15/05/2019
Seit 1945 steht das Unternehmen Eppendorf für hochwertige Produkte und innovative Technologien, die das Leben der Menschen verbessern sollen. Mit einer langen Geschichte und einer globalen Präsenz in über 30 Ländern und etwa 4.800 Mitarbeitern hat sich Eppendorf als zuverlässiger Experte und Partner in Life-Science-Laboren weltweit etabliert. Die Vision des Unternehmens ist klar: Kunden sollen sich sicher und stolz fühlen, wenn sie Produkte und Dienstleistungen von Eppendorf nutzen. Dieses Streben nach Qualität und Zuverlässigkeit ist nirgends deutlicher als bei einem der grundlegendsten Werkzeuge im Labor: der Pipette.

Die Arbeit im Labor erfordert höchste Präzision und Genauigkeit. Dies ist nicht nur entscheidend für die Zuverlässigkeit der Ergebnisse, sondern trägt auch zur Sicherheit am Arbeitsplatz bei. Pipetten spielen eine zentrale Rolle bei der Einhaltung dieser Standards. Sie sind die Werkzeuge der Wahl, wenn es darum geht, kleine Flüssigkeitsvolumina aufzunehmen (aspirieren), zu messen, zu transportieren und abzugeben (dispensieren).
Die Erfindung, die das Labor veränderte: Die Mikropipette
Die Geschichte der modernen Präzisionspipette ist eng mit Deutschland verbunden. In den 1950er Jahren war der deutsche Arzt Heinrich Schnitger an der Universität Marburg zunehmend frustriert von den Ungenauigkeiten und Schwierigkeiten bei der Verwendung von herkömmlichen Glaspipetten. Getrieben von der Notwendigkeit nach höherer Präzision, erfand er eine neue Art von Pipette: die Mikropipette. Schnitgers revolutionäres Design zeichnete sich durch einen federbelasteten Kolben und eine abnehmbare Plastikspitze aus. Diese Innovation markierte eine neue Ära der Genauigkeit für Wissenschaftler.
Eppendorf erkannte das Potenzial dieser Erfindung schnell und erwarb das Design. In den 1960er Jahren begann Eppendorf mit der Massenproduktion der Mikropipette, was sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil in Laboren auf der ganzen Welt machte. Die Einführung dieser Pipetten revolutionierte die Art und Weise, wie Wissenschaftler mit kleinen Flüssigkeitsmengen arbeiteten, und ermöglichte Experimente und Analysen, die zuvor schwierig oder unmöglich waren.
Warum Genauigkeit und Präzision im Laboralltag zählen
In wissenschaftlichen Experimenten und diagnostischen Verfahren können selbst kleinste Abweichungen bei der Flüssigkeitsmessung zu erheblichen Fehlern führen. Die Zuverlässigkeit der Ergebnisse hängt maßgeblich von der Genauigkeit der verwendeten Werkzeuge ab. Pipetten sind hierbei keine Ausnahme.
Die Bedeutung von Genauigkeit wird besonders deutlich bei quantitativen Verfahren wie der quantitativen Polymerase-Kettenreaktion (qPCR). Schon Pipettierungenauigkeiten von nur 5% können zu einer Variation der Matrizen-DNA von 2 ng führen. Diese Ungenauigkeit verstärkt sich im Laufe der Reaktion, was letztendlich zu stark fehlerhaften Ergebnissen führen kann. Solche Fehler können kostspielige Wiederholungen von Experimenten notwendig machen, wertvolle Proben verschwenden oder schlimmstenfalls zu falschen Schlussfolgerungen in der Forschung oder in der medizinischen Diagnostik führen.
Neben der Genauigkeit ist auch die Präzision wichtig. Während Genauigkeit beschreibt, wie nahe ein Messwert am wahren Wert liegt, bezieht sich Präzision darauf, wie reproduzierbar Messergebnisse unter gleichen Bedingungen sind. Ein zuverlässiges Pipettierwerkzeug muss sowohl genau als auch präzise sein.
Verschiedene Pipettentypen und ihre Genauigkeit
Im Labor werden verschiedene Arten von Pipetten verwendet, die sich in Aufbau, Funktion und vor allem in ihrer erreichbaren Genauigkeit unterscheiden:
- Mikropipetten: Dies sind die am häufigsten verwendeten Pipetten in modernen Laboren. Sie basieren auf dem von Schnitger entwickelten Prinzip mit Kolben und abnehmbarer Spitze. Mikropipetten sind für das Pipettieren kleiner Volumina (oft im Mikroliter-Bereich) konzipiert. Ihre Genauigkeit liegt üblicherweise innerhalb weniger Prozentpunkte, meist <3% des gewünschten Volumens. Sie sind vielseitig einsetzbar für Routinearbeiten wie das Vorbereiten von Proben für PCR, ELISA oder Zellkulturen.
- Vollpipetten: Diese Pipetten sind so konzipiert, dass sie ein einziges, fest definiertes Volumen mit höchster Genauigkeit abgeben können. Sie haben eine kugelförmige Erweiterung am unteren Ende und eine Markierung, bis zu der die Flüssigkeit aufgezogen wird. Vollpipetten gelten als die genauesten Pipetten und können Volumina mit bis zu vier signifikanten Stellen messen. Aufgrund dieser hohen Genauigkeit sind sie die bevorzugte Wahl für Anwendungen, bei denen höchste Präzision kritisch ist, beispielsweise bei der Herstellung von Standardlösungen oder Titrationen.
Die Wahl des richtigen Pipettentyps hängt stark von der Anwendung und der geforderten Genauigkeit ab. Für die meisten alltäglichen Laboraufgaben sind Mikropipetten ausreichend und bieten die notwendige Flexibilität. Wenn jedoch absolute Genauigkeit für ein spezifisches Volumen erforderlich ist, sind Vollpipetten oft die bessere Wahl.
Vergleich der Pipettentypen
| Pipettentyp | Genauigkeit | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Mikropipette | Üblicherweise <3% Abweichung | Routinearbeiten, PCR, ELISA, Zellkultur |
| Vollpipette | Am genauesten (bis zu vier signifikante Stellen) | Herstellung von Standardlösungen, Titrationen |
Die Genauigkeit überprüfen und sicherstellen
Wie bei jedem Präzisionsinstrument müssen auch Pipetten regelmäßig auf ihre Genauigkeit überprüft werden. Die einfachste und gängigste Methode zur Überprüfung der Pipettenleistung ist das Wiegen von Wasser. Diese Methode basiert auf der bekannten Dichte von Wasser, die bei Raumtemperatur etwa 1 g/Mikroliter (µL) beträgt. Das bedeutet, dass jeder Mikroliter Wasser 0,001 g wiegen sollte.

Um die Genauigkeit zu überprüfen, stellen Sie die Pipette auf ein bestimmtes Volumen ein, z. B. 100 µL. Pipettieren Sie dieses Volumen Wasser auf eine hochpräzise Waage. Die Waage sollte dann 0,1 g anzeigen (100 µL * 0,001 g/µL = 0,1 g). Wiederholen Sie diesen Vorgang mehrmals, um die Präzision (Wiederholbarkeit) zu überprüfen und den Durchschnittswert für die Genauigkeit zu ermitteln. Abweichungen vom Sollgewicht weisen auf eine Ungenauigkeit hin.
Neben der regelmäßigen Überprüfung sind verschiedene Faktoren entscheidend, um die Genauigkeit beim Pipettieren zu gewährleisten:
- Pipettiertechnik: Eine ruhige und gleichmäßige Bewegung beim Aufnehmen und Abgeben der Flüssigkeit ist unerlässlich, unabhängig davon, ob die Pipette kalibriert ist oder nicht. Schnelles oder ruckartiges Pipettieren kann zu Fehlern führen.
- Zustand der Pipette: Pipetten sollten regelmäßig auf Sauberkeit und Verunreinigungen überprüft werden. Schmutz oder Rückstände, insbesondere an der Spitze oder im Kolbenmechanismus, können die Genauigkeit erheblich beeinträchtigen.
- Kalibrierung und Wartung: Pipetten müssen regelmäßig kalibriert und gewartet werden. Dies stellt sicher, dass das abgegebene Volumen dem eingestellten Volumen entspricht.
- Training des Personals: Wie Lee Moir vom MRC Harwell Institute betont, haben Mitarbeitertraining und -entwicklung, Wartung, Service und Best-Practice-Techniken einen signifikanten Einfluss auf die Genauigkeit und Präzision beim Pipettieren. Gut geschultes Personal kann die Leistung der Pipetten optimieren und Fehler minimieren.
Durch die Beachtung dieser Punkte kann die Zuverlässigkeit der Pipettierergebnisse maximiert werden.
Häufig gestellte Fragen
Wo werden Eppendorf-Pipetten hergestellt?
Die bereitgestellte Information konzentriert sich auf die Geschichte und den globalen Betrieb von Eppendorf mit Mitarbeitern in über 30 Ländern. Es wird nicht spezifisch erwähnt, wo die Pipetten physisch hergestellt werden, aber die Geschichte der Erfindung und Massenproduktion ist eng mit Deutschland verbunden, wo das Unternehmen gegründet wurde.
Welche ist die genaueste Präzisionspipette?
Laut der bereitgestellten Information gelten Vollpipetten als die genauesten Pipetten, da sie Volumina mit bis zu vier signifikanten Stellen messen können. Sie werden für Anwendungen gewählt, bei denen höchste Genauigkeit entscheidend ist.
Wie kann ich die Genauigkeit meiner Pipette überprüfen?
Die einfachste Methode ist das Wiegen von Wasser. Da Wasser eine Dichte von 1 g/µL hat, entspricht das Gewicht des pipettierten Wasservolumens in Gramm dem Volumen in Mikrolitern (z. B. 100 µL Wasser sollten 0,1 g wiegen).
Was hat Heinrich Schnitger erfunden?
Heinrich Schnitger, ein deutscher Arzt, erfand in den 1950er Jahren die Mikropipette mit federbelastetem Kolben und abnehmbarer Plastikspitze, da er mit den herkömmlichen Glaspipetten unzufrieden war.
Welche Faktoren beeinflussen die Genauigkeit beim Pipettieren?
Wichtige Faktoren sind die Pipettiertechnik (gleichmäßige Bewegung), der Zustand der Pipette (Sauberkeit, keine Verunreinigungen), regelmäßige Kalibrierung und Wartung sowie das Training des Personals.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Eppendorf eine lange Tradition in der Bereitstellung hochwertiger Laborausrüstung hat, wobei die Mikropipette eine ihrer bedeutendsten Innovationen ist. Die Sicherstellung der Genauigkeit beim Pipettieren durch die Wahl des richtigen Werkzeugs, korrekte Technik und regelmäßige Überprüfung ist fundamental für zuverlässige wissenschaftliche und diagnostische Ergebnisse im Labor.
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