nach dem Verwendungszweck richten:

  • Format und Größe: Von kleinen Notizbüchern für die Hosentasche (A6) bis hin zu großen Kladden für den Schreibtisch (A4).
  • Linierung: Blanko für Skizzen und freie Notizen, liniert für Text, kariert für Tabellen oder technische Zeichnungen, dotted (gepunktet) als Kompromiss.
  • Einband: Weich (flexibel, leicht) oder hart (stabil, langlebig).
  • Bindung: Geklebt, geheftet, Spiralbindung (liegt flach auf), Fadenheftung (sehr haltbar).
  • Papierqualität: Grammatur (Dicke), Glätte, Farbe, Säurefreiheit (für Langlebigkeit). Gutes Papier verhindert das Durchscheinen von Tinte.
  • Zusatzfunktionen: Lesezeichenbänder, Gummiband zum Verschließen, Froschtasche für lose Blätter, nummerierte Seiten, Inhaltsverzeichnis.

Die Wahl der richtigen Kladde ist eine sehr persönliche Entscheidung und hängt stark davon ab, wie und wofür sie genutzt werden soll.

Kladde vs. Digitale Notizsysteme: Eine Gegenüberstellung

Um die Stärken der Kladde hervorzuheben, lohnt sich ein Vergleich mit digitalen Alternativen:

MerkmalKladde (Physisch)Digitale Notizsysteme (App/Software)
Sofortigkeit/StartDeckel auf, losschreiben. Keine Ladezeit, kein Login.Gerät starten, App öffnen, synchronisieren.
Flexibilität (Layout)Volle Freiheit beim Layout, Zeichnen, Skizzieren, Einkleben.Stark abhängig von der Software; oft textbasiert oder mit eingeschränkten Zeichenfunktionen.
AblenkungKeine Benachrichtigungen, kein Internetzugang. Fokus auf die Aufgabe.Hohes Potenzial für Ablenkungen durch andere Apps oder Webseiten.
Haptik & ErlebnisTaktiles Gefühl des Papiers und Schreibens; oft als entspannend empfunden.Bildschirmberührung oder Tastaturgefühl; weniger taktil.
Speicherung & ArchivierungPhysische Aufbewahrung; benötigt Platz; kann verloren gehen oder beschädigt werden.Digitale Speicherung (Cloud/Gerät); benötigt Speicherplatz; Risiko von Datenverlust (Backup nötig); einfache Suche.
Teilen & KollaborationMuss physisch geteilt oder kopiert werden.Einfaches Teilen und gemeinsame Bearbeitung (bei Cloud-Systemen).
SucheManuelles Durchblättern oder Index/Inhaltsverzeichnis nutzen.Schnelle Volltextsuche.

Wie die Tabelle zeigt, hat die Kladde spezifische Vorteile, insbesondere in Bezug auf Sofortigkeit, Flexibilität im Layout und Ablenkungsfreiheit. Sie ist ein Werkzeug, das für bestimmte Aufgaben und Vorlieben einfach besser geeignet ist.

Häufig gestellte Fragen zum Thema „In Kladde schreiben“

Hier beantworten wir einige gängige Fragen rund um die Kladde und ihre Nutzung:

Was genau ist eine Kladde?

Eine Kladde ist ein Notiz- oder Entwurfsbuch, das für vorläufige, unformelle Aufzeichnungen oder Entwürfe verwendet wird, bevor Informationen finalisiert oder übertragen werden.

Ist „in Kladde schreiben“ dasselbe wie formelle Buchführung?

Nein. „In Kladde schreiben“ bezeichnet typischerweise die vorläufige Erfassung. Während es historisch ein erster Schritt in der Buchführung sein konnte (im Journal/Grundbuch), ersetzt es nicht die formelle, systematische Verbuchung in den Hauptbüchern der doppelten Buchhaltung.

Sind Notizen in einer Kladde rechtsverbindlich?

Als vorläufige Notizen sind sie in der Regel nicht als formelle Geschäftsaufzeichnungen im Sinne der gesetzlichen Buchführungspflichten (wie dem HGB) anzusehen. Formelle Buchhaltungsunterlagen müssen bestimmten Kriterien der Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit entsprechen.

Warum sollte ich heute noch eine Kladde benutzen?

Kladden bieten Vorteile bei Brainstorming, schnellen Notizen ohne Ablenkung, kreativen Prozessen und als taktile Alternative zum digitalen Schreiben. Sie sind sofort einsatzbereit und erfordern keine Technologie.

Welche anderen Büroartikel brauche ich, um effektiv „in Kladde“ zu schreiben?

Primär gute Schreibutensilien (Stifte). Je nach Bedarf auch Radiergummis, Spitzer, Lineale, Korrekturmittel und Ordner zur Organisation.

Fazit

Die Kladde ist weit mehr als nur ein leeres Notizbuch. Sie ist ein Stück Bürobedarf mit einer reichen Geschichte, eng verbunden mit fundamentalen Geschäftsprozessen wie der Buchhaltung, wo das „In Kladde schreiben“ einst den ersten Schritt der Erfassung darstellte. Auch in der heutigen digitalen Ära hat die Kladde ihre Berechtigung behalten. Sie ist ein vielseitiges Werkzeug für schnelle Notizen, kreative Entwürfe und als analoger Gegenpol zur digitalen Welt. Die Auswahl der richtigen Kladde und der passenden Schreibutensilien gehört zum Grundbedarf in vielen Büros und Haushalten. Sie erinnert uns daran, dass manchmal die einfachsten Werkzeuge die effektivsten sein können.

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