Wie lässt sich das Sortiment beschreiben?

Randsortiment im Bürobedarf: Mehr als nur Stifte

12/04/2020

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Der Erfolg im Handel, auch im spezialisierten Bereich des Bürobedarfs, hängt maßgeblich von einem durchdachten Sortiment ab. Es reicht nicht mehr aus, einfach nur Produkte anzubieten; vielmehr muss die Auswahl gezielt auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden zugeschnitten sein. Die Kunst der Sortimentsgestaltung ist entscheidend und beinhaltet verschiedene Dimensionen wie die Sortimentsbreite und die Sortimentstiefe sowie die Unterscheidung zwischen Kern- und Randsortiment.

Was ist ein Beispiel für Randsortiment?
Das Randsortiment umfasst Artikel, die für den Kunden eher eine Überraschung sind. Das heißt nichts anderes, als dass er sie nicht unbedingt erwartet. Ein Beispiel hierfür ist ein Kaffeeröster, der bereits vor vielen Jahren seine Produktpalette um Wohnaccessoires und Geschenke erweitert hat.

Während das Kernsortiment die grundlegenden, vom Kunden erwarteten Produkte umfasst, spielt das Randsortiment eine wichtige Rolle, um das Angebot abzurunden und zusätzliche Kaufanreize zu schaffen. Es sind oft die kleinen, unerwarteten Artikel, die das Einkaufserlebnis verbessern und den Umsatz positiv beeinflussen können.

Übersicht

Was ist das Randsortiment?

Das Sortiment eines Händlers lässt sich grundsätzlich in verschiedene Bestandteile untergliedern. Die wichtigsten sind das Kernsortiment und das Randsortiment. Das Kernsortiment bildet das Herzstück des Angebots und besteht aus den Produkten, die typischerweise in der jeweiligen Branche erwartet werden. Im Bürobedarf sind dies beispielsweise Papier, Toner, Stifte, Ordner und Notizbücher – die absoluten Standardartikel, die den Großteil des Bedarfs abdecken.

Das Randsortiment hingegen umfasst Artikel, die zwar branchenbezogen sein können, aber nicht zur Hauptwarengruppe gehören und oft eher als Ergänzung oder zusätzlicher Service für den Kunden dienen. Es sind Produkte, die der Kunde vielleicht nicht primär im Geschäft erwartet, deren Vorhandensein aber als praktisch oder attraktiv empfunden wird. Im Gegensatz zum Kernsortiment, das auch weniger profitable, aber notwendige Artikel enthalten kann, sollte das Randsortiment idealerweise zu einer Umsatzsteigerung beitragen.

Stellen Sie sich ein Mobiltelefongeschäft vor, wie im Beispiel erwähnt. Das Kernsortiment sind die Smartphones selbst. Das Randsortiment umfasst dann Zubehör wie Schutzhüllen oder Reinigungstücher. Diese sind branchenbezogen, aber nicht das Hauptprodukt. Übertragen auf den Bürobedarf, sind die Kernprodukte die klassischen Büroartikel, die jeder erwartet.

Beispiele für Randsortiment im Bürobedarf

Um das Konzept des Randsortiments greifbarer zu machen, betrachten wir konkrete Beispiele speziell für den Bereich Bürobedarf, Papeterie und Zubehör:

  • Ergonomische Produkte: Neben Standard-Mäusen und -Tastaturen könnten ergonomische Mausmatten mit Handgelenkstütze, spezielle Lendenkissen für Bürostühle oder Fußstützen zum Randsortiment gehören. Sie ergänzen den Bedarf an Büromöbeln und -zubehör, sind aber nicht die Hauptprodukte wie Schreibtische oder Stühle.
  • Spezialreinigungsmittel: Reinigungstücher für Bildschirme und Tastaturen sind branchenverwandt, aber nicht Teil des Kernsortiments wie Papier oder Toner. Auch Druckluftsprays zur Reinigung von Technik können hier eingeordnet werden.
  • Kleine Technik-Gadgets: Artikel wie USB-Hubs mit speziellem Design, kleine USB-Ventilatoren für den Schreibtisch, Kabel-Organizer oder LED-Schreibtischleuchten, die über den reinen Beleuchtungszweck hinausgehen (z.B. mit integriertem USB-Port), können das Randsortiment bilden.
  • Accessoires und Dekoration für den Schreibtisch: Hochwertige Stifteköcher aus besonderen Materialien, stilvolle Briefbeschwerer, kleine Schreibtischpflanzen oder Bilderrahmen für den Büroplatz sind Beispiele für Artikel, die das Arbeitsumfeld verschönern und das Kernsortiment (Stifte, Papier) ergänzen, aber nicht dessen Hauptbestandteil sind.
  • Verpackungs- und Versandmaterial (über das Notwendige hinaus): Während Briefumschläge und Standard-Klebeband Kernsortiment sein können, gehören spezielle Geschenkverpackungen, dekoratives Klebeband, Siegelwachs oder hochwertige Geschenkanhänger zum Randsortiment, die eher den Papeterie- oder kreativen Bedarf ansprechen.
  • Kleine Snacks und Getränke: Einige moderne Bürobedarfsgeschäfte, insbesondere solche mit Laufkundschaft, bieten möglicherweise auch abgepackte Snacks, Kaffee-Pads oder Getränke an. Dies ist ein klassisches Beispiel für ein Randsortiment, da es nicht direkt mit Büroartikeln zu tun hat, aber den Komfort für den Kunden erhöht.
  • Spezielle Kalender und Planer: Neben Standard-Terminplanern und Wandkalendern können sehr spezifische oder besonders hochwertig gestaltete Jahresplaner, Bullet Journals oder spezielle Notizbücher für kreative Zwecke zum Randsortiment zählen.

Diese Beispiele zeigen, dass das Randsortiment vielfältig sein kann und oft darauf abzielt, zusätzliche Bedürfnisse des Kunden zu erfüllen, die im Zusammenhang mit dem Büroalltag oder dem Schreiben/Gestalten stehen, aber nicht den Kernbedarf darstellen.

Warum ist das Randsortiment wichtig?

Das Randsortiment ist keineswegs nur Beiwerk. Es erfüllt strategisch wichtige Funktionen:

  • Steigerung der Attraktivität: Ein gut gewähltes Randsortiment macht das gesamte Geschäft oder den Online-Shop attraktiver. Es bietet dem Kunden mehr als nur das Nötigste und kann neugierig machen.
  • Erhöhung des durchschnittlichen Warenkorbs: Kunden, die eigentlich nur Toner kaufen wollten, werden durch das Randsortiment vielleicht zum Impulskauf einer stylischen Schreibtischlampe oder eines praktischen Kabel-Organizers angeregt.
  • Differenzierung vom Wettbewerb: Ein einzigartiges oder besonders gut auf die Zielgruppe zugeschnittenes Randsortiment kann helfen, sich von anderen Anbietern abzuheben.
  • Bedienung spezifischer Nischen: Das Randsortiment ermöglicht es, spezielle Bedürfnisse oder Hobbys der Kunden anzusprechen, die über den reinen Bürobedarf hinausgehen, z.B. durch hochwertige Schreibaccessoires für Kalligrafie-Enthusiasten im Rahmen eines Papeterie-Sortiments.
  • Verbesserung der Kundenbindung: Wenn Kunden wissen, dass sie bei Ihnen nicht nur ihre Standardartikel, sondern auch nützliche oder schöne Ergänzungen finden, kommen sie eher wieder.

Im Gegensatz zum Kernsortiment, das eine breite Abdeckung des Hauptbedarfs sicherstellen muss, kann das Randsortiment flexibler gestaltet und schneller an Trends angepasst werden. Es sollte jedoch stets sorgfältig ausgewählt werden, um sicherzustellen, dass es zum Gesamtbild des Geschäfts passt und profitabel ist.

Abgrenzung: Randsortiment vs. Zusatzsortiment

Der Text unterscheidet neben Kern- und Randsortiment auch das Zusatzsortiment. Dieses umfasst branchenfremde Güter. Im Mobiltelefongeschäft war das Beispiel hierfür ein Zeitschriftenregal. Übertragen auf den Bürobedarf könnte ein kleines Regal mit Süßigkeiten, Getränken oder sogar Geschenkartikeln, die nichts mit Schreiben oder Büro zu tun haben, ein Zusatzsortiment sein. Das Randsortiment bleibt demgegenüber branchenverwandt, auch wenn es nicht zur Hauptwarengruppe gehört. Diese Unterscheidung ist wichtig für eine präzise Sortimentsgestaltung.

Sortimentsbreite und -tiefe im Kontext

Das Randsortiment beeinflusst auch die gesamte Sortimentsstruktur. Eine Erweiterung des Randsortiments kann die Sortimentsbreite erhöhen, da neue Warengruppen (z.B. Schreibtisch-Deko, Ergonomie-Produkte) hinzukommen. Die Sortimentstiefe bezieht sich auf die Varianten innerhalb einer Produktgruppe. Ein tiefes Sortiment im Bereich Kugelschreiber bedeutet viele Modelle, Farben, Minenstärken. Das Randsortiment kann auch in die Tiefe gehen, wenn z.B. viele verschiedene Modelle von ergonomischen Mausmatten angeboten werden. Eine ausgewogene Kombination aus Kern- und Randsortiment sowie eine durchdachte Sortimentsbreite und -tiefe sind entscheidend für den Erfolg.

Strategische Überlegungen zum Randsortiment

Die Auswahl und Pflege des Randsortiments erfordert strategisches Denken. Es ist wichtig zu analysieren, welche zusätzlichen Produkte die Bedürfnisse der bestehenden Kunden am besten erfüllen und welche potenziellen Neukunden dadurch angesprochen werden könnten. Eine zu große oder unpassende Auswahl im Randsortiment kann zu Lagerkosten führen und die Übersichtlichkeit erschweren. Daher sollte das Randsortiment regelmäßig überprüft und angepasst werden, um sicherzustellen, dass es weiterhin relevant und profitabel ist.

Ein erfolgreiches Randsortiment kann auch als Testfeld für neue Produktideen dienen. Artikel, die sich im Randsortiment gut verkaufen, könnten gegebenenfalls in das Kernsortiment übernommen oder zu einer neuen Hauptwarengruppe ausgebaut werden. Ebenso können sich weniger erfolgreiche Artikel aus dem Kernsortiment als profitabler Teil des Randsortiments erweisen.

Häufig gestellte Fragen zum Randsortiment

Was ist ein Randsortiment?

Ein Randsortiment umfasst Produkte, die branchenbezogen sind, aber nicht zur Hauptwarengruppe eines Händlers gehören. Sie ergänzen das Kernsortiment und dienen oft dazu, zusätzlichen Nutzen zu bieten und den Umsatz zu steigern.

Worin unterscheidet sich das Randsortiment vom Kernsortiment?

Das Kernsortiment besteht aus den Standardprodukten, die der Kunde in einer bestimmten Branche erwartet. Das Randsortiment sind zusätzliche, ergänzende Produkte, die nicht zum absoluten Grundbedarf gehören, aber das Angebot abrunden und attraktiver machen können.

Kann ein Randsortiment unprofitabel sein?

Während das Kernsortiment auch weniger profitable, aber notwendige Artikel enthalten kann, sollte das Randsortiment idealerweise zur Umsatzsteigerung beitragen und profitabel sein. Artikel, die dauerhaft keine Gewinne erzielen, sollten im Rahmen einer Sortimentsbereinigung überdacht werden.

Sollte jeder Händler ein Randsortiment haben?

Ein Randsortiment kann viele Vorteile bieten, ist aber nicht für jedes Geschäftsmodell zwingend notwendig. Spezialgeschäfte mit sehr schmaler Sortimentsbreite konzentrieren sich bewusst auf ihr Kernangebot. Für die meisten Händler im Bürobedarf kann ein durchdachtes Randsortiment jedoch die Attraktivität und den Erfolg steigern.

Wie wähle ich das passende Randsortiment aus?

Die Auswahl sollte auf Kundenbedürfnissen, Markttrends, der Passung zum Kernsortiment und der erwarteten Profitabilität basieren. Analysen des Kaufverhaltens und Kundenfeedback sind hilfreich.

Fazit

Das Randsortiment ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Sortimentsstrategie, insbesondere im vielfältigen Bereich des Bürobedarfs und der Papeterie. Es ermöglicht es Händlern, über das reine Kernangebot hinauszugehen, ihren Kunden zusätzlichen Mehrwert zu bieten und sich vom Wettbewerb abzuheben. Durch sorgfältige Auswahl und Pflege kann das Randsortiment maßgeblich zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und des Umsatzes beitragen. Von ergonomischem Zubehör über stilvolle Schreibtisch-Accessoires bis hin zu speziellen Reinigungsmitteln – die Möglichkeiten, das Kernsortiment sinnvoll zu ergänzen, sind vielfältig und bieten großes Potenzial für Wachstum und Erfolg im Handel.

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