Wie viele Filialen von Staples gibt es in Deutschland?

Das Ende von Staples in Deutschland

29/11/2024

Rating: 4.6 (3641 votes)

Eine Nachricht erschüttert derzeit den deutschen Markt für Bürobedarf: Staples, genauer gesagt die dahinterstehende OfficeCentre GmbH, der einst größte stationäre Einzelhändler für Büroartikel in Deutschland, steht vor dem Ende. Nach der Stellung eines Insolvenzantrags vor einigen Monaten wurde intensiv nach einem Investor gesucht, der das Geschäft hätte fortführen können. Bedauerlicherweise war diese Suche nicht erfolgreich, was nun unweigerlich zur Schließung der verbleibenden Filialen führt.

Wie viele Filialen von Staples gibt es in Deutschland?
Staples hat neun Filialen in Hamburg Deutschlandweit sind etwa 700 Mitarbeiter in 50 Filialen betroffen. Das Unternehmen war nach früheren Angaben des Insolvenzverwalters der größte stationäre Einzelhändler für Büroartikel in Deutschland.

Die Insolvenz und die daraus resultierende Schließung sind ein klares Zeichen für die Herausforderungen, denen sich der traditionelle Einzelhandel, insbesondere in spezialisierten Segmenten wie Bürobedarf, derzeit gegenübersieht. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig und spiegeln die Veränderungen im Kaufverhalten und in der Arbeitswelt wider.

Übersicht

Warum müssen Staples-Filialen schließen?

Die Hauptursache für die bevorstehende Schließung ist, dass trotz intensiver Bemühungen kein geeigneter Investor gefunden werden konnte. Ein solcher Investor hätte die notwendigen Mittel und die Strategie mitbringen müssen, um das Geschäft langfristig wirtschaftlich zu betreiben. Das Ausbleiben eines Investors zeigt, dass die potenziellen Interessenten die Zukunftsaussichten des Geschäftsmodells unter den aktuellen Bedingungen als nicht ausreichend attraktiv einschätzten.

Zusätzlich zu der gescheiterten Investorensuche spielten auch die allgemeinen Marktbedingungen eine erhebliche Rolle. Die COVID-19-Pandemie und der darauffolgende starke Trend zum Homeoffice haben das Einkaufsverhalten nachhaltig verändert. Viele Unternehmen und Privatpersonen benötigen weniger klassisches Büromaterial im Büro selbst. Bestellungen verschieben sich zunehmend in den Online-Handel oder werden direkt über Großhändler abgewickelt, insbesondere wenn Mitarbeiter von zu Hause arbeiten. Dies führte zu einem Rückgang der Nachfrage in den stationären Geschäften, was die wirtschaftliche Lage von OfficeCentre verschärfte.

Die Insolvenzverwaltung hat nach der Eröffnung des Verfahrens entschieden, einen geordneten Rückzug aus dem Markt einzuleiten. Dieser Rückzug erfolgt durch den Abverkauf der vorhandenen Ware in den Filialen. Das bedeutet, dass Kunden in den kommenden Wochen und Monaten von Rabatten und Sonderangeboten profitieren können, da die Lagerbestände geräumt werden müssen.

Wie viele Filialen und Mitarbeiter sind betroffen?

Nach den vorliegenden Informationen sind deutschlandweit etwa 50 Filialen von Staples bzw. OfficeCentre von der Insolvenz und den Schließungen betroffen. Diese Zahl unterstreicht das Ausmaß des Rückzugs aus dem deutschen Markt. Es handelt sich nicht um die Schließung einzelner unrentabler Standorte, sondern um das Ende des gesamten stationären Staples-Einzelhandelsgeschäfts in Deutschland unter der Ägide von OfficeCentre.

Mit der Schließung der 50 Filialen verlieren auch viele Menschen ihren Arbeitsplatz. Insgesamt sind rund 700 Mitarbeiter in Deutschland von dieser Entwicklung betroffen. Dies ist eine beträchtliche Zahl und hat weitreichende Folgen für die Beschäftigten und ihre Familien.

Ein konkretes Beispiel für die bevorstehende Schließung ist die Filiale in Bergedorf, Hamburg. Dort hat der Ausverkauf bereits begonnen. Der Filialleiter in Bergedorf hatte bis zuletzt auf eine Übernahme gehofft, doch die Verhandlungen mit potenziellen Investoren wurden offenbar abgebrochen. Die Filiale in Bergedorf wird voraussichtlich noch einige Monate geöffnet bleiben, abhängig davon, wie schnell der Abverkauf voranschreitet und die Lagerbestände geräumt sind. In Hamburg sind insgesamt neun Filialen von der Schließung betroffen.

Was bedeutet dies für den Markt für Büroartikel in Deutschland?

Die Schließung des größten stationären Einzelhändlers für Büroartikel in Deutschland hinterlässt eine Lücke. Staples/OfficeCentre war für viele Kunden eine wichtige Anlaufstelle, um schnell und direkt Büromaterial zu kaufen. Insbesondere für kleinere Unternehmen, Freiberufler oder auch Privatpersonen, die nicht auf große Online-Bestellungen angewiesen sind oder Produkte direkt sehen und anfassen möchten, waren die Filialen wertvoll.

Andere Anbieter im stationären Handel könnten versuchen, von dieser Lücke zu profitieren. Allerdings ist der Trend zum Online-Handel und zur Direktbelieferung so stark, dass es fraglich ist, ob die freiwerdenden Marktanteile vollständig vom stationären Wettbewerb übernommen werden. Wahrscheinlich wird ein erheblicher Teil des Geschäfts in den Online-Bereich abwandern.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Insolvenz und Schließung die frühere Staples-Großhandelssparte nicht betrifft. Diese gehört mittlerweile zum französischen Unternehmen Lyreco und firmiert unter dem Namen Lyreco Advantage. Geschäftskunden, die ihre Büromaterialien über diesen Kanal beziehen, sind von der aktuellen Entwicklung nicht betroffen und können ihre Bestellungen wie gewohnt fortsetzen.

Was können Kunden jetzt tun?

Kunden, die bisher regelmäßig bei Staples eingekauft haben, müssen sich nun nach Alternativen umsehen. Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

  • Andere stationäre Händler: Es gibt weiterhin andere Einzelhändler für Bürobedarf, Schreibwaren oder auch Warenhäuser mit einer Büroartikelabteilung. Die Auswahl kann regional variieren.
  • Online-Shops: Der Online-Handel bietet eine riesige Auswahl an Büromaterialien. Es gibt spezialisierte Bürobedarfs-Shops im Internet sowie große Marktplätze, die ebenfalls eine breite Palette an Artikeln führen.
  • Lokale Anbieter: Kleinere, unabhängige Schreibwarengeschäfte oder Bürobedarfsanbieter vor Ort könnten ebenfalls eine Option sein, insbesondere wenn Wert auf persönliche Beratung gelegt wird.
  • Direkt vom Hersteller oder Großhändler: Für größere Unternehmen oder Vielbesteller kann es sich lohnen, direkt bei Herstellern oder spezialisierten Großhändlern anzufragen, sofern die Bestellmengen dies zulassen.

Während des Abverkaufs in den verbleibenden Staples-Filialen lohnt sich ein Besuch möglicherweise noch, um von den angebotenen Rabatten zu profitieren und letzte benötigte Artikel zu erwerben. Kunden sollten sich jedoch darauf einstellen, dass das Sortiment mit fortschreitendem Abverkauf immer lückenhafter wird.

Der Wandel im Büroartikelhandel

Die Situation bei Staples ist exemplarisch für einen größeren Trend. Die Digitalisierung, flexibles Arbeiten und nicht zuletzt die Pandemie haben die Nachfrage nach physischen Büroartikeln in traditionellen Mengen und Vertriebswegen verändert. Während Papier, Stifte und Ordner weiterhin benötigt werden, hat sich die Art und Weise, wie und wo sie gekauft werden, verschoben.

Der Fokus verlagert sich zunehmend auf Effizienz in der Beschaffung, Kostenoptimierung und flexible Liefermodelle, was Online-Anbieter und spezialisierte Großhändler oft besser leisten können als ein breites Filialnetz. Die Schließungen von Staples zeigen, dass ein rein stationäres Modell im Büroartikel-Einzelhandel unter dem aktuellen Marktdruck kaum noch rentabel zu betreiben ist, insbesondere wenn es sich um große Filialen handelt, die hohe Miet- und Personalkosten verursachen.

Die Zukunft des Büroartikelhandels liegt wahrscheinlich in einer intelligenten Kombination aus Online-Angeboten, spezialisierten Services für Geschäftskunden und möglicherweise kleineren, regionalen Anbietern für spezifische Bedürfnisse oder Sofortkäufe. Der Fall Staples/OfficeCentre ist ein schmerzhaftes Beispiel für den notwendigen strukturellen Wandel in dieser Branche.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Warum schließt Staples in Deutschland?
Staples Deutschland (OfficeCentre GmbH) musste Insolvenz anmelden. Es konnte kein Investor gefunden werden, der das Geschäft fortführen wollte. Zudem haben veränderte Marktbedingungen und der Trend zum Homeoffice die Nachfrage im stationären Handel reduziert.

Wie viele Staples-Filialen sind in Deutschland betroffen?
Von der Insolvenz und Schließung sind etwa 50 Filialen deutschlandweit betroffen.

Wie viele Mitarbeiter verlieren ihren Job?
Rund 700 Mitarbeiter in den betroffenen Filialen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Ist auch das Großhandelsgeschäft von Staples betroffen?
Nein, die frühere Staples-Großhandelssparte, die jetzt zu Lyreco gehört und Lyreco Advantage heißt, ist von der Insolvenz der OfficeCentre GmbH nicht betroffen.

Findet ein Ausverkauf statt?
Ja, in den verbleibenden Filialen läuft ein Abverkauf der Waren, oft mit Rabatten, um die Lagerbestände zu räumen.

Wo kann ich jetzt Büromaterial kaufen?
Sie können auf andere stationäre Händler, Online-Shops, lokale Schreibwarengeschäfte oder spezialisierte Großhändler ausweichen.

Wann schließen die Filialen endgültig?
Die genauen Schließungstermine hängen vom Abverkauf ab und können von Filiale zu Filiale variieren. Es wird erwartet, dass die Schließungen in den kommenden Wochen und Monaten erfolgen.

Die Schließung der Staples-Filialen markiert das Ende einer Ära im deutschen Büroartikel-Einzelhandel. Es ist ein deutliches Zeichen für die tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt und im Handelssektor. Für die betroffenen Mitarbeiter und Kunden beginnt nun die Suche nach neuen Wegen und Anbietern. Der Markt wird sich neu sortieren, wobei digitale Kanäle und flexible Serviceangebote voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Wenn du mehr spannende Artikel wie „Das Ende von Staples in Deutschland“ entdecken möchtest, schau doch mal in der Kategorie Bürobedarf vorbei!

Go up