31/03/2012
Der Breisgau ist seit jeher bekannt für seine heilenden und erfrischenden Wasser. Schon die Römer schätzten die Thermalquellen in Orten wie Badenweiler. Spätere Generationen suchten Erholung und Heilung in Bädern wie dem Kuckucksbads, in Kirchhofen-Ambringen, Sulzburg, Heitersheim oder Grunern. Auch in Staufen hat das Baden eine lange Geschichte, die sich über Jahrhunderte von einfachen Badehäusern bis hin zu modernen Freibädern entwickelt hat.

- Die Anfänge des Badens in Staufen
- Der Wandel zum Schwimmsport
- Der Bau des ersten Freibads (1893)
- Betrieb und Besonderheiten des frühen Bades
- Die Erweiterung zum Sportbad in den 1930er Jahren
- Besucherzahlen und Betrieb nach dem Ausbau
- Herausforderungen mit der Wasserqualität
- Die Sanierung 1970 und ihre Folgen
- Die Debatte um das Naturbad und die Sanierung 2005
- Jüngste Entwicklungen und Ausblick
Die Anfänge des Badens in Staufen
In Staufen gab es bereits in uralten Zeiten ein Badehaus. Dieses befand sich im Bereich der heutigen Metzgerei Winterhalter. Über einen Durchlass in der Stadtmauer, bekannt als „Baders Loch“ in der Adlergasse, gelangte man zu dieser Einrichtung. Im 19. Jahrhundert bot der Mechaniker Camill Buisson in seinem Wohnhaus am Messerschmiedfelsen Badegelegenheiten an. Er hatte dazu zwei Badekabinen in den Gewerbekanal eingesetzt, die Sichtschutz boten und eine Erfrischung im kühlen Wasser ermöglichten.
Der Arzt Dr. Wilhelm Greder verfolgte sogar ambitionierte Pläne, Staufen zu einem Kurbad auszubauen. In seinem „Annabad“ an der Krozinger Straße, das seit 1893 unter seiner Aufsicht betrieben wurde, konnten die Menschen baden und Kneipp-Anwendungen erhalten. Ein erster Werbeprospekt wurde gedruckt und ein Kurverein gegründet. Bedauerlicherweise setzten Greders früher Tod diesen Bestrebungen ein jähes Ende. Auch die Hoffnung, das 1911 in Krozingen erbohrte Thermalwasser nach Staufen leiten zu können, erfüllte sich nicht und zerschlug sich schnell.
Der Wandel zum Schwimmsport
Während die alten Bäder primär der Hygiene oder der Behandlung von Krankheiten dienten, etablierte sich im 19. Jahrhundert das Schwimmen zunehmend als Sport. Dies erforderte andere Anlagen als die bisherigen Badewannen oder Badehäuser. Es entstanden größere Becken mit Schwimmbahnen. Die ersten Freibäder wurden oft auf private Initiative hin gebaut, wie beispielsweise das Lorettobad in Freiburg, das Johann Nepomuck Stadler 1841 am Hölderlebach errichtete.
In Staufen hatten Kinder wohl schon immer den Neumagen aufgestaut, um kleine Becken zum Planschen und für erste Schwimmversuche zu schaffen. Diese Gelegenheiten waren jedoch naturgemäß unzureichend. Bereits 1857 forderte der Staufener Amtsarzt Dr. Martin im Rahmen der Gesundheitsfürsorge die Einrichtung einer Schwimmanstalt von der Stadt. Dieser Vorschlag stieß zunächst auf wenig Begeisterung.
Die Einstellung änderte sich jedoch bald. Im Jahr 1883 forderte die Lokalzeitung „Staufener Wochenblatt“ den Bau eines Schwimmbeckens, das im Winter auch als Schlittschuhbahn genutzt werden könnte. Das Blatt argumentierte rhetorisch: „In der That, wer wollte auch den wohlthätigen Einfluß des Badens auf den Appetit, auf den Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden bestreiten? Wer möchte den Hochgenuß eines erfrischenden Bades am heißen Sommertage vermissen? Wer wünschte nicht, daß sich die Jugend durch Schwimmen kräftigt und erfrischt?“ Den Steuerzahlern wurde versichert, dass „Eine Unrentabilität der Anstalt wäre kaum zu erwarten.“ Nachfolgende Generationen konnten über diese Rentabilitätsaussage allerdings nur müde lächeln.
Der Bau des ersten Freibads (1893)
Trotz des Vorstoßes von 1883 dauerte es noch zehn Jahre, bis der Wunsch nach einem öffentlichen Schwimmbad in Erfüllung ging. Der Stadt kam dabei ein glücklicher Umstand zugute: Ab 1888 schüttete die Sparkasse erstmals Überschüsse an die Gemeinden aus, die für die Bankgeschäfte Bürgschaft leisteten. Staufen beschloss, diese Gelder für die Einrichtung eines Baufonds für ein Schwimmbad zu verwenden. Vier Jahre später war dieser Fonds ausreichend angewachsen, sodass Bürgermeister Albert Hugard den Bau des Bades in Angriff nehmen konnte.
Die Planung des Schwimmbads wurde einem Freiburger Tiefbauingenieur übertragen. Für die Hochbauten, zu denen das Kassengebäude und die Umkleiden zählten, war der Freiburger Architekt Wilhelm Meeß verantwortlich, der kurz zuvor den Umbau des Rathauses abgeschlossen hatte. Die Bauarbeiten begannen bereits im Sommer 1892 und konnten pünktlich zur Badesaison 1893 fertiggestellt werden. Am 20. Mai 1893 wurde das Bad feierlich eröffnet. Die gesamte Anlage galt als mustergültig und die Lage mit dem Blick auf das Belchenmassiv als außerordentlich reizvoll.
Betrieb und Besonderheiten des frühen Bades
Das neue Bad war mit einem hohen Bretterzaun gegen Blicke von außen abgeschirmt. Es verfügte über ein für heutige Verhältnisse kleines Schwimmbecken von 18 x 9 Metern mit einer maximalen Wassertiefe von 1,60 Metern. Das Wasser wurde direkt aus dem Gewerbekanal entnommen. Der Badebetrieb war, wie damals üblich, streng nach Damen und Herren getrennt. Die anfänglich sehr unterschiedlichen Öffnungszeiten für die Geschlechter wurden bereits 1894 vereinfacht: Damen konnten täglich von 13.00 bis 15.00 Uhr und Herren von 15.00 bis 18.00 Uhr schwimmen.
Erst rund 20 Jahre später wurden zusätzliche Öffnungszeiten für ein sogenanntes „Familienbad“ eingeführt, das das gemeinsame Baden von Damen und Herren ermöglichte. Eine praktische Einrichtung bei unsicherem Wetter war ein Fähnchen, das am Kornhaus gehisst wurde und anzeigte, ob das Bad geöffnet war.
Das Bad erfreute sich großen Zuspruchs und wurde schnell zum Stolz der Stadt. Die guten Besucherzahlen ermöglichten anfangs tatsächlich einen kostendeckenden Betrieb. Schon im ersten Betriebsjahr konnte der Kauf einer Dusche finanziert werden, eine damals vielbewunderte technische Errungenschaft. Der Bruder von Bürgermeister Albert Hugard, Rudolf Hugard, dokumentierte das damalige Badeleben mit zahlreichen Fotografien, die bis heute lebendig wirken. Auch für die Werbung im Fremdenverkehr spielte das Bad, das seit den frühen 1930er Jahren den Namen „Alemannenbad“ führte, eine große Rolle. Besonders beworben wurde das Wasser, das aus dem Gewerbekanal ins Becken strömte, als „kühler Gebirgsbach“. Zeitgenossen, die von der Lebensreform-Bewegung mit ihrer Forderung nach gesunder Ernährung sowie frischer Luft und Bewegung in der Natur geprägt waren, vermissten lediglich eine größere Liege- und Sportwiese, die für die damals hochgeschätzten „Licht- und Luftbäder“ hätte dienen können.
Die Erweiterung zum Sportbad in den 1930er Jahren
Mit dem weiteren Aufschwung des Schwimmsports erschien das ursprüngliche Schwimmbecken zunehmend unzureichend. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde landesweit auf einen Ausbau der Schwimm- und Sportanstalten gedrängt. Während die Nationalsozialisten anfänglich Ziele der Lebensreform, wie die Verbesserung der Volksgesundheit durch Bewegung und „Licht- und Luftbäder“, aufgriffen, stand später die Ertüchtigung der Jugend für militärische Zwecke im Vordergrund. Auch in Staufen betrieb man den Umbau zu einem Sportbad, den Bürgermeister Dr. Hans Erley zu einem persönlichen Anliegen machte.
Ohne umfangreiche Vorüberlegungen ließ er im Mai 1935 den Gemeinderat den Ausbau beschließen. Sofort wurde der Staufener Architekt Joseph Schlenker mit der Planung beauftragt, und man begann fieberhaft mit den Arbeiten. Die Fertigstellung erfolgte jedoch nicht wie geplant im Sommer 1935, sondern erst zur Saison 1936, mit abschließenden Arbeiten sogar erst zur Saison 1937. Das alte Schwimmbassin wurde zu einem 50 Meter langen Becken erweitert, das nun Wettkämpfe ermöglichen sollte. Drei Sprungtürme und Startblöcke unterstrichen die neue Ausrichtung auf den Schwimmsport.
Durch die Pacht der angrenzenden Wiese der Familie Bob erhielt das Bad die seit langem gewünschte Liegewiese. Zudem wurde ein kleines Stück hangabwärts ein Kinderplanschbecken angelegt. Beides zeigte, dass nun auch längere Aufenthalte von Familien im Bad erwünscht waren. Die alte Geschlechtertrennung beim Baden entfiel vollständig; das Staufener Bad trug nun die Bezeichnung „Strandbad“, was das gemeinschaftliche Schwimmen von Damen und Herren bedeutete.
Die Finanzierung des Ausbaus gestaltete sich schwieriger als zunächst angenommen. Glaubte man anfänglich, die Kosten durch den Verkauf von Holz aus den Stadtwäldern decken zu können, musste die Stadt aufgrund stark steigender Baukosten (rund 62.000 Reichsmark) schließlich eine Schuld aufnehmen. Dies führte zu Murren in der Bürgerschaft, ebenso wie die freihändige Auftragsvergabe. Architekt Josef Schlenker begründete die Kostensteigerungen unter anderem damit, dass zahlreiche Arbeitslose als ungelernte Kräfte eingesetzt worden waren, die mehr Arbeitszeit benötigt hätten.
Besucherzahlen und Betrieb nach dem Ausbau
Auch nach dem Umbau war der Besuch des Bades weiterhin gut. In den zwei Jahrzehnten von 1936 bis 1956 besuchten durchschnittlich rund 10.000 Personen jährlich das Bad. Dabei gab es witterungsbedingte Extremwerte, wie 1948 mit nur 5126 Besuchern und 1952 mit beeindruckenden 25.351 Besuchern. In der Folgezeit steigerte sich der Badbesuch weiter, was wohl maßgeblich dem Campingplatz der Familie Wiesler zuzuschreiben war. Von Mitte der 1960er Jahre bis zur Jahrtausendwende wurden durchschnittlich 40.000 Besucher pro Jahr gezählt, ebenfalls mit starken Schwankungen je nach Wetterlage. Der heiße Sommer 2003 brachte mit über 90.000 Besuchern eine absolute Rekordzahl.
Zum guten Zuspruch trug auch der Idealismus des Personals bei, das mit hohem persönlichen Einsatz einen reibungslosen Betrieb gewährleistete. Besonders hervorzuheben sind hier die langjährig tätigen Bademeister Eugen Schellinger und Walter Wenzl sowie die Kassiererin Klara Herrmann.
Seit 1946 gab es im Bad die Möglichkeit, Getränke, Eis und Süßigkeiten zu kaufen. Anfänglich erhob der Wirt des Gasthauses „Felsenkeller“ Einspruch. Man fand eine salomonische Lösung: Die Getränke wurden weiterhin im Freibad verkauft, aber vom Gastwirt bezogen. Dies erwies sich jedoch als wenig praktisch für beide Seiten. 1962 wurde schließlich ein Kiosk errichtet, der verpachtet wurde.
Herausforderungen mit der Wasserqualität
Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte sich die Entnahme des Badewassers aus dem Gewerbekanal zunehmend als problematisch heraus. Eine erste Maßnahme zur Abhilfe war die Einführung einer Fußwaschrinne im Jahr 1953, die das Badebecken von der Liegewiese trennte. Dadurch konnte zumindest das Eintragen von Sand und Erde ins Wasser reduziert werden. Trotzdem blieb das Wasser verunreinigt, was zu erhöhtem Algenwachstum führte. In den 1950er Jahren scheint das Badewasser an manchen Tagen so trüb gewesen zu sein, dass der Beckenboden nicht mehr sichtbar war.
Schwerwiegender als die Verschmutzung im Bad selbst war jedoch die zunehmende Verunreinigung des gesamten Neumagens. Während die Wasserqualität 1961 „gerade noch tragbar“ galt, war sie zwei Jahre später gesundheitlich unverantwortbar geworden. Hauptgrund war die Verunreinigung mit Fäkalien im Oberlauf des Neumagens. Angesichts der hohen Kosten scheute die Stadt den Einbau einer Wasseraufbereitungsanlage oder die Erbohrung eines Tiefbrunnens. Zudem war es immer ein Stolz der Stadt gewesen, das Wasser des „Gebirgsbachs“ ungechlort zu verwenden.

Im Jahr 1965 setzte das Landratsamt der Stadt die Pistole auf die Brust und drohte mit der Schließung des Freibads, ähnlich wie zuvor in Bad Krozingen aus gleichem Grund geschehen. Die Schließung konnte für die Saison 1966 nur durch den kurzfristigen Einsatz einer Chlorierungsanlage abgewendet werden. Da zudem das Becken undicht geworden war, gab es in der Folgezeit Überlegungen, gemeinsam mit Bad Krozingen ein neues Freibad zu bauen.
Die Sanierung 1970 und ihre Folgen
Die von Bad Krozingen bereits weit vorangetriebenen Pläne für ein „Sport- und Erholungszentrum Südlicher Breisgau“, das am Neumagen zwischen den beiden Gemeinden entstehen sollte, wurden von Staufen 1969 schließlich abgelehnt. Der Gemeinderat sah sich, unterstützt von allen Teilen der Bürgerschaft, nicht in der Lage, auf das altgewohnte Bad am Höllenberg zu verzichten. Dies machte die Sanierung des bestehenden Freibads unumgänglich.
Die Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1970 umfassten einen Kostenaufwand von rund 300.000 DM. Im Zentrum standen der Einbau einer Filter- und Umwälzanlage sowie die Abdichtung des Beckens. Da das Becken nach neueren Vorschriften nicht tief genug war, mussten die Sprungtürme und Startblöcke abgebaut werden. Die Arbeiten schritten unter der Leitung des Breisacher Architekten Roland Müller zügig voran, sodass das sanierte Bad noch in der Saison 1970, am 18. Juli, der Öffentlichkeit wieder übergeben werden konnte.
Die Sanierung von 1970 erwies sich als zweckmäßig und haltbar. Über 20 Jahre später, im Jahr 1993, konnte das 100-jährige Jubiläum des Bades in der weitgehend unveränderten Anlage gefeiert werden. Sorgen bereitete jedoch der anhaltende Zuschussbedarf des Badebetriebs. Hatte Bürgermeister Albert Hugard im ersten Betriebsjahr noch von einem Betriebsüberschuss berichten können, musste in den folgenden Jahrzehnten, wie in nahezu allen Freibädern in Deutschland, stets ein Abmangel festgestellt werden, da aus sozialen Gründen keine kostendeckenden Eintrittspreise erhoben wurden. Um die Jahrtausendwende lag der jährliche Zuschussbedarf bei durchschnittlich 140.000 DM.
Mit dieser hohen Summe stand das Bad Mitte der 1990er Jahre, in Zeiten der allgemeinen kommunalen Finanzkrise, grundsätzlich auf dem Prüfstand. Zusätzlich erkannte man die Notwendigkeit einer erneuten Sanierung des Bades, da die Technik von 1970 in die Jahre gekommen war.
Die Debatte um das Naturbad und die Sanierung 2005
Um die notwendige Sanierung des Bades möglichst kostengünstig zu gestalten und den zukünftigen Zuschussbedarf zu verringern, kam im Jahr 2000 die Idee auf, das Freibad in ein Naturbad umzuwandeln. Ein Naturbad funktioniert mit biologischer Wasseraufbereitung und besteht typischerweise aus einem Schwimmteich und einem separaten Regenerationsbereich zur Reinigung. Sowohl die Einrichtung als auch der laufende Unterhalt eines Naturbads gelten als günstiger als bei einem konventionellen Schwimmbad.
Im Jahr 2002 wurde eine konkrete Machbarkeitsstudie für Staufen in Form einer Diplomarbeit erstellt. Dieser Option stand eine Neubauplanung der Stadtverwaltung gegenüber, die Kosten in Höhe von rund 8 Millionen DM (umgerechnet etwa 4 Millionen €) veranschlagte – ein Vorschlag, der als kaum realistisch galt. In der Folgezeit entwickelte sich eine sehr intensive und teils emotional geführte Diskussion in der Bürgerschaft, basierend auf den Planungen verschiedener Firmen für Naturbäder oder die Sanierung des bestehenden Bades.
Mit einem denkbar knappen Beschluss des Gemeinderats wurde schließlich am 31. März 2004 das Naturbadkonzept abgelehnt. Der Antrag der Stadtverwaltung auf Umwandlung zu einem Naturbad führte im Gemeinderat zu einem Patt von 11:11 Stimmen. Gemäß der Gemeindeordnung gilt ein Antrag bei Stimmengleichheit als abgelehnt.
Trotz der kontroversen Diskussionen fand Staufen sehr schnell zur konstruktiven Arbeit zurück. Nur einen Monat später, im April 2004, wurde der Auftrag für die Sanierung des Freibads an das Büro Fritz in Freiburg vergeben. Die Bauarbeiten begannen im Herbst 2004 und konnten bereits zur Saison 2005 abgeschlossen werden. Mit Kosten in Höhe von 1,3 Millionen € konnte das alte Betonbecken mit Edelstahl ausgekleidet und die gesamte Technik vollständig erneuert werden. Das Kinderplanschbecken wurde an einer anderen Stelle komplett neu gebaut, sodass es nun besser im Blickfeld der Erwachsenen liegt. An der Stelle des alten Kinderbeckens entstand ein Beachvolleyballfeld. Sämtliche Außenanlagen wurden ebenfalls erneuert.
Jüngste Entwicklungen und Ausblick
Um die laufenden Betriebskosten zu senken, wurde das Bad von der Stadt im Jahr 2006 an die Sport- und Freizeitmanagement GmbH in March verpachtet, ein regional tätiger Badbetreiber.
Zu den vergleichsweise niedrigen Sanierungskosten von 1,3 Millionen € trug maßgeblich der im Herbst 2003 gegründete Förderverein Alemannenbad bei. Der Verein hatte sich intensiv für den Erhalt des bestehenden Freibads eingesetzt und übernahm mit Leistungen in Höhe von fast 170.000 € insbesondere die Sanierung der denkmalgeschützten Umkleidekabinen. Spenden zahlreicher Staufener Unternehmen, darunter vom Campingplatz Wiesler für eine neue Wasserrutsche sowie von der Firma IKA für eine solarbetriebene Badheizung, unterstrichen die breite bürgerschaftliche Unterstützung und Gemeinschaftsleistung.
Das sanierte Bad hat sich seit der Wiedereröffnung im Betrieb bewährt und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Zum 125-jährigen Jubiläum im Jahr 2018 wurde mit einem Kostenaufwand von rund 170.000 € ein neuer, leistungsfähigerer Kiosk errichtet. Dies ist wohl der beste Beleg dafür, dass die Staufener und ihre Gäste gerne und lange Zeit in ihrem Freibad verbringen.
Häufig gestellte Fragen zur Geschichte des Alemannenbads
Woher kam ursprünglich das Wasser für das Schwimmbecken?
Das Wasser wurde direkt aus dem nahegelegenen Gewerbekanal entnommen.
War das Wasser immer sauber?
Nein, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zunehmend Probleme mit der Wasserqualität des Gewerbekanals und des Neumagens, was zu Verunreinigungen und Algenwachstum im Bad führte. Ab 1966 wurde eine Chlorierungsanlage eingesetzt, und 1970 wurde eine Filter- und Umwälzanlage installiert.
Gab es immer die Möglichkeit, gemeinsam als Familie zu baden?
Nein, ursprünglich gab es eine strikte Trennung nach Geschlechtern mit unterschiedlichen Badezeiten. Später wurden spezielle Zeiten für ein „Familienbad“ eingeführt. Mit der Erweiterung zum Sportbad in den 1930er Jahren entfiel die Geschlechtertrennung und es wurde zum „Strandbad“.
War der Betrieb des Bades immer wirtschaftlich?
Im ersten Betriebsjahr nach der Eröffnung 1893 gab es tatsächlich einen Betriebsüberschuss. In den folgenden Jahrzehnten musste das Bad jedoch, wie viele Freibäder in Deutschland, aufgrund nicht kostendeckender Eintrittspreise stets bezuschusst werden.
Warum wurde das Bad nicht in ein Naturbad umgewandelt?
Obwohl das Konzept eines Naturbades diskutiert und eine Machbarkeitsstudie erstellt wurde, lehnte der Gemeinderat den entsprechenden Antrag im März 2004 mit Stimmengleichheit ab.
Welche größeren Modernisierungen gab es?
Wichtige Sanierungen fanden 1970 (Einbau Filter-/Umwälzanlage, Beckenabdichtung) und 2005 (Edelstahlverkleidung, neue Technik, Umgestaltung Außenanlagen) statt.
Was ist der Förderverein Alemannenbad?
Dieser Verein wurde 2003 gegründet, um den Erhalt des Freibads zu unterstützen. Er hat durch Spenden und Eigenleistungen maßgeblich zur Sanierung beigetragen, insbesondere bei der denkmalgeschützten Umkleidekabinen.
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