Wie viele Einwohner hat Kinderhaus Münster?

Kinderhaus Münster: Name, Geschichte, Leben

20/04/2021

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Willkommen zu einem Einblick in den Stadtteil Kinderhaus in Münster. Oft stellt sich die Frage nach der Herkunft ungewöhnlicher Ortsnamen. Im Falle von Kinderhaus ist die Antwort tief in der Geschichte verwurzelt und erzählt von den Anfängen dieses heute lebendigen Stadtteils im Norden Münsters. Wir beleuchten, woher der Name stammt, wie sich Kinderhaus über die Jahrhunderte entwickelt hat und was das Leben dort heute ausmacht.

Warum heißt ein Münster Münster?
Der Begriff "Münster" kommt ursprünglich vom griechisch-lateinischen Wort monasterium, womit seit frühchristlicher Zeit ein Kloster bezeichnet wurde. Umfasste der Begriff monasterium anfänglich den gesamten Gebäudekomplex eines Klosters, so wurde er später für die Klosterkirche reserviert.

Übersicht

Warum heißt Kinderhaus so? Die Ursprünge des Namens

Die Geschichte des Namens „Kinderhaus“ führt uns zurück ins Mittelalter. Um das Jahr 1333, als die Siedlung, die später zum Stadtteil wurde, gegründet wurde, gab es weit außerhalb der Stadtmauern von Münster ein Heim für Menschen, die an Lepra erkrankt waren. Diese Krankheit war im Mittelalter weit verbreitet und hoch ansteckend, weshalb die Kranken oft von der Gesellschaft isoliert wurden. Das Heim für die Leprakranken wurde damals als „der kinderen hus“ bezeichnet. „Kinderen“ war im Mittelhochdeutschen ein Begriff, der nicht unbedingt nur kleine Kinder meinte, sondern auch allgemein Menschen, insbesondere Kranke oder Bedürftige, die der Fürsorge bedurften. Es war also im Grunde ein Haus für die Kranken, die wie Kinder versorgt werden mussten.

Dieser historische Name hat sich bis heute erhalten und gibt dem Stadtteil seinen unverwechselbaren Namen. Das Gebäude, das einst dieses Heim beherbergte, existiert noch und beherbergt heute das Lepramuseum. Dieses Museum widmet sich der Geschichte der Lepra im Mittelalter und ist ein wichtiger Ort, um die Ursprünge des Stadtteils und die Bedeutung des Namens zu verstehen. Die Verbindung zum mittelalterlichen Leprosenhaus ist somit der Kern der Namensgebung und ein prägendes Element der frühen Geschichte von Kinderhaus.

Von der mittelalterlichen Siedlung zum modernen Stadtteil

Jahrhunderte lang war Kinderhaus kaum mehr als das Leprosenhaus, eine Kirche und einige umliegende landwirtschaftliche Höfe. Die Gegend war ländlich geprägt und lag weit vor den Toren der Stadt Münster. Eine signifikante Veränderung trat im Jahr 1903 ein, als Kinderhaus offiziell nach Münster eingemeindet wurde. Mit der Eingemeindung begann eine Phase der dichteren Besiedlung, die sich zunächst vor allem entlang der Grevener Straße entwickelte, einer wichtigen Ausfallstraße. Trotz der Nähe zu Münster blieb Kinderhaus im Zweiten Weltkrieg weitgehend von größeren Zerstörungen verschont.

Das stärkste Wachstum verzeichnete Kinderhaus in den 1950er Jahren. Aus dem eher ländlichen Vorort entwickelte sich schnell ein dicht besiedeltes Gebiet. Ein bedeutendes Beispiel für diese Entwicklung ist die Siedlung Brüningheide, die zwischen 1972 und 1978 errichtet wurde. Charakteristisch für Brüningheide sind Wohnkomplexe, deren Kern aus bis zu zwölfgeschossigen Gebäuden besteht. Dieses Wachstum spiegelte den Bedarf an Wohnraum in und um Münster wider und veränderte das Gesicht von Kinderhaus nachhaltig. Heute leben in Kinderhaus etwa 15.000 Menschen, was es zu einem der größeren Stadtteile im Norden Münsters macht.

Das Hauptzentrum des Stadtteils entstand rund um den Idenbrockplatz und wurde 1984 fertiggestellt. Dieses Zentrum hat sich zum kulturellen und sozialen Mittelpunkt von Kinderhaus entwickelt. Hier finden sich Geschäfte, Dienstleistungen und vor allem das Bürgerhaus, ein zentraler Treffpunkt für die Einwohner.

Leben in Kinderhaus heute: Infrastruktur und Gemeinschaft

Mit rund 15.000 Einwohnern ist Kinderhaus ein lebendiger Stadtteil, der insbesondere für Familien attraktiv ist. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut und bietet eine breite Palette an Einrichtungen des täglichen Bedarfs sowie Bildungs- und Freizeitangeboten. Für Familien mit Kindern gibt es zahlreiche Kindergärten und eine vielfältige Schullandschaft.

Ein besonderes Highlight unter den Schulen ist die Waldschule Kinderhaus. Ihre Wurzeln reichen bis ins Jahr 1673 zurück, was sie zu einer der ältesten Schulen in Deutschland macht, in der bis heute unterrichtet wird. Das alte Schulhaus dient noch heute als Werkraum der modernen Waldschule. Neben Grund-, Haupt- und Realschule sowie einem Gymnasium beherbergt Kinderhaus auch mehrere Förderschulen, darunter Schulen für Gehörlose, Seh- und Körperbehinderte sowie eine bischöfliche Schule für Lernbehinderte. Diese breite Palette an Bildungsangeboten unterstreicht die Bedeutung von Kinderhaus als Wohnort für Familien mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Der soziale und kulturelle Dreh- und Angelpunkt des Stadtteils ist das Bürgerhaus am Idenbrockplatz. Es ist ein vielseitiges Zentrum, das eine breite Palette an Angeboten unter einem Dach vereint. Die Agora im Bürgerhaus ist ein beliebter Veranstaltungsort für kulturelle Ereignisse wie Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen. Darüber hinaus beherbergt das Bürgerhaus das Jugendzentrum „Wuddi“, das ein umfangreiches Freizeitprogramm für Kinder und Jugendliche anbietet, die Stadtbücherei, die Bezirksverwaltung und ein Hallenbad. Diese zentrale Einrichtung fördert das Gemeinschaftsleben und bietet den Einwohnern vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, Weiterbildung und sozialen Interaktion.

Natur und Erholung: Die grüne Lunge von Kinderhaus

Trotz der dichten Wohnbebauung bietet Kinderhaus auch attraktive Möglichkeiten zur Naturerholung. Das Kinderbachtal, oft als „grüne Lunge“ des Stadtteils bezeichnet, ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänge und entspannte Stunden im Grünen. Es bildet eine wichtige Grünachse, die zur Lebensqualität in Kinderhaus beiträgt.

Die Gasselstiege, die historisch eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Münster und Holland darstellte, ist heute ein Anziehungspunkt für viele Radfahrer und Jogger. Sie lädt zu sportlicher Betätigung in einer angenehmen Umgebung ein. Ganz in der Nähe des Stadtteils befindet sich auch das historische Wasserschloss Wilkinghege aus dem Jahr 1311, das heute als Hotel genutzt wird und ein schönes Ausflugsziel darstellt.

Wieso heißt die Stadt Münster-Münster?
793 gründete der friesische Missionar Liudger an der Furt über die Münstersche Aa ein Kloster (lateinisch: monasterium), das der sich hier entwickelnden Stadt ihren Namen gab. 805 wurde er zum ersten Bischof von Münster ernannt, und die Bauarbeiten zum ersten Dom wurden aufgenommen.

Entlang der Grünachse des Kinderbachs liegt zudem die 1987 eröffnete Bezirkssportanlage. Diese Anlage wird sowohl für den Schul- als auch für den Breitensport genutzt und bietet Sportvereinen und Einzelpersonen vielfältige Möglichkeiten zur Ausübung verschiedener Sportarten. Die Kombination aus städtischem Leben, gut ausgebauter Infrastruktur und zugänglichen Natur- und Freizeitmöglichkeiten macht Kinderhaus zu einem attraktiven Wohnort.

Zusammenfassung der wichtigsten Fakten

Um die wichtigsten Informationen über Kinderhaus auf einen Blick zu haben, hier eine kleine Übersicht:

MerkmalDetails
Name HerkunftAbgeleitet von "der kinderen hus" (Heim für Leprakranke im Mittelalter)
GründungUm 1333
Eingemeindung nach Münster1903
Einwohnerzahl (ca.)15.000
ZentrumIdenbrockplatz mit Bürgerhaus
Besondere EinrichtungenLepramuseum, Waldschule (älteste Teile von 1673), Bürgerhaus mit Bibliothek, Jugendzentrum, Hallenbad
NaherholungKinderbachtal, Gasselstiege, Nähe zum Wasserschloss Wilkinghege

Häufig gestellte Fragen zu Kinderhaus Münster

Warum heißt der Stadtteil Kinderhaus?
Der Name leitet sich vom mittelalterlichen Heim für Leprakranke ab, das damals als „der kinderen hus“ bezeichnet wurde. Es war ein Haus zur Pflege von Kranken, die wie Kinder versorgt wurden.

Wie viele Einwohner hat Kinderhaus?
Aktuell leben in Kinderhaus etwa 15.000 Menschen.

Wann wurde Kinderhaus gegründet?
Kinderhaus wurde um das Jahr 1333 gegründet.

Seit wann gehört Kinderhaus zu Münster?
Kinderhaus wurde im Jahr 1903 nach Münster eingemeindet.

Was ist die Waldschule in Kinderhaus?
Die Waldschule ist eine Schule in Kinderhaus, deren älteste Gebäudeteile aus dem Jahr 1673 stammen. Sie gilt als eine der ältesten Schulen Deutschlands, an der noch unterrichtet wird.

Wo ist das Zentrum von Kinderhaus?
Das Hauptzentrum von Kinderhaus befindet sich rund um den Idenbrockplatz. Dort stehen das Bürgerhaus, Geschäfte und weitere wichtige Einrichtungen.

Gibt es Grünflächen in Kinderhaus?
Ja, das Kinderbachtal ist bekannt als die „grüne Lunge“ des Stadtteils und bietet Möglichkeiten zur Erholung in der Natur.

Kinderhaus in Münster ist somit mehr als nur ein Wohngebiet. Es ist ein Stadtteil mit einer langen und besonderen Geschichte, einem lebendigen Gemeinschaftsleben und einer guten Balance zwischen urbaner Infrastruktur und naturnahen Erholungsräumen. Die Herkunft des Namens erinnert an seine bescheidenen Anfänge, während die heutige Vielfalt und Größe seine erfolgreiche Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg widerspiegeln.

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