05/10/2023
Im Jahr 2023 feierte das Unternehmen DIEFFENBACHER ein bemerkenswertes Jubiläum: 150 Jahre Firmengeschichte. Eineinhalb Jahrhunderte voller Wandel, Fortschritt und dem unerschütterlichen Streben, Materialien zu transformieren und Industrien voranzubringen. Was im Kaiserreich mit einer kleinen Schlosserei begann, hat sich zu einem weltweit agierenden Technologieführer entwickelt, der heute an der Spitze steht, wenn es um Pressensysteme und komplette Produktionsanlagen für anspruchsvolle Anwendungen geht.

Die Geschichte von DIEFFENBACHER ist eng mit der Entwicklung von Technologie und Gesellschaft verbunden. Sie zeigt, wie ein Familienunternehmen über Generationen hinweg auf Veränderungen reagiert, neue Herausforderungen annimmt und dabei seinen Kernwerten treu bleibt. Von den ersten Pressen für Obst und Wein bis hin zu hochmodernen Anlagen für Holzwerkstoffe, Kunststoffe und Recycling – der Weg war lang und von ständiger Transformation geprägt.
- Die Anfänge: Vom Handwerk zur Maschinenfabrik
- Wachstum und Wandel: Der Weg zum Global Player
- Innovation und Nachhaltigkeit im Fokus
- Dieffenbacher heute: Struktur, Mitarbeiter und Leistung
- Das Fundament: Werte und Familiengeschichte
- Herkunft des Namens Dieffenbacher
- Häufig gestellte Fragen zu DIEFFENBACHER
Die Anfänge: Vom Handwerk zur Maschinenfabrik
Die Wurzeln von DIEFFENBACHER reichen zurück bis ins Jahr 1873. In Eppingen, Baden-Württemberg, gründete Jakob Dieffenbacher, ein Meister im Metallhandwerk, eine kleine Schlosserei. Zunächst lag der Fokus auf der Herstellung von Kassenschränken und allgemeinen Reparaturarbeiten, insbesondere für die in der Landwirtschaft benötigten Maschinen. Es war eine Zeit des Aufbruchs, nur zwei Jahre nach der Gründung des ersten deutschen Nationalstaats.
Die zweite Generation, Jakobs Söhne Wilhelm und Friedrich Dieffenbacher, ebenfalls gelernte Metallhandwerker, traten ins Geschäft ein. Sie begannen, das Unternehmen neu auszurichten. Während ihr Bruder Heinrich die alte Schlosserei im Stadtzentrum übernahm, bauten Wilhelm und Friedrich eine neue Fabrik an der Heilbronner Straße. Die Firma wurde in „Maschinenbauanstalt J. Dieffenbacher-Söhne“ umbenannt. Dieser Schritt markierte den Übergang vom reinen Handwerk zum industriellen Maschinenbau. Der Schwerpunkt verlagerte sich auf die Produktion hydraulischer Pressen für Obst, Wein und Speiseöl. Die steigende Spezialisierung führte 1914 zur Umbenennung in „Maschinenfabrik“ – ein klares Zeichen für die neue Ausrichtung.
Wachstum und Wandel: Der Weg zum Global Player
Nach dem Ersten Weltkrieg baute DIEFFENBACHER das Geschäft mit Ölpressen weiter aus. Ein wichtiger Meilenstein in den 1920er Jahren war der Einstieg in die aufstrebende Kunststoffindustrie mit der Entwicklung der ersten hydraulischen Pressen für Bakelit. Diese Fähigkeit, sich an neue Materialien und Märkte anzupassen, wurde zu einem Markenzeichen des Unternehmens.
Die Nachkriegszeit brachte eine erneute Verschiebung des Produktportfolios. Unter der dritten Generation, Albert und Gerhard Dieffenbacher, die 1952 die Geschäftsführung übernahmen, verabschiedete sich DIEFFENBACHER schrittweise von den traditionellen Obst- und Ölpressen. Stattdessen konzentrierte man sich auf schwere Maschinen und Industriepressen. Angesichts des Booms im Holzsektor in den 1950er Jahren wurde die Produktion von Pressen für Spanplatten, Furniere und Sperrholz zu einem zentralen Geschäftsfeld. Dieses Segment sollte sich als äußerst erfolgreich erweisen und das Unternehmen maßgeblich prägen.
Der Horizont erweiterte sich schnell über Deutschland hinaus. Bereits 1956 erhielt DIEFFENBACHER die ersten Exportaufträge aus anderen europäischen Ländern. In den 1960er Jahren beschleunigte sich das internationale Geschäft dramatisch, mit Aufträgen aus den USA, Brasilien, Mexiko und vielen weiteren Nationen. DIEFFENBACHER wurde endgültig zu einem global agierenden Unternehmen.
Parallel zur Holzwerkstoffindustrie erschloss DIEFFENBACHER ab den 1960er Jahren neue Anwendungsbereiche im Umformtechnik-Sektor. Es wurden Produkte wie Spritzgießmaschinen und Pressen für faserverstärkte Polyesterkunststoffe entwickelt. Mitte der 1970er Jahre gelang ein weiterer bedeutender Schritt in der Holzwerkstoffproduktion mit der Entwicklung eines kontinuierlichen Kaltvorpresssystems – eine wichtige Vorstufe zur kontinuierlichen Spanplattenproduktion.
Mit Wolf-Gerd Dieffenbacher trat 1980 die vierte Generation in das Unternehmen ein. Unter seiner Führung setzte DIEFFENBACHER den globalen Expansionskurs fort und entwickelte sich zum Anbieter kompletter Anlagenlösungen.
Innovation und Nachhaltigkeit im Fokus
Das späte 20. und frühe 21. Jahrhundert waren geprägt von intensiver Forschung und Entwicklung. 1999 erweiterte DIEFFENBACHER seine Umformtechnik-Sparte durch die Entwicklung des Direktverfahrens für langfaserverstärkte Thermoplaste (D-LFT). Dieses Verfahren war ein Beispiel für die Innovationskraft des Unternehmens im Bereich der Kunststoffverarbeitung.
Für seine Entwicklungen im Bereich der Faserverbundwerkstoffe wurde DIEFFENBACHER mehrfach ausgezeichnet. 2011 erhielt das Unternehmen den AVK Innovationspreis für das Direktfertigungsverfahren von SMC-Teilen und führte das HP-RTM-System auf dem Markt ein. Diese Technologien sind entscheidend für die Herstellung leichter und dennoch hochfester Bauteile, beispielsweise in der Automobil- und Luftfahrtindustrie.
Ein weiteres wichtiges Geschäftsfeld wurde 2014 mit der Gründung der Recycling-Sparte erschlossen. Hier konzentriert sich DIEFFENBACHER auf die Herstellung kompletter Anlagen zur Aufbereitung verschiedenster industrieller Abfallmaterialien. Dieser Schritt unterstreicht das wachsende Bewusstsein und Engagement des Unternehmens für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.
Auch im Kerngeschäft der Holzwerkstoffpressen gab es bedeutende Fortschritte. 2015 präsentierte DIEFFENBACHER mit der CPS+ eine neue kontinuierliche Presse, die als Nachfolgerin des bewährten CPS-Systems galt und neue Maßstäbe in Effizienz und Produktivität setzte.
Jüngere Entwicklungen zeigen die fortlaufende Innovation. 2016 entwickelte DIEFFENBACHER die Tailored Blank Line für die Massenproduktion lokal verstärkter thermoplastischer Bauteile (Fibercon und Fiberforge). Anfang 2024 erfolgte die Akquisition von Know-how und Schlüsselwerten des österreichischen Kraftwerksbauers BERTSCHenergy durch die neu gegründete DIEFFENBACHER Energy GmbH, was das Portfolio im Bereich nachhaltiger Energiegewinnung stärkt.
Dieffenbacher heute: Struktur, Mitarbeiter und Leistung
Heute ist DIEFFENBACHER ein weltweit führender Hersteller von Pressensystemen und kompletten Produktionsanlagen. Das Unternehmen ist in den Branchen Holzwerkstoffe, Umformtechnik und Recycling aktiv und bietet zusätzlich fortschrittliche Lösungen zur nachhaltigen Energiegewinnung an. Die Produktpalette reicht von einzelnen Pressen bis hin zu komplexen, vernetzten Anlagen inklusive Digitalisierungslösungen zur Prozesssteuerung.

Das Unternehmen wird in fünfter Generation von Christian Dieffenbacher geführt, der 2016 in die Geschäftsleitung eintrat. Anfang 2024 verstärkte Lukas Langer, ein Enkel von Albert Dieffenbacher, die Geschäftsleitung als Chief Financial Officer (CFO). Diese personellen Entscheidungen unterstreichen den fortwährenden Charakter als Familienunternehmen.
Ein wichtiger Indikator für die Größe und Leistungsfähigkeit des Unternehmens ist die Mitarbeiterzahl. Im Jahr 2023, dem Jubiläumsjahr, beschäftigte DIEFFENBACHER weltweit rund 1700 Mitarbeiter. Mit einem Umsatz von über 400 Millionen Euro im gleichen Zeitraum zählt DIEFFENBACHER zu den bedeutenden Akteuren im globalen Maschinen- und Anlagenbau.
Das Unternehmen legt Wert darauf, stets die Perspektive des Kunden einzunehmen. Durch die Kombination aus erstklassigem Technologie-, Prozess- und Anwendungs-Know-how sowie einem hohen Maß an Partnerschaftlichkeit will DIEFFENBACHER seine Kunden dabei unterstützen, ihre Unternehmensziele zu erreichen und einen Schritt weiterzukommen.
Das Fundament: Werte und Familiengeschichte
Trotz aller Veränderungen und des globalen Wachstums sind bestimmte Werte und Prinzipien über die eineinhalb Jahrhunderte hinweg konstant geblieben. Die Verlässlichkeit ist ein zentrales Element, das das Vertrauen der Kunden begründet. Der hohe Stellenwert der Beziehungsqualität mit den Kunden und ein partnerschaftliches Miteinander prägen die Unternehmenskultur.
Das feste Fundament, auf dem das Unternehmen steht, wird durch die Familie Dieffenbacher symbolisiert, die nun in der fünften Generation mit ihrem Namen für das Unternehmen bürgt. Diese Kontinuität in der Eigentümerstruktur und Führung ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Ausrichtung und Stabilität.
Das Jubiläumsmotto „DIEFFENBACHER. 150 years of transformation on solid ground.“ fasst die Essenz der Firmengeschichte treffend zusammen: ständiger Wandel und Fortschritt auf einem stabilen, wertebasierten Fundament.
Herkunft des Namens Dieffenbacher
Die Herkunft des Familiennamens Dieffenbacher ist, wie bei vielen alten deutschen Namen, eng mit geografischen Gegebenheiten verbunden. Der Name gehört zur Kategorie der lokalen Namen, die von einem Ortsnamen abgeleitet sind. Es wird angenommen, dass der Name aus der Region um den Rhein stammt, wo die Familie im Mittelalter als eine der bedeutenden Familien der Region auftrat.
Der Name Dieffenbacher soll sich von dem Dorf Tiefendorff in Bayern ableiten. Der ursprüngliche Namensträger stammte wahrscheinlich aus diesem Ort und nahm den Namen an, nachdem die Familie ins Rheinland übersiedelte. Die Endung „-bacher“ deutet oft auf die Herkunft aus einem Ort hin, der an einem Bach liegt oder dessen Namen mit „Tiefen-“ (tief) beginnt. Frühe Aufzeichnungen erwähnen bereits im Jahr 1200 einen Heinrich Diefenbach aus Heidelberg.
Im Laufe der Jahrhunderte und durch regionale Dialekte und Schreibweisen haben sich verschiedene Varianten des Namens entwickelt, darunter Tiefenbach, Tieffenbach, Tiefenback, Dieffenback und viele mehr. Diese Vielfalt spiegelt die historische Entwicklung der deutschen Sprache und Namensgebung wider.
Häufig gestellte Fragen zu DIEFFENBACHER
Hier beantworten wir einige häufige Fragen zum Unternehmen DIEFFENBACHER, basierend auf den vorliegenden Informationen:
Wie viele Mitarbeiter hat DIEFFENBACHER?
Laut den verfügbaren Informationen aus dem Jahr 2023, dem Jahr des 150-jährigen Jubiläums, beschäftigt das Unternehmen DIEFFENBACHER weltweit rund 1700 Mitarbeiter.
Was ist die Geschichte von DIEFFENBACHER?
Die Geschichte von DIEFFENBACHER begann 1873 in Eppingen als kleine Schlosserei, gegründet von Jakob Dieffenbacher. Unter der Führung seiner Söhne und nachfolgender Generationen entwickelte sich das Unternehmen von der Herstellung von Obst- und Ölpressen zum Spezialisten für hydraulische Pressen, dann für schwere Maschinen und Industriepressen, insbesondere für die Holzwerkstoff-, Kunststoff- und Umformtechnik. Ab den 1950er Jahren expandierte es international und wurde zu einem Anbieter kompletter Produktionsanlagen. In jüngerer Zeit wurden neue Geschäftsfelder wie Recycling und nachhaltige Energiegewinnung erschlossen. Das Unternehmen wird heute in fünfter Generation als Familienunternehmen geführt.
Was macht DIEFFENBACHER heute?
DIEFFENBACHER ist heute ein führender Hersteller von Pressensystemen und kompletten Produktionsanlagen. Die Hauptgeschäftsfelder sind die Holzwerkstoff-, Umformtechnik- und Recyclingindustrie. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Lösungen zur nachhaltigen Energiegewinnung an. Das Portfolio umfasst die Entwicklung, Planung und Produktion kompletter Anlagen inklusive Digitalisierungslösungen zur Prozesssteuerung.
Woher kommt der Name Dieffenbacher?
Der Name Dieffenbacher ist ein lokaler Name, der vermutlich von dem Ortsnamen Tiefendorff in Bayern abgeleitet ist. Die Familie soll aus diesem Ort ins Rheinland übersiedelt sein. Der Name ist seit dem Mittelalter in der Region um den Rhein dokumentiert und hat verschiedene Schreibweisen erfahren.
Dieffenbacher steht somit für eine beeindruckende Reise von einem lokalen Handwerksbetrieb zu einem globalen Industrieunternehmen, das sich durch Innovation, Transformation und ein starkes familiäres Fundament auszeichnet.
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